
Ich verstehe das nicht. Dass sie dem Piloten danken ist klar, aber wofür danken sie Gott? Dafür, dass er ihnen einen Gänseschwarm ins Triebwerk gestopft, ihnen ein paar Minuten Todesangst eingebrockt und sie dann im eiskalten Wasser hat rumstehen lassen? Und was ist das überhaupt für ein Größenwahn, zu denken, ein Gott, der ungerührt Kriegen, Hungersnöten und Tote-Hosen-Konzerten zuguckt, würde sich ausgerechnet um das eine kleine Flugzeug, in dem man selbst sitzt kümmern? Aber darum geht es wahrscheinlich beim Glauben generell: Seinem Leben eine Bedeutung zu geben, die man nicht in sich findet. Sich aufzuwerten. Hm. Andere werden aus demselben Grund Rassisten, da sind mir die Gläubigen schon lieber.
Falls der Eintrag ein bisschen bösartig ist, bitte ich um Nachsicht: Ich sitze in Hamburg in einem Café und aus den Boxen leiert Xavier Naidoo. Wo bist Du, Gott, wenn man Dich braucht?! Dein Name sei Oropax!
(Volker Strübing)
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