Kategorie: Science Fiction

  • Mein Weblog ist nicht die Aktuelle Kamera

    … deshalb heute mal keine Jubelmeldung. Nach dem phantastischen 2. Platz beim Deutschen Science Fiction Preis ist mein Roman beim Kurd-Laßwitz-Preis auf dem 7. Platz in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ gelandet. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein Fachpublikum (SF-Autoren, -Verleger, -Illustratoren etc.) per Abstimmung. Gerne wüsste ich, wieviele der Abstimmungsberechtigten mein Buch gelesen haben, bzw. wie es bei denen, die es gelesen haben, abgeschnitten hat.
    Aber egal. Wenn niemand es für nominierungswürdig befunden hätte, wäre es nicht auf der Liste gelandet, und ich hab mich sehr gefreut, dass es dort stand (auch wenn das jetzt wie eine Floskel klingt).

    Jetzt steht noch der Deutsche Phantastik Preis aus (Kategorie „Bestes Roman-Debut“). Ebenfalls ein Abstimmungspreis, allerdings können hier die Leser online über die Gewinner abstimmen.

    PS: Gewonnen hat den Kurd-Laßwitz-Preis wie auch den Deutschen Science Fiction Preis „Das Cusanuns Spiel“ von Wolfgang Jeschke. Bin sehr gespannt darauf – hoffentlich kommt es bald als Taschenbuch …

  • Wo Douglas Adams irrte

    Es wird Zeit für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Werk des Meisters. Nicht in künstlerischer Hinsicht – Sätze zu kritisieren wie „Die Raumschiffe hingen so am Himmel, wie Ziegelsteine es nicht tun“ oder „Wenn es etwas noch deprimierenderes gab als die Sandwiches, dann waren es die Würste: Freudlose Röhren voller Knorpel in einem Meer aus etwas heißem und fettigem“ (* siehe Fußnote 1), das wäre so, als würde man Sonnenaufgänge, die Mona Lisa oder den a-Moll-Akkord benörgeln.

    In technischer und wissenschaftlicher Hinsicht ist der „Anhalter“ jedoch fehlerhaft. Eine Sache fiel mir gestern Abend nach dem Kantinenlesen auf, als Uli Hannemann, Dan Richter, Robert Rescue und ich vor dem Schusterjungen saßen und Schnitzel aßen. Ich erzählte Robert gerade von einem Ausflug an den Flughafensee, den ich am Donnerstag unternommen hatte, als wir von einem betrunkenen Engländer mit einer jungen deutschen Frau im Arm unterbrochen wurden. Er tippte Uli an und erzählte ihm, dass seine Freundin keinen Schlüpfer trage. Er beglückwünschte uns und die deutschen Männer allgemein zu unseren verrückten schlüpferlosen Frauen, lallte noch ein bisschen „no knickers, no knickers“ vor sich hin und zog endlich mit der unbeschlüpferten Frau von dannen. Alle waren etwas verwirrt, ich besonders: Der Typ und das Mädchen hatten am Donnerstag am Flughafensee 2 Meter neben mir auf einer Decke gelegen (das Mädchen wie immer ohne Schlüpfer … allerdings trug sie ein Bikinihöschen).

    Ich ärgerte mich, dass der für diese Synchronizität nötige Zufall mich nicht in Form eines Lottogewinns (ein Vierer hätte ja schon gereicht) heimgesucht hatte, und dabei fiel mir ein Problem am Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive (UWD) auf (*2) :
    Wenn man genau weiß, wie unwahrscheinlich ein Ereignis ist, braucht man den UWD nur mit diesem Wert füttern und das Ereignis geschieht. Wenn ich weiß, wie unwahrscheinlich es ist, dass die Zahlen, die ich auf dem Lottoschein habe, genau den am nächsten Sonnabend gezogenen entsprechen, gebe ich also diesen Wert ein (1:13.983.816 bei 6 aus 49), die Maschine erzeugt das nötige Unwahrscheinlichkeitsfeld und am nächsten Sonnabend … werden vielleicht all meine Zahlen plus 1 gezogen, weil auch dafür eine Wahrscheinlichkeit von 1:13.983.816 gilt, oder mir tritt beim LIDL um die Ecke ausgerechnet ein trauriger Mann namens Marvin auf den Fuß, dessen Mutter vor exakt 42 Tagen in einem Preisauschreiben einen 1,2-Liter-Wasserkocher gewonnen hat.(*3)

    Schrödingers Katze würde mit dem Ziel, das Gedankenexperiment heil zu überstehen, den Wert 1:2 eingeben – und sich damit mit 50%iger Wahrscheinlichkeit umbringen.

    Der UWD bräuchte also noch ein Zusatzmodul, das auswählt, welches der unendlich vielen Ereignisse, die die selbe Wahrscheinlichkeit haben, eintreten soll. (*4) (*5)
    Was passiert aber, wenn zwei mit einem solchen Zusatzmodul ausgestattete UWDs Dinge auslösen, die sich gegenseitig ausschließen?

    Und dann ist da natürlich noch die Sache mit der Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Lautet sie wirklich „42„? Oder doch „36“, wie Adams selbst in einem späteren Interview gesagt haben soll? Oder vielleicht „gelb“ oder „Nein“ oder „Tut mir leid, dieser Platz ist besetzt“? Besteht die Antwort vielleicht aus einer Gegenfrage, zum Beispiel: „Alter, hast Du gerade Arschloch zu mir gesagt?“

    Ich werde mich diesem Problem heute Abend noch mal widmen und versuchen, ihm durch intensives Nachdenken und Biertrinken beizukommen.

    PS: Dieser Beitrag wurde nicht mit dem primären Ziel geschrieben, über die Suchanfrage „ohne Schlüpfer“ zusätzlichen Traffic für mein Weblog zu generieren. Trotzdem heiße ich natürlich alle willkommen, die über diese Suchanfrage hierher gefunden haben. Ich hoffe, ihr seid nicht enttäuscht.

    • *1) Gedächtniszitat – Ich finde den vierten Band gerade nicht.
    • *2) Das Problem betrifft natürlich auch Generatoren endlicher Wahrscheinlichkeiten
    • *3) Habs nur kurz im Kopf überschlagen, aber auch hierfür scheint der genannte Wert zu gelten. Falls ich mich verrechnet habe – schreibt mir bitte einen Kommentar!
    • *4) Nein! Alle gleichzeitig können nicht eintreten, höchstens in unendlich vielen Paralleuniversen. Es gibt pro Universum und Sonnabend nur eine gültige Zahlenkombination für das deutsche 6 aus 49 Lotto.
    • *5) Bitte entschuldigen Sie die vielen Fußnoten.
  • Mein Erster ist Zweiter geworden!

    Hey! "Das Paradies am Rande der Stadt" hat den zweiten Platz beim Deutschen Science Fiction Preis belegt! Wahnsinn!*

    Preisträger 2006 ist "Das Cusanus Spiel" von Wolfgang Jeschke. Mehr Infos und eine Laudatio auf den Sieger gibt es hier: www.sf-fan.de

    * "Wahnsinn" ist so ein blödes Wort … nachdem ich jetzt eine Woche praktisch auschließlich in Englisch gesprochen habe, würde ich viel lieber "marvellous", "great" oder "wonderful" schreiben, aber das ist eigentlich genauso bescheuert. Ich freue mich einfach über dieses tolle Ergebnis.

  • Das muss ich noch loswerden:

    Gestern habe ich bei Dussmann an der Friedrichstraße das erste Mal meinen Roman in einer Buchhandlung liegen sehen (abgesehen von der Friedrich-Wagner-Buchhandlung in Ueckermünde, aber das ist ja sowieso die beste Buchhandlung der Welt, wegen des Buchhändlers und der beiden im Durchschnitt dreieinhalbbeinigen Katzen).

    Ich finde, er macht sich da äußerst gut und wäre eine Zierde für jeden Buchladen.

    buchladen.jpg

    So. Genug angegeben für heute und genug gebloggt – eigentlich sollte ich jetzt die Texte für Rotterdam nochmal durchgehen und den Rucksack packen und „Schiedsrichter – Telefon!“ auf niederländisch lernen, statt hier rumzuschnipseln. Jetzt muss ich zum Glück sowieso gleich los in den Pratergarten, wo Tina, Spider und ich Stephan Zeisig Tips für seinen anstehenden Inddonesien-Urlaub geben und Bier trinken wollen.

  • Hiermit erkläre ich die zitty zur besten Zeitschrift der Welt!

    Neben zwei sehr schönen Kundenrezensionen auf Amazon gab es diese Woche auch die allererste Rezension in einer „normalen“ Zeitschrift: In der zitty 12/2006 gibt es eine kleine Kritik zu meinem Roman, die man eher als großes Lob bezeichnen kann. 3 Sterne und das Fazit: „Unglaublich amüsant und dennoch tiefsinnig“ – hey!

    Ich hatte mich überhaupt nur getraut, dort ein Rezensionsexemplar hinzuschicken, nachdem Kirsten Fuchs mein Buch im zitty-Interview als Geheimtip genannt hatte. (Danke nochmal!) Für Kirsten selbst muss das Interview recht merkwürdig gewesen sein – sie wurde die ganze Zeit nur nach Büchern befragt, die sie gelesen hat und nicht nach ihren selbstgeschriebenen. Schön für mich …

  • Nominiert!

    Phantastisch: Mein Roman ist nun auch für den Deutschen Phantastik Preis in der Rubrik „Bestes Roman-Debut“ und damit für alle drei wichtigen Preise der SF-Szene nominiert!

    Ich war ebenso überrascht wie erfreut, da beim DPP das engagierte SF-Publikum über die Nominieungen (und ab demnächst auch über die Preisträger) entscheidet und ich bisher den Eindruck hatte, dass „Das Paradies am Rande der Stadt“ in dieser Szene noch nicht wirklich angekommen ist .

    Wahrscheinlich ein blödsinniger Gedanke, schließlich gab es ja schon die Nominierungen für den Kurd-Laßwitz-Preis und den Deutschen Science Fiction Preis und einige gute bis phantastische Rezensionen auf SF-Websites.