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  • Kalenderblatt März 2008

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    (Das Bild habe ich 2006 schonmal hier veröffentlicht und dann für den Kalender wieder herausgekramt.)

    (Volker Strübing) 

  • Wer nicht fragt, bleibt dumm …

    Rund um den S-Bahnhof Schönhauser Allee waren lauter Polizisten, teilweise in voller Bürgerkriegskampfmontour. Wurden gewaltätige Ausschreitungen anlässlich des Internationalen Kampf- und Feiertages der Frauen erwartet? Ich habe überlegt, einen Polizisten anzusprechen und zu fragen. Das muss doch möglich sein. Immerhin war das ja nicht gerade eine verdeckte Operation, die sie dort durchgezogen haben. Ein kleines Kind kam mir zuvor und fragte einen Polizisten, der vor dem S-Bahnausgang an den Schönhauser Allee Arcaden rumstand. „Was macht’n ihr hier?“ Der Polizist lächelte und antwortete wahrheitsgemäß: „Wir stehen hier rum.“ Das Kind rannte zu seiner Mutter zurück und quiekte: „Die stehen hier nur rum!“ Irgendwie hatte ich dann keine Lust mehr, nachzuhaken.

    (Volker Strübing)

  • Want to be a VIP

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    Dieses schöne Schild sah ich gestern in der Kölner Innenstadt. Ich war zwei Tage für Fernsehaufzeichnungen dort, Mittwoch und Donnerstag Abend, deshalb konnte ich leider nicht zur VIP-Party gehen. (Hinter diesen Satz sollte ich vielleicht ein Grinsezeichen setzen, damit er nicht ganz so überheblich rüberkommt … ach, egal.)

    Schön war’s mal wieder beim WDR Poetry Slam. Die 3. Staffel wird noch bis Sonnabend gedreht und am Mittwoch gab es ein 75-Minuten-Special zur Lit Cologne mit den Siegern der 2. Staffel, das schon am nächsten Sonnabend, dem 15.3. ausgestrahlt wird. Wie immer beim WDR Poetry Slam moderiert Jörg Thadeusz, an dem ich doof finde, dass man jedesmal nachgucken muss, wie jetzt sein Name gleich nochmal geschrieben wird, den man davon abgesehen aber einfach mögen muss, wenn man kein böser Mensch ist. So kann man übrigens ganz leicht rausfinden, ob man ein böser Mensch ist. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, das Jörg-Thadeusz-Mögen zwar eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung ist, um ein guter Mensch zu sein.

    Auf der Rückfahrt saß dann Harald Schmidt in der Mitropa im Bordrestaurant. Am Tisch schräg gegenüber. Die Chance, hinzugehen, ihm mein Buch in die Hand zu drücken und die Schnipselfriedhofsadresse auf die Serviette zu kritzeln und zu fragen, ob er mich nichtmal in seine Sendung einladen kann, ich würde auch im Gegenzug einen Lesebühnenauftritt für ihn klar machen, und ihm von den Trickfilmen zu erzählen – ob die nicht was für seine Sendung wären; ich würde auch nicht darauf bestehen, dass diese in „Schmidt und Pocher und Kloß und Spinne“ umbenannt wird.

    Aber ich habe dann bloß „einen Kaffee bitte“ zum Kellner gesagt. Ich mag ja den Bahnkaffee. Meistens trinke ich ihn an meinem Sitzplatz, weil er da 20 Cent billiger ist und bloß lumpige 2,70 kostet, aber diese Variante fiel aus, als sich zwischen Bielefeld und Hannover eine Männerhorde mit Dönern an den Tisch auf der anderen Gangseite niederließ. Ich nehme an, dass sie den Böse-Leute-Test nicht bestehen würden – dann lieber Harald Schmidt und die ganze Zeit angestrengt nicht hingucken … ach, wäre ich mal doch zur VIP-Party gegangen, dann hätte ich ganz entspannt und auf einer Augenhöhe mit ihm reden können!

    (Volker Strübing)

  • Alles fühlt sich klamm an, seit ich in Anklam ankam

    Um nach Ueckermünde zu kommen, muss man in Pasewalk umsteigen. Pasewalk ist kein schöner Ort. Nein, das ist er nicht. Niemand käme auf die Idee, Pasewalk die Perle der Uckermark zu nennen oder das Paris des Nordens oder das Wien MeckPomms. Hitler wurde 1918 nach einer Gasverletzung mit kurzzeitiger Erblindung ins Lazarett Pasewalk verlegt, erlangte dort das Augenlicht wieder und wurde prompt verrückt. Ich will nicht Pasewalk die Schuld an Hitlers Verbrechen in die Schuhe schieben, nein, nein, nein. Aber ein schöner Ort ist es nicht.

    In Pasewalk steigt man Richtung Ueckermünde in einen ganz in den Farben eines lokalen Getränkeabholmarktes gehaltenen Zug einer privaten Eisenbahngesellschaft. Von Berlin bis Pasewalk aber fährt man mit dem Euro-City. Und dieser hat den Startbahnhof Wien Süd. Ist das nicht großartig? Man kann von Wien ohne umzusteigen nach Pasewalk fahren!

    Irgendwann werde ich ein Lied schreiben. Über einen Mann, der in Wien in den Zug steigt, in der verkrampften Hand eine Fahrkarte nach Pasewalk. Einfache Fahrt. Keine Rückfahrkarte. Es wird ein Lied in Moll, soviel ist schonmal sicher …

    (Volker Strübing)

    PS: Anklam ist auch kein schöner Ort.

  • Was würde Orwell dazu sagen?

    Harald Schmidt kenne ich eigentlich gar nicht. Ich weiß nur, das ist ein Fernseh-Mensch, irgendwas mit Kabarett vielleicht, gilt manchen als intellektuelle Unterhaltungs-Ikone. Blabla. Die Zeit interviewt ihn im Ressort Politik. Da sagt er: „Eine Zeit lang hielt ich Politiker für Schwätzer, aber das ist Quatsch. Dass es jetzt schon 60 Jahre lang keinen Krieg mehr gegeben hat, verdanken wir langen Verhandlungen, Kompromissen und Pressekonferenzen um vier Uhr morgens.“

    60 Jahre keinen Krieg? Was hat der Mann am  24. März 1999 gemacht?

    (Andreas Krenzke)

  • Pause

    Bis nächste Woche.

  • Ganz schön zäh

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    Am 21.10. sah es noch so aus:

    Ich werde die Sache weiter beobachten. Einstweilen habe ich dem Ding (also dem grünen im Vordergrund jetze) einen Schluck Wasser gegeben.

    (Volker Strübing)

  • 500 Dinge, die besser sind als Fußballgucken (1-5)

    Es ist, angesichts der drohenden EM, Zeit, ein altes Projekt wieder auszugraben: Die Liste der 500 Dinge, die besser sind als Fußballgucken, mit der ich fußballguckgefährdeten Mitmenschen Alternativen aufzeigen will. Niemand muss sich vor einen Fernseher hocken und sich anschauen, wie Leute einem Ball hinterherrennen. Verbieten will ich es andererseits auch niemandem, zumal mir leider der nötige Repressionsapparat fehlt, um ein derartiges Verbot auch durchzusetzen. Aber niemand soll, wenn der Tag der großen Abrechnung kommt, auf die Frage, warum er Fußball geguckt hat, antworten können: „Ich wusste nicht, was ich sonst hätte tun sollen!“
    Es gibt soviele schöne Dinge, die darauf harren getan zu werden, und noch viel mehr Dinge, die zwar nicht unbedingt schön sind, aber doch auf alle Fälle besser. Einige werde ich in den nächsten Wochen und Monaten hier vorstellen.
    Vor anderthalb Jahren oder so hat mir Tube eine Seite gebastelt, auf der ddie Leser sowohl eigene Vorschläge einbringen , als auch die anderen Beiträge bewerten konnten. Auf diese Weise sollte eine echte Hitparade zustande kommen. Leider mangelte es an Verwaltungsmöglicheiten, so dass das eine endlose, unübersichtliche Liste wurde und der Spamschutz funktionierte auch nicht so recht, weshalb man zeitweise den Eindruck bekommen konnte, die Alternativen zum Fußballgucken bestünden im Wesentlichen darin, sich den Penis verlängern zu lassen und Viagra zu schlucken – sicher: Beides gehört eindeutig in die Liste, aber doch nicht 700 mal! Ich habe diese Liste jedenfalls aufgegeben, nachdem ich des Spamlöschens überdrüssig wurde. Man kann sie sich noch immer angucken, aber ich werde sie nach und nach auch hier veröffentlichen – meine eigenen Vorschläge und – wo ich die Erlaubnis bekomme – schöne Beiträge, die von anderer Seite aus dort eingetragen wurden. Außerdem wird es natürlich auch neue Vorschläge geben. Ohne Wertung oder Rangliste. Ich fang dann mal an:

    500 Dinge, die besser sind als Fußballgucken

    • (1) Den Kopf wiederholt gegen die Wand schlagen.
    • (2) Darüber nachdenken, wie wohl ein Franzose das Wort „Haarspange“ aussprechen würde.
    • (3) Bei der Verkehrshotline anrufen und rote Ampeln melden (Hallo Britta, liebe Grüße 🙂
    • (4) Wildfremden Leuten handgeschriebene, anonyme Zettel mit der Aufschrift „Schön, dass es Dich gibt“ in den Briefkasten werfen.
    • (5) Wir alle kennen das Mal- und Knobelspiel „Das ist das Haus vom Nikolaus“. Probiert mal nach dem selben Prinzip:
      „Das ist das Haus vom Nikolaus“ / ist mir zu leicht, das find ich doof
      Ich mal stattdessen Strich für Strich / den Berliner Hauptbahnhof!

    (Volker Strübing)

  • Unterschiedliche Zeitsysteme

    Sohn:            Ja, gut, also ich komme dann am Sonnabend. Ich ruf an, wenn ich in Erkner bin, dann könnt ihr mich von dort abholen.

    Mutter:        Ja, prima, komm wann Du willst. Schlaf erstmal aus.

    Sohn:            Ja, okay.

    Mutter:        Aber spätestens halb eins.

    Sohn:            Äh … was denn nun?