Kategorie: Zitiert

  • Zitat des Tages

    „Der Ungar war elegant, sah gut aus und interessierte sich nicht für den Ostblock. Der Glanz der alten Monarchie ließ ihn sich noch immer für etwas Besseres halten.“ (Jana Hensel, Zonenkinder)

    (Andreas Krenzke)

  • Zitat des Tages

    „Er nahm sich vor, die Hälfte des Whiskeys in der Flasche zu lassen, aber als er die Flasche gegen den Mond hielt, erinnerte ihn die Farbe der Flüssigkeit irgendwie an Vitamine, und er trank den Rest auf die Gesundheit.“ (Kathy Hepinstall, Schlaf gut mein kleiner Prinz)

    (Andreas Krenzke)

  • Was würde Orwell dazu sagen?

    Harald Schmidt kenne ich eigentlich gar nicht. Ich weiß nur, das ist ein Fernseh-Mensch, irgendwas mit Kabarett vielleicht, gilt manchen als intellektuelle Unterhaltungs-Ikone. Blabla. Die Zeit interviewt ihn im Ressort Politik. Da sagt er: „Eine Zeit lang hielt ich Politiker für Schwätzer, aber das ist Quatsch. Dass es jetzt schon 60 Jahre lang keinen Krieg mehr gegeben hat, verdanken wir langen Verhandlungen, Kompromissen und Pressekonferenzen um vier Uhr morgens.“

    60 Jahre keinen Krieg? Was hat der Mann am  24. März 1999 gemacht?

    (Andreas Krenzke)

  • Leider keine Kamera zur Hand gehabt

    Gerne hätte ich in Tübingen diesen rätselhaften Slogan fotografiert: Nazis Gegen Rechts!

    (Andreas Krenzke)

  • Dialog der Organe (2)

    Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer hat die Gemütslage der Gesellschaft untersucht. Er spricht von einer Menschenfeindlichkeit im Land. Sie trifft nicht nur Ausländer, sondern vor allem Arbeitslose, lese ich in der Berliner Zeitung vom letzten Freitag. Arbeitslose und Arme sind in Deutschland demnach eine der Minderheiten, die am meisten von Diskriminierung und Abwertung betroffen sind, stand da, und: In den vergangenen Jahren sahen sich vor allem Ausländer, Homosexuelle und Muslime Diskriminierung oder gar gewaltbereitem Hass ausgesetzt. Jetzt ist mit den Dauerarbeitslosen eine weitere stigmatisierte Gruppe hinzugekommen. Der Studie zufolge haben 56 Prozent der Deutschen eine abwertende oder gar feindselige Einstellung gegenüber Hartz-IV-Empfängern. … Es gibt einen Zusammenhang zwischen ökonomistischem Denken und Gewaltbereitschaft. … In der Gesellschaft des neuen ökonomischen Denkens ist für sozial Schwache kein Platz. So stimmt mehr als ein Drittel der Befragten den Aussagen zu, „die Gesellschaft könne sich wenig nützliche Menschen (33,3 Prozent) und menschliche Fehler nicht (mehr) leisten“ (34,8 Prozent). Etwa 40 Prozent sind der Ansicht, in der Gesellschaft werde „zu viel Rücksicht auf Versager genommen“. Knapp 26 Prozent gaben an, moralisches Verhalten sei „ein Luxus“.

    „Na ist doch kein Wunder“, sagt mein resignierendes Herz, „ist ja auch ganze propagandistische Arbeit geleistet worden, im Kampf gegen die Florida-Rolfs und Viagra-Kalles, gegen die ungewaschenen und die, deren Lebenssinn es sei, Kohlenhydrate und Alkohol in sich hineinzustopfen.“„Hey, da ist der 2. Mai, der internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen, doch wichtiger denn je!“ meldet sich mein kämpferisches Hirn. „Alles wird immer schlimmer“, klagt sein zagend Herz. „Nicht alles“, wendet meine versöhnlerische Milz ein, „hier zum Beispiel steht: Antisemitismus, Rassismus und die Ablehnung von Behinderten sind auf ihrem jeweiligen Niveau stabil oder haben sich nur unauffällig verändert.“ „Na toll“, sagen alle meine Organe im Chor, nur die zynische Leber sagt natürlich: „Ey, stell dir mal vor, du bist arbeitsloser Jude – denn haste vielleicht ein Problem, Alter!“

    (Andreas Krenzke)

  • Wie geht eigentlich die Mehrzahl von Duden?

    In einem schon etwas älteren schönen Text von Tube, geht es über Pluräle, über Milchreisen, Döni und Gänsehäute am ganzen Körper. An den Text musste ich denken, als ich neulich in einem Buch auf Traumen gestoßen bin, als Plural von Trauma. Erst kurz gewundert, dann gedudent, und siehe: es ist recht so. Aber warum Traumen? Warum nicht Traumas? Es heißt doch auch Kommas und nicht Kommen, Dilemmas und nicht Dilemmen, Omas und nicht Omen, Opas und nicht Open. Na egal – die Redewendung „der Text geht über…“ zum Beispiel ist viel schlimmer.

    (Andreas Krenzke) 

  • Okay, ein Bonbon, aber war es das wert?

    Du liebe Güte, ist mir das wieder mal peinlich, zuzugeben, was für Dreck ich manchmal lese! Es gibt ein Interview, dass in der Illustrieren Vanity Fair erschienen ist, und in dem Michel Friedmann Horst Mahler befragt. So weit so schlimm und Grund genug, eigentlich ignoriert zu werden. Aber dann dieses Bonbon:

    M.F. Was halten Sie eigentlich von Otto Schily, mit dem Sie ja früher auf derselben Seite standen?

    H.M. Sehen Sie, bei Otto Schily glaube ich, einen Persönlichkeitswandel negativer Art feststellen zu können. Das zeichnet sich schon in seinem Gesicht ab.

    (Andreas Krenzke)

  • Der Charme der Jugend

    Gerade eben Kinderstimmen, die unter dem Fenster vorbeispazieren: „Toilettentieftaucher mit Arschbeleuchtung.“ Heute mit guter Laune ins Bett. Danke!

    (Andreas Krenzke)

  • Schnipsel

    Keine Zeit für längere Einträge. Mache gerade parallel „Kloß und Spinne“ Teil 3 und ein Making-of 🙂 Dazu kommen noch so Sachen wie Abwaschen, Aufräumen, Brote essen, Rumgammeln und andere überlebenswichtige Tätigkeiten.

    Schnipsel 1:

    Es heißt, wer im Glashaus sitzt, solle nicht mit Steinen werfen. Dabei macht das doch im Glashaus viel mehr Spaß als in der Gummizelle. Und sinnvoller ist es auch.

    Schnipsel 2:

    Udo: Mensch, Volker, Du hast ja graue Haare.

    Volker: Hast Du ein Glück, dass ich erst dem übernächsten, der mir damit auf die Nerven geht, eine reinhauen wollte …

    Schnipsel 3:

    Urinaktivierte Leuchtwerbung an Pissbecken ist eklig.

    Auf Wiedersehen.

    (Volker Strübing)

  • Pech gehabt, Klima!

    Man muss Prioritäten setzen können. „Wichtiger als der Schutz des Klimas ist der Schutz unserer Kinder vor einer demagogischen Vereinnahmung durch ideologisierte Erwachsene“, meint Vera Lengsfeld, die möglicherweise auch bloß ein Rad ab hat, über den von einem Kind gesprochenen Tagesschaukommentar vom 18.4. Also ich finde den gar nicht so schlimm, aber ich bin ja auch kein Experte. Und man muss in dieser Frage wohl Experte für Klima- und Kinderschutz sein. So wie Lengsfeld. Die muss es wissen. Da muss das Klima sich eben mal hinten anstellen.

    (Andreas Krenzke)