Kategorie: Weltverbesserung

  • Freunde sind ja sowas von Web2.0

    „Zu Freunden hinzufügen“, „Murkelmaus Xantolipia is offering friendship“, „Danke für’s Adden!“ – ist das Web 2.0 eine einzige, nach Weichspüler duftende Wohlfühlmaschine?

    Zum Glück nicht – dank Nemester.com, „The new way to make enemies™“! Einfach und schnell online Feinde finden. Besonders praktisch: Im Profil seiner Feinde sieht man deren Feinde und kann mit der patentierten 1-Clickspiracy™-Technik sofort mit diesen zum Zwecke der Ausheckung von Bosartigkeiten konspirieren!

    Ebenfalls vorbildlich: Für 19.95$ pro Monat stellt Nemester professionelle Feinde zur Verfügung – gerade bisherige myspace-Nutzer, die vor lauter Freundemacherei gar nicht mehr wissen, wie man eine Feindschaft aufbaut, werden dieses Angebot sicher zu schätzen wissen …

    Leider, leider ist das Projekt noch in der Testphase, aber für uns Deutsche haben die Projektgründer immerhin eine tröstliche Botschaft:

    Until Nemester is open to the general public, please visit the ZPi Guestbook and make enemies there. (No German spammists, please. You already have enough enemies.)

    Auch gut: Isolatr und Snubster.

    (gefunden in dieser schönen Linkliste)

    (Volker Strübing)

  • Restekuscheln

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TgtnFn6KUnM]

    Morgen erscheint michaEbelings Buch „Restekuscheln„. Schaut nur, wie er sich freut! Das Buch enthält einige seiner besten Geschichte auf Papier und auf beiliegender CD, denn es ist im wunderbaren Verlag Voland & Quist erschienen. Die Buchpremierenfeier mit MichaEbeling und dem Gute-Lieder-Macher Jan Koch findet morgen Abend um 20.00 Uhr im der alten Heimat, dem Zosch in der Tucholskystraße 30 statt. Der Eintritt ist frei und alle müssen hingehen!

    (Volker Strübing)

  • Kann die Sonne diese Tränen trocknen?

    Unsere letzte Nacht im Zosch in der Tucholskystraße … nach 10 Jahren und über 500 Veranstaltungen zieht LSD nächste Woche um. Mal gucken, ob wir alle weinen müssen.

    (Volker Strübing)

  • 1100 Stunden

    Ich habe für 1 Monat, 2 Wochen und 4 Tage nicht geraucht. Dies hat mir 1.732,54 Zigaretten und 381,15 Euro erspart.

    Diesen Satz musste ich nicht selber schreiben. Das hat die Funktion „Text einfügen“ von Quitomzilla, einem fantastischen Plug-In für Firefox, für mich erledigt. Vielen Dank an dieser Stelle an Lars vom Spitblog, der mich auf dieses Programm aufmerksam gemacht hat. „Text einfügen“ ist nur ein kleiner Gag, die Hauptfunktion besteht in einem kleinen Grinsemund, den das Plugin in die rechte untere Browserecke zaubert. Geht man da mit dem Mauszeiger drauf, öffnet sich ein kleines Fenster, das einem dieselben Informationen wie in obigem Satz in einer kleinen übersichtlichen Tabelle liefert.

    quitomzilla.jpg

    Ehrlich: Das macht schon Freude! Außerdem überrascht einen Quitomzilla gelegentlich mit „Etappenzielen“. Gestern zum Beispiel ging kurz ein kleines Fensterchen auf und verkündete, ich hätte nun das Etappenziel „1100 Stunden“ erreicht. Das Programm wählt immer etwas schief wirkende Zahlen (1100 Stunden, 490 Zigaretten, 180 Euro).
    Das Plug-In ist auch für Leute interessant, die noch nicht mit dem Rauchen aufgehört haben, es aber irgendwann einmal wollen. Man kann das Fensterchen auch dazu benutzen, um sich immer mal wieder vor Augen zu führen, wieviele Zigaretten man in den letzten Wochen geraucht und wieviel Geld man dafür ausgegeben hat.

    Gestern Abend lag ich lange wach und habe gelesen und dem Raucherhusten eines Mannes in irgendeiner Wohnung unseres Hauses zugehört. Vor ein paar Wochen hätten wir noch im Duett husten können, aber inzwischen ist mein Husten fast verschwunden. Das ist großartig. Mit dem Rauchen aufzuhören ist wie von einer schweren Krankheit zu genesen. Letztlich ist es ja auch nichts anderes.

    1732 Zigaretten. Krass. Ungefähr 20000 Lungenzüge.

    Quitomzilla

    rauchfrei-online.de

  • Meine erste Weltvernichtungsmaschine

    Wie hier bereits angekündigt, habe ich mich mit der Entwicklung einer Weltvernichtungsmaschine befasst und diese nun endlich abgeschlossen. Die Weltvernichtungsmaschine ist einfach herzustellen, die benötigten Materialien sind billig und legal überall zu erwerben – daher hoffe ich, dass keine bösen Menschen diesen Beitrag lesen, denn in den falschen Händen kann so eine Weltvernichtungsmaschine viel Unheil anrichten.

    Beantworte folgende Frage bitte wahrheitsgemäß:

    Bist Du ein böser Mensch?

    Ja, ich bin böse. Deshalb besuche ich zuerst www.beichte.de („INNERE COMPUTEREINKEHR – Werden Sie ein guter Mensch und bekennen Sie Ihre Sünden jetzt.“)

    Nein, ich bin nicht böse und möchte die Bauanleitung lesen. (mehr …)

  • 2006 enttäuscht auf der ganzen Linien

     

    Vor einem Jahr habe ich eine Liste mit Wünschen an das Jahr 2006 erstellt. Diese habe ich mir nun noch einmal vorgenommen, um den Erfüllungsstatus zu überprüfen. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Gerade einmal hinter 3 von 30 Punkten konnte ich ein grünes „erfüllt“ setzen. Für nächstes Jahr werde ich eine Liste mit 1000 Wünschen anlegen, dann kann ich auch bei einer Wunscherfüllungsquote von 10% mit einem erfreulichen 2007 rechnen.

    • Ich wünsche mir für 2006, dass wir endlich Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen.
    • … dass diese Außerirdischen sich nicht als Arschlöcher entpuppen.
    • … dass diese Außerirdischen nicht allzu traurig sind, wenn sie mitkriegen, dass sie soeben den Planeten der Arschlöcher entdeckt haben.
    • … ein riesiges Aquarium mit einer Seekuh drin.
    • … dass Westschokolade wieder so gut schmeckt wie zu Ostzeiten.

    Hier gibt es die komplette Liste und den aktuellen Erfüllungsstand

    (Volker Strübing)

  • Tröstlich: Krieg überwiegend positiv

    In einem Telepolisartikel las ich ein aus der taz übernommenes Zitat von Generalleutnant a. D. Jürgen Schnell, Hochschullehrer für die Bundeswehr:

    Wenn der Krieg von Anfang an zur Geschichte der Menschheit gehört, dann ist anzunehmen, dass der Krieg überwiegend positive Funktionen erfüllt. Wäre es nicht so, dann hätte die Evolution sicherlich längst dafür gesorgt, dass der Krieg als Phänomen verschwunden wäre.

    Dieses Argument ist uralt, in seiner Dussligkeit aber immer wieder erstaunlich. Man braucht nur „Krieg“ durch „Popeln in der Öffentlichkeit“ ersetzen (oder durch „Kindesmissbrauch“, „Unfug reden“, „Schweißfüße“ etc.), um zu sehen, was das für ein Quark ist. Weiter:

    Die Natur ist offensichtlich von A bis Z auf Wettbewerb angelegt, und Kriege sind ihrem Wesen nach spezifische gewaltsam ausgetragene Formen des Wettbewerbs zwischen sozialen Großgruppen.

    Das ist nichts weiter als Sozialdarwinismus – für mich eine der inhumansten Gesellschaftstheorien überhaupt, weil sie letztlich das Menschsein an sich abstreitet, den Menschen zum Tier und das Töten oder Verhungernlassen dieser zweibeinigen Tiere zu einer aus Naturgesetzen resultierenden Notwendigkeit erklärt. Für Militärs (oder Neoliberale) muss es freilich schön sein, sich selbst als Vollstrecker des Willens der Natur betrachten zu können.

    (Volker Strübing)

  • Zeitumstellung (2) – Ein Verbesserungsvorschlag

    Es ist doch so: Alle Menschen mögen die Umstellung auf Winterzeit, freuen sich über die eine Stunde, die sie längerschlafen, feiern oder (als Nachtbusfahrer zum Beispiel) länger arbeiten können. Und alle Menschen hassen es, wenn ihnen diese Stunde wieder geraubt und die Sommerzeit eingeführt wird. Zuckerbrot und Peitsche. Da die Sommer-/Winterzeit von Menschen erdacht und eingeführt wurde (nein, sie ist nichts naturgesetzliches!), muss man davon ausgehen, dass hier planvoller Sadismus am Werke war.

    Es ginge nämlich auch anders: Man könnte auch im Frühjahr die Uhr um eine Stunde zurückstellen und schon wären alle Menschen zweimal im Jahr glücklich über eine geschenkte Stunde! Klar, Uhrzeit und Sonnenstand würden ihre bisherige enge Bindung aneinander verlieren und irgendwann würde es im Sommer schneien und zu Weihnachten würden alle an den Baggersee fahren, aber das klingt doch auch ganz gut, oder?

    Alle 12 Jahre kommt man wieder bei der „ursprünglichen“ Zeit an, das wäre eine prima Gelegenheit für ein großes weltweites Fest. Nett fände ich, wenn dieses Fest zu meinen Ehren abgehalten würde, schließlich ist diese Idee von mir.

    Obwohl … bestimmt hat da auch schon jemand eine Geschichte drüber geschrieben.

    (Volker Strübing)

  • Hurra, hurra, das Buch ist da, alle singen Trallala!

    lsdbuch1.jpg Am Wochenende sind zwei Riesenpakete mit den ersten Exemplaren des LSD-Buches angekommen! Das Buch ist im Verlag Voland & Quist erschienen und enthält viele, viele schöne Geschichten zum Lesen, eine CD mit vorgelesenen Geschichten, ein Foto von uns auf dem Innenumschlag, das man mit „Das Team der Geisterbahn heißt sie herzlich willkommen“ untertiteln könnte, ein Vorwort von Uli, dass man am ehesten mit einem richtig guten Espresso vergleichen kann (so bittersüß ist es), und ein Nachwort von Ivo, in dem er uns die Lesebühnen aus der Sicht der Literaturwissenschaft erklärt – und das auch noch unterhaltsam!

    Im Laden ist es noch nicht lieferbar, aber ab heute Abend kann man es im Zosch kaufen, und wer will kriegt, zu Buch und CD auch noch Autogramme von uns. Und das alles für 12,80!

    Wahrscheinlich wird der eine oder andere jetzt nicken und denken: Naja, wenn ich LSD-Mitglied wäre, würde ich auch so einen Jubeltext verfassen. Das ist richtig. Aber man kann doch nicht von mir erwarten, dass ich, bloß weil ich zufällig dran beteiligt bin, dieses wunderbare Werk nicht bejubele!

    Die eigentliche Bejubelung findet übrigens zusammen mit unserer 10-Jahres-Party am 3.11. im Roadrunners Paradise statt.

  • Kunst, rein, wahr

    Mal was zum Thema „reine wahre Kunst.“ Neulich in der Straßenbahn (manche sagen Tram) sitzt mit seiner Mutter ein Kind. Das Kind ist eindeutig geistig zurückgeblieben (manche sage speziell begabt). Es freut und freut und freut sich über eine Hauswand am Rosenthaler Platz, die über und über mit Graffiti (manche sagen Sachbeschädigung) verziert (manche sagen beschmiert) ist. „Sieht das schön aus! Sieht das schön aus! Sieht das schön aus!“ Ich überlege, wann ich das letzte mal so ehrliche begeisterte Freude beobachtet habe, wie in diesem Moment bei diesem Kind. Kunst, die Freude bringt, beim vorbeischaukeln mit der Straßenbahn. Ganz unerwartet, nicht im Museum, nicht im Feuilleton, nicht für Akademiker oder Steuerzahler. Nur so, für ein zurückgebliebenes Kind. Die Graffitimacher werden es nie erfahren. Ich denke über das Thema „reine wahre Kunst“ nach. Ich jedenfalls mache was anderes. Dann denke ich darüber nach, das Wowereit die Wahl gewonnen hat. Der war ja letztes Jahr Schirmherr eines Anti-Graffiti-Kongresses in Berlin. Soll dort immerhin eine sprayerfreundliche Rede gehalten haben.

    (Andreas Krenzke)