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  • Lustiger Versprecher auf dem Bürgeramt Pankow

    Letztens musste ich urst heftig schmunzeln. Die unauffällige aber durchaus nicht nicht unsympathische Dame vom Amt hatte eigentlich sagen wollen: „Oh, da hat meine Kollegin an der Information Sie falsch hergeschickt. Tut mir leid, dass Sie umsonst 3 Stunden gewartet haben. Ich entschuldige mich für den Fehler meiner Kollegin.“ Statt dessen sagte sie: „Die Leute kommen her und wir sollen wissen, wo die hin müssen. Da hätten Sie sich eben besser informieren müssen. Sind Sie selber Schuld.“ Einfach zum knuddeln!

    (Andreas Krenzke)

  • Was macht eigentlich Volker Strübing?

    Naja, wenig Bloggen auf jeden Fall, oder? ich stecke jetzt mitten in der Arbeit an unserer Fernsehserie, war seit der Rückkehr von der Drehreise schon ein paar Tage Urlauben am Haff und bei den deutschprachigen Poetryslammeisterschaften in Hamburg, habe meine Laptop geschrottet, während meine Waschmaschine ganz von allein den Geist aufgegeben hat (nach 20 Jahren … R.I.P.), habe mir mit gut 50 Quadratmetern Regenwald die Nase geputzt (stimmt nicht ganz: ich versuche eigentlich immer Recyclingtaschentücher zu bekommen, was aber manchmal gar nicht so einfach ist), gucke nebenbei die 5. Staffel von Dexter und heute Abend im Kino „Melancholia“ und alles weitere ist entweder langweilig, geht niemanden was an oder wird frühestens nach dem dritten Bier verraten 😉

    Hier sind noch ein paar Fotos aus Israel und Palästina:

    (Tel Aviv, Sonnenuntergang)

    (Altstadt Jerusalem, Pietra Hostel)

    (Altstadt Jerusalem, kurz nach Sonnenaufgang)

    (Cat-Content, immer wichtig!)

    (Altstadt Jerusalem)

    (Via Dolorosa, Altstadt Jerusalem: Wo früher Messiase Kreuze langschleppen mussten, werden heute Schaufensterpuppen stranguliert.)

    (Und die Kreuzschlepperei wird von Touristen übernommen. Die guten alten „Jeder nur ein Kreuz“-Tage sind auch vorbei. Jetzt heißt es: „Jeder Reisebus nur ein Kreuz“.)

    (Ich glaub, der Stein soll die Grabesplatte von olle Jesus sein, aber irgendwie haben die da auch in der Grabeskirche gleich mehrere angebliche Grabstellen, ich seh da nicht durch. hab bloß das Gefühl, dass es bei solchen Kussaktionen weniger darum geht, Gott zu zeigen, wie lieb man ihn hat, als vielmehr darum, den anderen Leuten zu zeigen, wie lieb man Gott hat. „Religiöser Exhibitionismus“ – ich liebe diesen Begriff.)

    (Noch irgendsoein echtes Grabmal in der Grabeskirche)

    (So wie ich die BH- und Schnickschnack- und Fleischerläden auf der Via Dolorosa sehr mochte, hat mir auch der kitschige Budenzauber direkt am Eingang zum Gelände der Al-Aqusa-Moschee sehr gefallen. Ein wunderbarer ort zum kaffeetrinken übrigens mit sehr netten Leuten. Also, ich meine jetzt genau diese Gasse, in die Moschee sind wir nicht reingekommen.)

    (Eine der Sehenswürdigkeiten der Altstadt, zumindest temporär: Die Kamerafrau!)

    (Und der Produktionsassistent erst!)

    (Irgendwo ein paar hundert meter über dem Toten Meer)

    (Dieselbe Geste in Ramallah wirkt ein bisschen kopflos, aber das sollte man jetzt nicht irgendwie symbolisch verstehen.)

  • Der Rabe

    Gestern ist es mir passiert. Also MIR. Also dass mir mal so etwas passieren würde! Ich habe mein Kind in´ner Eisdiele vergessen. Mannmannmann!

    (Andreas Krenzke)

  • Daheim…

    … oder so. Nach der Rückkehr war ich erstmal ein paar Tage in Mecklenburg und konnte gar nicht fassen, wie gut das Wetter war. Überhaupt glaubt man erst, wie schön Deutschland ist, wenn man mal da war.
    Und jetzt bin ich plötzlich in Hamburg beim SLAM2011, der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft und komm schon wieder nicht zum Schnipseln…

  • Israels unbekanntes Gesicht

    Ich bin wieder zuhause. Aber ich bin noch lange nicht angekommen. Das Wetter leistet seinen Beitrag dazu, die Leute auf der Straße tun ihr Übriges.Und natürlich ist die Reise für mich noch lange nicht vorbei. Die nächsten Monate werde ich sie wieder und wieder schnipselweise angucken und sie wird sich langsam von etwas wirklich Erlebtem in Material für die Fernsehserie verwandeln. Sehr seltsamer Prozess.

    Kommen wir nun aber zu etwas ganz Anderem:

    Israel hat viele Gesichter. Sogar die Hydranten haben welche:

    (Altstadt Jerusalem … dieser Hydrant hat schon Jesus mit seinem Kreuz vorbeilatschen sehen!)

    (Als ich den Kollegen an einer Tankstelle fotografierte, kam der arabische Tankwart und schaute mich etwas beremdet an, bis ich ihm auf dem Display das Foto zeigte, auf die Augen und den Mund des Hydranten, dann auf meine eigenen. Da musste er lachen und klopfte mir auf die Schulter. Ähnliche Situationen gab es mehrfach. Irgendwann muss mal ein … sagen wir Chinese oder Ägypter mit mir durch Berlin gehen und mir meine Stadt zeigen …)

    (Hydrantenfotografie wurde schnell zu unserem Lieblingshobby.)

    (Lord Helmchen und sein einäugiger Kumpel Paul.)

    (Die Mülltonnengesichter in Haifa haben mich an diese weißen Androiden aus den neuen Star Wars Filmen erinnert.)

    (Der hier steht auf dem Platz vor der Klagemauer.)

    (Steampunk-Monokel-Man, Jerusalem)


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  • Jom Kippur

    (Tom, Sabine, Bence, Sr.Jordana und hinter der Kamera ich: Das verbliebene Nachrehtrüppchen, der Rest des Teams ist seit letztem Sonntag wieder zuhause.)

    Sonntag, 13.30 Uhr, Tel Aviv. In knapp 18 Stunden bin ich wieder in Berlin. Dort wartet schon die kurze Hose auf mich, die ich einzustecken vergessen und in den letzten Wochen schmerzlich vermisst habe. Gewisse Gerüchte, die uns aus Deutschland erreichen, lassen mich vermuten, dass ich sie wohl vorläufig nicht mehr brauchen werde.

    Gestern Abend begann Jom Kippur, der jüdische Versöhnungstag. Vom gestrigen Sonnenuntergang bis zum zum heutigen ruht das gesamte öffentliche Leben. Kein Auto fährt, alle Geschäfte sind geschlossen, die religiösen Juden fasten, alle anderenessen und trinken zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Wenn man mich fragt: Weihnachten und Silvester abschaffen und dfür Jom Kippur einführen. Die Ruhe in der Stadt ist herrlich (auch wenn wir dummerweise neben dem Haus mit der lautesten Klimaanlage Israels wohnen).

    Gestern Abend waren die Straßen voller flanierender Leute und Kinder, die mit ihren Fahrrädern und Rollern auf dem Asphalt herumtollten, heute wirkt die Stadt wie ausgestorben, man könnte  prima Filme wie „28 Days Later“ drehen …

     

     

    Die anderen sind am Strand, aber ich hatte keine Lust mitzugehen. In den achteinhalb Wohen, die ich diesen Sommer am Mittelmeer rumgefahren bin, habe ich es genau viermal geschafft, kurz in Wasser zu hüpfen – da brauche ich jetzt auch nicht mehr anfangen. Alle evtl. der Öffentlichkeit vorzuzeigenden Körperstellen sind ordentlich braun und sommersprossig, der Rest bleibt jetzt eben käsig. Und was ich in diesen Wochen alles erlebt und gesehen habe, das machen sowieso keine zwei Dutzend Bade-Urlaube wett. Und Strand ist sowieso am schönsten im Herbst oder Frühling an der Ostsee.

    Eigentlich bräuchte ich jetzt erstmal ein halbes Jahr, um all die Eindrücke zu verarbeiten, um Dinge nachzulesen, ganz viel nachzudenken und ein paar Sachen zu schreiben. Die Zeit habe ich natürlich nicht, es muss irgendwie auch so gehen. Wahrscheinlich kommt da noch lange tröpfchenweise was auf dem Schnipselfriedhof. Ich bin ohnehin noch einige Monate mit dem Projekt beschäftigt, die Reise ist für mich noch lange, lange nicht vorbei.

     

     

    Mehr zu lesen und zu gucken gibt es hier:

    Fotonachtrag von Lutze

     

    Schwester Jordana über ihre Fahrt an den See Genezareth

  • Mal kreuzweise

    Feierabendlaune und Reisemüdigkeit machen sich breit. Ich bin jetzt 6 Wochen und zwei Tage unterwegs. Plus zehn Tage Libanon Ende August und 5 Tage, die noch vor mir liegen. Einen freien Tag gab es in der ganzen Zeit nicht und ich plane, die komplette nächste Woche zu verschlafen (nein, nein Holger, mach Dir keine Sorgen wegen nächstem Mittwoch – ich schaffe das sowieso nicht). Vorgestern war Drehschluss für den Hauptdreh, jetzt filmen wir mit kleinem Team noch ein paar Sahnehäubchen, i-Tüpfelchen und Fahrtbilder, es wird auf alle Fälle etwas ruhiger. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen, darum kommt jetzt erst mal ein Katzenbild und danach ein Sonnenuntergang über Jerusalem:

    Eins der krassesten Erlebnisse hier in Israel war der Besuch in Hebron, der Stadt, in der das Problem mit den israelischen Siedlern in den besetzten Gebieten besonders deutlich wird. Es ist die einzige Stadt, in der israelische Siedlungen mitten in der Stadt sind, das Leben von weit über 100.000 Palästinensern ist wegen der Anwesenheit von weniger als tausend radikalen Siedlern massiv eingeschränkt, sie werden von den Siedlern terrorisiert und von der Armee schikaniert. Baruch Goldstein gilt hier als Held, sein Grab in der an Hebron angrenzenden großen Siedlung ist Pilgerort.  Die meisten Israelis gruseln sich vor diesen extremen Siedlern genauso wie wir … und trotzdem werden sie vom Staat unterstützt.

    Lutz hat unmittelbar nach unserem Tag dort auf dem offiziellen Blog zur Reise einen ziemlich wütenden Artikel mit vielen Fotos gepostet, den ich in einem winzigen Punkt korrigieren möchte. Am Ende schreibt er: „… es ist fast so als würde man für die Nazis im Elbsandsteingebirge, Bad Schandau räumen und mit staatlicher Unterstützung die Fascho-Community fördern.“ Es ist aber eher so, als würde man den Nazis Gewehre in die Hand geben und die Bundeswehr dazu abstellen, sie zu beschützen, wenn sie sich in irgendeinem tschechischen oder polnischen Dorf ansiedeln.

    (Israelische Siedlung im Westjordanland – fragt mich jetzt bitte nicht, welche…)

    Das wars erstmal, wir sitzen gleich wieder im Auto und drehen weiter und durch und ab und auf …

    (VS)

  • Ramallah, 23.9.2011

    Wir sind fast am Ziel unserer Reise … nur unser roter Chevrolet hat es noch nicht ganz geschafft; er hängt in Jordanien fest, wird aber hoffentlich genau in diesem Moment abgeholt. Zwei von drei Folgen unserer Serie sind abgedreht, plus ein gutes Drittel der letzten Episode. Wir haben noch 6 Tage Dreh vor uns, dann fährt der größte Teil des Teams nach Hause oder in den Urlaub, nur Kamerafrau Sabine, Herstellungsleiter Tom, Produktionsassistent und Übersetzer Bence und ich bleiben noch für einen Nachdreh. Am 9.Oktober fliegen wir zurück nach Berlin, bis dahin müssen die Socken noch reichen … Hier kommen jetzt noch ein paar Impressionen aus Ramallah. Wir waren beim Public Viewing der Abbas-Rede vor der UNO und es war zum Glück eine friedliche und fröhliche Party ohne irgendwelche Zwischenfälle, sieht man einmal davon ab, das ich eine Schachte Zigaretten verloren habe, die guten Gauloises, gekauft im Flüchtlingslager Sabra und Shatila in Beirut zu 80 Cent die Packung …

    (Fahrt durch das Westjordanland)

     

     

     

     

  • Bye Bye Beirut (und immer noch keine Postkarte für Ahne)

     

    Heute ist unser letzter Tag im Libanon. Leider. Morgen geht es erstmal nach Amman, der Hauptstadt Jodaniens. Und zum Schreiben komme ich schon wieder nicht, weil in einer halben Stunde Drehbeginn ist und ich lieber noch meinen Kaffee in Ruhe trinke …

     

     

     

     

     

     

  • Tyrus (Südlibanon)

    Die Meinungen im Team sind gespalten. Aber mir gefällts hier.

    Grüße (mittlerweile aus dem Shouf-Gebirge)!

    Volker

    PS: Hier gibts einen Artikel von Sr. Jordana aus unserem letzten Hotel.