Es fiel und fällt mir schwer, von der anstehenden Arktisreise zu erzählen. Zum einen, weil ich es lange Zeit nicht glauben konnte (und es wohl auch erst richtig glauben werde wenn wir unterwegs sind … und vielleicht nicht einmal dann), vor allem aber, weil ich dachte, dass sicher viele Leute neidisch sein würden. Ich wäre es zumindest, wenn mir jemand erzählen würde, dass er diese vollkommen verrückte Chance bekommt und so eine phantastische Reise macht. „Neidisch“ ist vielleicht das falsche Wort, weil da soviel Missgunst drinsteckt. Ich würde mich für denjenigen freuen und wäre gleichzeitig traurig, dass mir nicht auch so etwas passiert. In menschlichen Gehirnen ist ja viel Platz für widerstreitende Gefühle.
So ging es mir immer, wenn mir etwas außergewöhnliches passiert ist. Als ich 2005 die deutschprachige Slammeisterschaft gewonnen hatte, brauchte ich danach eine Weile, um das schlechte Gewissen den anderen gegenüber loszuwerden. Es war sicher kein unverdienter Sieg, aber da waren einige, die ihn mindestens genauso verdient gehabt hätten.
Jetzt ist es nichts anderes.
Ich hoffe sehr, dass sich die meisten meiner Bekannten und Kollegen mehr für mich freuen als traurig zu sein, dass sie hierbleiben müssen. Außerdem hoffe ich, dass ich am Ende nicht die Daheimgebliebenen beneiden werde 😉
(Volker Strübing)
PS:
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