Hach, die Blogroll ist immer noch nicht fertig, und ich habe diese Woche keine Zeit für Weblogbasteleien, weil ich mich auf das ABC-Festival in Augsburg vorbereite und in eine neue Grafiksoftware einfuchse.
Ganz kann ich das Bloggen aber dann doch nicht lassen.
Gerade war ich Kaffeetrinken und habe dabei eine GEO durchgeblättert. Nee, stimmt gar nicht. Zwei warn’s. In einer stieß ich auf eine kleine Notiz über einen Künstler namens Wil Delroye und sein Werk „Cloaca“ – eine Installation, die den menschlichen Verdauungsprozess korrekt simuliert: Vorne gibt man Lebensmittel hinein, die erst zerkleinert und in verschiedene Glasgefäße transportiert und dort mittels Enzymen und Bakterienkulturen verdaut werden, bis am Ende etwas heraus kommt, dass „biochemisch identisch mit den menschlichen Verdauungsprodukten“ ist, wie es die GEO etwas etepetete ausdrückt (Gedächtniszitat). Sie meinen natürlich Kacke.
Interessant war der Hinweis, dass er diese Kacke vakuumverschweißt für 3.000 Euro pro Stück verkauft.
Zuhause betrieb ich dann intensive Recherche zum Thema, indem ich Cloaca und Delroye in’s Googlesuchfeld eingab und auf „Suche“ klickte, und fand so heraus, dass er die erste Cloaca-Maschine schon im Jahr 2000 baute. Inzwischen sind weitere dazugekommen. Und trotzdem ist die Kunstkacke ausverkauft! Bis auf einen kleinen rest, den der Künstler zu Kapitalbildungszwecken selbst behalten hat …
Kein besonders appetitliches Kunstwerk, aber aus mir selbst unklaren Gründen find ich das klasse. Es wäre freilich schwer, dieses Kunstwerk den Hungernden in Darfur zu erklären, über die in einer der beiden GEOse ein großer Bericht mit doppelseitigen und sehr geschmackvoll komponierten Schwarzweißbildern drin war, aber auf solche Gedanken lass ich mich gar nicht erst ein.
Hier gehts zur Website von Cloaca.
(Volker Strübing)
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