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  • Jenga Welt

    Jenga Welt

    Ob die Welt bald untergeht ist heftig umstritten. Und auch innerhalb der Pro-Weltuntergangsfraktion ist man sich uneins wie sie untergeht, wenn sie untergeht und was mit Welt eigentlich gemeint ist: die ganze oder nur unsere kleine, mehr oder weniger heile, auf alle Fälle recht friedliche europäische Welt.

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    (Ja, also, es war ja ganz nett mit den Bärten, aber jetzt können sie dann auch mal wieder ab. Ich meine: Sie sind sie in der S-Bahn-Werbung angekommen, wie cool ist das denn?!)

    Die Anti-Weltuntergänger beruhigen sich derweil mit Links zu Artikeln (prompt finde ich natürlich keinen), die beweisen, dass dies gar nicht die schlimmsten Zeiten ever sind, sondern auch nicht schlimmer als die 60er, 70er, 80er Jahre, die gute alte Zeit also, als man Kindern beibrachte, wie sie sich im Falle eines durch 99 Luftballons ausgelösten Atomkrieges zu verhalten hätten. (Für jüngere Leser kurz zusammengefasst: Auf den Bauch legen mit den Füßen Richtung Atompilz. Oder am allerbesten: Direkt unter die Bombe stellen, denn die Lebenden werden die Toten beneiden etc.)

    Und schließlich ging trotz Kuba-Krise und Schulterpolstern damals letztlich alles gut aus (zumindest für uns), warum soll es nicht diesmal auch gut gehen?

    Sobald ich anfange, mich mit der Frage zu beschäftigen, tendiere ich in Richtung Pro-Weltuntergangsfraktion, weshalb ich es in den letzten Wochen immer öfter vermieden habe, mich damit zu beschäftigen.
    Es gibt ein paar gravierende Unterschiede zur Situation im kalten Krieg. Damals gab es zwei Blöcke, die sich gegenseitig das Messer an die Kehle hielten – ein Patt, das die Welt vor dem schlimmsten bewahrte (wenn auch nur mit viel Glück, wie wir heute wissen).
    Dieses Patt gibt es nicht mehr und die unübersichtliche, zerfaserte Situation lässt den Psychopathen an der Macht viel Raum für Großmachtsträume und die begründete Hoffnung, hier und da ein bisschen Krieg führen oder den weltpolitischen Gegner bis aufs Blut reizen zu können, ohne sofort den ganz großen Knall auszulösen. Und macht es vielleicht viel wahrscheinlicher, dass der große Knall passiert als damals, weil er aus einer  Kaskade gegenseitiger Provokationen und schließlich Auseinandersetzungen entstehen kann, ohne dass irgendjemand es wirklich wollte oder die alleinige Verantwortung dafür trägt.

    Wer sich ein bisschen gruseln möchte:  „Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?“ – ein Artikel über das Verhältnis Donald Trumps zu Atomwaffen.

    Der ehemalige CIA-Chef Hayden hatte kurz vorher Donald Trump als unberechenbar und unvorhersehbar bezeichnet. „Sowas jagt deinen Freunden Angst ein und fordert deine Feinde heraus“, sagte Hayden.

    Kurz darauf wurde Hayden, der unter Präsident Bill Cinton und George W. Bush auch Chef des Geheimdienstes NSA gewesen war, gefragt, wie genau das Auslösen durch einen amerikanischen Präsidenten ablaufen würde. „Das Verfahren kann variieren, aber es ist definitiv auf Schnelligkeit und Entschlossenheit ausgelegt. Zeit für Diskussionen gibt es dann nicht mehr“, sagte Hayden im Fernsehen.

    Auch der Zeitgeist ist ein Faktor, der nicht unbedingt in Richtung Friede, Freude, Eierkuchen tendiert. In den 60ern, 70ern, 80ern entstanden und wuchsen mächtige Bürgerbewegungen, die ich für Gleichberechtigung, Frieden, Gerechtigkeit und dergleichen Zeugs einsetzten, und einen starken Einfluss auf Politik und Gesellschaft nahmen. Bürgerbewegungen gibt es wieder, und was ihren Einfluss auf Politik und Gesellschaft angeht, sind sie sicher mit jenen von damals zu vergleichen. Nur dass es jetzt um eher entgegengesetzte Werte geht.

    Es gibt diese Redewendung: Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Niemand sagt, dass das nur für gute Ideen gilt.

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    (Solange noch junge Menschen für ihre Überzeugungen und supergünstige Mode kämpfen, sind Hopfen und Malz nicht verloren.)

    Manchmal muss ich an Jenga denken, dieses Spiel, bei dem man reihum Holzbausteine aus einem Turm ziehen und oben wieder drauflegen muss, bis der Turm schließlich umfällt. Der Vergleich ist so wackelig wie ein Jengaturm nach drei Runden, aber zwei Details passen ganz gut:

    1.) Jeder Versuch, die Situation zu stabilisieren alles scheinbar nur noch schlimmer macht. Wenn milliardenschwere Rettungsschirme aufgespannt oder seltsame Deals mit der Türkei getroffen werden, scheint das wie der Versuch, einen Stein in den Turm zurückzuschieben (was genauso gefährlich ist, wie einen herauszuziehen).

    2.) Niemand kann sagen, wer Schuld ist, wenn der Turm irgendwann umkippt. Klar, jemand hat den letzten Stein herausgezogen, aber alle in der Runde haben doch mit daran gearbeitet, ihn löchrig zu machen. Die einen haben mit bösem Grinsen besonders knifflige, feste Steine extrahiert, um es dem nächsten Spieler extra schwer zu machen, die anderen haben sehr vorsichtig gespielt und (so dass den anderen Spielern gar nichts übrig blieb, als sich an gefährlicheren Steinen zu versuchen).

    Wofür in dieser Metapher der Einsturz des Turmes steht, ist ein ganz anderes Thema und man könnte jetzt prima Worte wie „Babylon“ oder … ähm … „Babylon“ in die Runde werfen, aber man muss vielleicht auch nicht jedes schlechte Gleichnis zu Tode reiten.

    Womit ich wieder bei den Zeitvergleichen wäre. Ist es wieder wie in den 70ern? Ist es wie 1933? Wie 1914? Oder wie damals als Rom unterging? Wahrscheinlich nichts davon. Ich bin zuversichtlich, dass wir es auf völlig neue Art verkacken werden.

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    (Symbolbild Untergang (man beachte den Pfeil, der Richtung Seeboden zeigt!!!))

    Bei all meinem Pessimismus bleibe ich doch optimistisch 😉 Vielleicht ist ja alles gar nicht wie in den 70er Jahren sondern wie 1422, dann haben wir noch fast 600 Jahre bis Pokemon Go erscheint!

    Zum Happy End noch ein Link zu einem Interview mit Steve Pinker, der die These aufgestellt (und gut begründet) hat, dass allem Anschein zum Trotz die Welt tendentiell immer friedlicher wird. Sein Buch mit dem wenig fröhlichen Titel „Gewalt“ war das einzige Sachbuch, das ich in den letzten Jahren las, das einen positiven Ausblick auf die Zukunft wagt, ohne albern zu sein (oder eine Utopie zu propagieren, die beinahe noch grusliger als die Untergangsszenarien ist).

    Der ewige Friede kommt also doch?
    Gewalt wird niemals ganz aus der Welt verschwinden. Auf unserem Planeten leben sieben Milliarden Menschen. Es wird immer junge Kerle geben, die in einer Kneipe durchdrehen oder eine „Volksfront zur Befreiung von Was-auch-immer“ gründen, um ihrem Lebensfrust Ausdruck zu verleihen. Aber die Gewalt kann auch in Zukunft weiter zurückgehen.

    Und wir können uns zurücklehnen, die Weltgeschichte erledigt den Job?
    Diese Frage ist albern! Aber ich höre sie nicht zum ersten Mal. Wenn ich Ihnen jetzt sagen würde: „Ich prognostiziere, Ihre Zähne werden heute Nacht geputzt sein, wenn Sie ins Bett gehen.“ Was würden Sie antworten? „Toll! Das heißt, ich muss meine Zähne heute nicht putzen“? Die Welt ist friedlicher geworden, weil sich Menschen in der Vergangenheit erfolgreich dafür eingesetzt haben. Und wir können die Welt noch friedlicher machen.[…]

    (https://www.amnesty.de/journal/2015/dezember/herr-pinker-rechnet-mit-frieden)

    PPS: Hier habe ich schonmal über Pinkers Buch „Gewalt“ gebloggt und den Artikel mit schönen Collagen verziert:

    http://schnipselfriedhof.de/2014/07/gewalt/

     

  • Schnipsel vom 20.7.2016

    Schnipsel vom 20.7.2016

    1. Schlechte Serien

    2. Gute Serien

    3. Independence Day – Wiederkehr

    4. Schöne Aliens

    5. Kloß und Spinne

    6. Tolino

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    (Grachten. Und Klopapier.)

    1.  Schlechte Serien

    Angesichts einer vollkommen durchdrehenden Welt vergisst man schnell, dass es auch noch harmlose Gründe gibt, sich zu ärgern. Die Ebookreader von Tolino zum Beispiel (siehe unten) oder schlechte Serien.
    Die ewige Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten des Universums hat einige Neuzugänge zu verzeichnen: (mehr …)

  • Weil die Menschen mich fragten …

    Weil die Menschen mich fragten …

    Häufig fragen mich Leute: Wann trittst Du denn mal wieder in Berlin auf? Naja. Was heißt häufig. Manchmal fragen mich Leute … gelegentlich … es ist jedenfalls schon vorgekommen, dass mich Leute … also ein Leut hat mich jedenfalls schonmal gefragt, wann ich wieder in Berlin auftrete. Nun kann ich antworten: Jetzt gleich! Und urst oft!
    Zuerst am 24.5. in der Buchhandlung Schatzinsel in Bernau, gleich am nächsten tag, dem Mittwoch im „Alten Roten Löwen Rein“ mit der Schnaps- &  Lesebühne „Schnaps und Würde“, am 28.5. außerdem seltsamerweise am Hauptbahnhof, der 10 Jahre alt wird. Ich weiß aber noch nicht wo und wann. Am 29.5. bin ich jedenfalls im Butter:

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    Das letzte Mal „Und jetzt die Raubtiernummer!“  vor der Sommerpause! (Naja, mal gucken, vielleicht gibt es am 26.6. ein kleines, ähm, Trostnümmerchen.) Diesmal mit Sven van Thom, dem Gitarrengott, Loopstationzauberer, Stimmwunder und bestangezogenen Mann diesseits der Appalachen. Mitglied von „Tiere streicheln Menschen„, der Lesebühne mit dem besten Lesebühnennamen, bevor „Und jetzt die Raubtiernummer!“ startete. Und Jochen Schmidt, der mehr Bücher geschrieben hat, als es überhaupt Buchstaben gibt und unzählige phantastische, komische, tragische und immer schöne Kurzgeschichten. Ehemals Mitglied der „Chaussee der Enthusiasten“, einer der berühmtestesten und schönsten Lesebühnen aller Zeiten, Comic-Übersetzer und Mitglied der deutschen Fußball Nationalmannschaft (der Autoren).

    Außerdem, wie immer: Renee van Bavel, icke und Kloß und Spinne!

    Und weil es so schön passt: „Nicht schon wieder Sommer“ von Sven van Thom! Wir sehen uns am 29.5. um 8 im Butter!

  • Zitronenkuchen und Stalinorgeln

    Zitronenkuchen und Stalinorgeln

    Heute ist die Nachbarin 87 Jahre alt geworden. Wir haben ihr ein Buch mit alten Bildern aus dem Prenzlauer Berg geschenkt. Sie ist hier geboren, hat nie in einem anderen Bezirk gewohnt. Erst hat sie sich sehr über das Buch gefreut, doch es brachte auch die schlimmen Erinnerungen zurück und sie erzählte wieder vom Krieg.  Sie war gerade 16 geworden, als die Schlacht um Berlin tobte. Bei Kaffee und ihrem tollen Zitronenkuchen erzählte sie von Stalinorgeln am Gesundbrunnen, von der SS am Humann-Platz, von Panzern in der Stargader und provisorischen Bestattungen im St. Josefsheim. Sie musste mit ansehen, wie auf der Pappelallee ein LKW voller Volkssturmleute von einer Rakete getroffen wurde, sie war dabei, als Granatsplitter den Oberschenkel ihres jüngeren Bruders durchschlugen und seinen Freund töteten. In einer zerstörten Fleischerei sah sie einen Soldat, der noch ein Essbesteck in der Hand hielt, aber sein Kopf fehlte.

    Sie schwieg eine Weile und sagte dann: “Das ganze Leid, die ganzen Leben, alles für nichts und wieder nichts. Und heute denkt man: Die Menschen haben doch nichts gelernt.”

     

     

     

     

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    (Narben. Foto: Atari)

    Irgendwann kamen wir wieder zu den schönen Geschichten: Der erste Nachkriegskuchen Weihnachten `45, ihre Hochzeit 1949 in der Gethsemane-Kirche, der Garten …

    Kurz nachdem ich gegangen war, erhielt sie – ausgerechnet heute – einen Untersuchungsbefund ihrer Hausärztin und eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus. Ich hoffe sehr, dass sie bald zurück kommt. Drückt ihr die Daumen.

  • Kloß und Spinne: Die Ludovico-Olive

    Kloß und Spinne: Die Ludovico-Olive

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    Spinne:  Tach allerseits!

    Norbert: Tach!

    Kloß: Tach!, sagt Kloß, der ewig deprimierte Stammgast neben mir am Tresen.

    Spinne: Norbert machste mir ne Brause?

    Norbert: Nee, Brause macht verrückt.

    Spinne: Was? Wie kommsten darauf?

    Norbert: Stand örjendwo im Internet.

    Spinne: Wo denn?

    Norbert: Weeß nich mehr. Vielleicht hab ichs selbst reingeschrieben. Aber pass uff, der entscheidende Beweis ist doch, dass es nirgendwo in der Systempresse stand! Nachtigall, ick hör dir trapsen.

    Spinne: Hihi, du bist lustig. Und wenn du mir die Brause in nem Aluhut servierst?

    Norbert: Aluhüte machen erst recht verrückt.

    Spinne: Tja, dann wirds wohl wieder mal nüscht mit der Brause. Und Kloß, wie geht’s?

    (Kloß starrt auf sein Smartphone und steckt sich mit angewidertem Gesichtsausdruck eine Olive aus einem kleinen Schälchen in den Mund.)

    Kloß: Bäh! ,antwortet Kloß und greift nach einer weiteren Olive.

    Spinne: Was machst du denn da?

    Kloß: Ich esse Oliven.

    Spinne: Aber du hasst doch Oliven.

    Kloß: Eben.

    (Spinne versucht, einen Blick auf Kloßens Handy zu erhaschen.)

    Spinne: Ist das da deine Freundin?

    Kloß: Ja.

    Spinne: Muss ich das verstehen?

    Norbert: In seiner Nachbarschaft hat ein Flüchtlingsheim eröffnet.

    Spinne: Und deshalb isst er Oliven, die er eklig findet und guckt sich dabei Bilder seiner Freundin an?

    Norbert: Er hat eben Angst.

    Spinne: Ah! Angst vor Islamisierung, steigender Kriminialität, Sexmobs. Aber warum …

    Kloß: Nee. Wenn ich ehrlich bin, hab ich vor allem Angst, dass die Flammen übergreifen, wenn jemand das Flüchtlingsheim anzündet.

    (Kloß steckt sich eine weitere Olive in den Mund und beißt darauf.)

    Kloß: Bäh! Ich meine, das geht doch alles nicht mehr gut aus, diese ganze Wut, dieser ganze Hass, all die Angst und Unsicherheit, die angesammelten Demütigungen und Ungerechtigkeiten, die Hoffnungslosigkeit, die Ablehnung, dieser Wille zur Gewalt, zur Zerstörung, zur Vernichtung der gesamten Menschheit …

    Spinne: Häh? Wovon redest du?

    Kloß: Oh, ich beschreib bloß meine eigene geistige Verfassung nachdem heute nachmittag der Telefonroboter von UPS die Frage „Wo ist mein verdammtes Päckchen, ihr kotzverpopelten Schweinearschpickel?“ zum dritten Mal mit: „Ich habe ihre Eingabe nicht verstanden. Wählen Sie die 1, um uns den Buckel runterzurutschen, die 2, um uns am Arsch zu lecken, die 3, um sich ins Knie zu ficken“ beantwortet hat. BÄH!

    Spinne: Okay, aber was hat das denn jetzt mit Oliven und Flüchtlingsheimen zu tun?

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    Kloß: Ich meine ja bloß. Hängt doch alles miteinander zusammen. Wenn ein friedlicher Bürger wie ich schon so drauf ist, weil mein Päckchen mit Johanniskraut nicht rechtzeitig ankommt, wie krass drauf sind dann erst all die bekloppten Typen da draußen?! Das wird doch nicht einfach wieder gut, da beruhigt sich doch niemand, da hört doch keiner einfach auf mit Schreien, diese ganze unterdrückte Wut muss doch irgendwo hin. Nazis, Islamisten, besorgte Bürger und bekloppte Politiker, Euro-Zusammenbruch, Peak-Oil, Putin, Tinder, Terror, Trump und Facebook und Assad und Junggesellen-Abschiede, Klimawandel, Atombomben — das ist wie eine Lawine. Der Schnee kann ewig am Hang liegen und warten, aber wenn er einmal ins Rutschen kommt, zermalmt er alles. Und zuallerst diejenigen, die sich ihm in den Weg stellen. Nach 70 Jahren Frieden ist Europa doch wie ein trockener Alkoholiker, der sich nur ein kleines Schnäpschen genehmigen will. Aber dann war’s das mit dem Fireden, dann wird alles nachgeholt. Dann brennen die Häuser und auf der Straße liegen tote Menschen und Leute werden abgeholt und niemand ist mehr sicher und Hölle, Hölle, Hölle, wie schon Wolfgang Petry prophezeite, dessen Nachname auch kein Zufall sein kann – BÄH!

    Spinne: Herrje, jetzt hör doch mal mit diesem Olivengefresse auf und mach mal halblang. So schlimm wirds schon nicht kommen. Wer wird denn gleich tot auf der Straße rumliegen? Na, wir jedenfalls nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. Da sind wir doch gar nicht die Typen für! Da sind wir doch gar nicht für qualifiziert! Dieses ganze Tot-auf-der-Straße-Rumgeliege und Abgeholt-Gewerde und Häuser-Abgebrenne, das ist doch eher so Osteuropa- oder Naher-Osten-Style, ich glaub nicht, dass sich das hier durchsetzt, dafür gibts doch hier gar keinen Markt! Ich meine, guck dir doch die Leute da draußen an, die haben doch ganz andere Sorgen, als tot auf der Straße rumzuliegen, da haben die doch gar keine Zeit für! Das ist wie mit diesen afrikanischen Kindern im FernseheNorbert: so ein Hungerbauch an einem europäischen Kind, das geht doch gar nicht, wie würde das denn aussehen! Nee, nee. Und überhaupt: Sagst du mir jetzt endlich, was das mit diesen Oliven soll? Du ekelst dich doch vor Oliven.

    Kloß: Darum esse ich sie ja.

    Spinne: Und guckst währenddessen Bilder deiner Freundin an?!

    Kloß: Meiner Noch-Freundin. Ich versuche gerade, mich zu entlieben.

    Spinne: Was?

    Kloß: Ja, die Idee hab ich aus Clockwork Orange. Ludovico-Technik. Aversionstherapie. Wenn ich in Zukunft jedesmal, wenn ich meine Freundin sehe, an Oliven denken muss, dann ist es kein Problem mehr, mich von ihr zu trennen.

    Spinne: Du willst dich von deiner Freundin trennen? Ich dachte, du liebst sie.

    Kloß: Genau.

    Spinne: Du willst dich von deiner Freundin trennen, obwohl du sie liebst?

    Kloß: Nein. WEIL ich sie liebe. Und das versuche ich gerade zu ändern, verstehst du?

    Spinne: Nö. Klingt vollkommen verrückt.

    Norbert: Wahrscheinlich zuviel Brause getrunken.

    Kloß: Versteht ihr denn nicht? In solchen Zeiten wie heute ist es einfach besser, niemanden zu lieben. Das würde dich doch erst richtig krank vor Angst machen. Ich meine, stell Dir vor, es ist Krieg, und es gibt Menschen, die du richtig doll lieb hast und wärst ständig in Sorge, dass ihnen was passiert! Das wär doch schrecklich! Da kann ich echt drauf verzichten. Liebe ist ein Luxus für gute Zeiten, aber die sind vorbei. Da will ich vorbereitet sein. Emotionell, meine ich, nicht wie diese Hoschis, die Konserven und Klopapier horten und lernen, wie man mit ein bisschen trockenem Reisig, einem Feuerstein und kleinen Ästen einen WLAN-Hotspot einrichtet, statt sich erstmal von ihren Frauen und Kindern zu trennen. Ich meine, Weltuntergang ist schon alleine schlimm genug, ohne dass man um die Familie Angst haben muss! Einsamkeit ist der beste Bunker!

    Norbert: So’n Quatsch. Gerade in dunklen Zeiten braucht man doch die Liebe. Die Liebe ist nämlich das Größte was es gibt. Die Liebe gibt dir Mut, sie ist stärker als der Hass und die Niedertracht, die Liebe ist das Licht in der Dunkelheit und das Ende des Tunnels!”

    Kloß: Bäh, sagt Kloß, obwohl er gar keine Olive geschluckt hat. Wo hast’n das her?

    Norbert: Aus’m Internet. Stand gleich unter der Sache mit der Brause.

    Spinne: Ach, ihr seid ja doof. Ich finde, da ist viel Wahres dran. Die Liebe ist die eine Kraft, die stärker ist als das Böse. Nichts kann die Liebe besiegen.

    Kloß: Außer, das Böse kann Karate.

    Norbert: Also, ich will euch mal was sagen.
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    Norbert: Ich will euch mal was sagen.

    (Norbert schweigt.)

    Spinne: Ja?

    Kloß: Und zwar?

    Norbert: Ach, nee, doch nicht. Ich versteh die Welt auch nicht mehr, ich glaub die ham einfach alle zuviel Brause getrunken. Hat der Trick mit den Oliven jetzt eigentlich geklappt?

    Kloß: Nee, totaler Anschiss. Ich hab meine Freundin immer noch lieb und … auf einmal schmecken mir Oliven! So ein Mist!

    Spinne: Hurra. Die Kraft der Liebe, ihr Zauber besiegt alles, sogar den Olivenekel!

    (Kloß steckt sich die letzte Olive in den Mund.)

    Kloß: Ach, sei bloß still …

  • Chuck Norris zerkleinert nicht.

    Chuck Norris zerkleinert nicht.

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    (Salzburg, ARGEkultur, 12.2.2016)
  • Bilder des Monats (wobei der Begriff Monat sehr frei interpretiert wird)

    Bilder des Monats (wobei der Begriff Monat sehr frei interpretiert wird)

    Alles was man wissen muss.
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    Amsterdam: Durchfahrt-Verboten-Teufel! Oder, danke für den Hinweis, vielleicht doch eine Ninja-Katze?
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    Freuden-Fenchel
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    Five-Finger-Tree
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    „Bella“
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    Welches Tier?
    a) Ein Hahn
    b) EIne Giraffe mit einem Gemsbart am Sombrero
    c) Ein Hut, der einen kleinen Prinz verschluckt hat.
    Noch viel mehr Vorschläge gibt es hier bei Facebook!
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    Master of the Lamps-Selfie im Computerspielemuseum Berlin
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    Liepnitzsee 31.12.
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    Ich verstehe dieses Bild nicht.
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    Amsterdam Flowers
    Erkennst Du die Blüte?
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    Toter Elefandroid
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    Das Schreiben mach ich nur zum Geldverdienen. Eigentlich bin ich Selfie-Artist.
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    Brotale Wortspiele

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  • Schnaps, Butter, Würde

    Schnaps, Butter, Würde

    Nach Jahren des unsteten Herumirrens zwischen verschiedenen Lesebühnen und Slams, kommt nun wieder etwas Regelmäßigkeit in mein Leben. Bereits seit September gibt es die Lesebühne „Schnaps und Würde“, an jedem 4. Mittwoch im Monat – das nächste Mal also am Mittwoch, dem 27.1. – in Rixdorf. Mit dabei sind einige der besten Poetry Slammer Berlins und damit automatisch der ganzen Welt, möglicherweise der Milchstraße, auf alle Fälle des Sonnensystems: Felix Römer, Malte Roßkopf, Paul Bokowski, Lars Ruppel und … ähm … ich!

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    Ein ganz besonderes Projekt ist „Und jetzt die Raubtiernummer!“ – eine Show, jeden letzten Sonntag im Monat in meinem Stamm- und Lieblingscafé Butter in der Pappelallee 73. Zusammen mit der Musikerin Renee van Bavel und Gästen wollen wir etwas probieren, das ein bisschen über die klassische Lesebühne hinausgeht. Zum einen wird es viel Musik geben, wir wollen aber auch jedesmal etwas besonderes ausprobieren und uns und euch ein bisschen überraschen.

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    Zu Gast am 31.1., unserem Pemiere-Abend ist die wunderbare Lea Streisand. Der zweite Gast muss vorerst noch geheim bleiben, wird aber zu gegebener Zeit hier verraten:

    www.raubtiernummer.de

    und

    www. facebook.com/raubtiernummer

  • Wenn der Weg das Ziel ist, bist du tot

    Wenn der Weg das Ziel ist, bist du tot

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    Der Strand/der Berg/der Poetry Slam oder kurz gesagt: das Ziel zieht seine Daseinsberechtigung ja vor allem daraus, Vorwand für die Reise zu ihm zu sein. Weshalb sehnt sich denn der Mensch nach dem Meer, wenn nicht, um in ihm den Staub der Reise zu ihm abzuspülen? (Oder um es wiederum mittels eines Schiffes selbst zu bereisen.)

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    Daraus nun aber den Schluss zu ziehen, dass der Weg das Ziel sei, (mehr …)