Hab mich neulich mit Spider darüber unterhalten, dass man oft ausgerechnet die Emails, die einem am wichtigsten sind oder über die man sich besonders gefreut hat, erst sehr spät beantwortet.
Bei mir ist es normalerweise so, dass ich morgens Emails abrufe, dann alle durchlese und die markiere, die ich beantworten muss. Dann beantworte ich die, die keinerlei Mühe erfordern (es sei denn, es ist einer von diesen Tagen). Alle paar Tage nehme ich mir dann Zeit, um die etwas komplizierteren Mails abzuarbeiten. So Sachen, wo man in den Kalender gucken muss oder so.
Und die Emails, auf die man ausführlicher oder persönlicher antworten will, bleiben wieder liegen, weil man dafür in der richtigen Stimmung sein und sich richtig Mühe geben will. Und selbstverständlich ist dann immer irgendwas anderes zu tun, und man lässt sie lieber noch einen Tag liegen und noch einen und noch einen, weil sie ja etwas besseres verdient haben, als zwischen Tür und Angel bzw. zwischen zwei relativ banalen Mailinglistenmails beantwortet zu werden. Und derjenige, dem man auf diese Weise etwas Gutes tun will, fragt sich, ob er irgendwas falsch gemacht hat, weil er auf seine doch nett gemeinte Email keine Antwort erhält. Zum Kompott wird es auch noch mit jedem Tag schwieriger in die „richtige Stimmung“ zu kommen, weil man weiß, dass man den Bief mit einer Entschuldigung beginnen muss.
Was tun? Das einzig richtige wäre, sich anzugewöhnen, auf jeden Fall erst einmal eine kurze Email zu schreiben. Der lange Sermon kann später folgen, aber der Absender weiß erst einmal woran er ist.
Ja, das klingt nach einem guten Plan. So mache ich da. Und jetzt setze ich mich erstmal wieder ein Stündchen an mein Emailgebirge und versuche es mit einem Schäufelchen abzutragen.*
(Volker Strübing)
* Eine Übertreibung, um mich wichtig zu machen. Es handelt sich höchstens um die Müggelberge.
Schreibe einen Kommentar