Na gut, genau betrachtet war es nur der 3.Preis, aber da ich nie zuvor einen Preis bei einem Nachwuchswettbewerb gewonnen habe, ist es zumindest mein 1. Preis. Aber der Reihe nach: Also das war so: Ich war einer von 8 Nominierten für den Stuttgarter Besen, bin deshalb am Dienstag nach Stuttgart geflogen, habe drei Geschichten vorgelesen und das wohl recht gut gemacht und daraufhin das namensgebende Reinigungsgerät in Bronze bzw. Holz bekommen. Der silberne Besen ging an Uta Köbernick, der goldene an Matthias Egersdörfer und der Publikumspreis an Ass Dur. Moderiert hat Dieter Moor, im Backstageraum gab es einen Kamin und alles war gut. Am 1.Mai kann man sich eine 90-Minuten-Fassung der dreistündigen Veranstaltung im Fernsehen angucken (22.40 Uhr SWR).
Und wo ich schon mal beim Angeben bin: Nachdem mich die wahrscheinlich reisefieberbedingte Schlaflosigkeit schon um 7 aus dem Bett getrieben hat, habe ich vorhin mal die Klicks bei YouTube zusammengezählt und bin (für all meine 33 Videos zusammen) auf über 1 Million gekommen – hey! 90% davon gehen natürlich auf das Konto von Kloß und Spinne.
Ich freue mich auch über die vielen Kommentare auf YouTube – manchmal sogar über die kritischen. Die elfte Folge von Kloß und Spinne kommentierte jemand mit den Worten: „überhaupt nicht lustig genau wie alle anderen folgen“ – und da muss ich schon sagen, das ist kein Mensch, der zu vorschnellem Gemecker neigt; nein, nein, das isser nicht. Immerhin hat er mir 11 Klicks gebracht, bevor er sein Urteil gefällt hat.
Das erste Video, das nennenswerte Anguckzahlen hatte, war meine Rainald-Grebe-Hommage (wer will, kann es auch Nachmache nennen) „Mecklenburg„. Nachdem ich das reingestellt hatte, wurde mir etwas mulmig, weil es nach einigen Tagen eine ganze Reihe von Beschimpfungen in den Kommentaren (und sogar per persönlicher Nachricht ein Angebot für Kloppe) gab. Ich dachte an das Star-Wars-Kid, an das Tokio-Hotel-Fan-Mädchen und all die anderen Teenies, die ihr Leben mit unvorsichtig ins Internet gestellten Videos ruiniert hatten – hatte ich die Tupperdose der Pandora geöffnet? Dann gab’s aber plötzlich wieder viel Lob, dann wieder Beschimpfungen, dann wieder Lob und so weiter; so geht das in Wellen dort immer noch zu. Ich habe mit diesem Video sogar eine Art engagierten Anti-Fan gewonnen, der wahrscheinlich bald einen Anti-Fan-Club gründen wird.
Vor einem Monat schrieb er:
„oh mein gott, ich bereue es echt ausversehen auf diesen link gekommen zu sein, mensch junge, überleg doch mal, bevor du solch einen mist hier reinstellst!“
Vor zwei Wochen dann:
„text ohne sinn, kein gefühl für rythmus und melodie…….der 12jähirige im körper eines 13jährigen…gruß und kuss“
… und vor einer Woche:
„ach man, ich werde des dich beleidigen einfach nicht müde……kann mir nicht vorstellen woran das liegt…vielleicht bietest du einfach zu viel angriffsfläche“
Ein Clubmitglied wird er sicher in jenem YouTube-Gucker finden, der vor 2 Monaten schrieb:
“ Im Zug nach Wien also…..Was für eine selbstgefällige Pfeife! Gehen Sie nach Hause Kassengestell-Mann, Sie sind müde. Und schön die Wiener in Ruhe lassen, verstanden Lachnummer!!!“
… und sich vor drei Wochen wunderte, dass ich auf seine Kritik hin nicht sofort das Video gelöscht habe:
„Der Langweiler mit Oberlehrer-Gesicht und Oberlehrer-Brille ist ja immer noch da…. Oh, im Zug nach Wien, das muss man schon mal erwähnen! Wahrscheinlich im Mangel aufgewachsen, dass das so was besonderes ist. Er wollte nie so steif und humorlos werden wie sein Vater. Schade….. Dorfdepp, der in die große Stadt zieht muss leider wieder nach Hause“
(Volker Strübing)






