Schon lange wollte ich etwas über mein Unbehagen gegenüber dem Backpackertourismus schreiben. Es gab mal einen Versuch und ein paar kleine Seitenhiebe, aber der große, alles erklärende Text zum Thema stand noch aus. Zum Glück hat das jetzt jemand anders für mich übernommen und viel besser, als ich es hingekriegt hätte. „Die Backpacker an der Buddhabar“ heißt ein sehr guter, treffender Artikel von Ilja Trojanow in der Taz vom Wochenende.
Bewegung kommt erst wieder auf, als das Schiff die Hauptstadt erreicht und sich auf einmal zwei entschlossene Kohorten gegenüberstehen. Die Rikschafahrer, Hotelagenten und Tourführer auf der einen Seite […] Gegenüber die leicht bekleideten Backpacker, braun gebrannt und schnorchelfit, die mit lässiger Gebärde ihre Sonnenbrille zurechtrücken und ihren Rucksack schultern. […] Sie springen auf die Mole und wischen die vordersten Angreifer zur Seite wie lästige Moskitos. Man vernimmt erste Ausrufe des Protests: „Two dollar? You must be crazy. Half a dollar, not more!“
In ihren Stimmen schwingt eine gerechte Wut mit, denn sie kämpfen nicht nur zum Wohle ihres Geldbeutels, sie retten die Welt vor der größten aller Verderbnisse, dem Hochtreiben der Preise.
(taz vom 8.6.2008, Ilja Trojanow: Die Backpacker in der Buddhabar)
(Volker „selber Backpacker!“ Strübing)
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