Wenn ich in den letzten Monaten mal zu McPaper musste, habe ich schon vorher Pickel gekriegt, weil ich wusste, was mich an der Kasse erwartet:
„Möchten Sie zu den Briefumschlägen vielleicht noch einen Schreibblock?“
„Darf’s zu dem Bastelpapier noch eine Schere sein?“
„Wollen Sie zu dem Notizblock vielleicht noch einen Kugelschreiber?“
Sie nennen es Service, eigentlich geht es um Absatzsteigerung und letztlich ist es eine Beleidigung. Für wie blöd halten die mich? Welche Antwort erwarten die? „Oh, was für eine tolle Idee: ein Schreibblock zu den Briefumschlägen – da habe ich ja sogar was, was ich in den Briefumschlag reintun kann! Ham sie vielleicht auch Briefpapier mit vorgedrucktem Text? So doof wie ich bin, wäre das sehr, sehr hilfreich!“
Gestern habe ich die Verkäuferin gefragt, ob sie das tun müsse und sie hat traurig genickt und als ich anfügte, dass ich das schrecklich fände, hat sie geseufzt und noch einmal genickt. Scheinbar war es ihr genauso unangenehm wie den Kunden. Und irgendein Marketingtrottel oder Werbemensch, jemand, der sich selbst womöglich als „Kreativen“ bezeichnet, ist stolz auf die geniale Service-Idee …
Mein Vorlesekollege Jürgen Witte vom Frühschoppen und der Reformbühne Heim und Welt hat mal sinngemäß zu mir gesagt: Es gibt einfach keinen Respekt mehr untereinander. Wie soll man auch Respekt voreinander haben, wenn man weiß, was man selbst und die anderen alles für peinliche, dumme Dinge tun und tun müssen, um Geld zu verdienen … Mist, ich kriegs nicht mehr ganz hin, muss Jürgen nochmal danach befragen, er hatte das wunderbar auf den Punkt gebracht.
Naja. McPaper ist eh doof – das Schlecker der Schreibwarenbranche – ein Grund mehr dort nicht hin zu gehen.
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