Wo ich doch gestern gerade vom zweitbesten Beruf der Welt berichtete, widme ich diesen Beitrag den Menschen, die am entgegengesetzten Ende der Rangliste arbeiten – bei Schlecker. Ich weiß nicht, wie man das aushalten kann, wenn man jeden Tag mehrere Stunden, das obergruslige Schlecker-Einkaufsfernsehen hören und sehen muss. Das kann doch nicht ohne Folgen bleiben. Entweder man wird dumm oder verrückt. Wenn eine der Verkäuferinnen (Verkäufer habe ich dort noch nie gesehen) irgendwann mal Amok läuft, werde ich das nicht gutheißen aber von Herzen verstehen …
Auch schlimm: In der Leipziger Innenstadt sah ich neulich vor einem Handyladen ein Zettel verteilendes Base-Werbe-Mädchen. An sich schon ein schlimm genuger Job, aber zum Kompott feierte der danebenliegende Schnickschnackladen gerade sein zweijähriges Bestehen. Man hatte aus diesem freudigen Anlass eine fette Musikanlage aufgebaut und spielte mit menschenverachtender Lautstärke intelligenz- und gefühlsverachtende deutsche Rummeltechnoschlager. Es war zum Heulen.
(Volker Strübing)
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