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  • Verrückte Welt: Kaffee teurer als LSD!

    Der Kaffee in den Zugkneipen der Deutschen Bahn ist teurer geworden. Nur um 10 Cent, aber eigentlich fand ich den bisherigen Preis von 2,60 Euro schon ziemlich gewagt. Immerhin war er damit teurer als eine zweistündige Lesung im Zosch. Und ich finde: Meistens ist LSD besser als die Bahnplörre.

    Die Berliner Lesebühnen sind so ziemlich das Einzige, was noch immer soviel kostet wie vor 5 Jahren. Die letzte Preisänderung bei LSD gab es mit Einführung des Euro – von 5 DM auf 2,50 Euro, also 4,88 DM oder so.

    Hin und wieder diskutieren wir über Preiserhöhungen. Bis jetzt war ich immer dagegen. Man muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen.

    Das Hauptargument für höheren Eintritt ist gar nicht der zu erwartende Gewinn, sondern die Überlegung, dass das, was wir machen, unseren Besuchern doch mehr wert sein sollte, als eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein – aber ich denke, das ist es ihnen. Wir müssen sie nicht unbedingt zwingen, das an der Kasse zu beweisen.

    Trotzdem: Eines Tages wird der Preis raufgehen. Bei LSD werden wir sicher auf den Lesebühnenstandardpreis von 3 Euro erhöhen. Bei der Chaussee der Enthusiasten wird eventuell schon in ein oder zwei Monaten jeweils der erste Donnerstag im Monat 3,50 Euro kosten. Dafür wird an dem Tag aber viel geboten: Die Improtheatergruppe „Die Bö“ wird ein monatliches musikalisches Gastspiel im Rahmen der Lesung absolvieren und wir konzentrieren unsere Diskoambitionen auf diesen Tag, um einmal im Monat eine richtig gute Aftershowparty zu machen, anstatt wöchentlich etwas demotiviert rumzustümpern. Außerdem bleibt der erste Donnerstag natürlich weiterhin rauchfrei (zumindest bis zum Ende der Lesung).

  • Gute Nachrichten für den Finanzminister

    Nachdem ich hier stolz berichtet habe, dass ich mal wieder mit Rauchen aufgehört habe, muss ich nun wohl auch reinschreiben, dass ich mal wieder mit Nichtrauchen aufgehört habe. Mist. War wohl der falsche Zeitpunkt. Nach fünf Tagen gab es einen aus allerlei Gründen sehr schlimmen Abend, und ich dachte, eine Zigarette macht’s jetzt auch nicht mehr schlimmer …

    Vielleicht probiere ich es heute nochmal, aber ich werde mich hüten, das in meinem Weblog zu erwähnen!

  • Man kann gar nicht so viel fressen, wie … na, ihr wisst schon …

    Man ist es ja gewohnt, mit Blödsinn und Frechheiten konfrontiert zu werden, aber ab und zu verschlägt’s einem dann doch noch mal die Sprache (siehe auch hier). Im Spiegel 24/2006 las ich ein Interview mit BP-Chef Lord Browne. Unter anderem wurde er zu den Entwicklungen in Lateinamerikas befragt, zu Verstaatlichungen und geplanten höheren Steuern:

    SPIEGEL: Ist es denn gerechtfertigt, dass diese Länder mehr vom Gewinn aus ihren Bodenschätzen behalten wollen?

    Browne: Jede Regierung behält sich das Recht vor, Steuern und Abgaben zu erhöhen […] Ich bitte allerdings zu bedenken: Wir als privates, internationales Unternehmen investieren sehr viel Geld und was übrigbleibt, geht an die Aktionäre. Überwiegend sind das Pensionsfonds. Mit einem Großteil des Gewinns wird also Altersvorsorge betrieben.

    Was Browne eigentlich sagt: Es ist okay, die Bodenschätze und Arbeiter Lateinamerikas auszubeuten, solange dadurch amerikanischen Rentnern ein luxuriöser Lebensabend in Florida bezahlt wird. Dem Spiegel ist die Tatsache, dass hier das Shareholder-Value-Prinzip und die Ausplünderung des Südens zur sozialen Marktwirtschaft umgedeutet werden, keine Nachfrage wert.

    Mit derselben Logik kann man Kinderarbeit für börsenorientierte Unternehmen erlauben und mit schönen Reden vom „Generationenvertrag“ rechtfertigen. Auch die Sklavenarbeit hat übrigens zur Altersvorsorge der Sklavenhalter beigetragen.

  • Mein Erster ist Zweiter geworden!

    Hey! "Das Paradies am Rande der Stadt" hat den zweiten Platz beim Deutschen Science Fiction Preis belegt! Wahnsinn!*

    Preisträger 2006 ist "Das Cusanus Spiel" von Wolfgang Jeschke. Mehr Infos und eine Laudatio auf den Sieger gibt es hier: www.sf-fan.de

    * "Wahnsinn" ist so ein blödes Wort … nachdem ich jetzt eine Woche praktisch auschließlich in Englisch gesprochen habe, würde ich viel lieber "marvellous", "great" oder "wonderful" schreiben, aber das ist eigentlich genauso bescheuert. Ich freue mich einfach über dieses tolle Ergebnis.

  • Rotterdam – 3. Bericht

    Alles ist gut! Der Worldslampionship-Gewinner 2006 ist Elvis McGonagall aus Großbritannien! Und, Mann, der Typ hats verdient! Der zweite Platz ging an Mike McGee aus den Vereinigten Staaten, und es hätte genausogut der erste werden können – wen kümmern die paar Nachkommastellen, mit denen sich die beiden in der Jury-Wertung unterschieden! Auf dem dritten Platz: Luciole aus Frankreich – und das mit noch nicht ganz 20 Jahren!

    Ich habe, glaube ich, den vierten belegt, vielleicht ging der aber auch an Kalle Haglund, den schwedischen National Slam Gewinner, der sich viel, viel besser geschlagen hat, als „seine“ Fußballnationalmannschaft.

    Nach dem (für mich) grauenvollen Slam am Montag bin ich jetzt sehr, sehr zufrieden. Um ehrlich zu sein: Ich war verdammt gut! (Für die Selbstanklage vom Dienstag hier im Weblog hatte ich einmal Eigenlob gut!)

    In der ersten Runde habe ich einen Text auf Deutsch auswendig vorgetragen, das war … ganz okay. In der zweiten Runde habe ich – nachdem ich drei Tage lang überlegt und gearbeitet und gelernt (… und getrunken und gegessen und gefeiert und geredet) habe – noch einmal ein Experiment gewagt und einen Text auf Englisch performt. Halb auswendig, halb vorgelesen. Und der kam extrem gut an. Beim Publikum, bei der Jury und bei den anderen Slammern.

    Die Woche in Rotterdam war unglaublich. Die Organisatoren nennen das Festival bescheiden „Poetry International“ – ich würde es eher „Poets Paradise“ nennen. Einen längeren Bericht gibt’s demnächst! (Wahrscheinlich.)

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    Mike McGee

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    Kalle Haglund und Elvis McGonnagall

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    Luciole

  • Rotterdam – 2. Bericht

    Das Schlimme am Bloggen: Wenn man einmal angefangen und Spass daran gefunden hat, moechte man den ganzen Tag damit verbringen; moechte das Internet mit jedem Gedanken, der einem kommt zukleistern – obwohl ich nicht weiss, wieviele Gedanken man brauechte, um es wirklich zuzukleistern …

    Von den Gedanken abgesehen, gaebe es soviel ueber das Festival zu berichten, zum Beispiel … nein, das muss warten, jetzt bin ich hier und will es geniessen. Und das tue ich. Die schlechte Stimmung ist verflogen, und Angst habe ich auch nicht mehr. Schoen, dass ich meinen schlimmsten Auftritt schon hinter mir habe!

  • Rotterdam – erster Bericht

    Wenn ich jemandem erzaehlt habe, ich fahre fuer eine Woche nach Rotterdam war die Reaktion entweder: „Boh, super! Rotterdam ist so schoen!“ oder „Oh Gott, du aermster – eine Woche in dieser haesslichen Stadt?!“

    Jetzt, nach 3 Tagen, habe ich mir endlich ein eigenes Urteil gebildet: (mehr …)

  • Das muss ich noch loswerden:

    Gestern habe ich bei Dussmann an der Friedrichstraße das erste Mal meinen Roman in einer Buchhandlung liegen sehen (abgesehen von der Friedrich-Wagner-Buchhandlung in Ueckermünde, aber das ist ja sowieso die beste Buchhandlung der Welt, wegen des Buchhändlers und der beiden im Durchschnitt dreieinhalbbeinigen Katzen).

    Ich finde, er macht sich da äußerst gut und wäre eine Zierde für jeden Buchladen.

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    So. Genug angegeben für heute und genug gebloggt – eigentlich sollte ich jetzt die Texte für Rotterdam nochmal durchgehen und den Rucksack packen und „Schiedsrichter – Telefon!“ auf niederländisch lernen, statt hier rumzuschnipseln. Jetzt muss ich zum Glück sowieso gleich los in den Pratergarten, wo Tina, Spider und ich Stephan Zeisig Tips für seinen anstehenden Inddonesien-Urlaub geben und Bier trinken wollen.

  • Gesagt, getan.

    „Muss ich mal ne Geschichte drüber schreiben“ – so stands in meinem Posting über die Forderung eines CSU-Politikers nach einem „Gemeinschaftsdienst“ für Langzeitarbeitslose.

    Und hier ist der Text: http://www.volkerstruebing.de/arbeitsdienst.html

    Kein Meisterwerk, aber das ist nicht meine Schuld, wie dem geneigten Leser klar werden wird.