Kategorie: Weltall, Erde, Mensch

  • Daten brauchen keinen Schutz. Die können auf sich selbst aufpassen.

    Eigentlich bin ich ja für Datenschutz und so. Aber manchmal denke ich auch: Scheiß drauf. Da kann man auch gleich gegen die Kontinentaldrift demonstrieren. Daten und Informationen sind einfach da und es werden immer mehr und der Versuch, ihre Erfassung und Verbreitung zu begrenzen ist etwa so sinnvoll, wie es die Versuche waren, die Verbreitung von Büchern zu behindern, nachdem olle Gutenberg erstmal den Teufel aus der Flasche gelassen hatte.

    Viele Menschen machen sich wenig Gedanken um ihre Privatsphäre. Wenn erst entsprechende Geräte verfügbar sind – und das sind sie sicher bald – werden wir erleben, dass einige Leute ihr ganzes Leben als Stream online stellen. (Und damit auch Teile des Lebens aller Leute, denen sie begegnen.) Vielleicht schalten sie die kleine Kamera ab, wenn sie auf Klo gehen oder Straftaten bestellen; einige werden aber nicht einmal das tun. Wem die eigene Privatspähre egal ist, der wird sich auch schwer damit tun, die Privatspähre anderer zu respektieren. Vielleicht wird diese Entwicklung zu einem größeren Problem für den Datenschutz als die Überwachung durch den Staat oder die Datensammelwut der Marketingabteilungen.

    Vor einiger Zeit habe ich mal eine längere SF-Geschichte zu dem Thema geschrieben. Hier ist ein kurzer Ausschnitt, eine Art Hintergrundtext zur eigentlichen Geschichte: Little Big Brothers

    Die Daten sind da. Es gibt kein Zurück. Wir müssen uns entscheiden, wem sie gehören sollen – einer kleinen Elite oder allen.

    (F.L., 2016)

    Vielleicht ist es ja wichtiger, für die Freiheit von Information zu kämpfen, als zu versuchen sie zu „schützen“ und zu verhindern? Das gruslige an der Vorstellung einer Orwell’schen Zukunft ist doch vor allem die Tatsache, dass man der Beobachtung durch ein repressives System ausgesetzt ist, oder? Klar, uns wird es schwer fallen, auf die Privatsphäre zu verzichten, weil wir mit dem Glauben aufgewachsen sind, sie sei ein grundlegendes Menschenrecht. Weil wir daran gewöhnt sind. Aber vielleicht werden unsere Enkel einmal den Kopf darüber schütteln.

    Ich denke oft über dieses Thema nach. Heute bin ich wegen einer Nachricht aus Amerika darauf gekommen:

    Für 999 Dollar und jede Menge Speichel: Künftig kann sich jeder seine Gene via Internet analysieren lassen – und Auskunft über Erbkrankheiten erhalten.

    Hanno Charisius / Süddeutsche Zeitung

    Im ganzen Artikel findet sich kein Hinweis darauf, dass man nachweisen muss, dass das eingesandte Material von einem selbst stammt. Der Umstand, dass man einen ziemlich fetten Spuckeflatsch einschicken muss, bringt immerhin eine gewisse Sicherheit vor Gendatenpiraten mit sich. Aber schon bald ist das vielleicht schon mit einem eingesandten Haar möglich.
    Mit etwas Geschick sollte es immerhin möglich sein, der Freundin oder dem Freund das benötigte Material abzuluchsen. Dann kann man sie oder ihn zum Geburtstag überraschen mit einer Analyse ihrer oder seiner Wahrscheinlichkeit an Brust- oder Postatakrebs zu erkranken. Das gibt ein Hallo!

    (Volker Strübing)

  • Das Lexikon der bösen Menschen – Heute: D wie Dielenabschleifer

    Wer Dielen abschleift oder abschleifen lässt, handelt bewusst unsozial. Zuerst natürlich durch das Dielenabschleifen selber, eine stundenlange Tortur für alle Nachbarn. Der böse Mensch nimmt dies bewusst und achselzuckend als Kollateralschaden in Kauf. Dies ist umso verwerflicher, als sich Dielenabschleifer häufig ausgerechnet in Nachbarschaften niederlassen, in denen es einen großen Anteil an Heimarbeitern, lernenden Studenten und auschlafenmüssenden Künstlern gibt. Um den Effekt zu verstärken, wird stets bei offenen Fenstern abgeschliffen. Dabei wäre es ein leichtes für den Abschleifer, alle Fenster und Türen beim Abschleifen geschlossen zu halten und alsbald am Staub zu ersticken, womit allen gedient wäre.

    Für den Menschen, der eine Etage unter den nun abgeschliffenen Dielen wohnt, beginnt das Martyrium erst, wenn es für alle anderen überstanden ist. Wenn nicht eine Trittschalldämmung eingebaut wurde (und wo wird sie das schon?), wird ihn in in den folegenden Jahren täglich, allabendlich, oft genug auch mitten in der Nacht das Getrampel des über ihm wohnenden bösen Menschen (in Zukunft kurz Überbös genannt) quälen. Gern rennt der Überbös in Schuhen durch die Wohnung, weil doch das Parkett so kalt ist, dass er nicht barfuss gehen kann und so rutschig, dass Socken nicht in Frage kommen. Und am meisten Spaß macht es natürlich, immer und immer wieder über die eine knarzende Diele zu latschen!

    Es mag übrigens durchaus unböse Menschen unter den Dielenabschleifern geben – abgeschliffene Dielen sind nur ein Indiz, kein Beweis für Bosheit und man muss im Einzelfall sicher auch mildernde Umstände (wie etwa eine behütete, großbürgerliche Kindheit) prüfen.

    Was soll man von Menschen halten, die statt kuschelig-weicher Auslegware kalte, menschenverachtende Holzdielen bevorzugen? Geht es ihnen nur darum, dass sie sich darin zumindest ansatzweise spiegeln können? Das klingt nach einer guten Arbeitshypothese, denn dass es sich bei Dielenabschleifern um Menschen handelt, die vor allem oder ausschließlich sich selbst lieben, habe ich wohl hinreichend belegt.

    Gut, abgeschliffene Dielen sehen schön aus, das gebe ich zu, die Farbe fetzt, das Muster fetzt, das wäre mal ein schönes Motiv für kuschlig-weiche Auslegware und wer unbedingt echte Dielen braucht, kann sie doch auch hochkant an die Wand nageln, dann braucht er nicht einmal den Blick senken, um sie zu bewundern. Und abschleifen soll er sie irgendwo außerhalb der Wohnung. Kann man nicht auf irgendeinem Flughafen oder Truppenübungsplatz ein Eckcken für Abschleifer freiräumen? Eine bessere Welt ist möglich.

    (Volker Strübing)

    PS: Jaja. Ich hab auch abgeschliffene Dielen. Von meiner Vormieterin übernommen, die mir noch ganz andere schlimme Dinge angetan hat – egal, anderes Thema.

  • Heiliger Bimbam!

    Ich weiß ja auch nicht, ist es ein unbewusster Masochismus, irgend was bringt mich immer wieder dazu, mich in dem Schund und Schmutz zu suhlen, für den die Wälder abgeholzt werden. Ich „lese“ beim Bäcker die BZ, auf´m Klo meiner Mutter die Super-Illu und einen Focus habe ich sogar schon mal gekauft. Auch das Internet bietet – wen wundert´s – so einiges. Ein gewisser Holmes schreibt anlässlich eines evangelischen Kirchentages im letzten Juni in Köln, wo es wohl auch um Klimawandel gegangen sein muss:

    „Mehr und wichtiger noch als die Schöpfung selbst, sollen wir die Krone der Schöpfung lieben, achten und ehren. Vor einer grausamen ‘Mutter Erde’, die uns angeblich mitleidlos abschlachten wird, sollten wir nicht schleunigst unser Konsumverhalten ändern, auf die Knie zu sinken, das, liebe Glaubensbrüder und -schwestern, ist Götzendienst.“

    Und schon weiß ich wieder, warum ich Atheist bin, und gegen Religionsunterricht an den Schulen und und und… Vielleicht lese ich deswegen manchmal sowas.

    (Andreas Krenzke)

  • Woanders hungern die Kinder und Volker Strübing rettet die Wale

    (Dies ist eine ältere Geschichte, die ich schon längst mal hier reinstellen wollte.)
    „Woanders hungern die Kinder und du willst nicht aufessen.“ Wer hat diesen Satz als Kind nicht hören müssen? Von Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen, Ferienlager-Aufsehern oder einer ungeliebten Tante.
    Ein blöder Satz. Inhaltlich natürlich völlig korrekt. „Ich habe eine Nase und 1 plus 1 ist gleich zwei.“ Wer würde das bestreiten? Das Schlimme ist der konstruierte Scheinzusammenhang, der mitschwingende Vorwurf, der Versuch, den Kindern die Ungerechtigkeit einer Welt anzulasten, für die doch die Erwachsenen verantwortlich sind. Komisch eigentlich, dass mir meine Unterstufenlehrerin nie an den Kopf geworfen hat: „Du schwatzt im Unterricht und die Amerikaner bauen Atombomben“ oder: „Du hast deinen Turnbeutel vergessen und mein Mann geht fremd“. Vielleicht hatte ich einfach Glück und ihr Mann ist nicht fremdgegangen – obwohl es ihm zu wünschen gewesen wäre. (mehr …)

  • Zahl der Verkehrstoten drastisch gestiegen!

    Vor Schindluder mit Statistiken macht leider kein politisches Lager halt. In dem Buch „Das Imperium der Schande – Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung“ von Jean Ziegler bin ich auf folgende Aussage gestoßen:

    Vor vierzig Jahren litten 400 Millionen Personen an permanenter und chronischer Unterernährung. Heute sind es über 854 Millionen.

    Das ist sicher wahr und in jedem Fall schrecklich. Doch die mit dieser Aussage suggerierte Verschlimmerung der Lage wird durch die unterschlagene Tatsache relativiert, dass sich im selben Zeitraum auch die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt hat – der Anteil der Hungernden ist also nicht gestiegen. Wenn man andere Zeiträume oder Berechnungsgrundlagen wählt, ist er sogar gesunken. (Zumindest habe ich eine solche Rechnung neulich in einem anderen Buch gelesen. Das finde ich aber gerade nicht, und wie es hieß und wer es geschrieben hat, weiß ich auch nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich es im Bahnhofsbuchhandel in Chemnitz gekauft habe, aber das ist jetzt auch nicht besonders hilfreich.)
    Bitte nicht falsch verstehen: Selbst wenn der Anteil und auch die absoluten Zahlen deutlich gesunken wären, wäre es selbstverständlich ein Skandal – nein, Ziegler verwendet das bessere Wort: eine Schande, dass überhaupt Menschen hungern, obwohl die Weltwirtschaft ausreichend Nahrung für alle produziert. Es ärgert mich nur, wenn ich so offensichtlich durch Auslassungen manipuliert werden soll. Das macht es schwerer, dem Rest zu vertrauen.
    Man kann behaupten, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland 2007 zurückgegangen ist. Oder drastisch gestiegen, verglichen mit 1850. Irgendjemand hat mir erzählt, dass eine von der Tabakindustrie bezahlte Studie ergeben habe, dass Rauchen die Wahrscheinlichkeit senke, an Alzheimer zu erkranken – logisch, weil viele Raucher sterben, bevor sie ins beste Alzheimeralter kommen.

    „Imperium der Schande“ ist dennoch ein sehr lesenswertes Buch, und ich möchte es unbedingt weiterempfehlen. Zieglers wirtschaftliche und politische Analysen und Empfehlungen sowie die Darstellung bestimmter Heldenfiguren erscheinen mir an manchen Stellen zu einseitig, aber ich bewundere die Klarheit seiner Aussagen:

    Wer an Hunger stirbt, stirbt als Opfer eines Mordes.

    Und bei allen Kritteleien an den Details: Diese Kernaussage belegt er auf eindrucksvolle Weise.

    (Volker Strübing)

  • Jubiläum: Seit 50 Wochen ist jeden Sonntag 1. April!

    Sehr gern mag ich die Serie „Erklär mir die Welt“ aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die heute in die 50. Runde geht. Herzlichen Glückwunsch! Im Wirtschaftsbereich ist es meine liebste Satirereihe. Unvergessen die 7. Folge mit dem Titel „Warum ist Reichtum keine Sünde?“, in der das herzzerreißend traurige Schicksal der Reichen in Deutschland beweint und die Behauptung aufgestellt wurde, reiche Menschen seien bescheidener als arme, da sie ja einen viel kleineren Prozentsatz ihres Einkommens für Konsum ausgäben.
    Da ich kein Spielverderber sein will, tue ich gelegentlich so, als sei das alles ernst gemeint und schreibe eine Kritik dazu.

    Bevor ich mir für die nachher anstehende Bahnfahrt nach Jena die heutige Ausgabe kaufe und mit vorfreudigem Schmunzeln den Geld&Mehr-Teil aufschlage (laut Ankündigung lautet das Thema heute „Warum ist Ungleichheit prima?“), will ich noch was zur letzten Folge schreiben:

    „Warum gibt es arme Länder?“ (mehr …)

  • 2.Mai – Kampftag der Arbeitslosen?!

    Natürlich habe ich mir die von den Surfpoeten (aka „Liga für Kampf und Freizeit“) initiierte Demo zum 2.Mai, dem internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen angeschaut. Dabei habe ich mir gleich das von ihnen geforderte Recht auf Faulheit herausgenommen und bei einem Kaffee vor den Schönhauser Allee Arcaden darauf gewartet, dass die Demo bei mir vorbeikommt …

    Tja, was soll ich sagen. Ahne hat eine sehr schöne Rede gehalten, die etwa 50 Demonstranten hatten gute Laune und die Welt wurde wieder einmal nicht verändert. Klar,das war abzusehen, und das ist auch noch lange kein Grund, es nicht zu versuchen, aber, naja, mal ehrlich, mehr als ein Spaß ist das Ganze eben doch nicht. Und das obwohl einige es durchaus ernst meinen und nicht nur schöne Parolen („Mein Freund ist Roboter!“), sondern auch Konzepte haben. Dennoch bleibt es – zumindest in der Außenwahrnehmung – wohl immer ein Spaßveranstaltung von Künstlern, Lebenskünstlern und Studenten für ihresgleichen. Das heißt ja nicht, dass es deshalb schlecht wäre.

    Während der Zwischenkundgebung mit Reden und dem Gebet gegen die Arbeit vor den Allee Arcaden habe ich eine Gruppe von drei jungen – ich nehme an türkischen – Mädchen beobachtet, die die stehengeblieben waren, und sich das Spektakel – na gut, bleiben wir ehrlich: Das Spektäkelchen 😉 – angeguckt haben. Sie knatschten lautstark und mit einseitig hochgezogenen Oberlippen Kaugummi (Hm, kann man sich das bildlich vorstellen? Denkt einfach an die Billy-Idol-Flappe), die Arme verschränkt oder in die Hüften gestützt, die nackten Kinderbäuche nach vorn geschoben. Als sich die Demo wieder in Bewegung setzte, riefen sie „Faules Pack!“ und „Die sollen sich mal bloß verpissen!“ und verpissten sich ihrerseits in Richtung H&M. Ich selbst hatte mich abseits gehalten. Ehrlich gesagt, wäre ich mir komisch vorgekommen, da mit rumzustehen und das Gebet gegen die Arbeit entweder mitzuskandieren.
    Neben mir standen zwei Männer Mitte zwanzig, entweder Studenten oder „Ich mach da grad so ein Projekt“-Menschen, die den Sinn der Demo genauso missverstanden hatten wie die migrationshintergründlichen Proll-Mädchen: „Böh, ich kanns nicht mehr hören, dieses ‚Arbeit ist Scheiße’“. Diese Interpretation der Forderungen hört man recht häufig und man muss natürlich sagen, dass die Surfpoeten diesem Missverständnis schon allein durch das Gebet großen Vorschub leisten. Ich tue mich deshalb auch schwer damit, mich in ihre 2.Mai-Demo einzureihen (bzw. lasse es einfach bleiben), obwohl ich eigentlich ganz ihrer Meinung bin.

    So. Jetzt wäre der richtige Moment, um zu erklären, um welche Meinung es sich handelt, aber ich bin gerade zu faul. Vielleicht treibt dieser Bericht ja meinen geliebten Mitblogger zu einer Gegendarstellung und weiteren Ausführungen.

    (Volker Strübing)

    PS: Bin ich jetzt wenigstens der erste, der darüber berichtet?

  • Geld = Einwickelpapier für Wohlstand

    Ein ärgerlicher Kommentar bei Spiegel Online über das bedingungslose Grundeinkommen. Ärgerlich, weil der Autor Carsten Schneider, haushaltspolitischer Sprecher der SPD- Fraktion im Bundestag, scheinbar nicht verstanden hat, worum es beim Grundeinkommen geht, und weil er in erster Linie Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) angreift. Nun hat dieser zwar ein wirklich inakzeptabel niedriges Grundeinkommen unter Harz-IV-Niveau vorgeschlagen, aber auch alle anderen Konzepte werden von Schneider pauschal abgelehnt als: unfinanzierbar, kaum umsetzbar – und zutiefst unsozial.

    Mit unsozial meint er: „Die Verfechter des Grundeinkommens hingegen wollen die Säulen der Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Pflege, Unfall) einfach niederreißen, die Fürsorgesysteme und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einstellen.“ Natürlich, denn wer braucht Rente, Arbeitslosengeld und so weiter, wenn er ein Grundeinkommen hat? Und das auch Studierende, Hausfrauen und -männer sowie Kinder ein Grundeinkommen bekommen sollen, ignoriert Schneider. Weiterhin stört ihn, dass: „auch diejenigen Bürger zu Transferempfängern (würden), die das Geld überhaupt nicht benötigen.“ Ja, das hat man bei der letzten Regierungskoalition und ihren Sozialreformen schon beobachten können, dass die Genossen Sozialdemokraten sich gern darüber die Köpfchen zerbrechen, wer überhaupt wie viel Geld benötigt. Damals mussten sich viele ärmere diese Frage gefallen lassen – und zwar in der Praxis. Jetzt sind eben die reicheren dran – allerdings nur in der Theorie. Um ehrlich zu sein: ich gönne es der SPD nicht, die Frage, wer wie viel Geld benötigt, zu beantworten, egal um wen es dabei geht. Auch darum finde ich ein Grundeinkommen so chic.

    Kaum umsetzbar ist ja nun nicht so richtig ein Argument. Genau so wenig wie die Behauptung: „Die Befürworter des Grundeinkommens unterstellen, dass Vollbeschäftigung ein Wunschtraum ist. Das ist nachweislich falsch: Die Erwerbsquote in anderen europäischen Ländern ist viel höher als bei uns.“ Nachweislich falsch, bei einer Arbeitslosenquote von 7,6 % in der Eurozone?

    Und unfinanzierbar? Das berührt den interessantesten Punkt. Es geht nie um die Produkte, die mit dem Grundeinkommen gekauft werden würden. Die Warenhäuser sind voll und die Parkplätze, die Wohnungen sind gebaut. Es gibt alles, und von allem genug. Das einzige Problem ist die Finanzierbarkeit: Wo soll das Geld dafür her kommen? Es fehlt nicht der Wohlstand, nur das Geld, ihn zu bezahlen. Wir haben genug Wurst, bloß nicht genug Papier zum einwickeln. Na wenn das das ganze Problem ist!

    (Andreas Krenzke)

  • Pech gehabt, Klima!

    Man muss Prioritäten setzen können. „Wichtiger als der Schutz des Klimas ist der Schutz unserer Kinder vor einer demagogischen Vereinnahmung durch ideologisierte Erwachsene“, meint Vera Lengsfeld, die möglicherweise auch bloß ein Rad ab hat, über den von einem Kind gesprochenen Tagesschaukommentar vom 18.4. Also ich finde den gar nicht so schlimm, aber ich bin ja auch kein Experte. Und man muss in dieser Frage wohl Experte für Klima- und Kinderschutz sein. So wie Lengsfeld. Die muss es wissen. Da muss das Klima sich eben mal hinten anstellen.

    (Andreas Krenzke)

  • Die Welt ist schwer am Durchdrehen (Nils Heinrich)

    Klar, genausogut hätte Nils auch sagen können: Wasser ist nass. Aber ab und zu fällt es einem halt besonders auf. (mehr …)