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  • Luna Park Beirut

    Die Auflösung zum neuligen (sagt man so? Nee. Na und?!) Bilderrätsel lautet natürlich „Riesenrad“ und jeweils 100 Punkte gehen an Nele und Ahne. Viel Spaß damit! (Lieber Ahne, dafür habe ich aber keine Postkarte für Dich. Habs nicht mal geschafft mir ein Deo zu kaufen, bzw. erst am vierten Tag, da mussten die Mitbringsel unter den Tisch fallen. Aber ich bin ja im September nochmal da.)
    Das Riesenrad steht im Lunapark, direkt am Mittelmeer und hat so einiges erlebt. Ein schöner Artikel fmit dem passenden Titel „Most Dangerous Place In Town“ findet sich hier.

    Als Kamerafrau Sabine und ich am frühen Nachmittag zum Luna Park kamen, war er offensichtlich noch geschlossen, allerdings stand das Tor offen, also schlendertern wir hinein, in dem irrigen Glauben, etwas Schlimmeres, als dass wir rausgeschmissen werden, könne uns nicht passieren. Denkste! Als wir am Riesenrad anlangten, kam jemand auf uns zu – aber nicht, um uns rauszuwerfen, sondern um es anzuwerfen, und zwar das Riesenrad. Nur für uns. Für umgerechnet 1,80 €. Und wir, wir setzten uns wirklich in das rostige Ding, der Mann schaltete das Riesenrad ein – und ging erstmal weg! Als er nach einer Viertelstunde und was weiß ich wievielen Riesenradrunden zurückkam und uns fragend anguckte, rangen wir die Hände und wurden schließlich wieder herausgelassen …

    Nein, nein, ich schreib das jetzt nur aus Quatsch so negativ. Es war natürlich wunderschön. Echt jetze! Ein Riesenrad ganz für uns allein, der Ausblick aufs Meer, auf die Betonhochhäuser und den MG-Posten an der Küstenstraße und überhaupt – toll! Und das klingt jetzt schon wieder so ironisch, wie es überhaupt nicht gemeint ist …




    (Volker Strübing)

    PS: Danke an Henri für den Tip!


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  • Er hat Jehova gesagt!

    Da kommt man nach Berlin zurück und dann sowas: Heiner Geißler hat – auwacka! – Goebbels zitiert. Wie mich die reflexhafte Empörung anekelt, wann immer jemand einen inneren Reichsparteitag hat oder einen Hitlervergleich macht, dieser Worthülsenantifaschismus, dieses Gezeter, dieses blutleere, herzlose … huch, fast hätte ich Gutmenschentum geschrieben …, diese moralische Besserwisserei. Das erinnert mich alles an den staatlich verordneten Antifaschismus in der DDR, der keine emotionale Verankerung hatte und letztlich einen Haufen Nazis produziert hat. Außerdem erinnert es mich an Monty Python:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=0I7B2EwltUA]

    Ich glaube, ich lass mir einen langen Bart wachsen, ziehe mir ein zerfetztes Gewand an, lass mich in Ketten legen, tanze im Staub und rufe „Totaler Krieg! Totaler Krieg!“ Von mir aus darf auch Weibsvolk anwesend sein.
    Vorher werde ich aber noch ein paar Bilder aus dem Libanon posten.

    (VS)

  • Germany stay cool!

    Viele Grüße aus Beirut! Ich bin seit zwei Tagen hier und weiß gar nicht, was ich schreiben soll – am besten ich lasse es. Wenn ich jetzt anfange zu erzählen, dann sitze ich die nächsten Stunden in dem Café hier fest. Ganz kurz: Ich fühl mich wohl und finde Beirut auf sehr, sehr schöne Art sehr hässlich.  Das Essen ist toll, man kann ganz prima vor sich hin schwitzen und ein Luftkurort wird Beirut niemals werden.

    Jetzt also nur ein paar Bilder und ganz am Ende ein Bilderrätsel, bei dem man 100 Punkte gewinnen kann!





    Beirut ist Raucherparadies. Oder -hölle, je nachdem. Sogar der Fahrstuhl in unserem Hotel ist mit einem Aschenbecher ausgestattet.





    Und jetzt das Bilderrätsel. Was ist das?


    Weitere Hinweise folgen bei Bedarf in den nächsten Tagen.

    (Volker Strübing)


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  • Muss ja

    Ein Mann, der in einem Ferienlager Jagd auf Jugendliche macht und vermutlich all seine propagandistischen Ziele erreichen wird („Klar ist der Typ völlig krank. Aber was hat ihn denn so krank gemacht? Ich meine, das mit der Multikulti-Kulturmarxisten-Gutmenschen-Diktatur stimmt doch, oder?“), die USA vor der Pleite, Europa kommt mit dem Flicken der Lecks kaum hinterher, Ungarn gibt sich kaum noch die Mühe, demokratisch zu wirken, Amy Winehouse ist tot,  irgendwas in Ostafrika und so weiter und so weiter. Aber das wird schon wieder. Muss ja.

    Ich fliege morgen nach Beirut. Monstamovies dreht wieder eine Fernsehserie und ich mache mit. In einer Woche sind wir wieder in Berlin – es ist erst mal nur eine Vorrecherche, die richtige Drehreise geht Anfang September los. Wann immer ich dazu komme, werde ich von unterwegs berichten – allerdings kann und will ich noch nicht erzählen, worum es eigentlich geht.

    Blöd eigentlich: Da gibt es endlich mal wieder einen Sommer in Berlin nach meinem Geschmack und ich fliege ans Mittelmeer. Wie auch immer: Ich wünsch mir eine gute Reise 😉

    (VS)

  • Es gibt Reis!

    Ich füttere das Blog gerade zwar nur mit Spatzenportionen, aber die haben ja auch was für sich.

    (Klick auf das Bild zum Vergrößern.)

  • Heute vor 15 Jahren – und morgen

    Ich weiß noch ungefähr, was ich am 4. Juli 1996 gemacht habe: Ein paar, wahrscheinlich recht schlechte, Texte ausgedruckt, die ich extra für diesen Tag geschrieben hatte, also meine ersten Texte überhaupt, und zur aller ersten Show der ganz neuen Lesebühne „LSD – Liebe Statt Drogen“ geradelt. Volker war auch dabei. Damals hieß die Veranstaltung allerdings noch Supernova, fand im Restaurant Nova statt und zwar Donnerstags. Aber damals gab es ja noch nicht mal den Begriff Lesebühne. Kein Wunder, es gab ja auch kaum Lesebühnen. Dr. Seltsams Frühschoppen und das Mittwochsfazit kannte ich nicht. Nur die Reformbühne Heim und Welt. Von der ließen wir uns auch inspirieren. Inspirieren, für die Fremdwortbleppos, bedeutet: wir kopierten das gesamte Konzept. 1:1. Lediglich mit uns anstatt mit denen und unseren anstatt derer Texte. Wir waren ja auch viel besser, nehme ich an. Trotzdem machte die Reformbühne weiter. Nicht nur deshalb blieben sie Vorbilder für uns. Nach uns gründeten sich noch viele neue Lesebühnen. Die bekanntesten sind sicher die Surfpoeten, die Chaussee der Enthusiasten, die Couchpoetoes. Es gibt aber viel mehr, sie fallen mir bloß gerade nicht ein, denn mein Gehirn ist alt. Vor 15 Jahren begannen wir. Und wir haben keine Woche ausfallen lassen. Nur ein einziges mal ist das Publikum weggeblieben, ausgerechnet bei unserem zehnjährigen Jubiläum. Ich sage nur: Scheiß-Fußball! Aber ansonsten war jede Woche ein mal LSD. Selbst am 11.9.2001. Selbst als ich ein Jahr lang als Künstler pausierte, ging ich oft als Zuschauer hin. Weil wir so gut waren. Unsere besten Leute verließen uns. Aber noch bessere stießen neu dazu. Wir hatten eigentlich immer das beste Publikum, dass man sich wünschen kann. Stammpublikum. Gewonnen durch Kontinuität und Mundpropaganda. So wie alle Berliner Lesebühnen. Was wären wir ohne Publikum? So ziemlich jede in Berlin ansässige Zeitung und alle Stadtmagazine haben immer wieder mehrseitige Berichte über uns, unsere Show und unsere Gäste nicht geschrieben sondern über was anderes. Falls wir doch mal in irgend einer Zeitung erwähnt wurden – Praktikanten und Volontäre sollen ja auch Fehler machen, um daraus zu lernen – war das kurz darauf meist einer anderen Zeitung ein Beleg dafür, dass es sich bei den Berliner Lesebühnen um einen Hype handelte, der glücklicherweise aber schon vorbei war. Wir machten weiter, unser bezauberndes Publikum machte weiter. Zusammen wurden wir in der Zeit immer jünger, schöner, klüger und sexyer. Kaum zu glauben aber wahr. Ich weiß schon, was ich morgen machen werde: Ein paar, wahrscheinlich recht schlechte, Texte ausdrucken, die ich extra für diesen Tag schreiben werde, also meine allerneuesten Texte, und zur allerneuesten Show der Berliner Lesebühne „LSD – Liebe Statt Drogen“ radeln. Im Schokoladen. Unser 15. Volker ist auch dabei. Komm doch auch Du!

    (Andreas Krenzke)

  • Weinende Männer

    „Ich muss es für mich als historischen Glücksfall betrachten, dass sich gerade noch rechtzeitig zum beginnenden Siegeszug des Computers eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz für weinende Männer entwickelte.“

    (Sascha Lobo, „Scheitern am Gerät„)

    Der Mann spricht mir sowas von aus dem Herzen. Habe gerade viele Stunden damit zugebracht meinen Laptop dazu zu überreden, wenigstens Browser und Textverarbeitung in akzeptabler Geschwindigkeit laufen zu lassen, bevor ich die Verhandlungen abbrach und das Betriebssystem neu installierte. Jetzt funktioniert alles – allerdings sind nirgends Bildschirmtreiber für Windows 7 für meinen 3 Jahre alten Samsung Q45c zu finden, weshalb er jetzt mit den Windows-Standardtreibern läuft – in falscher Auflösung mit breitgezogenem, verschmiertem Bild und kaum leserlicher Schrift. Mannmannmann, da hab ich nun ne neue Brille mit frisch angepasster Sehstärke, da wird die Welt um mich herum plötzlich unscharf!

    (VS)

     

  • Brille uff

    Ich erschrecke seit gestern jedesmal, wenn ich an einem Spiegel oder einer Schaufensterscheibe vorbeikomme und mich darin sehe. Huch!, denke ich dann immer. Ich habe nämlich seit gestern eine neue Brille, und sie sieht sehr anders aus als alle Brillen, die ich vorher hatte. Statt meiner üblichen kleinen, runden Drahtbrille ist es so ein Gestell „wie jetzt alle haben“, wie es jemand gestern kurz und treffend beschrieb. Dicker schwarzer Rahmen, große Gläser, eine Brille, die ganz laut „BRILLE!“ ruft, eine Brille, für die ich in meiner Jugend (zu Recht?) auf dem Schulhof verkloppt worden wäre, eine echte ZDFkultur-Brille, was freilich passend ist, da MonstaMovies und ich demnächst hoffentlich etwas für diesen Sender drehen werden.

    Jedenfalls sehe ich mir überhaupt nicht mehr ähnlich. Bekannte erkennen mich wundersamerweise noch, aber ichselbst erkenne mich nicht, beziehungsweise erst nach oben beschrieben Huch!-Moment. Und dann frage ich mich, was ich mir gedacht habe, als ich ich im Brillenladen für dieses Modell entschieden habe. Klar, ich wollte nach zwanzig Jahren, die ich einem Brillendesign treu war, mal anders aussehen. Aber trotzdem …

    Mir ist dann auch aufgefallen, was für ein teuflisches Verkaufskonzept Brillenläden haben: Um eine Brille aufzuprobieren, muss man die alte Brille abnehmen und das mit Fensterglas ausgestattete Vorführmodell aufsetzen – und sieht nur noch Schemen. Und wenn man die Brille abholt, kommt der große Schreck. Das einzige Gestell, das ich wirklich ausprobieren konnte, war dieses utopische Terminator-Steampunk-Ding, mit dem sie die Sehstärke prüfen, aber das wollten sie mir nicht verkaufen.

    Uli Hannemann meinte gestern: „Naja, irgedwann gewöhnen wir uns vielleicht daran. Und dann finden wir dich bestimmt schön.“ Ich mich hoffentlich auch.

    (Neue und alte Brille. Ein Foto von mir mit Brille auf traue ich mich noch nicht zu posten …)

    (VS)

    PS: Wegen der Überschrift … eine kurze, representative Umfrage unter 4 Personen ergab, dass zumindest Ostdeutsche mit einem Mindestalter von 33 Jahren den Ausspruch „Dann haste die Brille uff“ kennen. Jüngeren Menschen scheint er unbekannt zu sein. Ich werde mein Leben der Aufgabe widmen, ihn wieder fest in der deutschen Sprachkultur zu etablieren.

  • Und was machst du so?

    (Klick zum Vergrößern.)

    Ich mache Gartenarbeit. Auf dem Balkon. Wie man an den Fotos sieht. Davon abgesehen spiele ich zur Zeit sehr, sehr viel Gitarre. Nach langer Pause habe ich wieder begonnen, Musik zu machen. Und zwar zusammen mit Mischa-Sarim Vérollet. Weil zusammen musizieren viel mehr Spaß macht, als alleine. Und weil wir uns so gut ergänzen, dass wir uns abwechselnd verspielen oder versingen, so dass das Ganze dann immer noch halbwegs gut klingt. Unsere momentan noch sehr kleine Band heißt WIEBKE und ist die beste Band der Welt (Angabe ohne Gewähr). Wir können inzwischen schon fünfeinhalb Lieder spielen, von denen wir drei heute, Donnerstag Abend, bei der Chaussee der Enthusiasten aufführen werden. Kirsten Fuchs hat uns einen herzallerliebsten Ankündigungstext geschrieben, in dem eigentlich alles drinsteht, was man wissen muss, außer, dass wir WIEBKE heißen. Nebenbei erfährt man in ihrem Enthusiastenblogeintrag auch noch, was eigentlich das Gegenteil von Körperklaus ist.

    Außerdem bereite ich zusammen mit den Monstas zusammen ein neues Filmprojekt vor – ist aber leider noch geheim. Ich denke in einem Monat oder so kann ich was darüber schreiben. Wird auf jeden Fall eine spannende Sache.

    Meine Balkonlieblinge sind übrigens die Zwiebeln. Haben gerade zu blühen begonnen. Tolle Typen! Vor zwei Monaten lagen sie noch in der Küche rum und keimten vor sich hin und da dachte ich mir: Warum wegschmeißen, warum nicht einpflanzen? Jetzt kann ich mir kaum noch vorstellen, dass ich jemals Zwiebeln gegessen habe! Was sind das nur für Menschen, die solch interessanten und schönen Geschöpfe häuten, in Würfel schneiden und anbraten?!

    Mit freundlichen Grüßen vom Balkon ….

    (VS)