Ein interessantes Problem beschreibt Nils, der Heinrich Nils, der Brauseboy, im Brauseboys-Weblog unter der Überschrift „DSL-Dandy„:
Seit ich DSL habe, ereignet sich nix mehr. Dabei hab ich mir den Express-Zubringer auf die Datenautobahn doch legen lassen, damit mein Leben weniger trist ist. Und nun sitze ich jeden Tag da, starre auf den Computer, der mich mit zwei MB pro Sekunde am Internet teilhaben lässt, und weiß nicht mehr, welche Seite ich mir gerade eben noch angucken wollte. […]
Stillstand beim Surfen. Nullgoogeln. Wahrer Snobismus. DSL 2000 haben und nur die Startseite von Google aufrufen. […]
Ich hab zwar nur 1000er DSL, aber mir ging es früher ähnlich. Wenn ich für 1 MBit/s bezahle, will ich auch 1 MBit/s haben. Wenn ich mir einen Sack Kartoffeln kaufe, nehme ich ja auch den ganzen Sack Kartoffeln mit nach Hause, selbst wenn ich für den Kartoffeldruck-Abend nur einen halben bräuchte. Den nicht genutzten Knollenfrüchten schaue ich dann eben ein halbes Jahr beim Keimen zu (nicht sehr aufmerksam, um ehrlich zu sein). Nur ein Kartoffel-Dandy würde dem Verkäufer einen Teil der bezahlten Erdäppel überlassen. Mal ganz davon abgesehen, wie sich der Gemüsemann und die Telekom fühlen müssen, wenn ihre Produkte mit derartigem Hochmut behandelt werden.
Lieber Nils, hier sind drei Vorschläge für das nächstemal, dass Du vor der Google-Startseite sitzt und Dich – vollkommen zu Recht – Deines Lebenswandels schämst:
– Schau Dir die 3 neuesten Videos bei YouTube an. Wenn Du damit fertig bist, gibt es schon wieder 3 noch neuere!
– Lade per Tauschbörse illegal sämtliche Schlager- und Volksmusikalben auf Deinen Rechner. Du weißt ja: „Copy kills music“ – wenn das kein Anreiz ist!
– Viele, viele glückliche Stunden kann man auf der Startseite von Megadavid.de verbringen, indem man unablässig mit der Maus über die beiden Sprechblasen am unteren Bildschirmrand fährt.
Viel Spaß in Deinem neuen, ausgefüllten DSL-Leben! Und: Gern geschehen!
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