Kategorie: Weltall, Erde, Mensch

  • Volkes Meinung ist nicht immer Volkers Meinung

    Na gut, Spreeblick liest wahrscheinlich sowieso jeder, der überhaupt Blogs liest, aber für den Fall, dass doch nicht:

    Als der Volksblutschauspieler Til Schweiger sich vor kurzem bei der Investigativ-Attrappe Reinhold Beckmann darauf versteifte, man müsse die Daten von Sexualstraftätern im Internet abrufen können, sie aber auch für immer ins Gefängnis stecken, widersprach Petra Gerster schüchtern, man müsse auch die Menschendingens noch würdigen. Er wich dann auf die Forderung nach elektronischen Fußfesseln aus.

    Den ganzen Text gibt’s hier: http://www.spreeblick.com/2007/02/19/die-mehrheit-der-schweiger/

  • Wenn man von sich auf andere schließt …

    In der GEO 2/2007 gibt es neben einem lesenswerten und sehr gut bebilderten Bericht über die skurrillste aktuelle Naturkatastrophe (Wikipediaartikel / Fotostrecke auf spiegel.de) eine Titelgeschichte von Dr. Martin Lindner zum Thema Sexualität. Vor allem geht es darum, welchen Stellenwert sie in der heutigen westlichen Welt hat, was Erotik und Nähe bedeuten, wonach die Menschen suchen und was ihre Ansprüche sind. Natürlich geht es auch um das Internet, zum Beispiel um die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, via Chat oder Singlebörse den richtigen Partner zu finden, statt sich nur am Arbeitsplatz oder in der nächsten Disko umschauen zu können:

    „Das Internet radikalisiert die Forderung, für sich selbst das beste Geschäft zu machen“, sagt die [Jerusalemer] Soziologin [Eva Illouz]. Stets bleibe der Zweifel, ob es im riesigen Online-Single-Markt nicht einen Besseren oder eine Bessere gebe. Illouz berichtet von einem 27-jährigen Singlebörsen-Nutzer, der paradoxerweise immer dann skeptisch wurde, wenn sich eine Frau für ihn interessierte. Der junge Mann hatte die Erfahrung gemacht, dass man sich im Internet schnell angewöhnt, nach einem Partner zu suchen, „der eine Liga höher spielt“ – weshalb sich die jeweilige Frau logischerweise eine Liga unter ihm befinden musste.

    Es gibt Leute, die brauchen dafür nicht einmal das Internet. Aber das Netz macht es natürlich ungleich leichter, sich das Leben noch schwerer zu machen.

    (Volker Strübing)

    PS: Hmm … irgendwie passt das auch zum letzten Horst-Bild.

  • Der Zweck heiligt die Ermittlungen

    Die Schlagzeilen klangen aber auch gut: „Schlag gegen Kinderpornographie!“ 322 Verdächtige seien ermittelt worden, viele von ihnen seien geständig, hurra! (mehr …)

  • Sonnigen Zeiten entgegen

    Gerade habe ich in der Heilbronner Stimme einen Artikel zur heute erscheinenden EU-Klimastudie gelesen.

    Laut dieser Studie wird im Jahr 2071 die Jahresdurchschnittstemperatur um bis zu 3 Grad gestiegen sein. Etwa 90.00 Tote wären in diesem Fall zu beklagen (pro Jahr?), Teile der Niederlande und Belgiens stünden unter Wasser, der Süden würde von extremen Hitzeperioden und Dürren heimgesucht. Überhaupt würde sich das Nord-Süd-Gefälle innerhalb Europas dramatisch verschärfen. Zum einen würde der weltweit größte Touristenstrom (100 Millionen Nord- und Mitteleuropäer, die am Mittelmeer Urlaub machen) zum Erliegen kommen, zum anderen würden die Ernteerträge in Südeuropa um 20% zurückgehen, während sie im Norden wegen längerer frostfreier Perioden um 70% steigen würden.

    Es folgt ein Protokoll der ersten 30 Gedanken nach dem Lesen des Artikels (in order of appearance):

    1. Schlimm, schlimm, schlimm! (mehr …)

  • Wettbewerbsvorteil

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    Diesem revolutionären Konzept gehört die Zukunft. Bäcker mit wöchentl. ofenfrischen Backwaren werden es in den nächsten Jahren immer schwerer haben.

    (Volker Strübing)

  • Weihnachtswunder

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    Vor ein paar Tagen haben sie mich noch per Fernseherspot und Spam aufgefordert, eben die unpassenden Geschenke bei Ebay zu kaufen, die die von mir Beschenkten jetzt wieder per Ebay verkaufen sollen, während ich wiederum allen Müll, den ich bekommen habe, zum Verkauf anbieten soll.

    So profitieren alle: Die Verkäufer natürlich, aber auch die Käufer, die jemandem mit einem unpassenden Geschenk eine große Freude gemacht und ihrer Weihnachtspflicht Genüge getan haben, die Beschenkten, die zu Verkäufern werden und ein klitzeklitzekleines bisschen auch Ebay. Eine Win-Win-Win-Situation! Ein wahres und zudem modernes Weihnachtsmärchen!

    Nur: Was ist mit den armen Menschen, die ausgeschlossen sind, weil sie nur passende Geschenke bekommen haben? Was ist mit mir? Ich habe nicht viele Geschenke bekommen, aber die waren alle passend*! Ich muss sie behalten, der Kaufen-Verschenken-Verkaufen-Kreislauf wird von mir durchbrochen … bin ich ein schlechter Mensch? (Diese Frage bitte nicht beantworten)

    Ach so: Hat jemand mal das Anatrim-Zeug ausprobiert? Taugt das was? Ein perfekter Körper wär schon cool.

    Volker Strübing

    *Bis auf die Stange Zigaretten, aber die habe ich schon weiterverschenkt bzw. gestern Abend schnell noch aufgeraucht.

  • Lieber ein dicker Gogo-Dancer als Kassel-Wilhelmshöhe

    (Geschrieben am Freitag, dem 27.10.06)

     

    Neulich habe ich das erste Mal für Geld in einer Bar getanzt. Man darf ja keine zumutbare Arbeit ablehnen. Die Bezahlung war beschissen – knapp 0,03 € pro Stunde, aber dafür war es auch kein Problem, beim Tanzen Pizza zu essen, Emails zu schreiben und ein Paket abzuholen, weil mein Second-Life-Avatar das Rumgehüpfe für mich übernommen hat.

    Second Life (SL) ist, kurzgesagt, eine Mischung aus Chatroom und 3D-Simulation; der Avatar ist die Spielfigur, die man darin steuert, und deren Aussehen man selbst bestimmen kann. Eine schöne Einführung gibt es hier, eine Selbstbejubelung des Entwicklers Linden Labs hier.

    In dieser virtuellen Welt gibt es auch eine virtuelle Währung. Einerseits ist es irgendwie schade, dass das „zweite Leben“ nach den selben ökonomischen Regeln wie das erste funktionieren soll, andererseits ist eine virtuelle Welt mit virtuellem Geld natürlich sinnvoller, als eine reale Welt mit virtuellem Geld. (Gegen die Wahnvorstellung, das Geld im echten Leben sei real, hilft zum Beispiel „Das Wesen des Geldes“ von Egon W. Kreutzer)

    Das Geld in Second Life heißt Lindendollars. Die bekommt man, in dem man Geld von seinem Konto im ersten Leben an sein Second-Life-Konto überweist, indem man Dinge innerhalb von Second Life an andere Spieler verkauft (z.Bsp. virtuelle T-Shirts für die Spielfiguren) oder indem man dort … arbeitet. Letzteres ist der denkbar schechteste Weg, um es zu einem zweiten Leben in Reichtum zu bringen, zumindest, wenn man wie ich keine besonderen Qualifikationen vorweisen kann (noch so eine Analogie zur echten Welt, auch wenn der Edeka-Chef das anderes sieht). Aber wie gesagt, die Arbeit war nicht besonders anstrengend, da ich sie an meinen Avatar deligieren konnte, der auch viel besser tanzen kann als ich. (Dafür sehe ich im echten Leben besser als im zweiten aus. Bei all den Idealkörpern, die in SL rumlaufen, dürfte das nicht auf alle Mitspieler zutreffen.)

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    In irgendwelchen Clubs stehen Tanzplattformen, da klickt man drauf, und schon fängt der Avatar an zu tanzen. Nach 10 Minuten bekommt er dafür 2 Lindendollars gutgeschrieben. Die Besitzer dieser Clubs haben diese Plattformen wahrscheinlich installiert, um Leute in ihren Club zu locken, die dann auch Lindendollars dort ausgeben für … was weiß ich.

    Interessant ist, dass man das Second-Life-Geld zu ständig schwankenden Kursen in First-Life-Geld umwandeln kann – spätestens jetzt wird klar, dass wir es auch im Alltag nur mit Spielgeld zu tun haben. Leider ist der Wechselkurs bisher so ungünstig, dass man das Problem der Armut in der realen Welt noch nicht durch die Tanzplattformen in SL lösen kann.

    Einer der wichtigsten Aspekte bei SL ist der Chat mit den anderen Mitspielern. Aber damit habe ich noch so meine Probleme: Meinen ersten Second-Life-Chat (den zweiten Chat meines Lebens überhaupt) hatte ich kurz nach dem Einstieg in die Spielewelt mit zwei Avataren, deren menschliche Besitzer/Steuerleute/Entpsrechungen (ich nenn sie der Einfachheit halber mal Real-Life-Avatare 😉 auch aus Deutschland kamen. Nach wenigen Minuten fand ich mich in ein Gespräch über den Braunschweiger Hauptbahnhof verwickelt. Also, wenn das mein zweites Leben sein soll … Ich musste an ein Lied von (ich glaube) Goethes Erben DEine Lakaien (danke an Tube, für den Hinweis) denken: „Reincarnation / the torture never ends / Reincarnation / our bloody faith“. Naja. Wenigstens ging es nicht um den Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, den allerallerhässlichsten Bahnhof Deutschlands.

    Im echten Leben bin ich vorhin durch den Braunschweiger Hauptbahnhof gefahren und später (leider) in Kassel-Wilhelmshöhe umgestiegen. Bin gerade unterwegs nach Marburg zum Dead or Alive Poetry Slam. (Nachtrag, Dienstag, 31.10.: Bin längst zurück. War toll! Hab gewonnen!) Jetzt sitze ich in einem Regionalexpress und der Akku ist gleich alle, darum: Genug für heute. Warum ich mich überhaupt mit Second Life beschäftigt habe, schreibe ich ein andermal. Oder auch nicht.

    (Volker Strübing)

  • Berliner Weisse mit Schuss

     

    (Quelle: www.jusos-berlin.de)

    Der SPD bringe ich nicht allzuviele Sympathien entgegen, weshalb mich auch die Jusos nicht besonders interessieren. Nach den Naziübergriffen und -provokationen im Berliner Wahlkampf möchte man sie aber doch gerne mal knuddeln und sagen: Ihr seid schon okay.

    Außerdem ist das links abgebildete Plakat wirklich herzallerliebst.

    Ich stelle gerade fest, dass putzige Wörter wie „knuddeln“ oder „herzallerliebst“ nicht so richtig zum Thema passen wollen.

    Tja. Kann ich jetzt auch nicht ändern.

  • Roboter für mehr Arbeitsplätze (Nachtrag)

    Keine Sorge, die Mal-Phase geht auch wieder vorbei. Aber heute hatte ich halt Lust, meinen Beitrag von gestern („Hitech-Strategie soll 1,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen“) zu illustrieren.
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  • Roboter für mehr Arbeitsplätze!

    Am Mittwoch verkündete Bundesforschungsministerin Schavan die neue „Hitech-Strategie“ der Bundesregierung (siehe zum Beispiel hier) und war darob voll des Eigenlobes. Die Bundsregierung rechnet mit 1,5 Millionen neuen Jobs durch diese 14,6 Milliarden Euro teure Strategie. Lassen wir mal beiseite, dass diese 1,5 Millionen einfach nur so dahergeplappert sind. Frau Schavan hätte genauso gut 1,5 neue Arbeitsplätze oder 1,5 Milliarden versprechen können – ersteres war ihr wahrscheinlich zu poplig und bei letzterem wäre es zu sehr aufgefallen, dass sie eh nur irgendeine Fantasiezahl genannt hat. Egal.

    Aber Hitech, die Arbeitsplätze schafft? Häh? (mehr …)