Kategorie: Seltsames

  • YouTube im Radio

    Ein Lied von mir wurde in einer Radiosendung verwendet. Das ist eigentlich eine prima Sache. Ich habe kein Geld dafür bekommen, aber das ist okay. So hören es wenigstens viele Leute. Und das wiederum hat ja einen schönen Werbeeffekt. Allerdings wurde mein Name nicht genannt, so dass sich der Werbeeffekt auch schon wieder erledigt hat. Allerdings bin ich auch ganz froh, dass kein Name genannt wurde, da das Lied durch Auslassungen sehr peinlich gewirkt hat, und wenn man mich gefragt hätte, hätte ich einer Ausstrahlung in dieser Form nicht zugestimmt. Dies womöglich ahnend hat man mich aber gar nicht gefragt oder auch nur informiert. Ein Freund von mir hat die Sendung gehört und mir Bescheid gesagt. […]

    UPDATE 3.9.: Es scheint sich alles zu klären und ich habe den Rest dieses Artikels deshalb rausgenommen. Vielleicht gibt es in ein paar Tagen nochmal ein Update.

    (Volker Strübing)

    PS: Mit dem Lied habe ich viel Freude. Vor allem wegen der lustigen Kommentare, die ich da kriege, und die bis zu Prügelandrohungen reichen. Klassiker, die immer wieder auftauchen:

    – „Es heißt Meeeeeeeklenburg, nicht Mäcklenburg!“ So was Blödes! Sogar die meisten Mecklenburger sagen Mecklenburg und nicht „Meeeeklenburg“. Und selbst wenn! Ich bin kein Mecklenburger, ich kann das aussprechen, wie ich will. Ich sage auch „Moskau“, völlig unbeeindruckt davon, dass manche Moskauer zu Moskau „Moskwa“ sagen.

    – „Der Spacko soll sich lieber mal selbst was ausdenken und nicht immer nur Rainald Grebe nachmachen!“

    – „Hoffentlich ist der Zug entgleist!“ (Das Video ist im Zug nach Wien gedreht.)

    Mein Favorit: „Der Typ soll sich mal vor der Aufnahme entscheiden, was er sagen will und nicht so blöd rumstammeln!“. Dazu muss man wissen, dass ich dreimal neu angesetzt habe, bis das Gestammel endlich zufriedenstellend stammelig klang.

    Die meisten Kommentare sind zum Glück positiv.

  • Perversion, 2x

    Mag man mit Fug und Recht mir Masochismus vorwerfen, weil ich die Berliner Zeitung – nun ja – lese, aber mir ist dabei eine Meldung aufgefallen:

    Zum jährlichen Bundestreffen kommen bis Sonntag in Berlin die „Bösen Blumen“ zusammen, „ein lockerer Zusammenschluss von linken Sadomasochisten“… Zu den Mitgliedern zählen nach eigenen Angaben Sozialdemokraten, Grüne, Anarchisten und Gewerkschafter…

    Also wenn man als Linker, oder gar Anarchist, sich mit Sozialdemokraten und Grünen assoziiert, dann ist das aber wirklich pervers, oder?

    (Andreas Krenzke)

  • Seltsame Verkaufsgespräche – Heute: Bei Kaiser’s

    Neulich wollte ich ein Brot kaufen. Aus Faulheit bei Kaiser’s, obwohl der weltbeste Bäcker der Welt gleich bei mir um die Ecke ist. Doch ich brauchte auch noch was für zum aufs Brot raufmachen tun und wollte nicht zweimal vom Fahrrad absteigen.
    Richtiges Brot gab es nicht mehr, nur irgendwelche Dinger mit Phantasienamen, die mir alle nicht brotig genug aussahen. Die genauen Gegenstücke zum Ruppelschen Traumbrot. Mit sowas braucht man den Kaiser’s Backstandstanten gar nicht kommen.
    Ich entschied mich für ein halbes Biomehrkornbrot. Als die Frau es mir einpacken wollte, zeigte ich auf den Bio-Aufkleber, der an der Rinde klebte. Ich erinnerte mich daran, dass ich mich über so ein Ding schonmal sehr geärgert hatte.

    Ich: „Äh, der Aufkleber da, geht der ab?“

    Sie: „Klar.“

    Ich: „Ich hab hier nämlich schonmal so ein Brot gekauft und da ging der nicht ab. Ich musste ihn dann rausschneiden.“

    Sie: (Polkt eine halbe Minute immer unwirscher werdend mit ihren Fingernägeln an meinem Brot rum, sagt dann:) „Na, den müssen Sie rausschneiden.“

    Ich: „Hm, das ist doch doof. Wieso pappen sie denn Aufkleber auf die Brote, die man dann aus der Rinde raussschneiden muss?“

    Sie: „Na, damit Sie als Kunde sehen, dass das ein Biobrot ist“

    Ich: „Häh??? Ähm, Sie haben das doch aus dem Fach mit der Aufschrift Biobrot gezogen.“

    Sie: „Naja, Aber da kann ja sonstewas stehen. Sie müssen doch sehen, dass das ein Biobrot ist!“

    Völlig verdattert nahm ich das Gebilde aus der Familie der Brotartigen, aus dem sie inzwischen ein großes Stück Rinde samt Aufkleber herausgeschnitten hatte, entgegen und fuhr nach Hause. Der Kopf schwirrte mir von all den unbeantworteten und ungestellten Fragen:

    • Wenn auf den Regalen sonstewas draufstehen kann, kann dann nicht auch auf den Broten sonstewas draufkleben?
    • Wenn ein teures Biobrot nur mithilfe eines Aufklebers von einem herkömmlichen Chemobrot unterscheidbar ist, was war dann gleich nochmal das Verkaufsargument für Biobrote?
    • Warum benutzen sie ausgerechnet den stärksten Kleber, den die chemische Industrie bereitstellt, um ihre Biobrote mit Aufklebern zu verschandeln?
    • Warum sind sie nicht so clever, statt der Biobrote die Chemobrote mit einem „Kein Biobrot“-Aufkleber zu versehen? Dann müssten die, die das billige Brot kaufen, die Rinde kaputtschneiden und würden beim nächstenmal vielleicht mehr Geld für ein aufkleberfreies Brot ausgeben und so den Kaiser’s-Umsatz steigern.
    • Wird dieser Trend eines Tages auch die Klamottenläden erfassen und werden wir dann aus neuen Hosen und Hemden ersteinmal die „100% Baumwolle“-Aufkleber rausschneiden müssen? Dann kauf ich nur noch Synthetik!

    Die Welt wid immer ulkiger. Aber das war ja eigentlich auch schon immer so.

    (Volker Strübing)

  • Publikumsbeschimpfung

    Gestern war ich bei einem sehr schönen Konzert der Willard Grant Conspiracy im Babylon (Dank und Gruß an den netten Hern vom Landbuchhandel 😉 Ein Sitzkonzert. Ist eh keine Tanzmusik, sondern was zum Hören und Versinken. Sehr melodisch und melancholisch und die Texte handeln entweder vom Tod oder von gebrochenen Herzen, im Normalfall jedoch von beidem.

    Unangenehm fielen mir leider die Zuschauer auf. Ich hatte sie schon beim Vorprogramm im Verdacht, doof zu sein, weil sie über die Witze des Saengers so lachten, als fänden sie sie nicht lustig, sondern als wollten sie zeigen, dass sie sie als Witze identifiert hatten und ihr Englisch gut genug war, um sie zu verstehen. (Aus dieser Beleidigung spricht zugegebnermaßen der Hass eines Mannes, dessen Englisch nicht gut genug war sie zu verstehen und sie nur anhand des Schmunzelns des Sängers und des wichtigtuerischen und anbiedernden Lachens einiger Publikümmer als Witze identifizieren konnte.)
    Schlimmer noch fand ich das Gejohle nach jedem Lied. Kann man nach einer tieftraurigen Ballade nicht wenigstens warten, bis der Schlussakkord verklungen ist, bevor man den Mund aufreisst und „Wuhuhuhuuuu“ macht? Überhaupt ist das Gebrüll zwar eine überaus angemessene Form seiner Begeisterung beispielsweise bei einem Popkonzert Ausdruck zu verleihen, aber bei den meisten anderen Darbietungen sollte man sich vielleicht mit einem Klatschen begnügen. Das Johlen hat sich ja auch bei Lesungen längst durchgesetzt und dummerweise wird man als Auftretender von dieser Entwicklung bzw. Eskalation angesteckt und denkt sich: Oh Gott, nur Applaus, niemand macht „Wuhuhuhuuuuu“, was habe ich falsch gemacht?

    Wird man auch bei klassischen Konzerten bald solchen Jubel statt einförmigen Applausrauschens hören?

    Klingt das jetzt sehr nach: „Untergang des Abendlandes“ und „Also zu meiner Zeit hätts das nicht gegeben“?

    (Volker Strübing)

  • Wenn Schuster nicht mehr bei ihren Leisten bleiben …

    spielen Schriftsteller Fußball.

    Der Hüpfende ist Uli Hannemann. eigentlich sah das viel eleganter aus, ehrlich! Aber die lange Belichtungszeit …

    Nach dem Spiel. Uli und Jochen Schmidt. Geschwitzt haben die, heiliger Bimbam. Hab gefragt, wieso die das machen, wo das doch so anstrengend ist, und die erzählten irgendwas von Spaß.

    Dabei kann man ja, wenn man Spaß will, auch einfach nur rumsitzen, was dann im Vereinsheim auch ausgiebig getan wurde. Die Schriftsteller sahen prompt wieder viel schriftstelleriger aus:

    (Volker Strübing)

  • Leider keine Kamera zur Hand gehabt

    Gerne hätte ich in Tübingen diesen rätselhaften Slogan fotografiert: Nazis Gegen Rechts!

    (Andreas Krenzke)

  • Was würde Churchill dazu sagen?

    Volker kann man, glaube ich, mit drolligen Statistiken immer eine Freude machen, darum will ich das jetzt mal tun – ist ja schließlich Weihnachten: Marathonläufe retten Menschenleben, weil auf den gesperrten Straßen weniger Autofahrer bei Unfällen sterben. Und das, obwohl bei Marathonläufen auch Menschen gestorben sind, und zwar 26 Teilnehmer – das sind 0,8 Tote auf 100 000 Teilnehmer. Weil aber die Straßen zugunsten des Sports gesperrt waren, habe es 46 Verkehrstote weniger gegeben. Damit seien für jeden Toten beim Marathon 1,8 Verkehrstote vermieden worden.

    (Andreas Krenzke)

  • Wie geht eigentlich die Mehrzahl von Duden?

    In einem schon etwas älteren schönen Text von Tube, geht es über Pluräle, über Milchreisen, Döni und Gänsehäute am ganzen Körper. An den Text musste ich denken, als ich neulich in einem Buch auf Traumen gestoßen bin, als Plural von Trauma. Erst kurz gewundert, dann gedudent, und siehe: es ist recht so. Aber warum Traumen? Warum nicht Traumas? Es heißt doch auch Kommas und nicht Kommen, Dilemmas und nicht Dilemmen, Omas und nicht Omen, Opas und nicht Open. Na egal – die Redewendung „der Text geht über…“ zum Beispiel ist viel schlimmer.

    (Andreas Krenzke) 

  • Okay, ein Bonbon, aber war es das wert?

    Du liebe Güte, ist mir das wieder mal peinlich, zuzugeben, was für Dreck ich manchmal lese! Es gibt ein Interview, dass in der Illustrieren Vanity Fair erschienen ist, und in dem Michel Friedmann Horst Mahler befragt. So weit so schlimm und Grund genug, eigentlich ignoriert zu werden. Aber dann dieses Bonbon:

    M.F. Was halten Sie eigentlich von Otto Schily, mit dem Sie ja früher auf derselben Seite standen?

    H.M. Sehen Sie, bei Otto Schily glaube ich, einen Persönlichkeitswandel negativer Art feststellen zu können. Das zeichnet sich schon in seinem Gesicht ab.

    (Andreas Krenzke)

  • Zettelwirtschaft

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