Odysseus in München

Da ich zumindest von 2 Menschen kenne (und zwar schon quasi von Geburt an), die ganz gerne lesen, wie es mir unterwegs so ergeht, und die nicht bei Facebook sind, erlaube ich mir, gelegentlich die eine oder andere Sache doppelt zu posten.

Und die folgende Geschichte passt hier eigentlich sowieso viel besser als bei FB:

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Wenn Du morgens 40 Minuten mit dem Fahrrad quer durch München zu einer Verabredung in eine ulkige Vorstadt fährst (die meiste Zeit bergauf), dort angekommen feststellst, dass du einen kleinen Buchstabendreher in der Adresse hattest und dank Google-Maps auf dem schnellsten Wege zum falschen Ziel gefahren bist, dann die richtige Adresse eingibst und siehst, dass sie nur 5 Minuten von deinem Hotel entfernt gewesen wäre, daraufhin wieder 40 Minuten radelst – seltsamerweise erneut bergauf, bei gefühlten 25 Grad, mit dickem Pullover und Wintermantel bekleidet, mit prall gefüllter Fahrradtasche am Gepäckträger und aus allen Nähten platzendem Rucksack samt angeschnallter Reisegitarre auf dem Rücken, weil du das Hotel wechseln musst), dir dann auf dem letzten Kilometer ein Loch in den Reifen fährst und mit 45 Minuten Verspätung auf der Felgen kriechend und wie ein Golden Retriever im Hochsommer schwitzend und hechelnd bei deiner Verabredung ankommst, hinterher dein Fahrrad durch halb München schiebst, weil praktisch alle Fahrradläden montags dicht haben, wenn du dann, als du endlich einen geöffneten Laden erreicht hast, dort angepflaumt und trotz allen Notfallgejammers und pathetischer Anrufungen von Menschlichkeit und Nächstenliebe wieder fortgeschickt wirst, dir ein Taxi nimmst, für 15 Euro zum nächstgelegenen offenen Fahrradladen fährst, und dort sagt jemand irgendetwas in völlig unverständlichem Bayerisch, nimmt aber das Fahrrad und schreibt 17.30 Uhr auf den Abholschein, und nicht weit vom Geschäft entfernt ist eine Bäckerei wo es guten Käsekuchen, prima Kaffee und Steckdosen gibt, dann weißt du, dass es auch viel schlimmer hätte kommen können.

P1200620(Und wenn du dann zum Kompott am Abend im Lyrik-Kabinett noch ein bisschen in der Glasfaserkabellampe wuscheln und dich über das schöne deutsche Wort “Glasfaserkabellampe” freuen darfst, dann ist wirklich alles gut.)

 

Schnipsel vom 29.3.2015 – Über Klokonsum, die Lösung des Abfallproblems und tanzende Bäume

Hurra! Wenn die Bäume tanzen, dann ist endlich Frühling:

P1200418Zeit für den Frühjahrsputz! Weg mit allem Müll und Krempel und Gerümpel, Platz schaffen für neuen Schund und Plunder und Schnickschnickschack. Die eleganteste Methode der Müllentsorgung ist es sicherlich, einfach Continue reading

Sonnenfinstermist

So ein Ärger. Wo sind die Raub-Uploader, wenn man sie mal braucht? Hätte gerne die beste Sonnenfinsternis-Doku aller Zeiten, nämlich “Nicht der Süden – Teil 4″ verlinkt, inklusive einem völlig verkaterten Hauptdarsteller, einer Zitronensonne und rülpsenden Walrossen, aber es ist nirgends zu finden. Nicht mal bei youtube. Nur Trailer. Aus den mediatheken wird es immer ein paar Monate nach der Ausstrahlung gelöscht, und da wir damals nicht in HD gedreht haben, wird es wohl niemals wieder ausgestrahlt.
Aber im Trailer sieht man wenigstens mal ganz klitzekurz die Sichelsonne der partiellen Sonnenfinsternis 2008 auf Spitzbergen:

Die 74% heute in Berlin waren nicht gerade spektakuär. Das Licht wurde halt ein bisschen fahl, eigentlich lohnt es sich erst ab 85% so richtig. Aber für zwei, drei nagelneue sichelförmige Sommersprossen auf der Nase hat es doch gereicht.

2015 – Der Jahresrückblick, Teil 1

Wenn ich eins schmerzlich habe lernen müssen, dann das: Wer zu spät, den bestraft das Leben! Es sei denn das Leben kommt noch später. Bzw. die Bahn. So erging es mir in Dresden, als ich 5 Minuten zu spät am Gleis war, der Zug aber 7 Minuten! Und diese 7 Minuten fuhr er dann auch noch heraus und war pünkltlich am Zielort. Die Bahn und ich, das ist eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruht. Wobei wir uns ein paar Tage später beinahe auf ewig im Streit getrennt hätten, des Zugbegleiters im Nacht-ICE von Ulm nach Berlin wegen, der ein Supermegaultraarsch war, und wenn es je einen Grund gab, die GDL zu verfluchen, dann nicht wegen der Streikerei, sondern weil sie diesem Idioten zu mehr Geld verhelfen will. Da ändern dann auch die eine Million netten Bahnmitarbeiter inklusive allerliebster Verwandschaft nichts mehr!

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(FAS, 8.2.2015)

Jedenfalls: Normalerweise ist es nicht ratsam, zu spät zu kommen, deshalb fange ich lieber jetzt schon mit dem Jahresrückblick an.

Es war ja auch bisher schon ereignisreich genug. Mein neues Handy etwa meldete mir gerade vorhin: “Für dieses Gerät ist ein Ereignis verfügbar: Ein Kopfhörer wurde eingesteckt” – ist das nicht toll! Und das einzige was ich dafür tun musste war, einen Kopfhörer einzustecken!

IMG_0026(Thach allerseits! – aus der Reihe: “Niemand hat die Absicht, auf einen Kalauer zu verzichten!”)

Davon abgesehen war ich dieses Jahr schon in Mannheim, Greifswald, Göttingen, Bremen, Helmstedt, Würzburg, Osnabrück, Münster, St. Gallen, Zürich, Dresden, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Westberlin und irgendwas mit -nitz am Ende in Sachsen-Anhalt, letzteres ausnahmsweise sogar privat. Gerade bin ich in Leipzig, bis Ende Februar stehen noch Halle, Magdeburg, Bruneck, Pozen und Hamburg auf dem Fahrplan. In Südtirol werde ich zum erstenmal mit einem italienischen Zug fahren und bin schon ganz aufgeregt! Gerade erst war es mir zwischen Karlsruhe und Ulm das erste Mal vergönnt einen TGV zu nehmen, und ich muss sagen, französiche Züge stehen mir. Der Kaffee kann leider nicht mit dem guten aus dem DB-Bistro mithalten.

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In Karlsruhe, Stuttgart und Ulm hatte ich Duo- oder Halbsolo-Auftritte mit Kirsten Fuchs, das war toll! Gerade ist übrigens Kirstens neuer Roman erschienen, Mädchenmeute, ein echter Wälzer, auf den ich mich sehr freue, weil er bestimmt super ist. Im Literaturhaus Karlsruhe machte sie für Facebook ein schönes Werbefoto dafür (Direktlink), dessen Making-of ich hier voller Freude präsentiere.

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In Ulm trafen wir unsere liebe Kollegin Martina Brandl, und es gelang mir, im Backstageraum des Roxy beide Damen auf ein Foto zu bekommen.

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Ebenfalls Backstage vom Roxy trafen wir die Tochter von R2D2:

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(Fußgängerzone Osnabrück. Eines Tages gebe ich ein Bilderlexikon heraus. Ich hab schon was für “R” wie “Rasierer-Inzahlungnahme”)

Ein doppeltes Spiegelei vom Hotelfrühstück in Stuttgart war mein meistgelikter Facebookpost im Februar:

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(Und dann die Erleichterung am Morgen, wenn dir auffällt, dass es kein Spiegel, sondern nur ein Spiegelei ist…)

Außerdem war es auch der mit den lustigsten Kommentaren, wobei mich am meisten diese beiden Bilder freuten:

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(von Tobi As – Direktlink)

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(von Bjørn Høgsdal –  Direktlink)

Zugabe:

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(FAS 8.2.15)

Weil ich da seit zwei Wochen mal wieder mitspiele:

Icke neulich bei Twitter:

“Duschen,bei denen man durchs Wasser greifen muss, um zwischen den Betriebsarten Kaffeekochen und Schockfrosten zu wählen

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(Bahnhof Zürich am Morgen)

“Nostalgie ist auch nicht mehr, was sie mal war.”

(Sofort danach packte mich Panik und ich schickte folgenden Tweet hinterher, für den ich extra Altgriechisch lernte und eine neue Angst erfand und benannte:)

“Wie heißt die Angst, einen Witz gemacht zu haben, der schon superalt ist? Pogonophobie? Das könnte aber auch die Angst vor Hipstern sein…”

“Da fährt man einmal 1.Klasse und dann läuft auf dem großen Bildschirm “Hamm (Westphalen)”…

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(Theater Osnabrück – mit Jason Bartsch, Sandra da Vina & Jan-Philipp Zymny)

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(Das Honorar erschien uns nur im ersten Moment verwirrend großzügig …)

“Gerade kam die Nachricht: “Läuft bei Dir” ist nun auch zum Seniorenwort 2015 gewählt worden! ” (Ich fand den lustig, aber sonst offenbar niemand …)

Apropos “fand sonst niemand lustig”. Ich musste ja doch sehr über diesen Buchtitel schmunzeln:

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Und hier ist mein absolutes Lieblingsbild des Monats: Ich weiß garnicht, was ich toller finden soll: “Monatshit”, “Rindshuftstreifen” oder “Wodkarahmsauce”. Bindestriche hätten alles kaputt geamcht! Und endlich habe ich eine Antwort, wenn mir jemand blöd kommt und sagt: Sag mal ein Wort mit “Karahmsa” (Aber die fehlenden Anführungsstriche hinter “Smirnoff machen mich wahnsinnig!)

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(Theater Osnabrück, Dead Or Alive Poetry Slam, Andreas Weber)

Das böse alte Schreckgespenst

Ich kann nicht fassen, was geschieht: Dass ein Atomkrieg in Europa plötzlich wieder in den Bereich des Möglichen rückt. Die ganzen Bilder, mit denen man mich in meiner Kindheit gequält hat, die ganzen äußerst detaillierten Beschreibungen der Leiden der Opfer von Hiroshima und Nagasaki, all die Mahnungen, dass “die Lebenden die Toten beneiden werden” kommen wieder hoch und bescheren mir Alpträume. Die Spätergeborenen haben Glück, dass es ihnen erspart blieb, als Kind bei jedem Sirenengeheul zusammenzuschrecken, bis ihnen einfiel, dass es Mittwoch um eins und dies nur der wöchentliche Testlauf war.

“Atomkrieg”, das klingt nach alten Science-Fiction-Filmen, aber nicht nach etwas, wovor man konkret Angst haben müsste. Wer wäre schon so verrückt und grausam, Atombomben einzusetzen, wer würde hunderte Millionen Menschen verdampfen, verbrennen und verstrahlen? Wer kann sich Deutschland erneut in Trümmern vorstellen? Wer würde auch nur zu denken wagen, dass seine Familie, seine Freunden oder er selbst in einem sinnlosen Krieg umkommen? Hierzulande ist seit auf den Tag genau 69 Jahren und 9 Monaten Frieden, das bleibt doch jetzt für immer so, oder?

“Atomkrieg” klingt so bizarr und vielleicht ist das Teil des Problems, weil so wenige diese Gefahr ernst nehmen.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand einen Krieg zwischen der Nato und Russland will, aber auf beiden Seiten gibt es genug Politiker und Militärs, die bereit sind, ihn in Kauf zu nehmen. Die lieber uns opfern würden, als irgendein ominöses Gesicht zu verlieren oder als Schwächling dazustehen. Es braucht keinen Angriffsplan; die Mätzchen, die jetzt schon gemacht werden, die Manöver, de Provokationen könnten reichen. Ein einziger kleiner Fehler, ein Missverständnis, ein einziger etwas zu wagemutiger Pilot oder Kommandeur kann das Pulver entzünden, und dann kann niemand mehr zurück, bis eine Seite nur noch einen allerletzten Ausweg sieht.

Und eins könnt ihr wissen: Sowohl in Brüssel als auch in Moskau sitzen sie längst wieder an ihren Sandkästen und veranstalten Planspiele, prüfen Optionen für einen “begrenzten Atomwaffeneinatz” und berechnen, wieviel Prozent der Bevölkerung einen Nuklearkrieg überleben müssten, damit man das Ganze noch als Sieg verbuchen kann.

Nein, ich glaube nicht, dass es soweit kommt. Es ist zwar nicht unmöglich, aber, so hoffe ich, unwahrscheinlich. Aber selbst eine Wahrscheinlichkeit von 0,01 Prozent wäre angesichts dessen, was uns bedroht, unerträglich groß. Es ist wie eine umgedrehte Lotterie, bei der man überhaupt nichts gewinnen, aber absolut alles verlieren kann. Und für einen Hauptverlust braucht es nicht unbedingt einen Sechser mit Zusatzzahl, sondern ein lumpiger Vierer wäre genug.

Bleibt die Frage, was wir tun können. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, Panik zu schüren, in der Hoffnung, dass sie sich als unbegründet erweist. Der richtige Moment, um die Friedensbewegung wiederzubeleben. Eine Friedensbewegung, die sich nicht von Reichsbürgern und anderen Spinnern vereinnahmen lässt und die groß und stark genug ist, um es zu verkraften, wenn ein paar verrückte Schlagersänger mitmarschieren. Eine Friedensbewegung, keine Pro-Putin-Bewegung, eine Bewegung gegen all die starken Männer mit ihren markigen Sprüchen auf beiden Seiten. Es braucht viele Menschen, eine echte Volksbewegung, ein lautes Nein all jener, mit deren Leben hier gespielt wird. Und dafür braucht es ein Bewußtsein der Gefahr, in der wir schweben.

Drei Dinge noch:

1. Ich habe keine Ahnung, wie die Krise zu lösen ist. Nur falls sich jemand fragt, wo meine diplomatische Initiative bleibt.

2. Trotz aller Fehler, aller Arroganz, aller Wortbrüche seitens der NATO und der EU halte ich persönlich Russland für den gefährlicheren Akteur. Es gibt aber einige Leute, die ich sehr schätze und die alles andere als naiv oder putinbegeistert sind, die die NATO als das Hauptproblem ansehen. Solange man sich einig ist, dass letztlich auf beiden Seiten gemeingefährliche Alpha-Affen an den roten Knöpfchen rumspielen, sind die Gemeinsamkeiten aber viel wichtiger als unsere Meinungsverschiedenheiten.

3. Eigentlich schreibe ich diesen Beitrag, damit mir möglichst viele Leute schreiben, dass ich mich irre und mir mal keine Sorgen machen soll. Bitte beruhigt mich!

Und damit dieser Beitrag nicht so düster endet, hier noch eine kleine Liebesgeschichte: “Mein schöner kalter Krieg”

Mein schöner kalter Krieg

Es war alles so klar früher. Ich wusste ganz genau, wie meine Zukunft aussehen würde. Schon im Kindergarten hatte man mir immer wieder genussvoll und detailliert beschrieben, wie ich eines Tages entweder in einem atomaren Feuerball verglühen oder langsam und qualvoll an der Strahlenkrankheit zu Grunde gehen würde.

Andererseits hieß es natürlich auch, die Zukunft, die werde uns allen ein glückseliges Leben in einer kommunistischen Welt bescheren, aber die Untergangsprognosen überwogen bei weitem – zumindest beeindruckten sie mich viel stärker. Im Mittelalter hatten die Pfaffen sicher auch mehr Erfolg mit blutrünstigen Höllenschilderungen, als mit der Propagierung eines wunderschönen, leider aber auch todsterbenslangweiligen Paradieses.

Mein Tod, so war ich überzeugt, war beschlossene Sache. Blieb die Frage, wann die Nato mich umbringen würde. Klar, das ich möglichst spät sterben wollte. Mit 12 Jahren war es meine größte Angst, eine Atombombe auf den Kopf zu bekommen, bevor ich wenigstens einmal ein Mädchen, und zwar am besten Kathrin Müller geküsst hatte. Deshalb war ich auch begeisterter Anhänger des Nato-Doppelbeschlusses, denn wenn die NATO nachrüstete, würde sie mich nicht umbringen, bevor sie damit fertig wäre. Und das sollte ein paar Jahre dauern.
Außerdem, ich gebe es zu, ein bisschen schmeichelte mir der Gedanke, dass mein Tod der NATO noch ein paar Milliarden Dollar mehr wert war. Mit der westdeutschen Friedensbewegung, die das Geld lieber für humanitäre Zwecke, den Umweltschutz und ähnliches ausgeben wollte, konnte ich damals wenig anfangen. Immer wieder wiesen im Fernsehen unrasierte, vor irgendwelchen NATO-Basen im Matsch hockende Kuttenträger daraufhin, dass man keine neuen Raketen bräuchte, weil bereits genug alte Raketen da wären, um mich zehnmal zu töten. Knauserig fand ich diese Argumentation. Wenn schon, dann wollte ich bitte schön mit neuester Technik, mit dem Feinsten vom Feinen in die Luft gejagt werden. Und zwar mindestens zwanzigmal. Denen wäre es wahrscheinlich am liebsten gewesen, man hätte mich mit einem Holzknüppel erschlagen und das gesparte Geld für Kindertagesstätten und Öko-Bauernhöfe ausgegeben.
„Du spinnst ja“, sagte Stefan Schmiedke, Continue reading

Schnipsel vom 6.2.15 – Wem die Prozente zum Arsch raushängen oder: Warum ich gern IG-Metall-Mitglied wäre

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In ganz Deutschland macht die IG Metall gerade Werbung für sich und ich muss sagen: Mich haben sie überzeugt. Mehr Geld und mehr Zeit kann jeder gut gebrauchen, vor allem aber gehörst Du als IG-Metall-Mitglied zu den wirklich coolen Jungs und Mädels:

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Eine Demo der IG-Metall ist soviel Fun wie eine Love-Parade, es ist der Hammer! Nimm mich, IG-Metall …
Aber wahrscheinlich werden sie meinen Aufnahmeantrag ablehnen. Nicht, weil ich als Schriftsteller nicht exakt unter die Kategorie “Metallberufe” falle, sondern weil ich zu alt bin und weder über Stirnband noch Sonnenbrille verfüge. Ach, ihr glücklichen Metallarbeiter, was braucht ihr Zeit, was braucht ihr Geld, wenn doch die Gewerkschaftsarbeit das Woodstock unserer Zeit ist! Auf welcher Gewerkschaftsversammlung wurde das Foto eigentlich aufgenommen?

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Ich entschuldige mich für den großen Anteil an Klo-und-Po-Content in diesem Post, aber manchmal ist das eben so. Beim folgenden Schild weiß ich eigentlich gar nicht, was ich daran eigentlich so seltsam finde:

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Die Anrede “Liebe Toilettenbesucher”, als sei man ein Kulturtourist, der zwischen Museums- und Theaterbesuch noch einen Toilettenbesuch einlegt? Oder der Satz “Es ist kaputt”, der irgendwie nach “Es ist vorbei” oder “Es ist ein Mädchen” klingt?

Apropos Mädchen:

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In der Stadtbibliothek Würzburg wird man wohl aus schlechter Erfahrung gelernt und diese Schilder an den Toiletten angebracht haben. Aber ich möchte mal wissen, welcher Idiot mit CDs auf’s Klo gegangen ist!

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“Service-Gebühr” ist fast so ein seltsames Wort wie “Toilettenbesuch”. Warum dieses Drumherumgerede? Wenn ich mal ein Café eröffne schreibe ich einen Zettel mit den Worten: “Nichtgäste zahlen einen Pinkelgroschen in Höhe von 50 Cent!” – Wobei “Nichtgäste” eigentlich das seltsamste Wort von allen ist und ausschließlich an Kneipenklotüren verwendet wird. Ich glaube, solange es nicht total ausartet würde ich als Pionierblasengeplagter jeden kostenlos auf Klo lassen.

Zum Schluss noch ein Bild, das praktisch das Gegenteil des IG-Metallbildes ist:

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Bevor man das Trinkgeld teilt, schreckt man lieber alle Gäste durch diese Batterie von Sparschweinen ab. Guckt mal, wie traurig das Housekeeping-Schwein guckt …