Autor: vstr@gmx.de

  • Kloß & Spinne – Folge 31: Der Müllcontainer der Hoffnung

    Hier herrschte ne Weile (Schnipsel-)Friedhofsruhe. Für ungefähr ein Jahr war das Blog gar nicht zu erreichen, genausowenig wie meine Homepage und mein Podcast. Naja, jetzt ist der ganze alte Krempel wieder da.
    Tut mir leid, dass das hier so scheiße aussieht, das ist das WP-Standard-Theme, mein mühselgig gebautes Schnipselfriedhof-Theme konnte ich nicht retten. Mal gucken, ob ich das hier nochmal schöner mache – hängt davon ab, ob ich öfter als alle 4 Jahre was reinschreiben will …

    Meine Homepage habe ich aber ein bisschen aktualisiert – und es ist immer noch die elftschönste Website im Internet. Ausgedacht, gestaltet und gecodet noch damals im Mittelalter, also ohne KI und ich war mächtig stolz drauf.

    Oh, und es gibt einen neuen Kloß und Spinne:

  • Teaser: Ist das Zukunft oder kann das weg?

    Teaser: Ist das Zukunft oder kann das weg?

    Einer der Gründe, warum hier in den letzten Monaten nüscht los war: Ich habe einen Film gemacht, hurra! Zusammen mit der Kobalt Filmproduktion und im Auftrag von 3sat. Er läuft am Sonnabend, dem 5.Juni um 19.20 Uhr auf 3sat und ist ab dann auch in der Mediathek verfügbar.
    Worum es geht, erklärt am besten ein kleiner Teaser, den ich zusammengebastelt habe:

    Aus rechtlichen Gründen sind in diesem Teaser keine Interviewausschnitte zu sehen, obwohl die Interviews einen Großteil des Films ausmachen. Außerdem konnte ich weder etwas von dem Archivmaterial aus dem Film verwenden, noch den Original-Soundtrack. Die Musik im Teaser stammt also nicht aus dem Film. (Erkennt jemand, welcher Oldie hier gecovert wurde?)
    Wenn alles gut geht, kommt bald ein neuer Schnipselfunk, in dem ich ein bisschen über das Making-of erzähle und ein anderes Projekt vorstelle, an dem ich in den letzten Monaten gearbeitet habe. Darin ging es nicht um positive Zukunftserzählungen, sondern um Verbrechen im Mittelalter. Insgesamt war ich temporal und emotional also sehr ausgewogen unterwegs.

  • Die neuen 80er

    Die neuen 80er

    In den letzten Jahren ist es modern geworden, unsere Zeit mit „Weimar“ bzw. den 20er-Jahren des 20.Jahrhunderts zu vergleichen. Und, ohne es direkt auszusprechen, daran zu erinnern, dass nach den 20er Jahren die 30er kamen. Und die Parallelen drängeln sich ja wirklich auf. Weltwirtschaftskrise, der Aufstieg des Faschismus und ein wilder Tanz auf dem Vulkan mit Bananen um die Hüften (was immer auch das Pendant dazu bei TikTok sein mag). Das ist ein Vergleich, der uns wahrscheinlich aufrütteln soll, aber ich fürchte, er erreicht bei vielen genau das Gegenteil. Er deprimiert, verängstigt und lähmt. Und vor hundert Jahren war schließlich auch alles vergebens, was soll das also alles?!
    Der Vergleich weckt vor allem das Bedürfnis, die Klopapiervorräte aufzustocken, sich eine Papiertüte über den Kopf zu ziehen und zu überlegen, wie man am besten durch die bevorstehenden finsteren Zeiten kommt. Oder den Wunsch, einfach dicht zu machen, die Welt zu ignorieren und mit Bananen um die Hüften auf dem Vulkan zu tanzen. Ich habe beides ausprobiert (letzteres aus Kostengründen mit Möhren statt Bananen) und beides hat mich nicht wirklich befriedigt.

    (Mehr als genug!)

    Aber vielleicht ist der Vergleich ja auch einfach falsch! Vielleicht leben wir gar nicht in den neuen 20ern (jaja, das tun wir natürlich, weil: 2020, aber ihr versteht schon), vielleicht leben wir in den neuen 80ern!

    Mal sehen. Die 80er Jahre haben die schlimmste Popmusik hervorgebracht (Saxophon-Solos! Hall auf Snaredrums! Modern Talking! Die Toten Hosen!). Die 80er Jahre haben aber auch die beste Popmusik hervorgebracht (ich muss es wissen, ich hatte sie auf Kassette!). Das ist also schon mal kein Match denn die Popmusik von heute hat mir nur gezeigt, dass das, was ich einmal für die schlimmste Popmusik der Welt hielt (Saxophon-Solos! Hall auf Snaredrums! Modern Talking! Die Toten Hosen!) so schlimm nun auch wieder nicht war, wenn man es vergleicht mit diesem schlecht gereimten Mist voller Pathos, Selbstmitleid, Selbstgerechtigkeit und „ich bin so ich, dass ich sonst gar nichts bin und ihr habt mir sowieso nüscht zu sagen, ätsch!“, der heute als Deutschpop durchgeht.

    Das selbe gilt für die Mode: Die Schulterpolster und Frisuren waren das hässlichste, was Menschen je am Leib trugen, zumindest bis es losging mit diesen komischen Bauchnabelhosen bei Frauen und unbesockten, haarigen Hipsterfüßen in Sneakers an Hochwasserhosen –  aber lassen wir das!

    Ich will mich nicht als Mode- und Musikkritiker profilieren und muss fairerweise auch eingestehen, dass es sicher kein gutes Zeichen wäre, wenn ein mittelalter Mann wie ich die heutige Popmusik und Mode gut fände.

    Die 80er waren eine Zeit, wo großer technischer Fortschritt auf großen Pessimismus traf. Das Space Shuttle flog ins All, Computer sickerten in den Alltag und selbst bei uns im Osten verschwanden langsam die Schwarzweißfernseher. Die Kassette machte praktisch alle Musik für jeden überall verfügbar, die Musikindustrie sah sich selbst zum ersten Mal sterben und die alten Leute sahen eine Zeit voraus, in der die Menschen nicht mehr miteinander reden würden, weil sie die ganze Zeit Walkman-Kopfhörer auf den Ohren haben würden.
    Und gleichzeitig war es die Zeit von „No Future“ und der Angst vor dem Atomkrieg, die Zeit von Waldsterben und „Ohohoho Tschernobüll, das letzte Signal vor dem Overkill“ (ganz schlimmes Lied von Wolf Mahn, aber ich wollte ja nicht mehr über schlechte Popmusik schreiben …).

    In meinem Freundeskreis machte ein Buch die Runde, das irgendwie seinen Weg über die Mauer zu uns gefunden hatte: „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist soweit.“ Ich glaube, ich habe im Schnipselfunk schon einmal davon erzählt. Es war ein Buch, dass mich damals sehr beeidruckt und beeinflusst hat und an dass ich in letzter Zeit wieder öfter denken musste. Das Buch stammte von Hoymar von Ditfuhrt und der Titel bezog sich auf einen Ausspruch Martin Luthers: „Wenn ich wüsste, daß morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.“

    Es war soweit. Es war 1988 und morgen würde die Welt untergehen.

    (Symbolbild)

    Das Buch beschrieb nicht nur die Gefahren vor denen die Menschheit stand, sondern erklärte auch ausführlich und überzeugend anhand von geschichtlichen, psychologischen und biologischen Überlegungen, warum das Ende unausweichlich war und wir nicht in der Lage sein würden, die Welt zu retten.
    Die Frage war eigentlich nur noch, ob uns zuerst der saure Regen, das Ozonloch oder die „gegenseitig zugesicherte Zerstörung“ den Garaus machen würde.

    Und das war (neben einigen Liedern) sicher das beste an den 80ern: Dass das Morgen, vor dem wir uns damals fürchteten nicht eingetreten ist.
    Dabei waren all diese Gefahren real. Heute macht man sich manchmal lustig über die Angst vor dem Waldsterben oder zieht sie sogar als Argument heran, nach dem Muster „Ach, die Klimakatastrophe ist doch wieder nur so ein Hype wie der saure Regen in den 80ern“. Aber der Wald starb. Und dass wir über die Ängste von damals heute lachen können, liegt nur daran, dass es genug Menschen gab, die den Glauben an die Zukunft nicht verloren hatten. Die auf die Straße gingen und oft genug ins Gefängnis. Die redeten und schrieben und demonstrierten und überzeugten und Apfelbäume pflanzten, um sie zusammen mit ihren Kindern wachsen zu sehen.

    Und statt dem Weltuntergang bekamen wir Rauchgasentschwefelungsanlagen, ein FCKW-Verbot, ein Deutschland ohne Mauern und das Ende des kalten Krieges.

    Und dann … dann kamen die 90er und das Märchen vom „Ende der Geschichte“, vom Ende der Utopien und Träume, wer brauchte noch Träume, wenn es Gratispornos im Internet gab und Billigflüge und Konsum bis zum Abwinken. Und wir hörten auf groß zu träumen und nach- und vorauszudenken. Wer braucht Utopia, wenn Qualityland zum Greifen nah ist?

    Und heute haben wir Trolle, Trump und Terroristen und Bundestagsmitarbeiter, die von Erschießen und Vergasen reden. Die Bäume sterben wieder, die Klimakatastrophe ist da, eine Pandemie tötet hunderttausende und wirft Millionen in die Armut zurück. Wir schlittern von Krise zu Krise und der nächste große Krieg ist immer nur ein Missverständnis, eine Provokation, einen großmäuligen Tweet entfernt.

    Alles scheint sich im Kreis zu drehen, alles was erreicht war scheint verloren zu gehen, willkommen zurück in den 80ern, am Vorabend des Weltuntergangs.

    Die beste Zeit, um zu verzweifeln. Und genau deshalb die schlechteste Zeit zum Verzweifeln.

    (Bitte ignorieren Sie dieses uangemessen kitschige Bild.)

    Denn wenn uns etwas retten kann, dann die Hoffnung und der Glaube, dass morgen alles besser wird als heute und dass selbst heute nicht alles schlechter ist als gestern. Während es an sovielen Stellen schwelt und bröckelt, werden an anderer Stelle Fortschritte gemacht.

    Die Welt ist in fast jeder Hinsicht besser als 1988 oder 1920. Reicher, satter, freier, demokratischer, gesünder, ja, sogar friedlicher.
    Ich glaube an die Evolution der Gesellschaft.

    Ich glaube das alles besser, aber niemals alles gut werden kann. Es gibt keinen geradlinigen Weg hin zu einer perfekten Welt, wie es sich die Kommunisten erträumt haben – und wie langweilig wäre das auch?!
    Die biologische Evolution hat auch keinen photosythetisierenden, hyperintelligenten und gutherzigen Idealmenschen hervorgebracht, sondern mit Versuch und Irrtum ein zerbrechliches, fleischfressendes, furzendes Ding zusammengeschustert, mit Blinddarm und Haarausfall und einem dringend upgrade-bedürftigen Gehirn.
    Aber wenn wir eins aus der Evolution lernen können, dann, dass sie vielleicht manchmal falsch abbiegt und eher einem mit Matsch spielende Kind als einem intelligenten Designer gleicht, aber dass sie sich niemals umkehrt.
    Und auch wenn sich die Menschheit nicht auf dem direkten Weg in ein irdisches Paradies befindet, werden wir doch nicht wieder kehrtmachen, den Hexenhammer hervorholen, die Sklaverei offiziell wieder einführen oder Mammuts jagen.

    Für einen Punkt auf einem Rad, fühlt es sich so an, als würde er sich immer nur im Kreis drehen, als würde auf jedes Auf ein Ab, auf jedes Vor ein Zurück folgen, als wäre alles vergebens – obwohl der ganze Wagen immer weiter vorwärts rollt.

    „Wenn ich wüsste, daß morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen“ ist kein Satz der Verzweiflung, sondern ein Satz über Hoffnung, Trotz und Stärke.

    Die Apfelbäume, die in den 80ern am Vorabend des unvermeidlichen Weltunterganges gepflanzt wurden tragen schon lange Früchte. Anfang der Woche haben meine Töchter Kastanien gesammelt. Wir haben sie in nasse Watte gepackt und wenn die ersten Triebe kommen, werden wir sie einpflanzen und ihnen beim Wachsen zuschauen. Mal sehen, wie groß sie werden, bis die Welt untergeht.

    Und wenn es dann soweit ist, war trotzdem jeder Tag ein Geschenk, war kein Wort und keine Tat und kein gepflanzter Baum umsonst, haben wir trotzdem geliebt, gelitten, gehofft, gezweifelt, versagt und gewonnen und gelebt.

    „Wir haben es versucht“ sind soviel bessere letzte Worte als „Hab ich ja gleich gesagt.“


    Als Alternative zu „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“ hier drei unbedingte Leseempfehlungen (zu denen ich möglicherweise noch einmal extra etwas schreiben werde)

    – Rutger Bregman „Im Grunde gut“
    – Rutger Bregman „Utopien für Realisten“
    – Steve Pinker „Aufklärung jetzt!“

  • Der Gates-Hawking-Elonator

    Der Gates-Hawking-Elonator

    Ich habe eine Erfindung und die Welt ein Stück sicherer gemacht. Ihr dürft ruhig danke sagen.

    (Und hier ist der im Video erwähnte Podcast: Schnipselfunk 04 – Neuronale Bockwurst)

  • Kloß und Spinne – Folge 30: Norbert hat einen Plan!

    Kloß und Spinne – Folge 30: Norbert hat einen Plan!

    Norbert ist Pleite, Spinne will keine Brause und Kloß hat bald einen neuen Job. Kurz gesagt: Das Ende der Welt ist nah!

     

  • Kloß und Spinne, Episode 30 – Der Trailer ist da!

    Kloß und Spinne, Episode 30 – Der Trailer ist da!

    Der schockierendste und fetzigste Kloß-und-Spinne-Trailer aller Zeiten! Kloß und Spinne, Episode 30, „Norbert hat einen Plan“ kommt demnächst!

  • Kloß und Spinne – Teil 29: Neuseeland vs. Bitterfeld!

    Kloß und Spinne – Teil 29: Neuseeland vs. Bitterfeld!

    Ich war in Neuseeland. Kloß und Spinne auch. Norbert war in Bitterfeld. Stellt sich die Frage, was der bessere Urlaubsort ist. Außerdem wird die Frage erörtert, was besser ist: moderne Kunst oder ein paar auf’s Maul …

  • Reisen mit Baby – eine Lose-Lose-Situation (Vater werden … Teil 7)

    Reisen mit Baby – eine Lose-Lose-Situation (Vater werden … Teil 7)

    „Wo ist die Pamela-Hannelore?“, rufe ich.
    „Daaaaaa ist die Pamela-Hannelore!“, rufe ich.
    „Wo ist der Papa von der Pamela-Hannelore?“, rufe ich.

    Pamela-Hannelore ist unsere Tochter. Nur dass sie in Wirklichkeit zum Glück nicht Pamela-Hannelore heißt. Pamela-Hannelore sitzt im Kindersitz neben mir auf der Rückbank des kleinen Autos. Da nur die Freundin einen Führerschein hat, bin ich auf Dauer nach hinten verbannt. Backseat Girl und Backseat Boy bzw. Backseat Dad. Take Dad, haha, Entschuldigung, ich bin möglicherweise verrückt geworden, hihi. Rücksitz On The Block, hoho.

    Wir machen einen Wochenendausflug von Christchurch an der Ostküste der Südinsel Neuseelands an die Westküste, quer durch die neuseeländischen Alpen. (Häh? Was macht denn der Strübing in Neuseeland?) Draußen ziehen mutmaßlich beeindruckende neuseeländische Landschaften vorbei, aber ich bin gerade anderweitig beschäftigt:

    „Daaaaa ist der Papa von der Pamela-Hannelore!“, rufe ich.
    „Guck mal, der Wasserfall!“, ruft die Freundin.
    „Wo?“, rufe ich.
    „Vorbei!“, ruft die Freundin.
    „Wo ist die Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore?“, rufe ich.

    Beestje waar ben je? – Tierchen, wo bist du?– ist zur Zeit das Lieblingsbuch der Tochter: Ein niederländisches Spielbuch mit Filzklappen, hinter denen sich eine Raupe, eine Biene, eine Schnecke, ein Marienkäfer mit Stiefeln und, auf der letzten Seite, ein Spiegel verbergen.

    „Daaaa ist die Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore!“, rufe ich.

    Wenn wir am Ende des Buches angekommen sind, bewege ich das Buch so, dass die Tochter abwechselnd sich selbst und mich sieht. Manchmal kann ich sie auf diese Weise solange beschäftigen, bis sie einschläft. manchmal wird es ihr zu blöd, sie durchschaut den Trick und fängt wieder an zu schreien.

    (Ein bisschen besser als Autofahren: Die Papa-Sänfte.)

    Sie hasst Autofahrten. Und sie hat mich gelehrt, Autofahrten ebenfalls zu hassen. Zumindest Autofahrten mit Tochter an Bord, zumindest, wenn die Tochter schreit und ich sie nicht einfach in den Arm nehmen kann, sondern mich irgendwie verdreht zu ihr hinüber beuge und sie mit immer neuen Tricks und Spielen abzulenken versuche und nichts mehr hilft und mir die Ohren bluten, weil sie eine unfassbare Lautstärke produziert und zwar mit exakt der Frequenz, die Trommelfelle wie Glas zerspringen lässt.

    „Wo ist der Freund von der Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore? Daaaa ist der Freund von der Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore!“, rufe ich.

    (Jaja, ganz hübsch. Aber das beste ist, dass die Tochter schläft!)

    Unterwegssein mit Kind ist (ich glaube, soviel kann man sagen, ohne Widerspruch herauszufordern) anders als ohne. „Besser“ wäre das falsche Wort. „Schlechter“ darf man nicht sagen, weil offiziell alles besser ist mit Kind. Aber, seien wir ehrlich: Es wäre für alle Beteiligten einfacher, wenn wir die Tochter für unsere verlängerte Wochenendtour bei der Oma geparkt hätten. Wir haben uns aber nicht getraut, die Omen in Deutschland und den Niederlanden zu fragen, ob sie am Wochenende vorbeikommen können.

    Kennt ihr diese super praktischen, extra leichten, sinnreich ausgetüftelten Camping-Ausrüstungsgegenstände, die man in Outdoorläden kaufen kann und die das Reisen soviel einfacher machen? Ein Baby ist das genaue Gegenteil davon.

    Dauert muss man es einschmieren und mit Wasser und Nahrung befüllen und auf dem Rücken Berge raufschleppen und wieder runterschleppen und es saubermachen und unterhalten und vor allem von der großen Gemeinheit hinter allem ablenken: Dass sie stundenlang in Kindersitzen, Kinderwägen und Babytragevorrrichtungen festgezurrt wird, damit Mama und Papa etwas Tolles erleben können, was freilich in genau dem Moment aufhört, toll zu sein, wo sie den Betrug durchschaut und sich sagt: „Wenn ich ’n scheiß Tag hab, sollen die auch ’n scheiß Tag haben!“ Und glaubt mir, sie hat keine Probleme damit, diesen Entschluss in die Tat umzusetzen!

    (Was man auf diesem Bild nicht sieht: die schreiende Tochter auf meinem Rücken, das Zahnfleisch, auf dem ich den Berg hochgekrochen und die zerreißenden Nerven, an denen ich mich später bergab hangelte.)

    Und selbst wenn alles gut läuft: Beim Herumreisen habe ich das erste Mal wirklich geschluckt und gemerkt, was alles wegen dieser ganzen Kinderkriegerei unmöglich geworden ist.

    Einfach mal am Meer anhalten, aus dem Auto springen und ins Meer rennen? Kannste knicken. Einfach mal an einem Café anhalten, aus dem Auto springen und einen Kaffee trinken? Kannste knicken. Einfach mal Abends auf ein Bierchen ausgehen und bei Bedarf 7 Schnäpse und 3 Cocktails daraus werden lassen? Kannste knicken.

    (Eine recht gelungene Illustration meines Geisteszustandes an jenem speziellen Tag.)

    Neidvoll sieht man jungen Paaren oder Singles zu, die einfach tun, wonach ihnen der Sinn steht, hier mal eben in den Ozean hüpfen, dort mal eben im Gebüsch kopulieren, da mal eben den Laptop aufklappen und ein bisschen Buchhaltung machen. Wobei wir das mit dem Kopulieren nicht wirklich gesehen haben, das mit dem Laptop dafür um so häufiger gesehen.

    (Neuseeland: Traumland für Kite-Surfer und Pram-Pusher!)

    Alles richtet sich nach der Tochter, und wenn die gerade schläft, überlegen wir uns dreimal, ob wir jetzt wirklich für irgendeinen dahergelaufenen Gletscher, die paar Wale da am Horizont oder den Drehort der Szene, in der sich Frodo die Nägel schneidet, anhalten und riskieren, dass die Tochter wieder wach wird und das alte Spiel erneut beginnt:

    „Wo ist das Baby vom Freund von der Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore? Daaaa ist das Baby vom Freund von der Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore!“

    Reisen mit Baby ist das eine. Reisen UND Arbeiten mit Baby ist noch mal eine ganz andere Nummer. Ich will mich um Himmels Willen nicht beschweren, schon aus Angst, dass mich bei meiner Rückkehr am Flughafen Tegel ein von Neid zerfressener, mit Mistgabeln bewaffneter Mob erwartet, der (völlig zu recht) gern mit mir getauscht hätte.

    Aber – wird man ja wohl noch sagen dürfen –: Die Zeit und Ruhe zu finden, Dinge zu erleben, zu verarbeiten und dann darüber zu schreiben, ist … schwierig. Die werte Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore, die erfreulicherweise auch noch meine Freundin ist, hilft mir sehr. Da wir beide freischaffend sind, versuchen wir immer demjenigen von uns, der gerade mehr zu tun hat, ein bisschen Kinderkümmerei abzunehmen. Aber es bleibt eine Herausforderung.

    Bevor die Tochter geboren wurde, haben mir andere Eltern gesagt: „Jaja, mit dem Schlafen, das ist schwierig, aber irgendwann kommt das zurecht: Du schläfst einfach, wenn das Baby schläft!“ In welcher wunderschönen Parallelwelt leben diese Menschen? Bei mit heißt es: „Du arbeitest einfach, wenn das Baby schläft.  Und schläfst, wenn … naja, da findet sich nachts schon noch ein Stündchen.“ Wenn die Babyaugen zuklappen, klappe ich den Laptop auf.

    (Making of dieser Blogbeitrag)

    „Wo ist der jugendamtlich beurkundete zweite gesetzliche Vertreter des Babys vom Freund von der Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore?“, rufe ich.

    Große Glücksfälle im Leben bringen ja immer die Verpflichtung mit sich, auch glücklich zu sein. Wenn man zum Beispiel samt Freundin und Tochter nach Neuseeland fliegen kann, um zu schreiben. Die einzig zulässige Antwort auf die Frage, wie es einem zu jedem beliebigen Zeitpunkt dieser Reise geht ist „super“. Alles andere wäre eine Verhöhnung der in der lichtlosen kalten Heimat Zurückgebliebenen.

    Aber wie fad wäre ungetrübtes Glück? Wie langweilig ein Paradies ohne Sandfliegen? (Dies sind rethorische Fragen. Wären sie es nicht, müsste ich antworten mit: „Keine Ahnung. Aber ich würde es verdammt gerne mal ausprobieren“ 😉

    „Daaa ist der jugendamtlich beurkundete zweite gesetzliche Vertreter des Babys vom Freund von der Mutter von der Tochter von dem Papa von der Pamela-Hannelore“, rufe ich.
    „Oh, da, schon wieder ein Roadkill!“, jubelt die Freundin, die vermutlich vehement bestreiten würde, gejubelt zu haben, aber ich bin hier vor allem meinem Text verpflichtet und nicht solchen Lappalien wie der Wahrheit. „Ich glaub, das war ein Possum!“
    „Wo?“
    „Vorbei! “
    „Wo ist die Cousine vom Sohn des Bruders des jugendamtlich beurkundeten zweiten gesetzlichen Vertreters des Babys vom … äh, verdammt, jetzt bin ich durcheinandergekommen!“ Die Tochter beginnt wieder zu schreien.

    Pamela-Hannelore  interessiert sich einen Dreck für die neuseeländischen Alpen. Viel lieber würde sie auf dem (vorzugsweise ungesaugstaubten) Teppich in unserer Wohnung nach verschluckbaren Kleinteilen suchen und vielleicht einen schön eingespeichelten, mit Staub und Fusseln und Haaren verklebten Brot-mit-Erdnussbutter-Batzen finden, den sie beim letzten Mittag vorsorglich in irgendeine finstere Ecke gepfeffert hat.

    (Wer braucht schon Berge und Regenwald, wenn er ein Gänseblümchen haben kann?)

    Letztlich ist es purer Egoismus, mit einem Baby zu verreisen, einfach, weil es noch geht. Ein Egoismus, der sich rächen kann.

    Eines Tages wird sie uns dafür hassen, dass wir diese Reise mit ihr gemacht haben. Wenn sie uns nämlich fragt, ob wir in den Ferien nach Spanien, Amerika oder Paris fliegen können und ich antworte: „Du warst schon in Neuseeland, guck, da sind die Fotos. Und jetzt zieh die Schuhe an, wir fahren an den Müggelsee.“

    „Oh, ein Pinguin“, ruft die Freundin.
    „Wo?“, rufe ich.
    „Jugendamtlich beurkundet“, sagt die Tochter.
    „Was?!?!“, rufe ich.
    „War nur ein Witz“, ruft die Freundin.
    „Blöbbelblöbbel“, macht die Tochter.

    („Jaja Schatz, alles im Auto, lass uns schnell losfahren!“)

    Epilog und Ausblick: Bis jetzt war alles nur Probe. Zwischen Weihnachten und Anfang Januar sind wir mit dem Zelt unterwegs, weil wir verpasst haben rechtzeitig Unterkünfte zu buchen. Mal sehen, wie ihr das schmeckt, har har har! (Und uns. Der Wetterbericht verspricht für Sylvester 18 Grad Höchsttemperatur.)

    ((Kinderwagen-)Spuren im Sand …)

     

     

  • Reise um die Welt in 80 Stunden

    Reise um die Welt in 80 Stunden

    [Ich bin Neuseeland. Unter www.jottwehdeh.de gibt es regelmäßig Reiseberichte und Fotos. Ab und zu poste ich etwas auch hier, zum Beispiel den folgenden Text, weil er zumindest ein bisschen in meine Vater-sein-Reihe gehört:]

    Reise um die Welt in 80 Stunden*

    (* Eigentlich: „… die halbe Welt in 37 Stunden“, aber wie klingt denn das?!)

    Nach 10 Tagen in Christchurch ist es viel zu spät für eine spontanen Text über die ersten Eindrücke. Allerdings war ich, als es noch nicht zu spät war, viel zu sehr mit diesen ersten Eindrücken beschäftigt, als dass ich sie hätte aufschreiben können. Und ganz davon abgesehen doch ein bisschen kaputt nach 37 Stunden Flug mit Baby, was nach aktuellem Umrechnungskurs 63 Stunden ohne Baby entspricht.

    Ich will hier nichts auf die Tochter schieben! Im Gegenteil, sie hat es super gemacht, dank ihr hatten wir die Plätze mit den Baby Bassinets … keine Ahnung, wie man das übersetzen soll, ich würde ja Babyklappe sagen, aber das hat einen Beigeschmack. So Dinger jedenfalls, die man aufklappt und dann tut man das Baby rein. Nur dass man es wieder rausholt, bevor man sie wieder zuklappt. Wir haben die Klappe gar nicht benutzt, aber das sind auch Plätze mit sehr viel Beinfreiheit, so dass zumindest Mama und Papa etwas davon hatten, wenn schon nicht die Tochter. Die hat unterdessen die Cabin Crew derart bezaubert, dass wir sogar noch bessere Plätze als sowieso schon bekamen und ein Steward für sie Pralinen aus der 1. Klasse mopste. Die haben dann allerdings auch wieder Mama und Papa gegessen, während die Tochter mit einem weiteren ungewürzten Reis-Cracker vorlieb nehmen musste.

    (Und dann hat die Tochter aus unserer schönen Beinfreiheit einen Spielplatz gemacht!)

    Das Problem war nur, das Schlafen überhaupt nur dann in Frage kam, wenn die Tochter auch gerade schlief.

    Davon abgesehen war der Flug prima, so ein A380 ist eine feine Sache und … tja, beeindruckend. Ich bin ja leicht zu beeindrucken. Lässt du einfach eine zweistöckige geflügelte Alu-Röhre mit dem Gewicht von einer Million Tüten Mehl durch die Luft fliegen, schon bin ich beeindruckt. Die Freundin brachte es auf den Punkt: „Jetzt fliegen wir hier praktisch mit einem ganzen Dorf 10 Kilometer über der Erde um die halbe Welt.“ Nachdem sie das gesagt hatte, verlor ich eine weitere Stunde Schlaf, als ich versuchte auszurechnen, wieviele Menschen sich weltweit zu jedem beliebigen Zeitpunkt in der Luft befinden.

    Ankunft in Christchurch

    (Das erste, was einem in Neuseeland auffällt: Es ist wirklich alles genau andersrum!)

    Wir kamen Samstag Morgen um 5 in Christchurch an, und waren kurz nach 6 aus dem Flughafen raus – die Einreiseprozedur hatte sich etwas verzögert, nach dem an der letzten Tür der Bio-Protection-Hund auf unser Gepäck aufmerksam geworden war.
    Wir hatten versucht wirklich alle Essensreste vor dem Kontrollpunkt wegzuschmeißen, hatten alle Döschen, in denen wir Obst und Gemüse für das Baby transportiert hatten, ausgespült, aber in einigen Taschen fanden sich noch genug Tomaten- und Gurken-Spurenelemente für die empfindliche Hundenase. Ein einziger übersehener Apfelgriebsch oder ein Tomatenstück hätte mindestens 400 neuseeländische Dollar (c.a. 250 Euro) gekostet und unsere Tochter hatte anderthalb Tage Zeit, um Essensreste an unzugänglichen Stellen zu verstecken.

    (Nach einer Weile gewöhnt sich das Gehirn daran und spiegelt alles automatisch.)

    Das ganze klingt übertrieben – die Siedler haben bis weit in dieses Jahrhundert hinein Tiere und Pflanzen nach Neuseeland eingeführt, als gäb’s kein Morgen mehr und jetzt machen sie so ein Gewese um ein bisschen Obst – aber erst vor ein paar Jahren gab es zum Beispiel eine wirklich schlimme Plage wegen einer neu eingeschleppten Fruchtfliege.

    Es ging jedenfalls alles gut aus und gegen halb 7 konnten wir endlich die ersten frischen Züge der berühmten neuseeländischen Luft nehmen. (Meinen ersten Endruck davon habe ich zum Glück festhalten können. Hier ist meine Luftrenzension. Spoiler: Prima Luft, 5 Sterne, gerne wieder!)

    Die Statt-Stadt

    Wir wohnen die nächsten Wochen direkt in Christchurch Central. Das „Central“ ist wichtig, um es nicht mit dem eigentlichen Christchurch zu verwechseln. Die beiden Teile der Stadt scheinen vollkommen voneinander entkoppelt. Auch nach 10 Tagen habe ich nur eine vage Idee davon, wie die Stadt funktioniert bzw. nicht funktioniert – an unserem ersten Wochenende waren wir einfach nur verwirrt. Christchurch Central ist eine der seltsamsten Städte, die ich bisher gesehen habe. Und ich war schon in Longyearbyen, Jerusalem und Bayreuth.

    (Klick auf das Bild oder HIER für eine Galerie mit meinen ersten analogen Fotos aus Christchurch Central)

    Die Innenstadt ist eine seltsame Landschaft aus Leerräumen, halb vermieteten, vollverglasten Büroneubauten und eingezäunten alten Gebäuden (die meisten einsturzgefährdet und auf ihren Abriss wartend). Eine Mischung aus Baustelle und Street-Art-Gallery. Ein Ort ohne Einwohner, wo sich Touristen und Bauarbeiter ungefähr die Waage halten und der größte Spielplatz der südlichen Hemisphäre steht. Ein Experimentierfeld auf Zeit für Künstler, ein Versuchslabor für radikales, artifizielles, business-getriebenes Stadtdesign, wie man es sonst vielleicht nur in China findet. Eine Stadt, die mal eine war und wieder eine werden will. Und dabei versucht alles richtig zu machen und dabei vieles falsch macht, weil man über die „Visionen“ die Menschen vergisst.

    (Klick auf das Bild oder HIER für meine Elektro-Postkarten aus Christchurch)

    Die Ursache für die besonderen Entwicklungen ist natürlich das Erdbeben von 2011 …

    (Fortsetzung folgt unter www.jottwehddeh.de)

     

     

  • „Günther, Sie haben den Preis nicht abgeholt“ oder: Voll der Süden

    „Günther, Sie haben den Preis nicht abgeholt“ oder: Voll der Süden

    Der Posteingang sah absolut unverdächtig aus. „Günther, Sie haben den Preis nicht abgeholt“ – Delete! „Gratis Produkttester bei Nivea werden“ – Delete! „Juergen, Du hast Rubbellos gewonnen“ – Delete! „Residenz Christchurch“ – Delete! „Neues iphone Geschenk“ – Delete! Moment … ich habe keine Ahnung, warum ich noch einmal im Papierkorb nachschaute. Aber es bewahrte die unglaublichste Mail des letzten Jahres vor dem Vergessen und mich vor einem grauen, kalten Winter in Berlin …

    Unter dem Betreff „Residenz Christchurch“ erreichte mich eine Einladung des Goethe-Instituts Neuseeland und der Galerie „The Physics Room“ in Christchurch. Ob ich mir vorstellen könne, Ende des Jahres zwei bis drei Monate als Artist in Residence in Christchurch zu verbringen.

    Verdammte Axt! Nach einem kurzen Moment der ungläubigen Freude, begann ich, nach dem Haken zu suchen. Sollte ich irgendwohin 500 Euro überweisen, um die Unterlagen zugeschickt zu bekommen? Brauchten Sie meine Sparkassen-PIN und einen hochaufgelösten Scan meiner Unterschrift, um mein Visum zu beantragen? Ich konnte nichts derartiges finden, außerdem schien die Absenderadresse authentisch und die Mail war in bestem Deutsch abgefasst. Im nächsten Moment wurde mir klar, dass eine Spam-Mail die mit Abstand bessere Alternative war …

    Denn wenn ich wirklich eingeladen wäre, um die Welt zu fliegen, ins Traumland Neuseeland, um dort fast ein Vierteljahr zu leben und zu arbeiten … dann müsste ich nun eine der traurigsten und schwierigsten Emails meine Lebens schreiben: „Danke … große Ehre und Freude … leider … absagen … danke nochmals, ich hoffe, Sie finden schnell jemand anders. Mit freundlichen Grüßen und tränenüberströmt …“

    Denn natürlich kann ich nicht für 10, 11 Wochen von zuhause weg, von der Freundin und von der Tochter, die in dieser Zeit ihren ersten Geburtstag feiert, wahrscheinlich die ersten Schritte macht und vielleicht ihre ersten Worte spricht – und die sollten auf keinen Fall „Wo ist Papa?“ sein.

    Zum Glück gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Die Familie mitzunehmen. Um es kurz zu machen: Am 16.11.2017 fliegen wir zu dritt in den Süden, halb um die Erde, auf die andere Seite der Scheibenwelt, dorthin, wo dann gerade der Sommer ausbricht. Nachdem der Vertrag unterschrieben ist, mein Ticket erstattet wurde (Frau und Kind fliegen auf eigene Rechnung) und die ganze Wohnung einer sehr sauberen Müllhalde gleicht, die nach und nach abgetragen und in riesige Koffer umgefüllt wird, gehe ich inzwischen davon aus, dass es sich tatsächlich weder um ein Missverständnis, noch um einen sehr komplizierten Scherz handelt, dessen Pointe ich nicht verstehe. In drei Tagen geht es los …

    (Heute noch eine schöne Portion Berliner Herbst abgeholt. Und Berliner Pampigkeit. War bei Netto offensichtlich  im Angebot. Mit der Pampigkeit ists ja wie mit dem Graubrot: Das kriegen nur wir Deutsche hin.)

    Was mich bzw. uns dort erwartet, weiß ich nicht. Eine spannende Zeit natürlich. Viele Begegnungen mit Menschen, Künstlern und „normalen“ (was immer „normal“ in Neuseeland bedeuten mag), ein Einblick in eine Stadt, die nach dem schweren Erdbeben von 2011 ihren Weg sucht zwischen Wieder- und Neuaufbau, Reisen durch ein Land, von dem es heißt, dass man nie wieder zurückwolle, wenn man einmal dagewesen sei. Viele, viele Überraschungen.

    Was ich erlebe, wird man auf der Website www.jottwehdeh.de nachlesen können. Hier auch sporadisch. Und bei Facebook. Und überhaupt! Auf jottwehdeh.de gibt es auch schon ein bisschen was zu lesen über Neuseeland, Christchurch und das ganze Projekt. Unter https://www.goethe.de/ins/nz/en/kul/mag/21106442.html findet sich die offizielle Ankündigung des Goethe-Instituts. Auf Englisch! So langsam glaub ich’s wirklich …

    Eine Frage quält mich, seit ich im April die Einladungsmail aus dem Papierkorb rettete: Wieviele Hollywoodanfragen, wieviele Einladungen in die Antarktis und auf die ISS, wieviele geschenkte iPhones und Rubbellose habe ich in den letzten Jahren übersehen, schnöde ignoriert oder zu unrecht gelöscht?

    (Ach, Berlin, du wirst mir fehlen! Aber … ich schaff das … ich lass dich hier zurück – allein kannst du es schaffen.)