„Es waren nicht nur Europäer und Amerikaner, die gemeinsam mit den zuvor unterdrückten Völkern des sowjetischen Imperiums den Fall der Mauer feierten […] Noch jemand erhob sein Glas, doch es war nicht mit Sekt, sondern mit dickem türkischem Kaffee gefüllt. Sein Name war Osama Bin Laden …“
Das Zitat stammt aus „Die Welt ist flach“ von Thomas L. Friedmann. „Weltbestseller“ verkündet ein Aufkleber auf dem Einband. Das Buch handelt von der Globalisierung und davon, wie sie unser Leben und Arbeiten ändert, sowie alte Hierarchien und wirtschaftliche Unterschiede einebnet. Ich bin jetzt auf Seite 78 (von 760) und das Buch scheint unfassbar dusslig zu sein. Klar, es stehen auch kluge Gedanken drin, meistens dort, wo der Autor andere Leute zitiert. Ansonsten freut er sich die ganze Zeit ein Loch in den Po, weil man dank Internet Humankapital billiger und effizienter für sich arbeiten lassen kann, und suhlt sich mindestens jede zweite Seite selbstverliebt in der Genialität seines titelgebenden Bonmots von der Welt, die nicht mehr rund, sondern flach ist. Bin schon irrsinnig gespannt auf die nächsten 680 Seiten … wird wahrscheinlich ein fröhliches Stilblütenpflücken.
(Volker Strübing)
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