Spider hat mich auf einen ganz heißen Kanddidaten für die Rubrik Bullshit hingewiesen. Letzten Donnerstag hat er sich mal eine Plenarsitzung im Bundestag angeguckt (Protokoll hier). Dort hatte sich der CDU/CSU-Abgeordnete Hans Michelbach über die Steuergerechtigkeit in Deutschland geäußert:
Die 10 Prozent, die die höchsten Steuern zahlen, erbringen in unserem Land über 50 Prozent des Steueraufkommens. […] So tragen heute die unteren 50 Prozent der Steuerzahler unter 10 Prozent der Steuerbelastung. Das ist die Wahrheit über die Steuergerechtigkeit in Deutschland.
Der Neidfaktor, den Sie immer wieder in die Debatte einführen, schadet unserem Land, weil er die Menschen in die falsche Richtung führt. Das ist die Situation.
Zur Neiddemagogie von Herrn Gysi, weiteren Linken und anderen, die hier dazu gesprochen haben, kann ich nur ein altes Sprichwort anführen: Neid ist genauso alt wie Unfähigkeit.
Schlimm, schlimm, das. Die armen Reichen! Die neidischen Amen!
Hab mal kurz gegoogelt:
Die reichsten 10 Prozent der deutschen Haushalte verfügten 1999 über 50,4 %. des gesamten Geldvermögens. Die ärmsten 25 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über ein „negatives Vermögen“, d.h. sie haben Schulden.
(Quelle: Bundeskongress 2005 „Sozialarbeit im Gesundheitswesen“)
Fairerweise muss ich dazuschreiben, dass Michelbach nicht direkt behauptet hat, dass die 50% Steuerlast für die oberen 10% der Steuerzahler ungerecht sind (obwohl CDU/CSU natürlich an einer Verringerung dieser „Last“ arbeiten). Und zu den Ärmsten 25% – denen mit negativem Vermögen – zählen möglicherweise auch gutverdienende Häuslebauer, die einen Kredit abzahlen. Naja, mit solchen Statistiken kann man – von jeder Seite aus – wahrscheinlich noch viel mehr Unfug betreiben, als mit den unten erwähnten Fußballstatistiken.
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