In meinem gestrigen Beitrag habe ich das Foto des Logos eines zahntechnischen Betriebes sowie eine zweite, von mir veränderte Version dieses Logos veröffentlicht. Das tat ich recht arglos, es war ja nur ein kleiner unbedeutender Schmunzelscherz. Dann erhielt ich eine Email von einem Fotografen, der so freundlich war, mir aus eigener Erfahrung den Rat zu geben, diese Bilder rasch zu entfernen bevor irgendein gieriger Abmahngeier sie findet und mir ein Mahnbescheid über hunderte Euros ins Haus flattert.
Da habe ich nun gerade gar keine Lust drauf. Mit hunderten von Euros kann man soviel schönere Dinge machen, als sie Menschen, um deren Seelenheil ich mir ernsthafte Sorgen mache, in den Rachen zu werfen. Man kann das Geld zum Beispiel verbrennen und dem heimeligen Knistern der Flammen lauschen. So gerät es wenigstens nicht in die falchen Hände. Vielleicht fällt einem sogar was noch besseres ein!
Einen Moment schämte ich mich für diese vorauseilende Kapitulation. Aber dann sagte ich mir: Das war kein Beitrag, um den es sich wirklich zu kämpfen lohnt. Nur: wo ist die Grenze. Was müsste passieren, damit ich mein Recht auf Meinungsfreiheit und Satire (so wie ich es verstehe) verteidige und dabei das Risiko eingehe, dass aus ein paar hundert Euro ein paar tausend werden. Und hätte ich „hundert“ und „tausend“ eigentlich groß schreiben müssen? Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind …
(Volker Strübing)
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