Elis hatte ja vermutet, dass McCain die Wahl gewinnt, vor Freude an einem Herzinfarkt stirbt und Sarah Palin die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten wird. Na, das hätte ein Hallo gegeben!
Bei allem , was man gegen sie vorbringen kann, muss man ihr doch eines zugestehen: Nicht nur, dass sie ein prima Ziel für Spott abgibt – sie wehrt sich auch nicht dagegen, sondern patscht mit einem etwas verkrampft wirkenden Grinsen in jedes Fettnäpfchen, das man ihr hinstellt. Und hinterher lässt sie ihre Sprecherin erklären, wie froh sie sei, nun auch endlich zu den Verarschten zu gehören.
Palins Sprecherin Tracey Schmitt bestätigte das Telefongespräch. Palin sei «ein bisschen belustigt» gewesen, zu wissen, dass auch sie nun zur langen Liste von Staatsmännern gehöre, die bei ähnlichen Gelegenheiten reingelegt wurden. Auch Sarkozy habe es schon erwischt. «C’est la vie» (so ist das Leben), sagte ihre Sprecherin weltgewandt.
(Quelle: Netzzeitung.de)
In Wirklichkeit hat sie wahrscheinlich in ihrem Büro getobt und ein paar Robben geschlachtet, um ihre Wut loszuwerden, aber immerhin hat sie nicht die Anwälte losgeschickt wie Andrea „Wer hat uns verraten“ Ypsilanti oder oben erwähnter Sarkozy, der Stoff-Voodoopuppen von sich verbieten lassen wollte.
Bedenklich auch, dass man in Großbrittanien mit dem berühmten schwarzen britischen Humor nicht mehr klarkommt:
Jeremy Clarkson co-moderiert das beliebte Automagazin „Top Gear“ für die BBC. Am vergangenen Sonntag ließ sich Clarkson darin zu folgendem Wortbeitrag hinreißen: „Lkw-Fahrer müssen sich jeden Arbeitstag verdammt anstrengen: Schalten, schalten, schalten, in den Rückspiel gucken, eine Prostituierte ermorden. Schalten, schalten, morden. Echt anstrengend.“
Am Tag der Ausstrahlung gingen laut Tageszeitung „Times“ 517 Beschwerden bei der BBC ein, auch die Aufsichtsbehörde Ofcom gab an, dass sich wütende Zuschauer gemeldet hätten.
(Quelle: Spiegel Online)
Wenn es eine nationale Eigenheit gibt, an der man „auf den Inseln“ arbeiten sollte, dann ist das doch wohl das Essen und nicht der Humor. Aber vielleicht sind die Briten auch bis auf ein paar Ausnahmekomiker genauso humorlos, wie sie es von den Deutschen glauben?!
Naja, ich habe gut reden. Wenns mal Volkervoodoopuppen gibt oder ein Lesebühnenautor zum LKW-Fahrer-Mörder wird und ich mir dauernd anhören muss, dass das Lesebühnenautorenleben sicher anstrengend ist (schreiben, schreiben, vorlesen, einen LKW-Fahrer ermorden, schreiben …) wird sich zeigen, wieviel Spaß ich wirklich verstehe.
Auf Spaßanrufe falle ich jedenfalls nicht mehr rein. Neulich erst wollte mich wieder jemand verulken:
– Guten Tag, ich bin Frau Sowieso von der Deutschen Telekom. Ich habe mir mal ihre Rechnung angeschaut, und wollte wissen, ob sie vielleicht …
– Nein, will ich nicht.
– Sie wollen also nichts sparen?
– Nein, will ich nicht. Wiederhören … äh … Quatsch! Tschüß, meine ich!
(Volker Strübing)
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