18.45 Pause gemacht. Pizza gegessen. Ferngeguckt. Eine Sendung, in der das Leben eines Menschen in Zahlen zusammengefasst wurde und entsprechend bebildert wurde. Klang interessant, ich steh ja so auf abstruse Statistiken und Vergleiche. Wenn die Sonne so groß wär wie ein Gummiball, wär ein Gummiball so groß wie ein noch viel kleinerer Gummiball. Wieviele Gletscher kann man aus einem Eiswürfel schnitzen. So Zeugs.
Die Sendung war erstaunlich langweilig und uninformativ. Manches war hübsch anzusehen. Zum Beispiel als sie auf einem Teich, dessen Inhalt der von einem Menschen benutzten Wassermenge entsprach, für jedes Vollbad, dass er im Durchschnitt im Leben nimmt, eine Plasteente schwimmen ließen. Oder als sie ein Klo mit 3,9 t braunem Zeugs (war es Kacke?) bekippten, was der Menge entspricht, die Ottonormalscheißer im Leben kackt. Wichtige Fragen blieben unbeantwortet: Der Mensch isst im Leben ungefähr die 10fache Menge. Was passiert mit dem Rest? So träge wie ich mich manchmal fühle, glaube ich nicht, dass ich 90 Prozent der Nahrungsmaterie in Energie überführe. Gut, man pinkelt und schwitzt auch, aber bei den 40 Tonnen Essen waren ja die Getränke auch nicht mitgezählt und im Kot ist auch Wasser enthalten. Soviele Schuppen und Popel habe ich auch nicht, dass sie die Differenz erklären. Oder habe ich mich bloß verhört? Nee, glaube nicht. Immerhin war von 7 Kühen, 45 Schweinen, mehr als 1000 Hühnern und Tausenden Broten die Rede, die jeder von uns zum Frühstück im Laufe seines Lebens isst.Verliert man 6,3 Kühe, 40 Schweine und einen ganzen LKW voll Hühnern und Broten durch Abrieb?
Sehr ärgerlich: Die immer wieder zu hörende, auch in dieser Doku häufig verwendete, schlechtes Gewissen erzeugen sollende und vollkommen hirnrissige Behauptung, man würde soundsoviel Wasser „verbrauchen“. Wenn ich mich dusche oder das Klo spüle oder aus Protest gegen diese unsinnige Formulierung daheim den Wasserhahn laufen lasse, wenn ich in den Urlaub fahre, dann verbrauche ich kein Wasser. Dann verschmutze oder benutze ich es. Vorhanden ist es hinterher immer noch. Das Wasser mit dem wir heute die Kacke wegspülen, benutzen wir morgen wieder zum Zähneputzen, herrjeh!
(Volker Strübing)
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