Ich muss schreien und habe keinen Mund

Immerzu nehme ich mir vor, ein paar Bücher zu empfehlen, und nie tue ich es. Doch heute soll es sein. Um mein Gewissen ein wenig zu erleichtern, denn gute Bücher nicht weiterzuempfehlen ist eine Sünde, die, wenn es einen gerechten Gott gäbe, im Leben nach dem Tode bestraft würde mit einem Mitgliedsausweis der Bibliothek der Hölle (die zu einem nicht unwesentlichen Teil aus deutschen Krimis besteht, desweiteren aus Büchern mit Titeln nach dem Muster „Der/die/das Dings, der/die/das Dings dingste und noch was“ sowie dem ewig letzten Band von „Das Lied von Eis und Feuer“).

Vor einiger Zeit habe ich bereits Kirsten Fuchs’ Buch „Mädchenmeute“ empfohlen, aber leider nur bei Facebook, weshalb ich das hier mit großer Freude noch einmal wiederhole, zumal ich für Facebook ein sehr schönes Werbefoto gemacht habe:

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(Kloß und Spinne empfehlen Mädchenmeute von Kirsten Fuchs. Wobei Kloß sagt: “Hätt ichs bloß nicht angefangen zu lesen, dann wäre ich auch nicht traurig gewesen, als es zu Ende war.”)

Das Buch ist sehr toll, und ich hoffe, ihr glaubt mir, auch wenn Kirsten eine Freundin von mir ist. Aber dafür kann ja ihr Buch nichts, und ihr solltet in diesem Fall nicht an meinem Urteilsvermögen zweifeln, weil euch sonst ein spannendes, lustiges, zum Verlieben schönes Jugendbuch für alle Altersklassen entgeht! Davon abgesehen freut es mich auch immer, wenn eine Meisterin oder ein Meister der Kunst der kurzen Texte auch die Herausforderungen eines Romanes meistert.

Heute kommen noch zwei Sachbuchempfehlungen:
„Kongo – Eine Geschichte“ erzählt die Geschichte des Kongo anhand von kleinen Geschichten. XYZ versucht, soweit möglich, ein Panorama der Politik, der Wirtschaft und des Lebens im Kongo seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu zeichnen. Das funktioniert nicht immer, da er parallel die Fakten wie ein Geschichtsbuch vermittelt – was natürlich für jeden, der, wie ich, mit der kongolesischen Geschichte nicht unbedingt auf Du und Du ist, auch eine Vorraussetzung für das Verständnis der individuellen Geschichten ist. Meist gelingt ihm dieser Spagat sehr gut. Was wusste ich vom Kongo? Dass es viel Wald gibt und dass dort Gorillas leben, das waren die beiden einzigen positiven Sachen, ansonsten fielen mir Stichworte wie „Herz der Finsternis“, Sklaverei, Bürgerkrieg, abgehackte Hände, Kindersoldaten und schlimmeres ein. All das findet sich im Buch, viele der Geschichten sind nur schwer zu ertragen, und doch ist das Bild insgesamt bunt und vielschichtig und manchmal schön und voller Hoffnung. Außerdem ist e verdammt gut geschrieben, spannend mitreißend, menschlich. Ganz am Schluss wird es mit dem Verständnis schwierig: Den Überblick über all die Fraktionen, Rebellengruppen und wechselnden Allianzen zu behalten, war mir unmöglich. Aber das ist wohl eher ein Symptom eines Bürgerkrieges in einem zersplitterten, zerfallenden Land als ein Fehler des Buches.

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(Die Symbolik der umgedrehten Eierschale im DDR-Eierbecher und der Blume im NSA-Schnapsglas ist so offensichtlich, dass ich mir eine Erklärung an dieser Stelle sparen kann.)

Gerade lese ich „Secondhand Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus“. Ein Buch, das ganz auf Geschichtsschreibung verzichtet und nur Geschichten erzählt. Protokolle von Gesprächen mit Menschen, die den Fall der Sowjetunion miterlebt haben. Einfache Bürger, kleinere Funktionsträger, der eine oder die andere, die ein Stück weiter oben auf der Leiter standen. Viele alte Menschen sind darunter, die sich noch an Stalin und den Krieg erinneern, einige sogar an die Zeit der Revolution (die Interviews fanden schon in den Neunziger Jahren statt).
Ich habe bis jetzt etwa ein Drittel gelesen. Auffällig ist, dass beinahe alle „die Wende“ verfluchen. Das mag an der Auswahl der Interviewten liegen, erklärt sich aber zu Teil sicher auch daraus, dass die Umbrüche dort tausendmal größer waren als hier. Und es gab keine „Westsowjetunion“, die die Menschen auffing/aufnahm/aufkaufte. Stattdessen brach der Wilde Osten aus, es gab einen Putsch und Lebensmittelmarken und eine Explosion der Kriminalität.
Sehr auffällig ist, wie die meisten Interwiewten den Verlust von Idealismus beklagen, wie immer wieder die Küche als (verlorengegangener) Ort des Beisammenseins und Diskutierens auftaucht, und wie die Rolle der Literatur für das Leben in der Sowjetunion bis in die Wendezeit beschworen wird. Entsetzlich sind die Geschichten aus der Zeit des Stalinismus. Von Willkür, Folter, Verrat, der absoluten Wertlosigkeit des Lebens. Unglaublich, wie viele der Interviewten Stalin und dem Kommunismus vergaben, auch wenn sie selbst Opfer waren, jahrelnag inhaftiert und Folter ausgesetzt, auch wenn sie die Frau in einem der Lager verloren.
Ein irres Buch. Zum Heulen schön und traurig. Ich habe jetzt erst einmal eine Pause gemacht, suche mir irgendwas Leichtes zwischendurch, weil die geballte Ladung doch sehr an die Nieren geht (zumal ich gleich nach dem Buch über den Kongo mit diesem angefangen habe).

Seit vielen Jahren lese ich eigentlich nur Romane und Sachbücher. Kaum Anthologien, Erzählungen, Kurzgeschichten. Dabei habe ich fast vergessen, dass im Science-Fiction-Bereich die Kurzgeschichte oder Erzählung wirklich die Königsdiziplin ist und – um mal zwei Klassiker zu nennen – jede Short Story von Lem oder Dick mehr Ideen und Tiefe enthält als die meisten 700-Seiten oder 18-Bände-Werke.
Ich habe wieder angefangen, mich damit zu beschäftigen.

„Ich muss schreien und habe keinen Mund“ fiel mir natürlich wegen des Titels auf. Ich hab kurz geguckt, eigentlich ohne große Hoffnung, dass es etwas für mich wäre, weil ich es für einen dieser Millionen Psycho-Thriller hielt, bei denen sich die Autoren in Sachen Grausamkeit zu übertrumpfen versuchen. Aber es handelt sich tatsächlich um SF-Geschichten, finster, sarkastisch, schräg. Aber keine Horor. Obwohl ich eigentlich schon vom Titel des Buches Alpträume kriegen könnte. Im Übrigen sind die Titel der Geschichten schon für sich genommen ein Lesevergnügen: „’Bereue, Harlekin!’, sagte der Ticktackmann“, „Die Bestie, die im Herzen der Welt ihre Liebe herausschrie“ oder „Der Mann, der Christoph Kolumbus an Land ruderte“

Vom tollen Golkonda-Verlag aus Berlin Biesdorf kommt „Pol Pots wunderschöne Tochter“ von Geoff Ryman. Sechs Erzählungen, die oft wie eine Mischung aus Märchen und SF wirken. Kambodscha und kambodschanische Geistergeschichten spielen eine wichtige Rolle. Insbesondere die Titelgeschichte und die Novelle „Das unbesiegte Land“ sind wunderschön und von sehr eigener Atmosphäre.

Ebenfalls aus dem Golkonda-Verlag kommt „Der Spieler“ von Paolo Bacigalupi. Auf dem Foto ist der Roman „Biokrieg“ desselben Autors abgebildet, der trotz seines dussligen deutschen Titels (im Orginal „Wind up girl“ – Aufziehmädchen) einer der besten SF-Romane ist, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Um so mehr hat es mich gefreut, dass einige der Erzählungen in „Der Spieler“ in der selben Welt spielen. Der Autor ist ebenso wie Geoff Ryman offensichtlich von Asien fasziniert, auch sein Roman und viele seiner Geschichten spielen dort. Alles weitere muss ich jetzt euch überlassen, ich sitze schon wieder viel zu lange an diesem Beitrag. Aber falls irgendjemand irgendeins dieser Bücher liest, hat sich die Arbeit fast schon gelohnt …

Viel Spaß beim Lesen!

Friedhofsflohmarkt Teil 2: Bücher, Holland, Klappfahrrad

Nein, mein Klapprad verkaufe ich nicht. Und Holland auch nicht. Nur Bücher, Bücher, Bücher. Und noch ein bisschen Musikzeugs, das ich vergessen habe. Und noch mehr Bücher. Und weil Bücher ja irgendwie alle gleich aussehen, gibt es statt Bücherfotos ein paar Klappradfotos vom Schreiburlaub in den Niederlanden, die auch alle irgendwie gleich aussehen, weil halt überall das Klapprad drauf ist, und die darum ganz hervorragend geeignet sind, Bücher zu symbolisieren, ist doch logisch! Die Niederlande sind ein ganz famoses Land; Deutschland kann sich glücklich schätzen, so eine Perle in der Nachbarschaft zu haben.  Die Niederlande sind außerdem im Prinzip genau wie die DDR! Sie haben auch 17 Millionen Einwohner, sie sind auch … naja, mehr fällt mir grad nicht ein. Schön jedenfalls.

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(Bad Bentheim, Grenzbahnhof. Hier ist alles noch nicht so schön, zumal unser Zug so dreckig war, dass man ihn in unser schönes sauberes Nachbarländlein nicht hineinlassen wollte. Offizielle Begründung war “Unfall”, aber Nachtigall, ick hör Dir kotzen!)

Von Teil 1 des Flohmarktes sind übrigens noch das Mini-Effektgerät und das Mischpult übrig.

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(Amsterdam. Find ich gut. Berlin find ich zwar auch gut, aber seien wir mal ehrlich: Ohne Hafen und Zugang zum Meer, ist eine Stadt doch keine Stadt, sondern einfach nur ein Haufen Häuser in der Pampa.  Dass man dafür in Städten wie Amsterdam oder Hamburg nach ein paar Tagen einen Klinkerkoller kriegt, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.)

Also. Bücher. Ich habe sehr viele Sci-Fi-Romane (SF), relativ viele Sachbücher (SB), diverse “normale” Romane und jede Menge alles Mögliche. Mit dabei sind die Bände 1-10 vom „Lied von Eis und Feuer“ abzüglich Band 8 und 9 dafür gibt es Band 4 gleich 2 mal. (Huhu! Wem hab ich eigentlich gerade Band 8 und 9 ausgeborgt?)

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(Alle bestaunen den neuen Sattel, den ich mir im Fietswinkel gekauft habe – leider erst nach der ungepolsterten, ungefederten 60-Kilometer-Tour zur Nordsee auf dem Standard-Sattel, der für Menschen designt  wurde, deren Hintern aus irgendwelchen Verbundwerkstoffen aus der Weltraumtechnik besteht.)

Die Bücher verschenke ich an Selbstabholer. Super wären Mittwoch und Donnerstag, ich wohne in Pankow. Bitte schreibt mir per PN bei Facebook oder per Email. Kann passieren, dass ihr dann noch ne Kiste zum Runtertragen in die Hand gedrückt kriegt. Auch hier gilt: Die Bücher sind zum selber Lesen, nicht zum Verkaufen. Naja, sagen wir so: falls freundliche Antiquare das hier lesen: Was ich bis Freitag nicht losgeworden bin, kann abgeholt und verkauft werden. Nein, Quatsch. Was übrig bleibt, kommt natürlich ins Bücherregal vom 5 Ziegen!

Die meisten Bücher lohnen das Lesen übrigens, nur wenige will ich loswerden, weil ich sie doof fand.

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(Symbolbild Selbstabholer.)

D. Suarez, Kill Decision (leider nicht so gut wie Daemon und Dark Net), SF
Sten Nadolny, Ein Gott der Frechheit
Brockhaus, Gebrüder Grimm
Paul Melko, Der Ring, SF
J.S. Foer, Tiere essen, SB
Jörn Klare, Was bin ich wert, SB
Dick, Nach der Bombe, SF
Dick, Ubik, SF
Dick, Zeit aus den Fugen, SF
Coupland, Generation A
Fred Vargas, Zeichen des Widder, Krimi, Comic
Sterling/Gibson, Differenzmaschine, SF, Steampunk
Greg Bear, Das Schiff, SF

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(Maximale Beladung (minus die Dame an backbord und ihr Gelumpe, die stand da nur rum).
Na gut, links passt noch eine Fahrradtasche ran und auf den Sattel noch ein Mensch. Wahrscheinlich mache ich meinen Umzug auch mit dem Fahrrad.)

– Stross, Accelerando, SF
– Richard Morgan, Profit, SF
– Martin, Das Lied von Eis und Feuer, Bd. 1,2,3,4,4,5,6,7, 10
– Boneshaker, SF, Steampunk

IMG_0007_6(Hier hat zur Abwechslung mal mein Klapprad mich fotografiert.)

– China Mieville, Der Weber, Fantasy, Steampunk
– Frisch, Homo Faber
– Franz, Tod eines Lehrers
– Dan Simmmons, Flash Back, SF – wow, das ist allerdings ein super super schlechtes Buch. Und das von einem Autor, dem ich eins meineer absoluten Lieblingsbücher (Hyperion) verdanke. Flash Back ist ein herrlich peinliches Stück Tea-Party-Propaganda, über ein Amerika, in dem Obama wiedergewählt wurde (es erschien kurz vor Obamas Wiederwahl) und „Obama-Care“ die USA in eine Mischung aus Kuba und Drittem reich verwandelt hat. Der Hammer!)

– Morgan, Das Unsterblichkeitsprogramm, SF
– Die Bibel, Season 1 und 2, Fantasy

IMG_0006(Schönste Lok trifft schönstes Fahrrad. Ob der Lokführer auch einen Kaffeetassenhalter in seinem Cockpit hat?)

– Derrick Jensen, Endgame, SB
– Hitchens, Der Herr ist kein Hirte, SB
– Gluhkovsky, Metro 2033
-David Graeber, Schulden, SB
-New Orleans A.D., Comic
-Douglas Adams, Lachs im Zweifel

Außerdem: Eine Frau bei 1000 Grad, Lets make moneey, Die Unfehlbaren, Wie kommt der Hunger in die Welt, Der dritte Schimpanse, In die Dunkelheit, Die letzte Generation, Die Bayou-Trilogie, null, Selbst denken, Schwarzbuch Kapitalismus, Exit, Imperium der Schande, Die Flammen der Dämmerung, Die Schmelze, Der Mann der lächelte, Welt mit Zukunft, Königreich der Lüfte, Neunundreißigneunzig und viele mehr.

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(Es ist ja nicht so, dass ich nicht gelegentlich auch alternative Verkehrsmittel ausprobieren würde.)

Bei Interesse: schreibt mir und kommt vorbei (Pankow, Vinetastraße, genaue Adresse per PN oder Mail). Und zwar am besten am Mittwoch.

Dieses urste Ding habe ich beim letzten Posting vergessen:

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ART USB Dual Pre Amp – 2-Kanal-USB-Recording am Computer. Klinken- und XLR-Eingänge für Mics und Gitarren, Stromversorgung über USB oder Netzteil. Neben dem USB gibt es noch Ausgänge für Headphones und PA. 30 lumpige Euro!
Details und Bewertung bei Amzaon – Klick hier! 

Friedhofsflohmarkt Teil 1: Musik!

Ich ziehe um! Zwei Wochen ganz ohne Auftritte und ohne ein einziges Wort zu Papier zu bringen, sieht man von meiner Unterschrift unter Wohnungsübergabeprotokollen, ein bisschen Schnickschnack bei Facebook und diesem Post hier ab. Stattdessen Rümpeln und Malern und Schleppen und lustige Dinge wiederfinden, wie zum Beispiel diesen Brief, den mir meine Schwester 1984 von Berlin Marzahn nach Bad Elster schickte, wo ich zur Kur zu weilen geruhte:

IMG_0017Ist doch toll, hab mich jetzt, beim zweitenmal wieder genauso drüber gefreut wie damals.
Außerdem fanden sich diverse schöne Sachen, von denen ich mich (zum Teil unter großen Schmerzen) trennen möchte. Auf ebay habe ich keine Lust, darum möchte ich es hier probieren. Heute also der erste Teil meines Friedhofsflohmarktes mit allerlei Musikequipment. Demnächst kommen dann Bücher und DVDs, Laptop, Desktop-PC und ein Beamer und Fot- und Videozeugs, wobei ich da noch ein paar Tage mit mir hadern muss, wovon ich mich wirklich trenne.
Viele Sachen verschenke ich; die meisten in diesem Beitrag möchte ich aber verkaufen. Die Preise sind, glaub ich, sehr sehr günstig. Ich freue mich, wenn die Sachen jemand bekommt, zu dem ich wenigstens eine winzige Verbindung habe, und sei es nur, dass er oder sie diesen einen Beitrag auf meinem Blog angeklickt hat.
Eins noch: Vor einigen Jahren habe ich einem Kumpel irgendein elektronisches Gerät geschenkt, das ich nicht mehr brauchte. Er verkaufte es daraufhin bei ebay und rieb mir noch unter die Nase, dass er 50 Euro damit verdient habe. Erspart mir das bitte. Eigentlich möchte ich an Selbstnutzer verkaufen und verschenken. Wer es dennoch weiterverkaufft möge das bitte diskret tun. Oder mich am Gewinn beteiligen …

Los geht es mit dieser Schönheit:

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Eine Ibanez Semi-Akustik mit Stahlsaiten und Tonabhnehmern (die Schlagplatte ist auf diesen Bildern abmontiert, ist aber noch da und kann wieder angeschraubt werden.) Ich habe sie 2011 für 450 bis 500 Euro gekauft und sie leider kaum benutzt, da ich den Umstieg von Nylon-Saiten auf Stahl dann doch nicht geschafft habe (weniger wegen der nötigen Kraft als wegen des schmaleren Halses – mit sehr viel üben wäre es gegangen, aber um sehr viel zu üben, muss man leider sehr viel üben). Sie funktioniert tadellos. Für 300 Euro VB gehört sie Dir!

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Mindestens genauso schön, dazu aber auch noch sehr speziell ist diese Gitarre, eine Richwoood Stage Classic RE-24:

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Semi-Akustik mit Nylonsaiten und Tonabnehmer. Sehr schmaler Body, fässt sich beinahe wie eine E-Gitarre an. Unverstärkt ist sie daher sehr leise, was sie auch zu einer idealen Übungsgitarre macht.
Ich kann sie nirgends im Netz finden, auch nichts Ähnliches. Nur auf dieser niederländischen Seite gibt es sie im „Anbieding“ für 350 statt 450 Euro. Bei mir im Super-Anbieding voor 250 – und ich staube sie auch nochmal gründlich ab!

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Ich hätte auch einen passenden Übungsverstärker. 30 Watt für 10 Euro für Selbstabholer oder geschenkt bei Kauf einer Gitarre (nur solange Vorrrat reicht). Ich hab leider vergessen ihn zu fotografieren. Behringer. Sieht aus wie alle kleinen Kofferverstärker.

Außerdem hab ich drei Effektgeräte abzugeben. Sehr niedlich ist das Ding:

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Man kann ihn sich an den Gürtel klemmen und einen Kopfhörer reinstecken und drauflos üben. Hat neben den Effekten auch ein paar Drumpatterns drauf, damit man im Takt bleibt. Man kann auch per Line in Musik einschleifen und zu einem Playback spielen. Für Live-Sachen ist er nicht so gut zu gebrauchen – zu klein und fitzelig. Neupreis c.a.50 – für 20 Euro VB
Klick hier für Tests und Bewertungen bei Amazon.

Toll ist der Digitech RP 155, ein Multieffektgerät mit Loopmachine. Man kann also diese ganzen schönen Dinge machen, die man mit einer Gitarre und einem Looper so machen kann – wenn man sie machen kann.
Die Effekte fetzen sehr und eine Drummachine, die einen beim Üben begleitet ist auch drin.

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Klick hier für Beschreibung und Bewertung bei Thomannn.de

Dann hab ich noch ein superaltes Multieffektgerät, funktioniert aber primstens. Ein einfaches Doppelpedal aus Plaste, kann mit Batterien betrieben werden, kost nüscht, muss aber selbst abgeholt werden.

Ebenfalls nichts kostet dieser Mixer. Kann nicht garantieren, dass alles funktioniert, müsste aber. Bei zwei Kanälen fehlen die Schiebe-Onsel, man kann sie aber trotzdem noch bedienen. Mikrofon- Phono- und Line- Eingänge, Tape out, Headphones out, Große Klinke Out und so.

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Wer Interesse hat, schreibt mir an volkerÄTvolkerstruebing.de oder per PN bei FB. Dann können wir einen Termin für nächste Woche ausmachen. Die Sachen stehen alle in Pankow. Versand kommt nur ganz ausnahmsweise in Frage.

Des Teufels Toilette

Es gibt so Zeiten, da wird einfach alles gut. Da ist das eigene Leben der berühmte größte Haufen, auf den der Teufel und so weiter. In den letzten Tagen habe ich erst die Stadtmeisterschaft im Poetry Slam in Würzburg gewonnen und damit einen Einzelstartplatz für die deutschprachigen Meisterschaften im November in Augsburg, dann wurde die für Mitte Juli angesetzte Knie-Operation aufgrund spontaner Selbstheilung auf unbestimmte Zeit verschoben und heute flatterte nach dramatischen Kapriolen, einer Abfolge von Vorfreude und Enttäuschung, einer echten Achterbahnfahrt samt Loopings und allem Schnickschnack doch noch der Mietvertrag für die Wunschwohnung in den Briefkasten, nachdem alle Hoffnung bereits begraben war. Und zum Kompott wird die Miete zu unserem Einzug nicht wie üblich erhöht – sondern gesenkt, der Mietpreisbremse sei dank (ich sag nie wieder, dass das doch eh alles nichts bringt!).
Jetzt bin ich sehr beschwingt unterwegs zum „Poetry-Slam-Königstreffen“ (ja!) im Stadttheater Gießen mit Lars Ruppel, Felicia Brembeck, Nektarios Vlachopoulos, Jan Philipp Zymny und dem wunderbaren Team Scheller (Dominique Macri & Dalibor), die alle schonmal irgendwas Urstes gewonnen haben und auf die ich mich sehr freue.
Da kann dann auch eine viertel Stunde Aufenthalt in Kassel Wilhelmhölle bei Nieselregen kaum an meiner guten Laune kratzen.
Ich denke, heut wäre ein guter Tag, um Lotto zu spielen.

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(Ich entschuldige mich für dieses Bild, das ist mir unglaublich peinlich, oh mein Gott, wie konnte das geschehen, so ein Kitsch auf dem Schnipselfriedhof, mannmannmann, wie whack ist das denn?)

Der Künstler und sein Model

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Ich hab in letzter Zeit soviele Selfies gemacht, dass ich mir langsam wie die  Kim Kardashian des Poetry Slam vorkomme, nur dass ich nicht meinen Hintern, sondern mein Gesicht fotografiere. Um ehrlich zu sein: Schreiben und Vorlesen, das mache ich doch nur noch Übergangsweise zum Geld Verdienen. Eigentlich will ich Selfie-Künstler werden.

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(Einer meiner Lieblingsselfies! Florian Cieslik, amtierender Hessen-Meister im Todes-Karate Poetry Slam (Name- und Titeldropping gehört zu einem vernünftigen Gruppen-Selfie einfach dazu!), und icke in Weißichjetztgradnicht. Und wenn man ganz genau guckt, sieht man links sogar noch Dalibor Marković, mit Team Scheller Sieger im Teamwettbewerb der deutschprachigen Poetry Slam Meisterschaften 2014, in der Tür stehen.)

Wie in der Literatur gibt es auch bei Selfies verschiedene Genres. Po-Selfies, Klo-Selfies, Duckface-Selfies, Ich-klettere-illegal-und-ohne-Sicherungsseil-auf-die-Spitze-eines-Wolkenkratzers-und-fotografiere-mich-dort-mit-Gopro-und-Selfie-Stange-Selfies und soweiter.

Meine bevorzugte Gattung sind  Spiegelselfies – die Königsdisziplin! Und ich darf von mir behaupten, dass ich inzwischen eine große Meisterschaft darin entwickelt habe, die verschiedenen an dem Arrangement beteiligten Elemente (Gesicht, Spiegel, Strommasten, Kamera, Klappradklingel – was halt auf ein ordentliches Bild gehört), so zu arrangieren, dass man nicht bloß eine Hand und ein Handy sieht, hinter dem zwei Ohren hervorgucken.

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(In Bühnengarderobe und mit Bühnengarderobe und Jason Bartsch (Landesmeister Nordrhein-Westfalen 2015), Sandra da Vina (Landesmeisterin Nordrhein-Westfalen 2014) und Jan Philipp Zymny (Sieger der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften 2013).

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(Unterrubrik Kamerarückseitenbildschirm-Spiegel-Selfies)

Hier gab es schonmal ein Selfie-Special mit einigen sehr gelungen Bildern (obwohl ich auf ihnen drauf bin … das lässt sich bei Selfies leider nicht verhindern.)

Alles wird besser mit Wurst

Wusstet ihr (ha! fast hätt ich geschrieben: wurstet ihr!), dass es einen Wurstpapst gibt??? Es gibt einen Wurstpapst!!! Wir sind Wurst!

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Wenn ihr euch jetzt fragt, was das Köstliche daran ist: Nun, das Köstliche daran ist, dass er den gleichen Wursthop Workwurst  Workshop nochmal gibt, das ist das Köstliche daran! Überhaupt:  Ich finde ja, dass alles, wirklich alles besser wird mit Wurst: Wurstpapst, Wurstfinger, Wurstpuppe, Wurstblume, Wurst-Pad, Smart Wurst, Wurst Case, Hirnwurst, Wurstsalat, Blogwurst und, lecker, lecker, die Kombination aus Wurst und Sparsamkeit, gleich zwei deutsche Tugenden zum Preis von einer:

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Mein Favorit ist aber immer noch diese Creation, die ich vor einiger Zeit auf einem Frühstücksbuffet entdeckte:

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Auf die Wurst bin ich schon recht früh gekommen. Das hier war das erste Video, das ich je gemacht habe:

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(Das Thema Wurst und Erotik wäre sicher einen eigenen Beitrag wert.)

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Bei aller Liebe zur Wurst kommt es auf eine abwechslungsreiche Ernährung an. Wie in diesem Bild ersichtlich stellt Wurst (links oben) nur die Spitze der Ernährungspyramide dar.

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Neue Gefahren sind besser als alte Gefahren!

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13 Millionen neue Gefahren in nur 30 Tagen! Mann, ich wusste gar nicht, dass es, alte und neue zusammengerechnet, überhaupt soviele Gefahren gibt. 11 Millionen insgesamt, hätte ich geschätzt und da sind schon die Zombieapokalypse, Chemtrails, ein Tsunami im Müggelsee und ähnlich exotische Risiken mitgezählt. Wie naiv ich war! 13 Millionen neue Gefahren! In 30 Tagen! Das macht pro Tag genau … urst viele neue Gefahren! Es ist heutzutage zunehmend sinnlos, überhaupt noch von Gefahren zu reden, das ist, als würde man die einzelnen Bits einer modernen Festplatte zählen. Wir leben im Zeitalter der Mega-Gefahren! Für mich, der ich eher mit Mega-Tonnen aufgewachsen und eine quantitativ überschaubare Gefahrensituation gewohnt bin, ist das alles natürlich sehr verwirrend und anstrengend. Ich weiß auch gar nicht, wozu man immer mehr und immer neue Gefahren braucht. Das ist doch wie dieser Megapixelwahn, bei dem man auf immer kleineren Chips immer mehr Bildpunkte unterbringt, damit man die matschigen, verrauschten Ansammlungen von JPEG-Artefakten anschließend verlustfrei im Format A0 ausdrucken kann!

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(Symbolbild Identitätsdiebstahl (analoge Version))

13 Millionen neue Gefahren! Und was für welche! Nicht so ein 80er-Jahre-Apokalypsen-Quatsch, sondern „gemeine“ Gefahren und zwar für unsere Identität und unsere Daten – früher hätte man gesagt: unsere Seelen! Denn was sind wir ohne Identität und Daten und Seele? Menschenförmige Monster: Zombies! Wir selbst sind die Zombie-Apokalypse! Ich brauch jetzt dringend eine tolle Ding-Dong-Veloglocke!

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13 Millionen neue Gefahren. Eindeutig zuviele, um sich ernsthaft Sorgen zu machen.

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Das Glücksrad des Schicksals

Am 9.11. letzten Jahres spazierte ich von der Bornholmer Straße bis zur Invalidenstraße den ehemaligen Mauerstreifen entlang, zusammen mit Tausenden, die den 25. Jahrestag des Mauerfalls feierten oder einfach nur die Lichtinstallation aus diesem Anlass hübsch fanden. An der Bernauer Straße, kurz hinter den protzigen Stadtvillen und Eigentumswohnprojekten, deren Eigentümer inzwischen ihre eigene kleine, durch „Privatgrundstück – Betreten verboten“-Schilder geschützte Mauer errichten, ein paar Meter entfernt von der Kapelle der Versöhnung, in der wahrscheinlich gerade salbungsvolle Reden gehalten wurden, während auf einem riesigen Bildschirm davor, jenen gedankt wurde, die dieses Ereignis möglich gemacht hatten (Die Wende brought to you by Air Berlin und Gasag), stand ein sehr großer Mann mit wildem lockigem Haar zusammen mit Freunden an einem selbstgebastelten Glücksrad aus Pappe. Wer wollte, konnte sein Glück versuchen. Zu gewinnen gab es nichts außer einer Einsicht. Man sollte sich vorstellen, es gäbe eine Art Schicksalsglücksrad, mit dem ausgelost wurde, wo auf der Welt ein Mensch geboren wird und in welche Lebenssituation.
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Analog zur Realität war die Chance, sich ein reiches Land wie Deutschland als Geburtsort zu erdrehen, relativ gering.Wenn ich mich recht entsinne, erwischte ich China. Nicht das schlechteste, vorrausgesetzt man hatte außerdem das Glück, in die chinesische Mittelschicht hineingeboren zu werden und nicht zum hunderte Millionen zählenden Heer perspektivloser Wanderarbeiter und Bauern zu gehören. Aber wenigstens hatte ich nicht den Kongo oder Syrien erwischt.
Ich kannte den Mann mit dem Glücksrad und dem Wuschelhaar. Er hieß Harald und wir hatte uns 1987 oder 88 im Computerclub im HdjT („Haus der jungen Talente“, heute Podewil) kennengelernt. Wir und ein paar andere waren jung, hatten allesamt keine Freundin, dafür aber einen C64 oder Atari 800 XL, wir kopierten Spiele, programmierten Demos, tranken Bier und bauten Scheiße wie alle jungen Männer, wenn auch zum Teil andere Scheiße als jene jungen Männer mit Freundin aber ohne Computer – in jenen Jahren musste man sich noch zwischen diesen beiden Optionen entscheiden.
(Der Computerclub ging zusammen mit der DDR unter, aber es existieren noch einige interessante Spin-Offs, zum Beispiel das Spiele-Studio Yager Development und die Lesebühne LSD.)
Harald und ich hatten in den 90ern immer wieder mal miteinander zu tun, meist ging es um irgendwelche Sachen, die großer Quatsch waren, aber viel Spaß machten. Harald war das, was man einen Träumer oder sogar Spinner nennen könnte, aber man würde diesen Begriff im Zusammenhang mit Harald immer und unbedingt mit viel Respekt und großer Ehrfurcht verwenden. Harald hatte nicht nur verrückte Ideen, er setzte sie auch um.
Vielleicht hätte auch jemand anders auf die Idee kommen können, ein Katapult zu bauen, das einen im Sommer direkt in einen See schoss. Die meisten Leute hätten aber einen Tag später den Kopf über diese lustige aber blödsinnige Idee geschüttelt. Harald kaufte Holz, einen alten Autositz und frag mich nicht was für Gummis und baute ein Menschenkatapult. Mit diesem Apparat und einigen Mitstreitern zog er in der Open-Air-Saison von Festival zu Festival und schoss glücklich kreischende Bermuda-Shorts-Träger in diverse brandenburgische Seen. Irgendwann waren sie mit ihrem Katapult auch beim Red-Bull-Flugtag, außer Konkurrenz allerdings, weil er nicht den Regeln entsprach.
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Und jetzt, ein halbes Jahr, nachdem ich ihn und einige Gleichgesinnte bei ihrer Glücksrad-Aktion traf, sah ich Harald in der Zeitung wieder. Und im Fernsehen. Und vor allem natürlich im Internet. Harald ist einer der Gründer von sea-watch.org, einer kleinen Hilfsorganisation, die von privatem Geld einen Kutter gekauft hat, um Menschen zu helfen, die beim Glücksrad des Schicksals Pech hatten, und nun von Not, Angst und der Hoffnung auf ein besseres Leben getrieben in seeuntauglichen, hoffnungslos überladenen Schiffen auf dem Mittelmeer in Seenot geraten.
Wieder war es eine verrückte Idee: Warum zusehen und sich auf Seufzen und Kopfschütteln beschränken, wenn man auch ein Boot kaufen und hinfahren kann!
Ja, klar, das kann nicht jeder; ich hätte sicher nicht das Geld für einen Kutter. Aber dass es nicht um Geld geht, wenn man sich engagieren will, haben Harald und andere bei der Aktion mit dem Glücksrad bewiesen.
Ich wünsche Harald und allen Mitinitiatoren, Helfern und Unterstützern alles Gute, hoffe, dass die Aktion ein großer Erfolg wird, dass sie einen Beitrag leistet, Menschen zu retten und vor allem: dafür zu sorgen, dass das Thema nicht nach einigen Tagen und Betroffenheitsbekundungen seitens der Politik vergessen wird, bis es eine neue Rekord-Katastrophe gibt.

Hier gibt es Infos und die Möglichkeit zu spenden:

http://sea-watch.org/

Schnipsel vom 19.4.2015 – Ente gut und ein Kännchen drinnen

Ich war wieder sehr viel unterwegs, weshalb diese Schnipsel nicht ganz ohne Klapprad- und Bahn-Content auskommen. Ich überlege, ob ich dafür nicht ein eigenes Blog aufmachen sollte, aber ich bin in Sachen Verzettelei sowieso schon ganz gut unterwegs („verläuft bei mir“).

Das Reisen lässt einen viele Dinge entdecken, etwa das folgende Plakat. „Ich bin ein Bamberger! Ich stehe für Bamberg!“ klingt zwar ein bisschen verzweifelt, so als wollten die Bamberger dies einfach nicht begreifen, aber insgesamt handelt es sich hier wohl um ein Beispiel Beispiel gelungener Integration. Oder sollte ich schreiben: Entegration?

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Ebenfalls im Bamberg fotografierte ich ein sehr schönes Continue reading