- Es kam, wie es kommen musste: Innerhalb kurzer Zeit war die Kritik an Grass peinlicher als sein ulkiges Gedicht. Inzwischen gibt es vor allem Kritik an der Kritik. Und eine Diskussion über angeblich gleichgeschaltete Medien. Ein bizarrer Vorwurf, denn wer einmal gleichgeschaltete Medien erlebt hat, weiß, dass diese einen missliebigen Text gar nicht erst abgedruckt hätten und schon gar nicht gestattet hätten, dass es jemand verteidigt.
Allerdings gibt es bei bestimmten Themen schon so eine Art Mainstream und vor allem einige Leute, die offenbar ständig in den Startlöchern hocken, um im richtigen Moment mit einem Aufschrei der Empörung aufzuspringen und die Diskussion an sich zu reißen. Die Leute, die bei Grass ganz schnell mit dabei waren und reflexhaft „Antisemitismus“ schrien sind dabei zum Teil dieselben, die beim Thema Islam und Islamismus widerum eine Meinungsdiktatur der „Gutmenschen“ beklagen.
Der lustigste Beitrag zur Diskussion kam übrigens von Beate Klarsfeld, die irgendeine Hitlerrede hervorkramte und darauf hinwies, dass man in dieser Rede nur „das internationale Finanzjudentum“ durch „Israel“ ersetzen müsse, und schon würde Hitler genau wie Günther Grass klingen. Ja klar. Man muss auch nur in einem vegetarischen Rezept „Tofu“ durch „Gehacktes“ ersetzen und schon erhält man ein Fleischgericht. - Die Serie „Die Nonne & Herr Jilg“ ist gelaufen und es gab soweit ich das ergooglen konnte nirgends einen Bericht oder eine Kritik, nichts was über einen reinen Programmhinweis hinausging. Das ärgert mich nun doch ein bisschen und wundert mich auch, da ich davon ausgegangen war dass das Thema der Serie interessant genug ist, um darüber zu berichten. Ein bisschen erleichtert bin ich aber auch, weil ich sicher war, dass einige böse Verrisse darunter sein würden – unter anderem habe ich auch mit dem Vorwurf gerechnet, die Sendung sei zu israelkritisch. Aber offenbar hat die oberste Gleichschaltungsbehörde verfügt, dass wir zu ignorieren seien 😉
- Mist. Alle Ostersüßigkeiten schon aufgegessen 🙁
(Volker Strübing)
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