Vielleicht sollte man einfach nicht zuviel erwarten von der Menschheit. Ich meine, Atombomben bauen und zum Mond fliegen und das Internet erfinden und so Krimskrams, das klappt ja ganz gut, aber solange das Problem der spritzenden Kaffeesahnedöschen nicht gelöst ist, sollten wir uns an die großen Brocken (Hunger, Gewalt, Umweltzerstörung, Telefonhotlines, um nur die schlimmsten zu nennen) vielleicht gar nicht erst heranwagen.

Probleme zu schaffen ist halt einfacher als sie aus der Welt zu schaffen. Die Klimakatastrophe ist ein Beispiel dafür, die Kaffeesahnedöschen sind ein anderes. Auf die Gefahr hin, als Ostalgiker abgestempelt zu werden: 20 Jahre Mauerfall, das heißt für mich – sicher nicht in erster Linie, aber eben auch – : 20 Jahre spritzende Kaffeesahnedöschen, 20 Jahre, in denen sich nichts daran geändert hat. In Anlehnung an die (und in tiefer Abscheu vor der) „Aber immerhin hat er die Autobahnen gebaut“-Fraktion, möchte ich dem pathetischen Wendegejubel ein grantiges „Aber immerhin hatten wir Blechkaffeesahnekännchen!“ entgegenschleudern.
(V.S.)
(V.S.)
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