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  • Schnipsel vom 22.3.2008

    • Farbspiele

      Die ungünstige Kombination aus großer Eile, glitschigem Beton und schlechtem Sohlenprofil führte Donnerstag Nacht dazu, dass ich die Stufen, die von der Revaler Straße aufs RAW-Gelände führen, einzeln mit dem Hintern durchzählte. Dieser präsentiert sich seither in atemberaubenden psychedelischen Farben (wenn auch etwas blaustichig). Vielleicht sollte ich mir für das Kantinenlesen heute Abend noch so eine Lederschwulenhose besorgen, die die Arschbacken frei lässt. Das würde prima von der Herpes an der Lippe ablenken …

    • Besser Krümel kacken als Verstopfung oder Durchfall

      Mich interessiert alles, was mit Stereoskopie zusammenhängt. Vor Jahren hatte ich eine LCD-Shutter-Brille, mit der 3D-Computerspiele wirklich räumlich wurden. Ganz ausgereift war das noch nicht. Wenn man den dafür nötigen Treiber so einstellte, dass der Raumeffekt richtig gut war, wirkten alle Objekte sehr klein und schienen sich im Inneren des Monitors zu befinden. Aus einem Ego-Shooter wurde da schnell ein Massaker im Puppenstübchen. Ich fand’s toll. Der Traum wäre ein 3D-Beamer mit zwei Linsen, vor denen Polarisationsfilter angebracht sind. Dann noch die entsprechende Brille und schon machen Flugsimulatoren zehnmal soviel Spaß.
      In der Rubrik „einestages“ auf Spiegel Online, gab es jetzt einen Artikel zum Thema. Und in diesem werden Polarisationsfilterbrillen irritierenderweise mehrfach als „Polaroidbrillen“ bezeichnet.

      „Na und? Hat der Strübing keinen Friseur, dem er das erzählen kann?“, wird sich der eine oder andere jetzt völlig zu recht fragen, was mir die Gelegenheit zu einer eleganten Überleitung gibt:

    • Apropos Friseur Ich frage mich schon lange, warum ausgerechnet Friseure derart penetrant zu schlechten Wortspielen neigen. All diese pseudoriginellen Namen und Sprüche: „Haareszeiten“, „Hairzlich Willkommen“, „Haar & Soul“, „Haarmonie“ (was als „Haar-Moni“ noch ganz lustig wäre, wenn die Friseuse Monika hieße) und ganz schlimm, gerade neulich entdeckt: „Sie haben nichts zu verlieren – außer ihr Haar“. Wie traurig muss das Leben eines Menschen sein, der das liest und denkt: „Stimmt. Da gehe ich jetzt mal rein.“
      Ich warte übrigens noch auf „Hairytale – ihr märchenhafter Friseur“, „Haarakiri“ und, in Anspielung auf den berühmten Massenmörder, „Haarmann – the final cut“. Ach, wahrscheinlich gibt’s die auch alle schon. Falls nicht und falls jemand von euch demnächst einen Friseursalon eröffnen möchte, stelle ich diese haarausragenden Kreationen gerne zur Verfügung.

    (Volker Strübing)

  • Springers Welt und Morgenpost über den 2. Mai

    Der tolle Konrad hat mit mir die Demonstration angemeldet, und die Springerpresse hat den schlauen Robert und mich interviewt. Also:

    Heraus zum 2. Mai!

    Machtvolle Manifestationskundgebung zum internationalen Kampf und Feiertag der Arbeitslosen.

    Treffpunkt 13 Uhr Senefelder Platz (Berlin).

     

    (Andreas Krenzke)

  • He’s lost control

    „Hey ho! Hier findest du alles, was du für ein lässiges Outfit brauchst!“, labert einen ein Typ auf der flashverseuchten Website von Converse an. Unter anderem gibt es für das lässige Outfit jetzt einen Joy-Division-Gedenkschuh, weil Joy Division so lässig ist. Und in der ganzen Stadt guckt einen Ian Curtis von Werbe-Plakaten an. Ist ja tot, der Gute, kann sich nicht mehr dagegen wehren. Wahrscheinlich sollte man schon froh sein, dass er nur für Turnschuhe Werbung machen muss und nicht für das Phantasialand. Widerlich. Wer kann noch guten Gewissens sterben, wenn er befürchten muss, als Werbeträger für irgendeinen Scheiß missbraucht zu werden?

    (Volker Strübing)

  • Guten Morgen …

    … es ist Punkt sieben Uhr und ich möchte gerne mitteilen, dass ich schon wach bin. Ich schreib das nur, weil es so Gerüchte gibt, ich sei ein schlimmer Langschläfer. Die sind hiermit hoffentlich vom Tisch. Ja?! Dann kann ich mich ja wieder hinlegen.

  • Eigentlich will ich ja nur mal mit dem Transrapid fahren …

    In einem Monat fliegen Dan, Jochen und ich auf Einladung des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Institutes nach Shanghai. Wir werden einige Lesungen haben – auf Deutsch und mit eingeblendeten oder vorgetragenen Übersetzungen; wenn alles gut geht, gibt es auch zwei Kloß-und-Spinne-Filme mit chinesischen Untertiteln – und ich werde danach noch etwas länger bleiben und mir mal das Land und die Leute angucken. Zumindest ein klitzeklitzekleines Fitzelchen und den einen oder anderen Leut, denn China ist riesengroß und es leben recht viele Menschen dort, auch wenn man Tibet und Taiwan nicht mitzählt …

    Ich freue mich seit Monaten auf diese Reise. China stand immer sehr weit oben auf der Liste der Länder, die ich gerne besuchen würde. Die Einladung war für mich ein … hm, „Gottesgeschenk“ hätte ich fast geschrieben, aber das wäre doch ein bisschen zu dick aufgetragen … jedenfalls habe ich mich wie blöde gefreut.

    Trotzdem gibt es natürlich einen kleinen Störenfried, einen Gedanken, der in meinem Kopf hin- und herhüpft, ab und zu ein bisschen rumkrakeelt, sich aber meist versteckt hält, damit ich ihn nicht erwische und aus meinem Hirn ausweise. Er heißt: „Willst Du wirklich in ein Land fahren, in dem Blogger ins Gefängnis gesteckt werden, in dem Millionen Bürger zwangsumgesiedelt und Tausende jedes Jahr hingerichtet werden?“

    Um es kurz zu machen: Ja, ich will. Ich kann nicht anders.

    Ich könnte jetzt auf Größenwahn schalten und irgendwas davon faseln, wie wichtig der kulturelle Austausch für die Demokratisierung Chinas sei und dass ich meinen Beitrag dazu leisten wolle, aber damit würde ich mich nur lächerlich machen. Ich könnte sagen, dass ich mir vor Ort ein Bild machen will, um dann im Schnipselfriedhof die Menschheit darüber in Kenntnis zu setzen, was wirklich Sache ist. Auch Schwachsinn. Tatsache ist: Ich bin einfach verdammt neugierig. Und genausowenig wie mein Besuch die Lage der chinesischen (oder gar tibetischen) Bevölkerung verbessern wird, wird er sie verschlechtern – es ist schlicht egal, ob ich da bin oder nicht. Klar … wenn alle das Land boykottieren würden, dann würde sich schon etwas ändern (wahrscheinlich würde das Regime wieder richtig verhärten), aber wer auch nur ein Produkt „Made in China“ besitzt, der soll mich bloß in Ruhe lassen.

    Ich weiß nicht, wie man mit China umgehen soll. Oft denke ich, dass man China darin unterstützen muss, sich mit kleinen, klitzekleinen Schritten zu verändern („kritischer Dialog“ und so), dass dieser langsame Weg besser ist für China und den Rest der Welt als ein radikaler Bruch wie in der Sowjetunion, dass man die Fortschritte sehen müsse (Zwischenruf des herumhüpfenden Gedankens: „Welche Fortschritte? Dass sie jetzt mit Giftspritze hinrichten?“). Angesichts der Menschen, die jetzt in China wegen kritischer Äßerungen im Gefängnis sitzen oder die in diesem Augenblick nach einem hanebüchenen Verfahren zum Hinrichtungsfahrzeug geführt werden, erscheint das zynisch und kaltherzig, aber was wäre die Alternative?

    Keine Ahnung. Vielleicht ist es ja auch garnicht meine Aufgabe. Ich freue mich auf die Reise.

    (Volker Strübing)

  • Vorankündigung

    So, wenn mein Computer mich nicht noch im Stich lässt, gibt es heute Abend bei LSD die grobanimierte Rohfassung von Kloß und Spinne 13 zu sehen. Am Donnerstag bei der Chaussee sollte dann eine fast fertige Version laufen und am Wochenende stelle ich den Film ins Internet. Es geht um das Thema Geld, ansonsten ist alles wie immer: Kloß hat schlechte Laune, Spinne keine Brause und Norbert für alles eine Erklärung.

    (Volker Strübing) 

  • „Dafür ham se Geld!“

    Obiges Zitat verwende ich gerne und normalerweise in satirischer Absicht. Angesichts der „Hauptstadtkampagne“ „be Berlin“ ist es mir aber dann doch ernsthaft rausgerutscht.

    Dass die ganze Sache eine Steilvorlage für Satiriker ist, hat Ivo schon geschrieben und auch gleich in Videoform bewiesen; die Frage, wie so ein Murks eigentlich entstehen kann, beantwortet Johnny Haeusler auf Spreeblick.com umfassend und überzeugend.

    Ich möchte konstruktiv zum Thema beitragen. Wenn „die da oben“ meinen, Berlin bräuchte einen Claim, damit man die Stadt „als Marke“ aufbauen und promoten kann, dann haben sie sich sicher was dabei gedacht. (Haben sie doch, oder? Bitte schreibt mir nicht, dass die sich nichts denken bei dem, was sie tun!) Warum aber werden irgendwelche PR-Menschen damit beauftragt, sich irgendeinen Quatsch auszudenken? Man muss nur mit offenen Augen durch die Straßen gehen – Berlin und die Berliner machen selbst ganz wunderbare Vorschläge. Das fiel mir gestern ein, als ich am Senefelder Platz vobeikam und ein großes Leuchtschild mit der Aufschrift „Schmerzzentrum Berlin“ sah. Wäre zumindest ein Ansatz …

    (Volker Strübing)

  • Schnappschüsse vom 15.3.2008 / Buchmesse Leipzig

    Och, es gäbe so viel zu schreiben über die Buchmesse, aber ich bin zu faul. Schön war’s. Am Freitag beim Buchmesseslam, den ich dann auch noch gewonnen habe und am Sonnabend auf der Messe. Wobei ein Tag dort auch reicht. Soviele Bücher, soviele Lesungen, soviele Menschen, so eklige Bratwürste …

    Hier ein paar Fotos:

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    • Halle 2 war am schönsten, da waren die Comics und dort trafen sich die ganzen verkleideten Mangamädchen und Rollenspieljungs, für die am Sonnabend der Eintritt frei war. (mehr …)
  • Im Kino: „Unsere Erde“

    Gestern war ich endlich mal wieder im Kino und habe (nach gefühlten 50 Trailern für heitere, computeranimierte Trickfilme für die ganze Familie) „Unsere Erde“ gesehen, eine Naturdokumentation der BBC,  die ich leider nur Gehörlosen vorbehaltlos empfehlen kann. Die  Musik geht schrecklich auf die Nerven. Ebenso die offensichtlich im Studio zusammengebastelte Natur-Geräuschkulisse. Also am besten die dazugehörige Serie im Fernsehen gucken oder auf die DVD warten, dann den Ton abstellen und eine Lieblings-CD einlegen. Die Off-Kommentare sind zum Glück nicht weiter wichtig und durchaus verzichtbar.

    So. Ich kann auch nur meckern, meckern, meckern … Insgesamt war es ein toller, beeindruckender Film.  Und hinterher denkt man: „Mensch, vielleicht sollte man die Natur ja doch nicht zu Grunde richten.“ Beim Abspann blieben alle Leute sitzen. Das habe ich noch nie erlebt. Doch, einmal, bei Schindlers Liste glaube ich. Ich finde diese Abspannguckerei ja sehr langweilig, deshalb bin ich als Einziger aufgestanden und rausgegangen; ich war auch ziemlich sicher, dass kein Nachsetzer mit einem Ausblick auf den zweiten Teil kommen würde, wie es bei gewissen Horrorfilmen üblich ist. Ihr wisst schon: Wo man dann sieht, dass doch irgendwo noch ein Ei des Monsters herumliegt und die Schale bekommt dann einen Sprung und so.
    Vielleicht dachten die Leute, sie seien es unserer Erde schuldig, dass sie bis zum Schluss sitzen bleiben. Was weiß ich.

    Bei „Unsere Erde“ habe ich mich das erste Mal seit vielen Jahren wieder gefragt, wie die das gemacht haben. Die irrsten Blockbuster-Special-FX-Orgien lösen nur noch ein Achselzucken aus – CGI halt, denkt man sich -, aber in diesem Film gab es wirklich ganz und gar unglaubliche Aufnahmen. Ich würde sehr gerne ein Making-Of sehen – ein weiterer Grund, sich auf eine DVD-Version zu freuen.

    „Die Welle“ werde ich ganz bestümpt nicht gucken. Interessantes Thema und so, jaja. Aber wenn sie nichtmal einen einminütigen Trailer ohne vollkommen hölzern klingende Dialogzeilen hinkriegen, ist der ganze Film wahrscheinlich unerträglich.

    (Volker Strübing)