Ich liebe es, per Hand zu schreiben. Ich habe meinen Roman per Hand geschrieben, und jetzt, da ich meinen Teil des Buches zu Nicht der Süden schreiben muss, kann ich wieder Heft um Heft füllen. Keine „Neue Datei“ und erst recht kein Seitenumbruch können es mit dem Öffnen eines neuen Buches mit wunderbaren leeren Seiten aufnehmen, mit dem umblättern, kein Tastaturgeklapper kann das Gleiten eines guten Füllfederhalters über glattes Papier ersetzen … ach, schade, dass ich nicht schnurren kann!
Natürlich nur, wenn es voran geht. Wenn der Kopf grad doof ist und das Papier leer bleibt, nutzt auch der teure Füller und das schön gebundene Buch nichts. Aber – und damit komme ich zum nächsten Vorteil des Schreibens per Hand – wenn man feststeckt, tippt man den Ertrag besserer Stunden ab. Klingt nach doppelter Arbeit, das ist es aber nicht. Weil das Abtippen gleichzeitig der erste Korrekturdurchgang ist und man viele kleine und größere Fehlerchen beseitigt. Rechtschreibfehler, Inhaltsfehler, Ausdrucksfehler, all solches Zeugs.
Inzwischen gebe ich ziemlich viel Geld aus, wenn ich mir ein neues Schreibgerät oder ein neues Heft kaufe. Ich muss damit ja auch eine ziemlich enge Bindung eingehen, wir werden einiges zusammen erleben. Vorbei sind die Zeiten als ich mit Lotto-Kulis in Hefte aus Connys Container geschrieben habe. Geht auch, klar, wenns sein muss mach ich das auch wieder, aber schöner ist es mit gutem Arbeitsgerät.
Ich arbeite und schreibe viel, es gibt Zeitdruck, aber keinen Stress. Ich habe den schönsten Beruf der Welt. Zumindest, wenn es so gut läuft, wie im Moment. Morgens (wenn ich es morgens schon aus dem Bett schaffe), wird abgetippt, Mittags gehe ich für zwei Stunden in ein Café schreiben, dann wird wieder daheim getippt und Krempel erledigt, abends gehe ich noch einmal für zwei oder drei Stunden schreiben, dann eher in die Kneipe als ins Café. So schön kann Arbeit sein. (Wobei das Glas Wein darauf hindeutet, dass ich zum Zeitpunkt des Fotos schon Feierabend gemacht habe.)

Das sind die Bücher und Hefte, die ich für Nicht der Süden bisher vollgeschrieben habe. Die bunten sind eher für Notizen, die mit dem Film zu tun haben, das große Buch „Notes“ habe ich während der Reise mit (gerne selbstmitleidigen) Tagebucheinträgen gefüllt, die anderen enthalten das, was einmal ein hoffentlich netter Teil des Buches von Kirsten und mir wird.

Der Schnipselfriedhof macht jetzt, zumindest was mich betrifft Weihnachtsurlaub bis Sonnabend oder so. Kein Bloggen mehr, bis ich die Rohfassung fertig habe!
Frohe Weihnachten!
(Volker Strübing)
PS: Einen lieben Gruß (unbekannterweise?)

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