Ich danke meinem gnädigen löchrigen Hirn, dass es mich die meisten guten Vorsätze fürs neue Jahr schon wieder hat vergessen lassen. Nur einen weiß ich noch: Endlich Spiegel Online von meiner selbstgemachten Startseite mit meinen Lieblingslinks zu schmeißen. Ich mochte das früher sehr gern – wie auch die Druckausgabe – aber inzwischen finde ich es unerträglich. Dumm wie BILD, selbstverliebt und piefig, ein nichts als Auflage bzw. Klicks wollender Medienkonzern ohne Ehre oder Ethos. Es tut mir leid um die sporadisch erscheinenden Perlen im Misthaufen, aber die finde ich ja vielleicht über Links in guten Blogs. Ich hab jedenfalls keine Lust mehr, mich durch den Haufen zu wühlen. Außerdem habe ich Ende 2006 oder Anfang 2007 mal nachgefragt, ob ich Sachen für deren Satire-Abteilung beisteuern kann und die wollten nicht 😉
Ach, und noch ein guter Vorsatz: Wochenende machen. Muss ja nicht unbedingt am Wochenende sein. Im letzten Jahr habe ich eindeutig zu viel gearbeitet, oder sagen wir so: An zuvielen Tagen. Es gab – vor allem dank Kloß und Spinne – ne ganze Reihe 12- und 14-Stunden-Tage, aber im Schnitt komme ich wahrscheinlich auf 6 bis 8 Stunden. Aber eben: jeden Tag. ich habe es nur sehr sehr selten geschafft, mal einen oder gar zwei Tage komplett auszuspannen oder auch nur Feierabend zu machen. Im Urlaub war ich nur 5 Tage. Ich muss mich besser organisieren und mir Freizeit schaffen.
Apropos, da fällt mir noch ein guter Vorsatz ein. Ein trauriger guter Vorsatz: Ich will bei LSD und der Chaussee der Enthusiasten aufhören. Dafür gibt es viele Gründe, die ich vielleicht ein anderes Mal hier reinschreibe. (Einer steht hier.) Bis Ende März bin ich jedenfalls noch dabei und auch danach hoffentlich recht oft als Gast oder Vertretung.
So löchrig ist mein Hirn scheinbar doch nicht. Jetzt führt eins zum anderen: Der Ausstieg bei den Lesebühnen bringt natürlich auch einen Einkommensverlust mit sich, den ich irgendwie ausgleichen muss, was mich zum nächsten Punkt meiner 2008er To-do-Liste bringt: Einen kommerziell höchst erfolgreichen Roman verfassen. Vielleicht irgendwas mit netten Zauberlehrlingen oder psychopathischen Serienmördern, sowas geht immer. Vielleicht auch mal was ganz neues. Mit psychopathischen Zauberern oder netten Serienmörderlehrlingen oder so.
Und bei Wochenende, Feierabend, Entspannung fällt mir noch ein, dass ich 2008 ganz viel malen will. Mit Pinsel und Tusche. Habe ich vor vielen, vielen Jahren sehr gerne gemacht und mir immer vorgenommen, mal wieder damit anzufangen. Den Anstoß, es jetzt tatsächlich zu tun, verdanke ich Xóchil. Vielen Dank dafür!
Zur Zeit arbeite ich an einer kurzen getuschten Traumsequenz für den nächsten Kloß-und-Spinne-Film. Es ist so wunderbar, Abends dazusitzen und zu pinseln, dabei ein wenig Musik zu hören oder eine Lost-DVD zu gucken …

Mehr fällt mir jetzt wirklich nicht ein. Aber vielleicht gibt es demnächst noch mal einen Nachschlag.
(Volker Strübing)
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