„Auf dem Schulhof war eine weiße Linie, wenn man die überschritt, dann haute einem der Aufsichtslehrer eine runter, aber so richtig mit Schwung. Können Sie sich dass heute überhaupt noch vorstellen?“ – Nein, konnte ich nicht. Das war lange her, die äußert liebenswerte Dame, die mir das auf einer Zugfahrt von Köln nach Hannover, wo wir ins Gespräch kamen, weil wir nebeneinander saßen, erzählte, war damals 13 Jahre alt gewesen. Der Strich auf dem Schulhof, hatte damals katholische von evangelischen Kindern getrennt. Wenn eines ihn überschritt, den Strich, dann kam der Aufsichtslehrer und haute ihm, dem Kind eine runter, aber so richtig mit Schwung. Der Schulhof hatte sich aber nicht in Belfast befunden, sondern im Rheinland, wohin das Mädchen mit seiner Familie aus Schlesien geflohen war, vor den Russen. Alle Berlinerinnen und Berliner unter den Schnipselfriedhofsbesuchern bitte ich, morgen bei der Abstimmung über „Pro Reli“ mit NEIN zu stimmen!
(Andreas Krenzke)
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