Autor: vstr@gmx.de

  • Wie man sich über alle Sex-Autorinnen hinaushebt

    Vorhin beim frühstücklichen Blog-Surfen bei wirres.net über Ariadne von Schirach gestolpert, die ein Buch über Sex in der Großstadt oder so geschrieben hat, und über deren Buchpremierenparty Bild.de schreibt:

    Ariadne von Schirach (28) aus Berlin, studierte Philosophin – die schöne Enkelin von Hitlers Reichsjugendführer Baldur von Schirach (1907–1974). Sie hat ein Skandalbuch* geschrieben, über das Kultur-Deutschland erregt diskutiert.
    Es erzählt von Gier – und ihrer ewigen Suche nach Sex.
    […]
    Was hätte der Opa der Autorin wohl dazu gesagt? Baldur von Schirach war einer der schlimmsten Nazi-Verbrecher, als Reichsstatthalter in Wien verantwortlich für die Deportation von 185 000 Juden.
    Junge arische Mädchen ließ er brav in weißer Bluse und schwarzem Rock aufmarschieren („Bund Deutscher Mädel“). Die Enkelin „distanziert“ sich von dem furchtbaren Verwandten und weiß doch, dass diese düstere Familiengeschichte sie über alle Sex-Autorinnen hinaushebt.

    Muss man sich das so vorstellen, dass sie jedesmal mit den Fingern kleine Anführungsstrichelchen andeutet und mit den Augen zwinkert, wenn sie sich von Opi „distanziert“? Nee, sicher nicht. Entweder der Autor ist wirklich so doof, dass er das versehentlich falsch gemacht hat, oder er dachte, dass die Leser das so gewohnt sind, weil sie ständig an irgendwelchen Imbissbuden Schilder sehen mit Aufschriften wie:

    „Leckere“ Würstchen

    Aber „dass diese düstere Familiengeschichte sie über alle Sex-Autorinnen hinaushebt“ ist doch wirklich eine bizarre Aussage, oder? Das klingt wie: „Jetzt neu: Ariadne von Schirach! 185.000 mehr von einem Familienmitglied deportierte Juden als herkömmliche Sexautorinnen!“

    Naja. Bild eben. Da kann man schließlich ein ganzes Blog drüber schreiben.

    (Volker)

  • So lasst uns denn ein virtuelles Apfelbäumchen pflanzen

    Da hatte ich wohl den richtigen Riecher:

    second life am ende?

    wenn ich das richtig überflogen habe, steht im tagesspiegel von heute kein wort zu second life.

    ([bov] eier erbsen schleim & zeug)

  • Hitler? Was hat der gleich nochmal angestellt?

    Es war ein kleines Skandälchen, eher skurril als wirklich empörend, was Spiegel Online am Dienstag berichtete: Bad Doberan, in dessen Ortsteil Heiligendamm bald der G8-Gipfel stattfinden soll, führt Adolf Hitler noch immer als Ehrenbürger. Selbstverständlich nicht, weil man dort der Meinung wäre, dass er das verdient hätte (na gut, irgendwann war man anscheinend einmal dieser Meinung gewesen, und ich fürchte, dass es dort wieder Leute gibt, die dieser Meinung sind), sondern aufgrund bürokratischer Schlamperei.

    Wie gesagt, ich habe eher über die Provinzposse geschmunzelt, als mich in irgendeiner Form darüber aufzuregen. Aufgeregt habe ich mich dann aber doch (mehr …)

  • Heiße Backen in der Schweiz

    Gedenktafel in einem schweizerischen Zug für die Heidi-Autorin Johanna Spyri. Leider etwas unscharf, weil einhändig im fahrenden Zug fotografiert:

    … deren Bücher in mehr als 50 Sprachen mehr als 50 Millionen mal gekauft und wohl noch viel öfter von Generationen von Kindern mit heißen Backen verschlungen werden.

    Die „heißen Backen“ finde ich so schön, dass ich es mir verkneife, Bastian-Sick-mäßig auf den anderen Merkwürdigkeiten dieses Satzes herumzuhacken.

    (Volker Strübing)

  • Daran merkt man, dass Frühling ist:

    Gestern habe ich offiziell auf Sommerbetrieb umgestellt. Das heißt: „Stöhnen über die Hitze“ statt „Schimpfen auf den Winter“.

    (Volker Strübing)

  • Wenn die Menschheit so weiter macht wie bisher …

    … wie lange dauert es dann wohl noch, bis auch das letzte Ladengeschäft durch eine Schlecker-Filiale oder ein „amerikanisches“ Nagelstudio voller vermummter Asiatinnen verdrängt wurde?

    (In Berlin bei der derzeitigen Ausbreitungsrate maximal 5 Jahre.)

    (Volker Strübing)

  • Im Bett mit Sean Paul

    Habt Ihr schon mal in einem eisernen Doppelstockbett in einem schlecht isolierten Haus direkt über einer Reggae/Dancehall-Disko übernachtet? Nee? Na, macht nichts. Muss man nicht haben. Es ist zwar eine interessante Erfahrung, wenn das Bett synchron mit der Bass-Drum schwingt und alles im Zimmer vor sich hin klappert und summt, aber nicht unbedingt eine schöne.

    Dafür war der Slam umso besser.

    Unausgeschlafene Grüße aus einem Internetcafé in Regensburg sendet Ihnen Ihr (was schreib ich hier schon wieder für einen Müll?! Kaffee!!!)

    Volker Strübing

  • Die Welt ist schwer am Durchdrehen (Nils Heinrich)

    Klar, genausogut hätte Nils auch sagen können: Wasser ist nass. Aber ab und zu fällt es einem halt besonders auf. (mehr …)

  • Restekuscheln

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TgtnFn6KUnM]

    Morgen erscheint michaEbelings Buch „Restekuscheln„. Schaut nur, wie er sich freut! Das Buch enthält einige seiner besten Geschichte auf Papier und auf beiliegender CD, denn es ist im wunderbaren Verlag Voland & Quist erschienen. Die Buchpremierenfeier mit MichaEbeling und dem Gute-Lieder-Macher Jan Koch findet morgen Abend um 20.00 Uhr im der alten Heimat, dem Zosch in der Tucholskystraße 30 statt. Der Eintritt ist frei und alle müssen hingehen!

    (Volker Strübing)

  • Den Fahrplan und die Polizei im Nacken

    Also, das war so. Am Sonntag wollte und sollte ich beim Poetry Slam in Leipzig mitmachen. Ich hatte mir einen späten Zug rausgesucht, weil ich am Nachmittag noch irgendwelche Dinge zu erledigen hatte, ich weiß gar nicht mehr, was, wahrscheinlich rumsitzen und so; die Steuererklärung habe ich jedenfalls nicht gemacht. Das hat mich so in Anspruch genommen, dass ich darüber die Zeit vergessen habe und viel zu spät losgehetzt bin. (mehr …)