Vorgestern bekam ich eine Email mit einem schönen Tippfehler: Statt „… für Ersatz würde ich sorgen …“ stand dort etwas von „Ersatzwürde“. Da habe ich ein bisschen drüber nachgedacht. Ersatzspaß, Ersatzindividualität, Ersatzfreiheit, Ersatzbefriedigung werden in den Einkaufszentren in allen Farben und Formen und für jeden Geschmack und Geldbeutel angeboten.
Und Ersatzwürde? Das ist dann wohl, wenn man unterbezahlte Reinigungskräfte „Facility Manager“ oder Soap-Clowns „Stars“ nennt. Oder Arbeitslose nicht mehr als Sache bearbeiten, sondern als Fall managen lässt. Und Nationalismus, Sexismus, Rassismus sind ebenfalls wichtige und seit Jahrhunderten bewährte Ersatzwürdeprovider.
Apropos: Vielleicht kann man ja den Artikel 1 des Grundgesetzes ändern, bevor er endgültig zur Farce wird. Wie wär’s mit: „Die Würde des Menschen ist unantastbar, es sei denn, es wird eine Ersatzwürde zur Verfügung gestellt“?
Hm. Ich glaub, ich trink erst mal Kaffee, da bin ich heut noch nicht zu gekommen.
(Volker Strübing)
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