Kategorie: Nicht der Süden

  • Achtung! Auch die ekligen Stellen waschen!

    Sehr reinlich: In isländischen Schwimmhallen hängen Waschanleitungen aus. Und überall sind Kameras, damit man im Blubberpool nichts Schmutziges macht …

    (Volker Strübing)

  • Mit der Schiffsschaukel zurück nach Island

    Mal wieder: Island. Mal wieder keine Emails vom Café aus abschicken können. Ansonsten ein Land zum Verlieben …

    Abschied von den Färöern. Der Mann mit der Kaffeetasse ist Florian, der Kameraassistent.

    Auf diesen idyllischen Moment folgten 30 Stunden extreme Wackelei. Trotz niedrigerer Windstärke als im Skagerrak wurden wir durchgeschüttelt wie nie zuvor. Wir können nur von Glück sagen, dass der Wind von der Luvseite kam, ansonsten hätten wir einpacken können. Ein altes Seemannssprichwort sagt: Wind von Lee, Schiff adé! Trotzdem wurde mir etwas mulmig – wenn man in der Messe sitzt und plötzlich ist das Bullauge unter Wasser, dann kann einen das schon beunruhigen. Die Janus funktioniert zum Glück wie ein Stehaufmänchen und richtet sich immer wieder auf (um dann zur anderen Seite zu kippen). Eine Weile macht mir das viel Spaß, aber mehr als einen ganzen Tag braucht das niemand. Es ist extrem anstrengend; der Kopf wird einem ganz matschig. Außerdem stinkt Sturm. Bzw. man merkt, wie man selber stinkt, weil alle Luken geschlossen sind, man nicht duschen kann und die Toilettenspülung nicht so richtig funktioniert. Zum Glück überdeckt der Dieselgeruch des Motors das schlimmste.

    Irgendwann wankte endlich Island ins Bild: (mehr …)

  • Färöer Ohe!

    Wow, das erste Mal seit 1999 oder so, dass ich über eine Woche lang nicht im Internet war! Ist gar nicht so schlimm.

    Alles was es zu berichten gäbe jetzt schnell hier reinzuschreiben, würde den Rest der Reisezeit in Anspruch nehmen. Darum nur ein paar Bilder …

    Blick aus der guten Stube bei Morgennebel während der Anfahrt auf Torshavn (Hauptstadt der Färöer Inseln):

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  • Sturmgeprüft

    Ich habe immer davon geträumt, zur See zu fahren. Ich dachte, wenn ich einmal viel Geld und Zeit haben sollte, dann würde ich mit einem Containerschiff mitfahren. Nie hätte ich mir träumen lassen, mit einem kleinen Expeditionsschiff Richtung Arktis aufzubrechen.

    Es ist unglaublich schön. Als wir aus dem Hafen ausliefen, war ich glücklich. Ich stand am Bug, schaute auf das Meer, winkte dem Skipper auf der Brücke, beobachtete die Möwen und aller Stress, alle Angstfielen von mir ab, wurden davongeweht wie … oh, Vorsicht, jetzt muss ich aufpassen, dass es nicht zu kitschig wird …

    Inzwischen weiß ich auch, dass ich die See nicht nur liebe, sondern auch vertrage. Gestern sind wir im Skagerrak in ein Unwetter geraten. Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir Windstärke 9 und die Wellen (mehr …)

  • Badespaß im Hafenbecken

    Kirsten, die Filmcrew und ich haben jetzt ein Zertfikat, das besagt, dass wir ein Überlebenstraining überlebt haben. Das brauchen wir, damit wir morgen mit dem Fahrstuhl fahren dürfen. Auf eine Windmühle in einem Offshore-Windpark. Also, das Fahrstuhlfahren ist eigentlich nicht das Problem, sondern der Weg zum Fahrstuhl. Ein kleines Serviceboot wird gegen zwei Gummiröhren bumsen, die an der Windmühle angebracht sind, dann müssen wir vom Bug auf eine Leiter klettern; das Boot setzt zurück und wir müssen bis zur Tür klettern. Je nachdem, wie der Wind ist, kann das eine recht aufregende Aktion werden. Aber wir sind ja jetzt vorbereitet. Sind von einer Hafenmauer ins Wasser gesprungen und von Rettungsbooten, sind von einem Kran aus dem Wasser gezogen worden, sind in Rettungsboote und -inseln geklettert und haben eine gekenterte Rettungsinsel wieder … entkentert oder wie auch immer man das nennt. „Wieder umgedreht“ vielleicht. Das alles in Gummianzügen und Fleeceunterwäsche in denen Nordseewasser rumschwappt. Hat sich angefühlt wie eingepullert im Gummianzug.

    Es ist ganz merkwürdig, aber ich habe es mir vorher schon fast gedacht: Das ganze passiert jetzt wirklich, aber ich habe es immer noch nicht richtig realisiert. Wenn mich jetzt jemand aufwecken würde, würde ich mich nicht wundern. Je nachdem, in welchem Moment ich geweckt würde, wäre ich entweder ein bisschen enttäuscht (nur ein bisschen, weil ich ja fast damit rechne, nur zu träumen) oder sehr erleichtert.

    Die ganze Sache ist alles andere als ein Urlaub. In der letzten Woche hatten wir normalerweise 4 bis 5 Stunden Schlaf und haben zwischen 12 und 16 Stunden gearbeitet. Einmal wurden es 20 Stunden.

    Trotz der Überlebensaction war das heute der mit Abstand entspannendste Tag, weil wir nichts geplant hatten bzw. planen konnten, sondern an den Ablauf des Trainings gebunden waren und einfach alles so passiert ist, wie es passiert ist, und die Kamera einfach mitgelaufen ist. Hoffentlich wird das in den nächsten Wochen öfter so sein.

    Es ist ein riesiger Unterschied, ob man einfach die kleine Videokamera anschaltet, drauflosplappert und einen Clip fürs Internet macht, oder ob man mit einer ganzen Filmcrew arbeitet, jede Aufnahem lange Vorbereitungen braucht und sich miteinander absprechen muss. Und das womöglich morgens um 1, wenn alle schon vollkommen fertig sind. Und dann sagt jemand „Und Bitte!“ und Kirsten und ich sollen einfach wir selbst sein und was interessantes sagen oder machen. Nebenbei muss ich gemeinsam mit Lutz die gesamte Serie im Auge haben und darauf achten, dass sich alles zu einer einzigen Geschichte zusamenfügt und mit Sabine, der Kamerafrau, und Lutz über die Kameraeinstellungen und Schwenks und Schnittmöglichkeiten reden. Ach so: Und ein Buch sollen wir zwischendurch schreiben …

    In 5 Wochen, wenn wir zurück sind, werde ich mir ein großes „Ich habe die Dreharbeiten überlebt“-Zertifikat ausstellen, gegen das die Überlebenstrainingsbescheinigung wie ein Witz aussehen wird.

    Ebenfalls in 5 Wochen werde ich soviel erlebt haben, dass es für den Rest meines Lebens reicht – dann kann ich den ganzen Schlaf nachholen.

    (Volker Strübing)

  • Gruß aus Reykjavik

    Schade, dass die Zeit fehlt, die schönen Seiten Islands aufzuzählen, darum nur ganz kurz die schlechten: Das heiße Wasser aus der Leitung stinkt und schmeckt nach Schwefel, es gibt hier genauso hässliche Häuser und Industriegebiete wie in Deutschland und das Essen, das wir uns leisten können ist doof. Und wenn man irgendwo W-Lan hat, kann man zwar Emails empfangen, aber nicht abschicken.

    Ansonsten: Toll, toll, toll.

    Es geht uns gut – wie könnte es auch anders sein, schließlich machen wir gerade eine Schlafmangeltherapie, wie sie gelegentlich auch gegen Depressionen eingesetzt wird. Heute ist zum Glück Sonntag und wir haben ausnahmsweise mal sagenhafte fünfeinhalb Stunden geschlafen.

    Gestern Nacht haben wir uns den Sonnenaufgang am Meer vor Reykjavik angeguckt (und sind dabei von der Kamera angeguckt worden). Vielleicht war es auch der Sonnenaufgang, das ist schwer zu sagen, weil beides ineinander übergeht. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass es hier noch eine richtige, wenn auch kurze Nacht gibt, aber es bleibt einfach immer hell … wozu auch, zum Schlafen kommen wir ja eh kaum.

    (Volker Strübing)

  • Auf Widersehen …

    … und vielen Dank für alle guten Wünsche!

    Volker

  • Angsthaushaltssperre

    Jetzt bin ich fast wieder ruhig. Nachdem ich in den letzten Tagen von einer Panikattacke in die nächste gestolpert bin, ist hoffentlich nicht mehr genug Angst für die eigentliche Reise übriggeblieben. Für solche Kleinigkeiten wie Angst vor Seekrankheit, Eisbären, Kajütenkoller war ohnehin schon kein Angstbudget mehr vorhanden. Das ist komplett für das Filmprojekt draufgegangen.

    Heute Nachmittag war ich noch Zeugs kaufen und plötzlich – ich bin ganz ruhig Rolltreppe gefahren – habe ich mir einen Nerv eingeklemmt. Es hat sich angefühlt, als hätte ich mir beim Rolltreppefahren plötzlich irgendwie eine Rippe gebrochen. Tat viehisch weh und ich habe kaum noch Luft holen können. Ich sah mich schon aus dem Krankenhaus beim Team anrufen und Bescheid sagen, dass es morgen früh doch nicht losgeht, weil ich mit Spontanrippenbruch im Krankenhaus liege. 2 Stunden hat es weh getan, dann hat sich alles wieder entklemmt und der Schmerz war weg. Mannomann, Kunden schicken die heutzutage in die Arktis …

    Mal gucken, ob ich irgendwo von unterwegs was bloggen kann, bzw. Zeit dafür finde. Gibts auf Spitzbergen ein Internetcafé?

    Hebt mir ein bisschen Berliner Sommer für den August auf! Alles Gute!

    (Volker Strübing)

  • Wie ich mal fast von einem Bären getötet wurde

    Die Reise zum Polarkreis wird für Kirsten und mich ein einziges Déjà-vu-Erlebnis. Das haben wir doch alles schon durch:

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    Vorgestern habe ich abends im Bett gelesen und dabei Gummibären gegessen. Und dann bin ich wohl mit einem Mund voller Gummibären eingenickt und habe einen von diesen Schlawinern eingeatmet. Keine gute Idee. Ich glaube, ich habe ihn ganz knapp vor dem Point-of-no-Return noch ausgehustet.

    Andererseits: „Kurz vor der Reise in die Arktis erstickte er an einem Gummibärchen“ – das wäre kein schöner Tod aber ein großartiger Witz gewesen. Und ich wäre auf geschickte Art um diese ganze beängstigende Sache herumgekommen …

    (Volker Strübing)