Kategorie: Zitiert

  • Lustiger Tippfehler in der Ausländerbehörde

    Ich hab’s leider nicht fotografiert. Sinngemäß stand da: „Pro Person und pro Anliegen 1 Wartenummer ziehen. Wir können nicht mehrere Dienstleistungen auf einer Wartenummer erbringen.“ Der Tippfehler ist: „Dienstleistung“. Eigentlich hatten die freundlichen und durchaus sympathischen Damen schreiben wollen: „Bürokratischer Vorgang, den Sie sich nicht freiwillig wünschen, sondern den eine andere bürokratische Instanz von Ihnen verlangt, weshalb sie hier leider 4 Stunden warten müssen.“

    Die einzige „Dienstleistung“ (bruhaha) übrigens, die man sofort und ganz ohne Wartenummer haben konnte, und die auch noch in etwa 8 Sprachen (als einzige) angepriesen wurde, war eine Beratung, falls man Deutschland verlassen und in seine Heimat zurück- oder ein Drittland ausreisen möchte.

    (Andreas Krenzke)

  • Lustiger Versprecher auf dem Bürgeramt Pankow

    Letztens musste ich urst heftig schmunzeln. Die unauffällige aber durchaus nicht nicht unsympathische Dame vom Amt hatte eigentlich sagen wollen: „Oh, da hat meine Kollegin an der Information Sie falsch hergeschickt. Tut mir leid, dass Sie umsonst 3 Stunden gewartet haben. Ich entschuldige mich für den Fehler meiner Kollegin.“ Statt dessen sagte sie: „Die Leute kommen her und wir sollen wissen, wo die hin müssen. Da hätten Sie sich eben besser informieren müssen. Sind Sie selber Schuld.“ Einfach zum knuddeln!

    (Andreas Krenzke)

  • Zitatendrang

    „Ihre Liebe war wie blutiges Austernfleisch, das zwischen Rostock und Ribnitz-Damgarten auf eine perlmuttene Wäscheleine gespannt war.“

    Micha Ebeling

    (ein paar Kilometer hinter Ribnitz-Damgarten, November 2010)

  • Zitat des Tages

    „Vater wußte so viel über Pilze und Frauen.“ (Marie Hermanson, Pilze für Madeleine)

    (Andreas Krenzke)

  • Die CDU überrascht mich mal wieder

    Hui, dass die CDU am Laternenpfahl vor meinem Fenster mal mit „frischen Ideen“ wirbt, zumindest in Pankow, also ich weiß ja nicht… Sollte eine konservative Partei nicht „bewährte Rezepte“ oder sowas versprechen? Egal!

    Und hier noch ein allerreizendstes Taz-Interview des Berliner CDU-Politikers Trapp, Zitat: „Ich wäre dafür, dass man in S- und U-Bahn besondere Waggons einführt. Die Fahrkarte kostet dann etwas mehr, dafür sind dort Sicherheitskräfte. Wer sich sicher fühlen will, geht dorthin. Dann brauchen wir auch keine Videoüberwachung mehr. Leider ist das nie richtig diskutiert worden.“

    (Andreas Krenzke)

  • Endlich bewiesen: Nichtexistenz Gottes und Existenz des Weihnachtsmannes

    Und es begab sich aber um die Weihnachtszeit des Jahres 2008, das Volker sich durch das Fernsehprogramm zappte. Und mit fassunglosem Gesicht bei NTV hängenblieb. „Ben Becker liest die Bibel“. Sicher – ich hatte schon davon gehört und mir gedacht, dass es Mist ist, aber das war doch noch ein ganzes Stück schlimmer als erwartet. Mit tiefer, voll bedeutungsscheinschwangerer Stimme trug Ben Becker vor, wer wen gezeugt hatte und was dieser oder jener Prophet oder Gott „aber“ gesagt habe.* Dazu lief schlimme Musik. Und am unteren Bildschirmrand informierten ununterbrochen zwei Scrollbalken über die aktuellen Börsenkurse und die neuesten schlechten Nachrichten aus aller Welt.
    War das ernstgemeint oder ironisch? Hm. Auf alle Fälle Blasphemie. Und wenn es einen Gott gäbe, so mag er zwar bei Kriegen und Hungersnöten desinteressiert wegschauen, hier aber hätte er zürnen und einschreiten müssen, also ich hätte das gemacht, wenn ich Gott wäre!

    Apropos Gott: In der Sueddeutschen Zeitung hat der Erzbischof von Freiburg auf die Frage, was wäre, wenn es keinen Gott gäbe, so geantwortet:

    Die menschliche Existenz würde sich einem in höchstem Maß unwahrscheinlichen Zufall verdanken. Es gäbe keine Gerechtigkeit nach dem Tod für die ungezählten Geschundenen der Geschichte. Der Mörder triumphierte endgültig über sein Opfer. Die Liebe wäre nicht ewig, sondern vergänglich, der verweste Leichnam wäre, nach dem Verlöschen der Erinnerung, alles, was vom Menschen bliebe.

    (www.sueddeutsche.de)

    Er schließt jedoch, dass es ja zum Glück nicht so sei. Ein Glaubensbekenntnis nach dem Motto „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“.

    Und Dr. Manfred Lütz haut in dieselbe Kerbe:

    Wenn es Gott nicht gäbe, gäbe es zwar auch weiterhin Menschen, die sich bemühen würden, moralisch zu handeln. Doch Moralität wäre dann mit dem Stigma der Unvernünftigkeit belastet.

    Ganz davon abgesehen, dass ich es ziemlich unmoralisch finde, dem Menschen jegliche eigene und „vernünftige“ Moral abzusprechen, könnte man genauso natürlich auch für die Existenz des Weihnachtsmannes argumentieren. Wenn es den Weihnachtsmann nicht gäbe, würde es zwar immer Kinder geben, die sich bemühen, brav zu sein, aber da sie ja wissen, dass die Eltern die Geschenke sowieso selbst kaufen und ihnen geben, wäre das dann mit dem Stigma der Unvernünftigkeit behaftet. Weihnachten wäre nur noch leeres Ritual und Konsumwahnsinn. Weil dies aber nicht sein kann, darf es auch nicht sein, der Weihnachtsmann MUSS folglich existieren. Wie schön.

    (Volker Strübing)

    * Neulich aber tauchte die Frage auf, was dieses dauernde rumgeabere in Bibeltexten soll. War es vor ein paar Jahrhunderten modern überflüssige Abers in Texte einzubauen, um ihnen mehr Dramatik zu verleihen? Oder hatte es damals noch eine weitere, heute verlorengegangene Bedeutung?

  • Zitat des Tages

    „Hätte ich auf die jungen Schriftsteller Beratung, ich würde sagen, nicht hören Schriftsteller sprechen oder sich schriftlich.“ (Beratung für ein Junges Writer, http://copywritersroundtable.com/de/2008/09/02/advice-to-a-young-writer/)

    (Andreas Krenzke)

  • Zitat des Tages

    „Es waren nicht nur Europäer und Amerikaner, die gemeinsam mit den zuvor unterdrückten Völkern des sowjetischen Imperiums den Fall der Mauer feierten […] Noch jemand erhob sein Glas, doch es war nicht mit Sekt, sondern mit dickem türkischem Kaffee gefüllt. Sein Name war Osama Bin Laden …“

    Das Zitat stammt aus „Die Welt ist flach“ von Thomas L. Friedmann. „Weltbestseller“ verkündet ein Aufkleber auf dem Einband. Das Buch handelt von der Globalisierung und davon, wie sie unser Leben und Arbeiten ändert, sowie alte Hierarchien und wirtschaftliche Unterschiede einebnet. Ich bin jetzt auf Seite 78 (von 760) und das Buch scheint unfassbar dusslig zu sein. Klar, es stehen auch kluge Gedanken drin, meistens dort, wo der Autor andere Leute zitiert. Ansonsten freut er sich die ganze Zeit ein Loch in den Po, weil man dank Internet Humankapital billiger und effizienter für sich arbeiten lassen kann, und suhlt sich mindestens jede zweite Seite selbstverliebt in der Genialität seines titelgebenden Bonmots von der Welt, die nicht mehr rund, sondern flach ist. Bin schon irrsinnig gespannt auf die nächsten 680 Seiten … wird wahrscheinlich ein fröhliches Stilblütenpflücken.

    (Volker Strübing)

  • Zitat des Tages

    „Bei Ihnen in Europa – wo es kühler ist und die Leute nicht soviel Zeit im Freien verbringen ist der Sport – hoffentlich – nicht die einzige Freizeitbeschäftigung wie bei uns. Es gibt dort eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich als Mann zu zeigen. Viele Jungen dort bewundern Musiker, Künstler, Kunsthandwerker oder Filmemacher und lassen sich von diesen in den entsprechenden Fertigkeiten unterweisen.“ (Steve Biddulph, Jungen! Wie sie glücklich heranwachsen…)

    (Andreas Krenzke)

  • Zitat des Tages

    „Diese tiefe, raue Stimme hatte ich ja schon lange vor Rammstein, seit ich mit dieser Mandelentzündung auf Tour war.“ (Frank Zander in einem taz-Interview)

    (Andreas Krenzke)