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  • Spiderworld

    So, ich habe mir jetzt vor Aufregung alle Nägel abgekaut, mehrere berühmte Opernarien einstudiert sowie ein paar romantische Balladen und schmissige Gassenhauer. Striptease habe ich auch geübt. Mal sehen, was davon ich alles anwende, heute Abend um 20 Uhr in der Bar jeder Vernunft, wenn ich zum ersten mal die Show „Spiderworld“ präsentiere. Gäste sind das Glas-Blas-Sing-Quintett, Hans Krüger, Nils Heinrich und Mr. Superextra. Die ersten zehn, die an der Kasse das Stichwort „Hörbuch“ sagen, kommen für Umme rein.

    (Andreas Krenzke)

  • Wir haben Alkoholverbot

    Ich bin ein bisschen blogfaul gewesen in den letzten Tagen. Wobei es mit Faulheit eigentlich garnichts zu tun hat. Es drehen sich nur alle Gedanken um Nicht der Süden, ich komme zu nichts anderem. Vanessa, die Cutterin von monstamovies, und ich bauen jetzt den eigentlichen Film, bzw. die Filme zusammen. Das macht sehr, sehr viel Spaß, ist aber auch sehr viel Arbeit. Ich bin zur Zeit vor allem damit beschäftigt, alle Interviess und Gespräche, die wir geführt haben, durchzugucken und aus ewigem Gerede und Gestammel etwas sinnvolles und interessantes und unterhaltsames zu puzzeln. In einigen Fällen ist es einfach, manchmal aber auch eine echte Herausforderung. Wenn wir mit unserem Englisch, das eigentlich nur für einfache Gespräche reicht, bei denen sich niemand um solche Feinheiten wie Grammatik oder das richtige Wort kümmert, auf einen Technokraten trafen, der uns mit langweiligen Zahlen und Worthülsen wie aus einer Imagebroschüre abspeiste zum Beispiel. Aber es wird alles gut, glaube ich. Man kann eine Menge machen und basteln – ohne den eigentlichen Inhalt zu verfälschen. Zudem wird es ohnehin eine Art bebilderte Reiseerzählung, Kirsten und ich können alles mit drübergesprochenen Kommentaren … äh … kommentieren.

    Ich weiß noch, wieviele Gedanken ich mir vor allem in den ersten Wochen der Reise und des Drehs über Anschlussfehler gemacht habe. Ständig dachte ich: „Verdammt, eben hatte ich doch die Jacke zu und in der nächsten Einstellung war sie offen“ oder „Oh nein, das passt doch nicht, vorhin war doch viel mehr Kaffee in der Tasse und sie stand ein Stückchen weiter links!“ Die Standardantwort war: „Das merkt kein Mensch!“ – und was soll ich sagen: Es stimmt! Ich gucke mir jetzt das ganze Material an und zwar ziemlich genau und ich erinnere mich, wann und wo ich mir wegen soetwas schlimme Sorgen gemacht habe, und trotzdem fällt mir sogut wie nichts auf. Verblüffend. Und ich bin den anderen so auf den Sack gegangen damit!

    Als unsere Biervorräte im Hafen weggeschlossen waren, haben wir ein Quatschlied geschrieben – „Wir haben Alkoholverbot“ – , in dem jedem aus der Filmcrew und von der Schiffsmannschaft eine Strophe gewidmet war. Meine ging so:

    Der Volker ist ein Erbsenzähler
    Er schreit ständig „Anschlussfehler“
    Das passt doch alles nicht zusamm‘
    am Anfang warn wir ständig stramm

    Wir haben Alkoholverbot, wir haben Alkoholverbot!

    (Nein, wir waren nicht ständig stramm. Das war ein Quatschlied!)

    Jedenfalls, was ich eigentlich schreiben wollte: Ich mache sozusagen gerade zum zweitenmal die ganze Reise und habe wenig Zeit und Gedanken für anderes übrig, weswegen ich auch nichts sinnvolles hierzu schreiben kann, obwohl ich das eigentlich gerne getan hätte. Aber vielleicht ist es auch ganz normal, dass einem  nichts mehr einfällt, wenn Wirtschaftswissenschaftler 1 Euro im Monat für Kultur und Freizeitaktivitäten als ausreichend für ein menschenwürdiges Leben  erachten.

    (Volker Strübing)

    PS: Die oben verlinkte Studie ist ein bisschen dröge. Lest lieber den Artikel von Florian Rötzer bei telepolis.

  • Schmerzhafte Erkenntnis

    Ich kann noch immer nicht in Straßenbahnschienen fahrradfahren.

    Ich probiere es dann so in 3 Jahren wieder.

    (Volker Strübing)

  • Zitat des Tages

    „Diese tiefe, raue Stimme hatte ich ja schon lange vor Rammstein, seit ich mit dieser Mandelentzündung auf Tour war.“ (Frank Zander in einem taz-Interview)

    (Andreas Krenzke)

  • YouTube im Radio

    Ein Lied von mir wurde in einer Radiosendung verwendet. Das ist eigentlich eine prima Sache. Ich habe kein Geld dafür bekommen, aber das ist okay. So hören es wenigstens viele Leute. Und das wiederum hat ja einen schönen Werbeeffekt. Allerdings wurde mein Name nicht genannt, so dass sich der Werbeeffekt auch schon wieder erledigt hat. Allerdings bin ich auch ganz froh, dass kein Name genannt wurde, da das Lied durch Auslassungen sehr peinlich gewirkt hat, und wenn man mich gefragt hätte, hätte ich einer Ausstrahlung in dieser Form nicht zugestimmt. Dies womöglich ahnend hat man mich aber gar nicht gefragt oder auch nur informiert. Ein Freund von mir hat die Sendung gehört und mir Bescheid gesagt. […]

    UPDATE 3.9.: Es scheint sich alles zu klären und ich habe den Rest dieses Artikels deshalb rausgenommen. Vielleicht gibt es in ein paar Tagen nochmal ein Update.

    (Volker Strübing)

    PS: Mit dem Lied habe ich viel Freude. Vor allem wegen der lustigen Kommentare, die ich da kriege, und die bis zu Prügelandrohungen reichen. Klassiker, die immer wieder auftauchen:

    – „Es heißt Meeeeeeeklenburg, nicht Mäcklenburg!“ So was Blödes! Sogar die meisten Mecklenburger sagen Mecklenburg und nicht „Meeeeklenburg“. Und selbst wenn! Ich bin kein Mecklenburger, ich kann das aussprechen, wie ich will. Ich sage auch „Moskau“, völlig unbeeindruckt davon, dass manche Moskauer zu Moskau „Moskwa“ sagen.

    – „Der Spacko soll sich lieber mal selbst was ausdenken und nicht immer nur Rainald Grebe nachmachen!“

    – „Hoffentlich ist der Zug entgleist!“ (Das Video ist im Zug nach Wien gedreht.)

    Mein Favorit: „Der Typ soll sich mal vor der Aufnahme entscheiden, was er sagen will und nicht so blöd rumstammeln!“. Dazu muss man wissen, dass ich dreimal neu angesetzt habe, bis das Gestammel endlich zufriedenstellend stammelig klang.

    Die meisten Kommentare sind zum Glück positiv.

  • The Janus Diaries

    www.nichtdersueden.de ist wieder online. Und endlich gibt es da eine Menge zu lesen und und über 400 Fotos zu sehen.

    Hier gibt es eine Karte, auf der wichtige Stationen der Reise kurz vorgestellt werden, hier findet man einen Batzen Tagebuchschnipsel von Kirsten und mir und hier erklärt Kirsten in einem längeren Text, welche Auswirkungen 7 Wochen Filmdreh auf zwei harmlose Autoren haben.

    Die Seite ist immer noch eine Baustelle. Es fehlen noch die Bildunterschriften zu den Fotos, weitere Tagebucheinträge, Zeichnungen von Kirsten, Videos und Musik. Ich schreibe hier rein, wenn es was neues gibt!

    (Volker Strübing)

  • LSD im Lokal (2)

    Hier sind ein paar Fotos vom ersten Abend LSD – Liebe Statt Drogen im Lokal.

    Warten auf Zuschauer: Uli Hannemann, MichaEbeling und Elis an der Kasse:

    Letzte Probe vor dem Klo Auftritt. Ivo und Sascha:

    Kollektive Kippen? Gemeinschaftszigarette? Nee, dann lieber doch keinen Kommunismus:

    Beim kollektiven Kippenpaffen vor der Tür:

    Tube mit Iro:

    Micha mit blonden Haaren:

    Zur Musik von Erste Stufe Haifisch musste ich mitwackeln:

    Ich war ehrlich gesagt ganz froh, kein Mitglied mehr zu sein und den Abend entspannt genießen zu können, ohne mich mit den unvermeidlichen Startschwierigkeiten am neuen Ort auseinandersetzen zu müssen.

    Allgemein freudig wurden die deutlich niedrigeren Getränkepreise zur Kenntnis genommen. Doof für mich: Im Bassy habe ich bis zum Schluss Freibier bekommen, das billige Bier im Lokal ist also eigentlich viel teurer 🙁

    (Volker Strübing)

  • Olympia hat mein Essen zerstört!

    Letzten Sonnabend war ich in einem griechischen Restaurant. Es gab griechisches Essen. Glaube ich. Ich habs mir nicht angeguckt. Da hing nämlich ein großer Fernseher rum, auf den ich die ganze Zeit starren musste, obwohl da Olympia lief, was niemand sehen will. Ich zumindest nicht. Und schon gar nicht beim Essen. Das Auge isst mit, heißt es. Für mich gab es Läuferwaden an Frauen mit albernen bunten Bändern und Nasenblutensauce. Spider hat ganz recht, wenn er sich über das öffentliche Sportgucken ärgert. Nicht nur Berlin hat es zerstört, sondern auch Dessau (wo sich nämlich der Grieche befindet und Verwandschaft von mir wohnt, die wahrscheinlich auch mit essen war, wenn ich die Sprachfetzen die seitlich an mein Ohr drangen, richtig interpretiert habe).

    Urpsrünglich wurde das Fernsehen ja erfunden, um die Leute ruhigzustellen und von der Straße und den BArs fernzuhalten. Jetzt nehmen sie das Fernsehen einfach mit dahin und der ganze schöne Ansatz verkehrt sich in sein Gegenteil.

    Ich will den (echt) griechischen Restaurantbetreibern aber nicht allzu böse sein und ihnen ihre Olypiabegeisterung noch einmal nachsehen. Immerhin haben sie Olympia erfunden, das ist ihr Baby! Allerdings haben sie auch die Demokratie erfunden. Hätten sie nicht eine schöne, öde Bundestagsdebatte zeigen können? Da wäre sicher Zeit für den einen oder anderen Seitenblick auf den Teller oder den Vater oder so geblieben. Oder werden die inzwischen auch wie Musikvideos geschnitten, mit lauer sinnlosen Computergrafikeffekten und Kamerageschwindigkeitswechseln und dussligen Trailern drin? Das Ende der Welt ist nah!

    Aber vorher gibts noch LSD am neuen Ort, im „Lokal“, Rosenthaler Ecke Linienstraße. 21.30 Uhr. Mit Livelesung und Livemusik und garantiert ohne Sportübertragung.

    (Volker Strübing)

  • LSD im Lokal

    „LSD – Liebe Statt Drogen“ die vielleicht beste Lesebühne Berlins zieht um. Ab heute jeden Dienstag um 21.30 Uhr im Lokal (Rosenthaler Ecke Linienstraße). Getränkeliebhaber dürfen sich in dieser von liebenswerten Punkrockern geführten Veranstaltungsbar an den moderaten Preisen begeistern. Anlässlich der morgigen Lokalpremiere erfreut die weltberühmte Band „Erste Stufe Haifisch“ Ohr und Fuß mit Math-Rock.

    (Andreas Krenzke)

  • Zitat des Tages

    „Der Ungar war elegant, sah gut aus und interessierte sich nicht für den Ostblock. Der Glanz der alten Monarchie ließ ihn sich noch immer für etwas Besseres halten.“ (Jana Hensel, Zonenkinder)

    (Andreas Krenzke)