(18.00 Uhr, Hostel)
Gerade habe ich den Mundart-Slam gewonnen. Jetzt habe ich einen niedliche, kleinen Pokal, kann mich aber nicht richtig daran freuen, weil es Beschwerden gab, die nicht ganz unberechtigt sind. Ich habe ein bisschen rumberlinert, das verwaschene berlinerisch, das ich halt kann und dann (wie mir hinterher gesagt wurde) auch das noch nach der Hälfte des Textes vergessen und beinahe auf hochdeutsch weitergemacht 🙁
Es waren echte Mundart-Poeten da – teils mit verständlichen, teils vollkommen unverständlichen schweizerischen Dialekten – und mir wurde gesagt, ich hätte besser beim Storyteller-Slam antreten sollen, weil die echten „Mundartler“ schlechte Chancen gegen die besser verständlichen Texte einiger anderer Leute hatten. Außerdem habe ich ebenfalls hinterher erfahren, dass Leute mit richtigen Dialekt-Texten nicht mehr zugelassen worden sind, weil die Startliste bereits voll war. Das tut mir sehr leid.
Allerdings bin ich zum Mundart-Slam eingeladen worden, als noch Plätze frei waren. Ich habe nicht mit den Fingern geschnipst und „Ich will! Ich will! Ich will!“ gerufen – ich war einfach bloß nicht zickig. Ich sollte noch eine andere Sprachnote reinbringen, und das habe ich versucht. So halten sich sowohl Freude, als auch schlechtes Gewissen in Grenzen. Naja, auf alle Fälle hätte ich es ernster nehmen sollen.
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