Günther Grass hat ein furchtbar dussliges und noch dazu unfassbar schlechtes Gedicht geschrieben – Lyrikexperten mögen mich korrigieren, aber ich würde sagen, dass man schon viel Glück haben muss, um etwa bei einem Poetryslam von einem pubertierenden Neuling etwas ähnlich Blamables zu hören zu bekommen. Keine Ahnung, was die Süddeutsche bewogen hat, das Ding abzudrucken – außer der leider berechtigten Erwartung auf den unvermeidlichen Skandal. Any publicity is good publicity, und heute hatten sie sicher eine rekordverdächtige Klickzahl auf ihrer Website. Der Plan ist jedenfalls aufgegangen, die Wellen schlagen hoch wie erwartet und ich frage mich, warum man sich nicht einfach peinlich berührt von den letzten Tintenklecksen dieses aus irgendwelchen Gründen zur nationalen Institution verklärten Schriftstellers abwenden kann. Das alles ist so vorhersagbar wie sinnlos und nervig. Aber wen kritisiere ich eigentlich: Ich geb ja selber meinen Senf dazu …
(VS)
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