Kategorie: Zumutungen

  • Ohrwurm

    Wo kommt der denn jetzt her? „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse/ denn nun geht’s sie los uns´re Polonäse/von Blankenese/bis hinter Wuppertal/wir ziehen los/ mit ganz großen Schritten/ und der Erwin fast der Heidi/von hinten an die Schulta…“

    An der Stelle wurde immer gelacht. Ich habe damals 1982 nicht verstanden, wo der Witz war. Ich nahm an, „Schulta“ sei die Abkürzung von Schultasche. Wo ist der Witz, Erwin fasst der Heidi von hinten an die Schultasche? Vielleicht bei den ulkigen Namen – Erwin und Heidi, in einer Realität, in der alle Andreas und Kerstin hießen.

    (Andreas Krenzke)

  • Olle Kapielski wieder – ich hätt’s wissen müssen!

    Mein Wort zum Donnerstag:

    Das Sein verstimmt das Bewusstsein.

    Beweis: Die Tatsache (=Sein), dass das (wie ich bei einer kurzen Recherche feststellen musste) schon andere vor mir gesagt haben, hat mich geärgert (=verstimmtes Bewusstsein).

    qed. bzw. wzbw.

  • Ärger mit Blogy.de

    Das hier ist nicht mein erstes Weblog. Vor etwas über einem Jahr habe ich bereits eines bei blogy.de eingerichtet und in die Homepage von LSD eingebaut, damit alle Mitglieder dort unkompliziert Neuigkeiten posten können. Ich war bis vor kurzem sehr zufrieden damit, unter anderem wegen der Möglichkeit, HTML und eigene Stylesheets einzubinden.

    Vor einigen Wochen habe ich versucht, ein zweites Blogy-Weblog einzurichten. Das gelang auch teilweise, allerdings schien irgendwas mit den Accounts durcheinandergeraten zu sein, denn plötzlich bekam ich, wenn ich auf das LSD-Blog wollte, die Nachricht, ich müsse es erst aktivieren. Kein Problem, dachte ich, dann aktiviere ich es eben noch mal, hab auf den entsprechenden Link geklickt und dann in mein Emailpostfach geguckt, da ich einen weiteren Link zugeschickt bekommen sollte, mit dem ich es dann endgültig hätte aktivieren können.

    Nach einigem Warten und mehreren vergeblichen Versuchen, schrieb ich Blogy das erste mal an und bekam auch sehr schnell Antwort:

    Wenn der Link noch nicht eingegangen ist einfach über Passwort-Service einen neuen schicken lassen

    Genau das hatte ich schon mehrfach versucht, ich schrieb also noch eine Mail und bekam zur Antwort, ich solle mal im GMX-Spamschutz nachgucken, was mir erstmal einen hochroten Kopf bescherte, weil ich das tatsächlich noch nicht getan hatte und von selbst hätte drauf kommen müssen.

    Dort waren jedoch auch keine Mails mit Aktivierungslinks zu finden.

    Auf eine weitere Anfrage kam keine Antwort – stattdessen wurde unser komplettes Weblog Ende Juli kommentarlos GELÖSCHT! Trotz (freundlichen) Nachfragens wurde dieser Vorgang nicht erklärt, und ich kann nur eine Willkürmaßnahme aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen dahinter vermuten.

    Wir haben unser Blog nicht archiviert, so dass alle Inhalte weg sind. Ärgerlich für mich: Da waren auch ein paar Postings bei, die ich letztes Jahr in Indonesien geschrieben hatte, und die ich gerne noch für andere Sachen verwendet hätte. Die meisten habe ich glücklicherweise per Hand im Reisetagebuch vorgeschrieben, so dass ich sie rekonstruieren kann.

    Ich hoffe immer noch auf eine Klärung des Vorfalls. Bis dahin kann ich nur raten: Finger weg von blogy.de!

  • Statt Duden bald Doogle?

    Vorgestern haben Tina und ich den neuen Duden gekauft.
    Kein Spannungsbogen, voller logischer Fehler und Widersprüche, ohne Happy End. Jedem Groschheftschreiber hätte man dieses Machwerk um die Ohren gehauen!

    Am ärgerlichsten ist der Opportunismus der Dudenredaktion: Wenn irgendeine komische Kommission beschließt, die deutsche Sprache zu verhunzen, oder Erna Schlibrowski an ihrer Delphinbraterei ein Schild mit der Aufschrift „Erna’s Delfinbraterei“ anbringt, dann reibt man sich wegen der zu erwartenden Verkaufszahlen der Neuausgabe die Hände und hunzt fröhlich mit.

    Da wäre es doch nur konsequent, künftig alle halbe Jahre einen neuen Duden herauszubringen und sich danach zu richten, welche Schreibweise eines Wortes bei Google die meisten Treffer erzielt. Ich wette, das machen ohnehin schon viele Leute so (geht ja auch schneller, als in dem ollen gelben Wälzer zu blättern).
    Wird bestümpt kein schönes Deutsch, aber zumindest haben wir uns das dann selbst zuzuschreiben (zußuschreim).

    (Nachtrag: Da schreibt man so einen kleinen, launigen Beitrag und zwei Tage später liest man in der Zeitung, dass sich der Duden von Google vorschreiben lässt, wie er das im Volksmund entstandene Verb „googeln“ zu definieren hat. Ts, ts, ts …

    Artikel in der BAZ

    Mensch Duden – Schöner Beitrag im Stralau-Blog )

  • Was nicht verboten ist, kann kein Unrecht sein – oder?

    Schlechte Nachrichten: Vom Zeitungslesen und Nachrichtengucken kann ich auch im Urlaub nicht ablassen.
    Heute las ich beim Frühstück in der FAZ (was anderes gibt’s im Hotel leider nicht), dass die amerikanische Regierung das Gesetz zur Verfolgung von Kriegsverbrechen (War Crime Act) ändern will – um Soldaten etc. besser vor Verfolgung zu schützen.
    Bisher hatte es die Genfer Konventionen zur Grundlage, aber das sei zu vage gewesen. Nun würde ein konkreter Katalog zu verfolgender Kriegsverbrechen erarbeitet. Nicht mit dabei: „Die Beeinträchtigung der persönlichen Würde, namentlich erniedrigende und entwürdigende Behandlung“, wie sie laut der Genfer Konventionen verboten ist.

    Damit soll […] die strafrechtliche Verfolgung demütigender Behandlung ausgeschlossen werden, wie sie im Gefängnis von Abu Ghraib passierte, etwa das Anleinen von Gefangenen oder das erzwungene Tragen von Damenunterwäsche. Man müsse verhindern, daß Ausländer versuchten, die Macht der Vereinigten Staaten einzuschränken, indem sie Amerikanern ungesetzliches Verhalten vorwürfen, zitiert die „Washington Post“ einen Regierungsvertreter.

    (Quelle: FAZ, 10.8.06)

    Das kann doch eigentlich nur eine Zeitungsente sein, oder? Oder nicht? Oh Mann. Das können die doch nicht machen, noch dazu mit so einer Begründung!

    Immerhin bleiben Mord, Folter und Vergewaltigung verboten, wobei man wohl davon ausgehen kann, dass dafür angeklagte Soldaten von der Militärjustiz eher dafür bestraft werden, dass sie sich von Menschenrechtlern oder Journalisten haben erwischen lassen.

  • Finger weg von Zeitungen!

    Mist, schon wieder eine Süddeutsche gekauft! Für das Geld hätte ich drei Tafeln Schokolade bekommen oder fast einen ganzen Strauß Gartenblümchen bei einer Oma am Ausgang eines S-Bahnhofs, aber nein …

    Ein paar Schnipsel:
    Krieg im Nahen Osten, Attentate im Irak und in Afghanistan, Kämpfe in Sri Lanka und auf den Philippinen, Beinahe-GAU in Schweden, Raketenrampen in Nordkorea, massive Beitragssteigerungen bei den Krankenkassen möglich, Chaos gefährdet die Miss World Wahlen (mir doch schnuppe – ich bin nicht nominiert!), die Kinderlähmung ist auf dem Vormarsch, Polens Präsident will die Todesstrafe wieder einführen, die CDU alle Bahnhöfe komplett per Kamera überwachen (damit verhindert man zwar kein Attentat, aber es hilft, die Bahnhöfe von Gesindel zu befreien), ein CSU-Abegordneter fordert gleich Sicherheitsschleusen wie in Flughäfen, in Washington D.C. wurde der Beginn der nächtlichen Ausgangssperre für Jugendliche um zwei Stunden auf 10 Uhr abends vorlegt, die Maut-Daten sollen zur Verbrecherjagd eingesetzt werden – (vorerst) nur für schwere Straftaten – und die Vogelgrippe ist auch wieder da – und in ihrem Gefolge wahrscheinlich tausend schlechte Vogelgrippewitze und endloses Expertengesabbel. (Quelle: Spiegel-Online)

    Aber immerhin: In Saudi-Arabien darf man ab sofort Fotos machen.

  • Zumutung: FDP-Kandidat hängt auf Bürgersteig rum!

     

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    Mit einem Edding hat ein aufmerksamer Spaziergänger dieses dusslig aufgehängte FDP-Wahlplakat in der Auguststraße korrigiert. Endlich mal Wahlwerbung ohne falsche Versprechen uneinlösbare Versprechen.

     

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    Auf der anderen Seite des Laternenmastes wirbt ein weiterer Kandidat der Liberalen um Stimmen. Seinen Wahlwerbespruch könnte man sich gut in zackigem Tonfall und mit gerolltem „r“ aus dem Mund eines Schnurrbartträgers vorstellen. Dabei dachte ich immer, die FDP wäre gegen jegliche staatliche Einmischung – sofern sie nicht der Erhaltung der Freiheit des Marktes dient. Und tatsächlich: Stolz schreiben sie auf www.fdp.de unter „Grundsätze“: „Die Liberalen waren Vorreiter für die Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft, gegen obrigkeitsstaatliche Bevormundung und Engstirnigkeit“

    Komisch. Das da auf dem Plakat klingt für mich wie eine Forderung nach (bzw. Androhung von) „obrigkeitsstaatlicher Bevormundung“.
    Ich finde die Idee des Deutschgebotes an Schulen gar nicht abwegig – aber für die FDP müsste so etwas doch tabu sein, oder?
    Es sei denn, dass liberale Weltbild bringt, wie ich es seit einiger Zeit vermute, zwangsläufig eine gewisse Schizophrenie mit sich.

  • Natürlich kann man Äpfel mit Birnen vergleichen!

    Schon wieder Sonne. Der schöne bewölkte Tag gestern, das war, als ob der Zahnarzt den Bohrer kurz abgesetzt hätte, nur um danach mit neuem Elan weiterzumachen.

  • Die Menschheit muss sich entscheiden, …

    … ob ich Geschichten für sie schreiben soll, oder ob sie lieber die Wohnung über mir besichtigen und zu Dutzenden über die abgeschliffenen Dielen trampeln will. Eins geht nur!