Weblog & Podcast von Volker Strübing

Zurück in Berlin

Datum: 4.07.13
Kategorien: Sonst so

Zurück in Berlin. Nur fünf Monate war ich weg und trotzdem hat bloß eine der beiden Baustellen in meiner Straße überlebt. Dafür wurde aber auch eine neue eröffnet, an die ich mich aber erst einmal gewöhnen muss. Wie an die ganze Stadt.

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(Pankow vor dem Regen.)

Hier draußen in Pankow geht es ja noch – die Häuser sind halt sehr groß und die Straßen so breit, das man zum Überqueren so lange braucht wie für einen Bummel über das Bayreuther Stadtparkett (den Marktplatz), aber alles in allem komme ich klar. Schlimmer war schon ein Bummel durch den Prenzlauer Berg nach Mitte. Diese vielen Menschen, die offenbar alle als Stadtsschreiber tätig sind, da sie entweder planlos durch die Gegend ziehen oder in Cafés rumsitzen. Die vielen Touristen. Die vielen Modepüppchen (die zum Teil der Fashion Week geschuldet sein mögen). Die vielen Spätverkäufe. Nach dem ich solange auf sie verzichten musste, fällt mir erst wirklich auf, wie viele es sind! Wenigstens ein Fünftel aller Geschäfte, wenn nicht sogar 20%, während es in Bayreuth nicht einen einzigen gibt. Vielleicht wäre das ein Geschäftsmodell? Der erste Bayreuther Späti, man würde sicher sehr schnell sehr reich werden (aber wer will das schon?).

Recht angenehm ist die Anonymität der Großstadt. Ich war ja tatsächlich so eine Art Bayreuther F-Prominenz. Wenn es ein Oberfränkisches Dschungelcamp gegeben hätte, wäre ich bestimmt eingeladen worden. Letzten Sonnabend gab es ein hübsches Erlebnis: Ich saß mit meinem ersten Kaffee und meiner Morgenzigarette vor dem Kraftraum, meinem Stammcafé oder besser gesagt: meinem Stadtschreiberbüro, als eine Stadtführung vorbeispazierte und ich spontan in das Besichtigungsprogramm aufgenommen wurde (auch wenn ich wegen der etwas langen Nacht zuvor sicher keine Sehenswürdigkeit war). Zwanzig ältere Damen- und Herrschaften in beiger Funktionskleidung und mit bunten Regenschirmen lauschten den Ausführungen über den Stadtschreiber und ich grimassierte vor mich hin, probierte diverse Gesichtsausdrücke durch, weil ich mir noch keinen passenden für derartige Gelegenheiten zurechtgelegt hatte.

(Ich muss dazu erwähnen, dass die Stadtführererin mit mir bekannt ist und sie mich erst privat grüßte, eine gute Heimreise wünschte und bedauerte, dass sie nicht zu meiner abendlichen Abschiedslesung kommen könne, bevor sie sich an die Touristen wandte: „Das muss ich Ihnen kurz erklären …“ ;)

Das wird mir hier wohl nicht passieren, hier kennt mich ja nichtmal der Oberbürgermeister.

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