Kategorie: Verschwörungen

  • Kid Wars

    Gerade habe ich im Radio ein Interview mit einer Soziologin zum Thema „Kinderboom im Prenzlauer Berg“ gehört. Seitdem grübele ich darüber nach, ob es mit dem „Boom“ etwas anderes auf sich hat, als ich bisher dachte. Schließlich habe ich dieses Wort zuallererst in Comics gelesen, wo es üblicherweise das Geräusch einer Explosion beschrieb. Und nun sprach diese Frau im Radio von Leuten, die als Studenten nach Ostberlin gezogen, mittlerweile mit dem Studium fertig und „in der Kinderkriegphase“ seien.

    Stimmt irgendwie mit meiner Beobachtung überein, dass die Kinderwagen immer monströser werden. Inzwischen schieben einige Mütter ja halbe Humvees über die Gehwege. Und man stellt sich ihnen besser nicht in den Weg.

    (Volker Strübing)

  • Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Irrer her…

    Hallo Terror-Kids!

    Alles Stress, oder? Bombenbauanleitungen angucken im Internet bald strafbar? Tante Zypries verbietet Ferien im Terror-Camp? Und die Telekom euch die Bezeichnung T-Kids? Die neuen biometrischen Passbilder sehen auch zum kotzen aus?

    Calm down! Alles easy. Braucht bald keine Bomben mehr zu bauen. Braucht bald keine Pilotenausbildung. Ihr müsst nur glaubhaft machen, dass ihr den Vogel entführt habt. Das wird vielleicht ganz einfach, Handy im Flugzeug soll ja demnächst erlaubt werden. Jedenfalls ballert „Verteidigungs“-Minister Jung dann für euch den Braten vom Himmel. Vielleicht müsst ihr dazu dann nicht mal selbst an Bord. Der ist einer von Euch, der Jung. Zur FIFA-WM 2006 ™ hat er schon mal Piloten gecastet, der Jung, sagt er. Könnte höchstens passieren, dass der Schäuble den Jung zielgerichtet töten lässt, weil er doch einer von euch ist. Aber dann hat er immerhin die 72 Jungfrauen, also der Jung jetze.

    Also Terrorkids: chillen und Tee trinken! Und auf die neueste Bundestrojaner-Version aktualisieren!

    (Andreas Krenzke)

  • Ärgernis: Fahriger Journalismus

    Ein guter Rat an alle Schreibenden besagt, man solle nicht öffentlich auf Kritik reagieren, da man sonst schnell als eingeschnappte Leberwurst dasteht und den Eindruck vermittelt, von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt zu sein. (Leider ist guter Rat an mich meist verschwendet. )
    Auch las ich erst neulich, dass es ganz unnütz, ja sogar schädlich sei, Dinge, die man widerlegen wolle, zu wiederholen und der Wahrheit – bzw. der eigenen Meinung – gegenüberzustellen, da man damit nur zur Verbreitung dessen beitrage, was man doch am liebsten aus der Welt hätte.
    Und schließlich sagte schon Lichtenberg:

    Unempfindlichkeit gegen den Neid und die Bösartigkeit von anderen ist eines der sichersten Anzeichen für einen bedeutenden Geist, und weil sie so gut gerechtfertigt werden kann, ist sie auch einer der massivsten Racheakte, die sich denken lassen.

    (zitiert nach Marcus Hammerschmitt: „Bewunderer, Besserwisser und Feinde“)

    Andrerseits möchte ich mich in Bescheidenheit üben und deshalb durch Missachtung dieses Aphorismus den Eindruck vermitteln, kein bedeutender Geist zu sein. Um mal einen alten Schnipselfriedhofsschnipsel zu zitieren:

    Wie sagte doch der Kellner, als er mir gestern in der Kneipe eine neue Kerze brachte? “Hier hast du noch ein kleines Licht.” Hab ich mir “das kleine Licht” angeguckt und gedacht: Na super. Gleich und gleich gesellt sich gern …

    Jedenfalls: Jemand hat was Doofes über mich und LSD geschrieben und ich werde mich jetzt ein bisschen darüber aufregen. (mehr …)

  • MinSeLeb

    Mancher schreibende Kollege empfiehlt, morgens nach dem Aufstehen erstmal ein paar Minuten einfach draufloszuschreiben, rauszulassen, was einem gerade durch den Kopf geht. Traumfetzen, Gedanken, sinnlose Geschichten, Hasstiraden, eine Anekdote, an die man sich erinnert – egal. Nicht nachdenken, nicht korrigieren, keine Selbstzensur, einfach nur schreiben, schreiben, schreiben. Hinterher kann man das Geschriebene bedenkenlos wegwerfen; es ging schließlich nur darum, in die Gänge zu kommen, sich warmzuschreiben sozusagen.

    Ich habe mit dieser Methode schlechte Erfahrungen gemacht. Das gute Gefühl schon einen Text geschrieben zu haben, löst bei mir wohlige Feierabendstimmung aus. Ein Text pro Tag ist schließlich genug! Ich wäre froh, wenn ich diesen Schnitt halten würde.

    Dennoch ist die Versuchung groß jetzt genau das zu tun, einfach schreiben, schreiben, schreiben ohne nachzudenken, ohne zu korrigieren, ohne Selbstzensur. Mit großer Schrift meine Internetklowand beschmieren. Das  Internet mit Gedankenmüll vollmachen, bis es platzt. Unschuldigen Lesern Lebenszeit stehlen.

    Und das alles nur, weil ich, solange ich schreibe, eine gute Ausrede habe um nicht bei der Telekom-Rechnungsstelle anzurufen. Ich bin schon gestern in der Telekomfiliale nicht ausgerastet – obwohl ich allen Grund gehabt hätte – ob ich das heute am Telefon nochmal schaffe? Die Telekom ist eines der Hauptwerkzeuge des Ministeriums zur Senkung der Lebensqualität (MinSeLeb), von dessen Existenz viele Bürger ja gar nichts wissen. Durch intensive Nachforschungen Nachdenken Gespräche beim Bier haben Spider und ich zufällig vor einigen Jahren das Geheimnis gelüftet. Leider haben wir die Aufklärungsarbeit sträflich vernachlässigt. Ich gelobe Besserung.

    So. In einer Stunde muss ich losfahren. Nach Potsdam, geheimnisvollen Dingen entgegen, von denen ich hoffentlich nachher berichten kann. Eine Stunde, puh, das wird knapp. Ich muss ja auch noch Zähneputzen und Schuhe anziehen, nee, nee, also bei der Telekom anrufen, schaffe ich jetzt nicht mehr, oder?

    Außerdem habe ich ja jetzt schon einen text geschrieben und gerade macht sich so ein wohliges Feierabendgefühl breit. Will ich mir das von den Mächten der Finsternis verderben lassen?

    Hm. Es führt wohl kein Weg dran vorbei.

     (Volker Strübing)

  • Heiliger Bimbam II

    Es wird immer schlimmer. Nicht nur, dass die Einschränkung von Konsum und Energieverbrauch als Verstoß gegen das 1. Gebot interpretiert werden kann. Nein, jetzt rotten sie sich auch noch alle zusammen und machen gemeinsame Sache. Und das, wie es nicht anders zu erwarten sein sollte, beim Fußball. Dort, wo schon der unverkrampfte Umgang mit der Nation (2006) geprobt wurde. Nun also der unverkrampfte Umgang mit den Glauben. Ein Fußballmatch Pfarrer gegen Imame mit jüdischen Schiedsrichtern. Vielleicht hätte ich, wenn das Bedürfnis nach Religion und deren Akzeptanz so groß ist, damals doch, bloß um ein Gegengewicht zu schaffen, mit Micha Ebeling eine Sex-Sekte gründen sollen.

    (Andreas Krenzke)

  • „The Ring“ reziprok: Wer dieses Video nicht guckt, stirbt!

    Am Dienstag hatte der 4. Teil von „Kloß und Spinne“ zwar schon Premiere im Bassy, aber bevor ich ihn ins Netz packe, ist noch ein bisschen Feinarbeit nötig. Diese hätte ich am Mittwoch Abend und Donnerstag Vormittag erledigen können, wenn ich nicht stattdessen einen Trailer gebastelt hätte:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=1Tmkv799qd0]

    Oder bei Google Video (bin zu blöd, den Player hier einzubauen, darum nur als Direktlink):

    http://video.google.de/videoplay?docid=-6920224689320985322

    Bei aller Bescheidenheit muss ich sagen, dass der Trailer doch sehr gut geworden ist (zum Thema Eigenlob nehme ich übrigens im Video selber Stellung), so dass – eine erstaunliche Parallele zu vielen Multi-Milllionen-Dollar-Produktionen aus Hollywood – der eigentliche Film da wohl nicht mehr rankommen wird …

    (Volker Strübing)

  • Ich bin beunruhigt, sehr beunruhigt …

    Ist das neu oder habe ich das in den zwei Jahren, die ich hier wohne, nicht bemerkt? Vielleicht habe ich es aus dem Augenwinkel wahrgenommen, ohne dass es mir richtig zu Bewusstsein gekommen ist. Rühren daher die finsteren Träume?

    hauswand.jpg

    Aber was zum Teufel ist das? Was passiert, wenn man den passenden Schlüssel in die Wand steckt und rumdreht? Öffnet sich ein Tor zu einer Parallelwelt? Soll ich einen Schlüsseldienst anrufen und es herausfinden? (Ach nee, besser nicht.)

    Ich bin beunruhigt, sehr beunruhigt.

    (Volker Strübing)

  • Wenn Robben hinter Robben robben, robben Robben Robben nach

    Parental Advisory: Im folgenden blogge ich über Blogs und Blogger. Und über die Bahn. Und über Bielefeld. Wer weiterliest, ist gewarnt und soll hinterher nicht rumheulen.

    (mehr …)

  • Haben Sie Ufo`s?

    Es wird alles immer merkwürdiger. Eigentlich sollte ich jetzt im Zebrano-Theater bei Sebastian Krämers „Förderverein Genie & Wahnsinn“ auftreten (er hat mir aber nicht verraten, in welcher der beiden förderungswürdigen Kategorien), aber die Veranstaltung ist wegen einer Erkrankung ausgefallen – hoffentlich nichts schlimmes. Ansonsten wäre sie wahrscheinlich wegen wetterbedingtem Zuschauermangel ausgefallen. Mir ist das gar nicht so unrecht, ich muss sowieso noch ein bisschen über dieses, in Hamburg gesehene Schild nachdenken, bevor ich mich wieder unter Menschen begeben kann:

    quilten.jpg

    Inzwischen habe ich wenigstens in Erfahrung gebracht, was ein Quilt ist, aber als ich das Schild (ha! Schild, reimt sich auf Quilt, habt ihr das bemerkt?! Schild – Quilt – Zufall???), ähm, gestern sah, war es für mich absolut unverständlich und wahnsinnig. Jetzt ist es … naja, eigentlich immer noch unverständlich und wahnsinnig. „Haben Sie Ufo’s?“ – Ja wie jetze, gebrauchte, oder was? Wenn ich eins hätte, würde ich es nutzen, um schnellstens diesen Planeten zu verlassen, auf dem ich mit Leuten zusammengesperrt bin, die mir „Wir quilten gern für Sie auf der Langarm-Quiltmaschine“ zuraunen !

    Dem Wort Quilt bin ich übrigens doch schon einmal begegnet, ohne mir über seine Bedeutung Gedanken zu machen. Dachte, das ist halt irgend so eine Wortschöpfung. Auf dem Cartoonblog beetlebum.de bin ich auf das wunderbare (echt jetze!) Projekt Zoomquilt gestoßen. Was das ist, beschreibt Johannes Kretzschmar von beetlebum, in diesem Artikel. Oder ihr guckt es euch einfach an und staunt.

    (Volker Strübing)

  • Warum Frauen wie Überraschungseier sind …

    … und was das mit Pawlow und dem Internet zu tun hat, erklärt Felix Bonke in einem Text, den ich im Oktober auf der Münchener Lesebühne Westend ist Kiez von ihm gehört habe, und um dessen Online-Veröffentlichung ich ihn letzten Sonnabend, als ich wieder dabei sein durfte, gebeten habe.

    Und, liebe Science-fiction-Autoren, aufgepasst! Wenn ihr glaubt, ihr müsstet jetzt noch Bücher über den Kampf Mensch gegen Maschine schreiben, […] dann lasst euch gesagt sein: Das ist kalter Kaffee. Darüber könnt ihr höchstens einen Historienroman veröffentlichen, denn dieser Kampf ist schon mitten im Gange. Das Internet hat längst eine eigenständige Persönlichkeit erlangt und miese Tricks ausgetüftelt, wie man uns kontrollieren kann. Wie das Internet auf diese Tricks gekommen ist, ist nicht schwer zu erraten. Schließlich ist es das Internet und kann alles in sich selbst nachschauen.

    Und hier ist der ganze Text.

    Danke!

    (Volker Strübing)