Kategorie: Schnipsel

  • Schnipsel vom 12.1.2009

    Pimp my news

    „In den vergangenen zwei Jahrhunderten wurden an Australiens Küsten fast 200 Menschen von Haien getötet.“ (Spiegel Online)
    „Fast jedes Jahr wird ein Mensch an Australiens Küste von einem Hai getötet“ klänge schließlich nur ein Zweihundertstel so dramatisch.

    Die Krise überwinden

    Was sollen diese ganzen halbherzigen Konjunkturpakete bzw. -päckchen? Mit Konsumgutscheinen für alle Deutschen in Höhe von insgesamt 13,89 Billionen Euro müsste man meinen Berechnungen zufolge gut durch das Schlamassel kommen. Aber soweit denken die feinen kleingeistigen Damen und Herren da oben ja einfach nicht.
    Ausgeben könnte man die zum Beispiel in diesem Geschäft in der Schievelbeiner Straße:

    Alles, was das Herz begehrt

    p1100393

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 27.11.08 – Ueckermünde

    (1) Pasewalk ist immer einen Zwischenaufenthalt wert. Graffitti am Bahnhof:

    zottel

    (2) Gestern das Lied „Roses“ von Jo Freya gehört. Liebliche, etwas gepresst klingende Frauenstimme, liebliche Musik und der Refrain „After he beats me, he is always so sad“. Ein ganzes trauriges Leben in einer einzigen Liedzeile zusammengefasst …

    (3) Und in der Haffzeitung von heute findet sich ein ganzes trauriges Leben in einem klitzekleinen Artikelchen:

    backshop

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 31.5.08

    • Warum finde ich eigentlich Touristen in Berlin viel nerviger als mich in China? Naja, zumindest bin ich dort nicht als grölende, Beck’s-„Bier“ schwenkende Horde durch die Gegend marodiert.
    • Apropos Touristen in China: Als ich am Ende der Reise zurück nach Shanghai kam, fielen mir in der dortigen Innenstadt sofort die Billabong-Trottel auf. Sie waren schäbiger bzw. „legerer“ gekleidet als die berühmten chineschen Wanderarbeiter, nur viel, viel teuerer. Wenn ich irgendwo ein T-Shirt dieser Marke sehe, muss ich sofort an Leute denken, die sich für Weltbürger und irgendwie bessere Touristen halten, weil sie den Lonely Planet lesen und in 50 verschiendenen Sprachen „Und wie war ich?“ fragen können, nachdem ihnen eine Einheimische für 5 Dollar … aber nein, das geht zu weit und das sind bestimmt auch bloß Vorurteile. (Und gegen den Lonely Planet will ich damit auch nüscht gesagt haben – nachdem ich in China mal was anderes ausproboiert habe, war ich sehr froh, mir von Dan den LP borgen zu können.)
    • Wer die Fernsehserie Lost mag, sollte es unter allen Umständen vermeiden, die 4.Staffel zu gucken. Vielleicht war es ja auch das menschenfreundliche Kalkül der Produzenten, mit einer schlechten letzten Staffel allen Lost-Süchtigen das Aufhören zu erleichtern.

    (Volker Strübing)

  • Notizen an der Schwelle zum chinesischen Zeitalter

    Schlafgemangel

    Scheisse. Auf meine alten Tage fange ich mir jetzt auch noch einen Jetlag ein. Hatte schon die ersten Tage in China arge Schlafprobleme und jetzt geht das schon wieder los. Bin nach 3 Stunden aufgewacht und nach 4 aufgestanden, dabei war ich gestern schon wegen Uebermuedung auf Zombiemodus. Ich uebernehme daher auch ausdruecklich keine Verantwortung fuer das, was ich hier schreibe, hoffe aber, dass es nicht so schlimm wird. Nur so ein paar Notizen und erste Eindruecke nach meiner Rueckkehr. Tut mir leid wegen der fehlenden Umlaute. Sitze im Cafe, weil ich zuhause keinen Kaffee mehr hatte und tippe auf meinem chinesischen Laptop. Muss mir fuer den jetzt dringend eine deutsche Tastatur besorgen und herausfinden, ob und wie ich ein deutsches Sprach-Paket fuer ein chinesisches Windows Vista installieren kann. (mehr …)

  • Schnipsel vom 22.3.2008

    • Farbspiele

      Die ungünstige Kombination aus großer Eile, glitschigem Beton und schlechtem Sohlenprofil führte Donnerstag Nacht dazu, dass ich die Stufen, die von der Revaler Straße aufs RAW-Gelände führen, einzeln mit dem Hintern durchzählte. Dieser präsentiert sich seither in atemberaubenden psychedelischen Farben (wenn auch etwas blaustichig). Vielleicht sollte ich mir für das Kantinenlesen heute Abend noch so eine Lederschwulenhose besorgen, die die Arschbacken frei lässt. Das würde prima von der Herpes an der Lippe ablenken …

    • Besser Krümel kacken als Verstopfung oder Durchfall

      Mich interessiert alles, was mit Stereoskopie zusammenhängt. Vor Jahren hatte ich eine LCD-Shutter-Brille, mit der 3D-Computerspiele wirklich räumlich wurden. Ganz ausgereift war das noch nicht. Wenn man den dafür nötigen Treiber so einstellte, dass der Raumeffekt richtig gut war, wirkten alle Objekte sehr klein und schienen sich im Inneren des Monitors zu befinden. Aus einem Ego-Shooter wurde da schnell ein Massaker im Puppenstübchen. Ich fand’s toll. Der Traum wäre ein 3D-Beamer mit zwei Linsen, vor denen Polarisationsfilter angebracht sind. Dann noch die entsprechende Brille und schon machen Flugsimulatoren zehnmal soviel Spaß.
      In der Rubrik „einestages“ auf Spiegel Online, gab es jetzt einen Artikel zum Thema. Und in diesem werden Polarisationsfilterbrillen irritierenderweise mehrfach als „Polaroidbrillen“ bezeichnet.

      „Na und? Hat der Strübing keinen Friseur, dem er das erzählen kann?“, wird sich der eine oder andere jetzt völlig zu recht fragen, was mir die Gelegenheit zu einer eleganten Überleitung gibt:

    • Apropos Friseur Ich frage mich schon lange, warum ausgerechnet Friseure derart penetrant zu schlechten Wortspielen neigen. All diese pseudoriginellen Namen und Sprüche: „Haareszeiten“, „Hairzlich Willkommen“, „Haar & Soul“, „Haarmonie“ (was als „Haar-Moni“ noch ganz lustig wäre, wenn die Friseuse Monika hieße) und ganz schlimm, gerade neulich entdeckt: „Sie haben nichts zu verlieren – außer ihr Haar“. Wie traurig muss das Leben eines Menschen sein, der das liest und denkt: „Stimmt. Da gehe ich jetzt mal rein.“
      Ich warte übrigens noch auf „Hairytale – ihr märchenhafter Friseur“, „Haarakiri“ und, in Anspielung auf den berühmten Massenmörder, „Haarmann – the final cut“. Ach, wahrscheinlich gibt’s die auch alle schon. Falls nicht und falls jemand von euch demnächst einen Friseursalon eröffnen möchte, stelle ich diese haarausragenden Kreationen gerne zur Verfügung.

    (Volker Strübing)

  • Schnappschüsse vom 15.3.2008 / Buchmesse Leipzig

    Och, es gäbe so viel zu schreiben über die Buchmesse, aber ich bin zu faul. Schön war’s. Am Freitag beim Buchmesseslam, den ich dann auch noch gewonnen habe und am Sonnabend auf der Messe. Wobei ein Tag dort auch reicht. Soviele Bücher, soviele Lesungen, soviele Menschen, so eklige Bratwürste …

    Hier ein paar Fotos:

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    • Halle 2 war am schönsten, da waren die Comics und dort trafen sich die ganzen verkleideten Mangamädchen und Rollenspieljungs, für die am Sonnabend der Eintritt frei war. (mehr …)
  • Schnipsel vom 8.1.2008

    • Pro 7 sucht Deutschlands neuen Uri Geller. Wer um Himmels Willen will ein neuer Uri Geller sein? Für mich eine sehr, sehr tragische Figur. Vor allem, wenn man sich vorstellt, dass er kein Betrüger ist. Laut eigener Aussage ist er ja vom Blitz getroffen worden und hat auf diese Weise seine Psi-Fähikeiten von Gott, Außerirdischen oder sonstigen höheren Mächten erhalten. Stell dir vor, Gott macht dir eine Superkraft zum Geschenk und du packst das Geschenk mit leuchtenden Augen aus und stellst fest, dass es sich um die vollkomen unnütze und unspektauläre Fähigkeit handelt, Löffel zu verbiegen. Wie deprimierend.
      Und wenn du mal zu einer Superheldenparty gehst (falls du überhaupt eingeladen wirst), rufen alle „Uijuijui, da kommt Löffelverbiegeman!“ und lachen dich aus. Traurig, traurig. Irgendwann würdest du Amok laufen und dich an der Menschheit rächen, indem du alle Löffel der Welt verbiegst.
      Komisch eigentlich, dass Uri Geller das noch nicht gemacht hat. Ist wohl doch ein Betrüger.
    • An Bahnhöfen stehen immer so viereckige Müllcontainer mit Löchern für Glas, Papier, Verpackungen und Restmüll. Vorgestern habe ich am Ostbahnhof einen Mann gesehen, der einmal um den Container rumging, dann vor dem Restmüllloch stehen blieb, die Hose öffnete, seinen Schwanz in das Loch hielt und (vermutlich) reinpinkelte. Jetzt weiß ich nicht, ob man ihm zugute halten soll, dass er nicht einfach irgendwohin gepisst hat, oder ob das erst recht eklig war. Ich tendiere aber zu letzterem
    • Was ich an Frauen auch nicht verstehe, ist, dass sie oft mit so hohen Stimmen sprechen. Ist das nicht fürchterlich anstrengend?
  • Schnipsel vom 2.1.2008

    • 5 Tage Rügen. 5 Tage ohne Computer, Emails, Internet – mehr als 120 Stunden! Das letzte mal, dass ich solange offline war, muss 2002 gewesen sein. Während einer fünftägigen Bootstour von Lombok nach Flores.
      Hier nun die gute Nachricht für alle Internet-Junkies: Es ist überhaupt nicht schlimm. Und das Internet scheint auch keinen Schaden zu nehmen, wenn man mal ein paar Tage nicht reinguckt.
    • Dr. Seltsam vertritt die seltsame und wie ich finde ziemlich dusslige These, man dürfe keine Witze machen, über die auch Nazis lachen können, ansonsten sei man praktisch fast schon selber einer. Bin ich nun schon ein Halb-Hitler, weil ich mal versehentlich den selben Witz wie dieser gemacht habe? Vor Jahren habe ich eine Geschichte über das Rauchen geschrieben, in der ich den Tabak als die grausame Rache der Indianer an den Weißen bezeichnet habe. Und heute lese ich in der Sueddeutschen, dass Hitler „das Teufelskraut zeitlebens verachtet und als die ‚Rache des roten Mannes‘ bezeichnet“ hat.
      Sehr lesenswerter Artikel übrigens, es geht nur ganz am Rand um Hitler, sondern hauptsächlich um die Tabakindustrie und ihre Propaganda sowie um die Maschinen, die das heutige Aumaß des Tabakkonsums erst möglich machen:

      Jährlich werden weltweit etwa zwei Prozent aller Waldflächen für Tabakfelder abgeholzt, Millionen von Bäumen werden zu Zigarettenfiltern verarbeitet. […] Weltweit stellen Zigarettenstummel eine der größten Abfallmengen dar. Der Kohlendioxidausstoß von Zigarettenherstellung und -konsum übertrifft den der meisten anderen Industrien. Zigaretten sind weltweit die größten Verursacher von Bränden […]. Würden Zigaretten vollständig abgeschafft, wäre ein Treibhausgasausstoß vermieden, der dem von Benzin kaum nachsteht.
      Das Ausmaß der Zigarettenproduktion ist schwer vorstellbar. Weltweit werden jährlich etwa sechs Trillionen Zigaretten geraucht, etwa tausend pro Mann, Frau und Kind auf der Erde. Zigaretten sind 80 Millimeter lang, insgesamt werden also pro Jahr 500 Millionen Kilometer an Zigaretten geraucht – was in etwa von der Erde zur Sonne und zurück reichen würde, mit ein paar Kurven um den Mars herum.

      Sueddeutsche, 2.1.2008

      Ein bisschen albern wird der Artikel gegen Ende, wenn Zigarettenmaschinen als die „tödlichsten Maschinen“, als „Killermaschinen“ und als „Höllenmaschinen“ bezeichnet werden.

    • Was sagen eigentlich die Menschen in der Türkei dazu, wenn wir ihnen die Jugendlichen „mit Migrationshintergrund“ auf den Hals schicken, die in Deutschland und damit unter unserer Verantwortung zu gewalttätigen Verbrechern wurden? Danke schön?

    (Volker Strübing)

  • Schnappschüsse / 26.11.2007

    • Heidelberger Bergbahn im Geschwindigkeitsrausch. Naja. Eigentlich war nicht die Bergbahn so schnell, sondern der Verschluss so langsam. Eine tolle Illustration der Relativitätstheorie.

    bergbahn.jpg

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    •  Von technisch unterbelichtetem Fotografen überbelichteter Vollmond:

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     (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 26.11.2007

    • Wenn man eine Schaumspeise mit Grapefruitgeschmack herstellen würde, könnte man sie „Pampel Moussé“ nennen.
    • Im Steakhouse bestelle ich Fleisch! 320 Gramm! Genau richtig, denke ich, nachdem ich 320 Gramm Fleisch in 3,2 Tafeln Schokolade Fleisch umgerechnet habe. („Tafel Schokolade“ oder TS ist meine Standardmaßeinheit für Gewichte und Hunger- bzw. Sättigungsgrade. So kann ich mir das besser vorstellen, weil ich noch nie das Pariser Urkilo in der Hand hatte, aber schon sehr viel Schokolade.)
      Der Kellner bringt mir einen großen Batzen Kartoffeln und ein kleines schrumpliges Fleischstückchen. Maximal 1 TS schätze ich, und auch das nur, wenn ich einen ordentlichen Klecks Kräuterbutter draufpatsche. Ich winke dem Kellner und frage ihn, ob das wirklich 320 Gramm seien. „Ja“, sagt er und fügt hinzu, dass sie das Fleisch allerdings wie allgemein üblich vor dem Grillen wiegen würden, dann eilt er davon. Und bevor sie den Rest des Tieres abgeschnitten haben, ergänze ich leise.
    • Einen schönen Gedanken verdanke ich Maya. Ich war doch gerade in Hannover. Da darf man doch jetzt schon nicht mehr in Kneipen und Cafés rauchen. Es sei denn, diese haben einen separaten Raucherraum mit eigener Belüftung eingerichtet, in dem nicht bedient werden darf. Vor diesem Hintergrund erinnert mich die Diskussion um das Rauchverbot in Lokalen doch sehr an die Aufregung damals, als es untersagt wurde, im Schankraum zu kacken. Was haben die Leute gewettert! „Dann geht doch keiner mehr in die Kneipe, wenn man da nicht mehr kacken darf!“ „Heute verbietet der Staat das Kacken am Kneipentisch, morgen verbrennt er Bücher!“ „Die wollen doch bloß die Staatskasse mit Bußgeldern sanieren“ etc., etc.
      Am Ende haben die Kneipen einfach separate Kackräume (die heute kaum noch wegzudenkenden „Toiletten“) eingerichtet, die eine eigene Lüftung hatten, und in denen nicht bedient wurde und inzwischen geben sogar die betonköpfigsten Kneipenkacker zu, dass sich die Luft doch sehr verbessert hat – herrjeh! – erinnert sich noch jemand an den Gestank früher? In ein paar Jahren werden wir an verqualmte Kneipen wahrscheinlich ebenso kopfschüttelnd zurückdenken.
    • Andererseits: Diese ganze Rauchverbotssache ist doch nur ein Komplott der Heizpilzmafia, oder?!

    (Volker Strübing)