Blog

  • Fest der Liebe gerettet / Arbeitstag erfolgreich begonnen

    Machen wir uns nichts vor, Weihnachten steht vor der Tür. Seit 1 Monat liegen die Marzipankartoffeln in den Kaufhallenregalen. Und Du, liebe Schnipselfriedhofleserin, lieber Leser, hast noch keine Geschenke für die Lieben? Frohlocke! Es ist erschienen. Es heißt Imbiss wie damals und ist mein neues Buch. Und obwohl Eigenlob stinkt, muss ich sagen, es ist eines der besten Bücher, die ich je geschrieben habe. 160 Seiten. Mit CD. Für lumpige 13,90€. Erschienen bei Voland & Quist. Auf der CD kann man mir 70 Minute lang zuhören, wie ich Texte vorlese. Toll, was? Es ist übrigens eine Studio-CD. Live gibt es mich ja (fast) jeden Dienstag, also auch heute, bei LSD – Liebe Statt Drogen. Ich bringe heute Abend gleich ein oder zwei Exemplare des neuen Buches mit ins Lokal, um sie dort feilzubieten. Und ein oder zwei neue Texte bringe ich hoffentlich auch. Deshalb beginnt jetzt ein neuer Arbeitstag.

    (Andreas Krenzke)

  • Zahl 10 Trink 12

    Schön wars in Hannover. (Sorry Christine, es ist wirklich eine Schande, wie ich meine Terminliste vernachlässige.) Ahne hat schon einen Text darüber geschrieben, darum brauche ich nur noch zwei Bilder hier reinstellen:

    Der Eingang sah ziemlich deprimierend aus. Ich hätte auch das Festivalzelt fotografieren können oder ein paar schöne Bilder von den Auftritten machen können, aber … nö, das Bild fand ich doch interessanter.

    Um die Ecke gab es eine nette Bierstube. Ich weiß nicht, ob dieses Schild ein Anzeichen von Verzweiflung ist (es waren kaum Gäste da) oder ob die Betreiber einfach nur dachten: „Das macht man heutzutage so“.

    (Volker Strübing)

  • Macht Arbeit dumm?

    Vorgestern. 9.30 Uhr an den Computer. 22.30 Uhr Feierabend. Ein Bier trinken gehen. Mal auf andere Gedanken kommen. Der Plan funktioniert. Weltbewegende Gedanken sind es nicht. Eine Kellnerin stellt der anderen zwei leere Weingläser auf die Theke, die diese übersieht. “ Wo sind denn die Gläser?“ – „Da stehnse doch, parallel in einer Reihe.“ Das beschäftigt mich. Zwei Gläser – Kreise in der Draufsicht – können erstens nicht parallel und zweitens nicht anders als in einer Reihe angeordnet werden. Versuch mal zwei Gläser im Dreieeck aufzustellen! Die letzten 4 Wörter ihres aus 7 Wörtern bestehenden Satzes enthalten also eine komplett falsche und eine komplett überflüssige Aussage. Ich denke lange und völlig sinnlos darüber nach. Es ist wie ein kleiner Urlaub …

    Heute ist richtig Urlaub! Urlaub in Hannover! Micha, Spider, Ahne und ich fahren nach Hannover zum 1. Nationalen Lesebühnenfestival („humorvolle Live-Literatur der Königsklasse“).

    (Volker Strübing)

  • 129 Jahre verbleibend

    Die 47247 Tage vergingen wie im Fluge. Nur die letzten 7 Stunden wollten einfach kein Ende nehmen …

    Die Anzeige der verbleibenden Zeit ist eine der mysteriösesten Sachen an der ganzen Computerei. Rechner scheinen über die Fähigkeit zu verfügen, die Zeit zu manipulieren, anders ist es nicht zu erklären, dass diese Angabe in keinerlei Beziehung zur realen Zeit steht (wobei ich mich natürlich als hoffnungsloser Anthropozentriker oute, wenn  ich die Menschenzeit für real und objektiver als die des Computers halte). Oder kann es sein, dass sich die Computer da einfach verrechnen? Machinen, die den Menschen im Schach und manchmal sogar bei Siedler 3 besiegen, sollen an so einer einfachen Aufgabe scheitern? Was sagt das dann über Spezies aus, die von diesen grauen Fehlerteufeln im Schach oder sogar bei Siedler 3 besiegt werden?

    Wenn es etwas noch Mysteriöseres als die Anzeige der verbleibenden Zeit gibt, dann das hier:

    Bei Windows Vista sieht man das ständig … und oft dauert diese Berechnung der verbleibenden Kopierzeit länger als das eigentliche Kopieren. Vielleicht weil die Manipulation des Raum-Zeit-Kontinuums, die zur Erzeugung der absurden Zeitangaben nötig ist, einen hohen Rechenaufwand mit sich bringt? Oder nur, um ein bisschen Spannung und Vorfreude zu erzeugen und die Arbeit am Computer angenehmer zugestalten? Ich weeß nich, ich weeß nich … aber ich werde es weiter beobachten … mehrmals täglich … ob ich will oder nicht …

    (Volker Strübing)

  • Zitat des Tages

    „Es waren nicht nur Europäer und Amerikaner, die gemeinsam mit den zuvor unterdrückten Völkern des sowjetischen Imperiums den Fall der Mauer feierten […] Noch jemand erhob sein Glas, doch es war nicht mit Sekt, sondern mit dickem türkischem Kaffee gefüllt. Sein Name war Osama Bin Laden …“

    Das Zitat stammt aus „Die Welt ist flach“ von Thomas L. Friedmann. „Weltbestseller“ verkündet ein Aufkleber auf dem Einband. Das Buch handelt von der Globalisierung und davon, wie sie unser Leben und Arbeiten ändert, sowie alte Hierarchien und wirtschaftliche Unterschiede einebnet. Ich bin jetzt auf Seite 78 (von 760) und das Buch scheint unfassbar dusslig zu sein. Klar, es stehen auch kluge Gedanken drin, meistens dort, wo der Autor andere Leute zitiert. Ansonsten freut er sich die ganze Zeit ein Loch in den Po, weil man dank Internet Humankapital billiger und effizienter für sich arbeiten lassen kann, und suhlt sich mindestens jede zweite Seite selbstverliebt in der Genialität seines titelgebenden Bonmots von der Welt, die nicht mehr rund, sondern flach ist. Bin schon irrsinnig gespannt auf die nächsten 680 Seiten … wird wahrscheinlich ein fröhliches Stilblütenpflücken.

    (Volker Strübing)

  • König von Deutschland

    Ein Jahr ist es nun her, dass in Deutschland praktisch die Monarchie wieder eingeführt wurde. Schnipselfriedhof sprach aus diesem Anlass mit Enriko Jokisch – oder mit Ritschie I., wie viele ihn einfach nur nennen.

    Schnipselfriedhof: Herr Jokisch, bitte gestatten Sie mir zuerst eine private Frage: Wie fühlt man sich so als „König von Deutschland“?

    Richie I.: Na, voll geil! Ähm … also ich bin ja eigentlich gar nicht König. Ich bin der oberste und erste … ähm Präsentant des … äh … Dienerstaates.

    Schnipselfriedhof: Sie meinen ihre offizielle Bezeichnung „Oberster Repräsentant des Volkes und erster Diener des Staates“? (mehr …)

  • Zerstörte Illusion

    Da sitzt man mit einem Kaffee auf seinem Hinterhofbalkon, lauscht dem fröhlichen Gestöhne, das irgendwo aus einem offenen Fenster dringt, freut sich, dass die Menschen nicht einsam sind und dann fällt einem die süßliche Musik auf, die darunter liegt …

    Was ganz anderes: Irgendeine Boulevardzeitung, BZ oder Bild, hatte heute die Schlagzeile „Der Sexklops hat mich vergewaltigt“. Sosehr ich das Verschwinden dieser Blätter auch begrüßen würde, sosehr würde ich auch solche Wortschöpfungen vermissen. Die Aufsteller vor den Zeitungsläden haben mich schon oft schmunzeln lassen. Freilich: Wenn einem ein Schmunzeln im Hals steckenbleiben könnte und wenn diese Formulierung nicht so abgedroschen wäre, dass sie selbst einem im Hals stecken bleiben muss, würde es genau das tun, weil man weiß, dass hinter den lustigen Wörtern traurige Schicksale stecken, die gnadenlos ausgeschlachtet, für Propaganda missbraucht und oft genug lächerlich gemacht werden. Trotzdem werde ich mich immer gerne an den wüsten Erlebnisbericht einer scheinbar etwas verwirtten Oma unter dem Titel „Ich war Geisel der Fruchtbarkeitssekte“ erinnern.

    Ein Boulevardblatt mit ausgedachten Geschichten wäre keine Lösung des Dilemmas. Kurz nach der Wende gab es mal so eine Zeitschrift, aber da man wusste, dass alles darin nur Nonsens ohne jede realistische Grundlage war, wurde es schnell langweilig.

    Vor Jahren gab es in der Titanic mal ein Gewinnspiel, bei dem man aus Dutzenden absurden BILD-Überschriften („Oma streichelte Kaktus, da explodierte der kleine Kerl!“) die eine gefälschte herausfinden musste. Ich glaube es war die Überschrift des Gewinnspieles: „Fies! Titanic fälscht BILD-Zeitung!

    (Volker Strübing)

  • Zitat des Tages

    „Bei Ihnen in Europa – wo es kühler ist und die Leute nicht soviel Zeit im Freien verbringen ist der Sport – hoffentlich – nicht die einzige Freizeitbeschäftigung wie bei uns. Es gibt dort eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich als Mann zu zeigen. Viele Jungen dort bewundern Musiker, Künstler, Kunsthandwerker oder Filmemacher und lassen sich von diesen in den entsprechenden Fertigkeiten unterweisen.“ (Steve Biddulph, Jungen! Wie sie glücklich heranwachsen…)

    (Andreas Krenzke)