Beschreibung einer vermiedenen Fotografie

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Habe gerade zwei Tage im schönen Hannover verbracht und dort in der Humboldtstrasse einen greisen Orientalen gesehen, der sich mit der Linken am Geschlecht gepackt hielt und mit der Rechten einen Rentnertrolley hinter sich her schleppte, gebeugt und versunken, dass es so aussah, als zöge er sich selbst samt seinem Gepäck am eigenen Sack durch die Stadt. Auch sowas, was ich nie fotografieren würde, wegen der Würde. 

(Andreas Krenzke)

Kommentare

4 Kommentare zu „Beschreibung einer vermiedenen Fotografie“

  1. Avatar von kunkelin
    kunkelin

    Hallo Andreas,
    bin ich ja froh dass mir sowas hier erspart bleibt wo das Netz doch voll ist von Menschen die in peinlichen Situatiuonen oder Positionen abgebildet sind .Ist ja i.O. wenn man weiß dass man fotographiert wurde und das Ergebnis selbst lustich findet .Aber ich finde es asozial fremde Leute so lächerlich zu machen. Denn du hast recht es hat was mit Wahrung der Würde zu tun…

    Liebe Grüße
    die Kunkelin

  2. Avatar von woktor

    Michael David Murphy hat aus dem Nicht-Fotografierten sogar ein Blog gemacht: http://www.unphotographable.com/

  3. Avatar von uli

    „Im schönen Hannover“: Was für ein großartiges Oxymoron!

  4. Avatar von Andreas Krenzke
    Andreas Krenzke

    Ich verwende grundsätzlich keine Oxymora. Mir hat Hannover gefallen.

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