Gerade habe ich ein Wahlplakat der Tierschutzpartei mit dem sprachlich etwas wackeligen Slogan „Alternativmethoden statt Schwächere zu missbrauchen“ gelesen. Diese Form der Werbung ist ja recht beliebt. In der Uckermark hingen Plakate der CDU, auf denen „Taten statt Bürokraten“ gefordert wurde. Eine sehr mutige Aussage, wenn man bedenkt, dass sie damit alle potentiellen Wähler, die lieber Bürokraten als Taten hätten, vergrätzen. Da sieht man doch gleich, dass sie es ehrlich meinen.
Ich hatte nun die Idee, ins Wahlwerbegeschäft einzusteigen und den etablierten Werbeagenturen mit Dumpingpreisen die Kunden abzuknöpfen, indem ich individualisierbare Standard-Wahlwerbesets zum günstigen Preis anbiete. Einfach Plakate mit Slogans wie „Gute Politik statt schlechte Politik“ oder „Was sie sich wünschen statt was sie doof finden“ oder „Sonnenschein statt Zahnschmerzen“. Rechts unten in der Ecke könnten die Parteien einen Aufkleber mit ihrem Namen aufkleben. Kleine Parteien, die nicht genug Geld haben, könnten auch nachts heimlich den Aufkleber auf den Plakaten der anderen durch ihren eigenen ersetzen, das würde dem Pluralismus guttun.
In diesem Sinne:
Buchstaben statt Kinderpornos. www.schnipselfriedhof.de
(V.S.)
PS: Eigentlich müsste ich mich ja freuen, dass sich die SPD mit ihrer Kampagne „(irgendetwas negatives) würde (gegnerische Partei) wählen“ etwas urst originelles hat einfallen lassen. Haha, ein Finanzhai, der FDP wählen würde, für die ganz dummen noch als grinsender Haifisch im Anzug visualisiert, man reiche mir den Holzhammer, ich muss den Wähler überzeugen … aber ich kann halt nur meckern, meckern, meckern und stelle mir dabei immer sofort ein leeres Plakat mit dem Slogan „Niemand würde SPD wählen“ vor.
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