- Farbspiele
Die ungünstige Kombination aus großer Eile, glitschigem Beton und schlechtem Sohlenprofil führte Donnerstag Nacht dazu, dass ich die Stufen, die von der Revaler Straße aufs RAW-Gelände führen, einzeln mit dem Hintern durchzählte. Dieser präsentiert sich seither in atemberaubenden psychedelischen Farben (wenn auch etwas blaustichig). Vielleicht sollte ich mir für das Kantinenlesen heute Abend noch so eine Lederschwulenhose besorgen, die die Arschbacken frei lässt. Das würde prima von der Herpes an der Lippe ablenken …
- Besser Krümel kacken als Verstopfung oder Durchfall
Mich interessiert alles, was mit Stereoskopie zusammenhängt. Vor Jahren hatte ich eine LCD-Shutter-Brille, mit der 3D-Computerspiele wirklich räumlich wurden. Ganz ausgereift war das noch nicht. Wenn man den dafür nötigen Treiber so einstellte, dass der Raumeffekt richtig gut war, wirkten alle Objekte sehr klein und schienen sich im Inneren des Monitors zu befinden. Aus einem Ego-Shooter wurde da schnell ein Massaker im Puppenstübchen. Ich fand’s toll. Der Traum wäre ein 3D-Beamer mit zwei Linsen, vor denen Polarisationsfilter angebracht sind. Dann noch die entsprechende Brille und schon machen Flugsimulatoren zehnmal soviel Spaß.
In der Rubrik „einestages“ auf Spiegel Online, gab es jetzt einen Artikel zum Thema. Und in diesem werden Polarisationsfilterbrillen irritierenderweise mehrfach als „Polaroidbrillen“ bezeichnet.„Na und? Hat der Strübing keinen Friseur, dem er das erzählen kann?“, wird sich der eine oder andere jetzt völlig zu recht fragen, was mir die Gelegenheit zu einer eleganten Überleitung gibt:
- Apropos Friseur Ich frage mich schon lange, warum ausgerechnet Friseure derart penetrant zu schlechten Wortspielen neigen. All diese pseudoriginellen Namen und Sprüche: „Haareszeiten“, „Hairzlich Willkommen“, „Haar & Soul“, „Haarmonie“ (was als „Haar-Moni“ noch ganz lustig wäre, wenn die Friseuse Monika hieße) und ganz schlimm, gerade neulich entdeckt: „Sie haben nichts zu verlieren – außer ihr Haar“. Wie traurig muss das Leben eines Menschen sein, der das liest und denkt: „Stimmt. Da gehe ich jetzt mal rein.“
Ich warte übrigens noch auf „Hairytale – ihr märchenhafter Friseur“, „Haarakiri“ und, in Anspielung auf den berühmten Massenmörder, „Haarmann – the final cut“. Ach, wahrscheinlich gibt’s die auch alle schon. Falls nicht und falls jemand von euch demnächst einen Friseursalon eröffnen möchte, stelle ich diese haarausragenden Kreationen gerne zur Verfügung.
(Volker Strübing)

