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  • Ach so: Kloß und Spinne – Teil 8: Verliebt und zugenäht!

    Schon am Sonnabend zwischen der Rückkehr aus Darmstadt und der Abfahrt aufs Land hochgeladen:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=v5_u-iR3Bjs]

    Das wichtigste fehlt in dieser Folge. Wer es errät gewinnt nichts.

  • Frische Luft! Teufelszeug!

    Urlaub! Drei Tage auf dem platten Land! Und wegen Zeitumstellung und frischer Luft dreht die innere völlig durch. Um 7 bin ich aufgestanden und habe einen Sonnenaufgangsspaziergang gemacht:

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    Und dann, zurück im Ort und frühstückend, stellte ich wohlwollend fest, dass der Nordkurier über mich berichtet:

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    Keine Ahnung, was das bedeutet. Ist wahrscheinlich so ein regionaler Code und heißt: „Volker Strübings neues Buch fetzt urst.“

    Gestern habe ich einen echten Esel gesehen (das Tier unscharf im Hintergrund; das Tier vorne ist eine sogenannte Katze):

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    Enten auf der Flucht:

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    Außerdem habe ich meinen ersten abendfüllenden Spielfilm gedreht. Ein revolutuionäres Meisterwerk, sowas hat’s noch nicht gegeben:

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  • „Ich bin Buddhist und Sie sind eine Illusion!“ (Michael Stein)

    Robert Weber hat einen sehr guten, themenbedingt aber auch sehr schrecklichen Text über Michaels letzte Tage geschrieben:

    (…) Morgens, mittags, abends: Antibiotika gegen Entzündungen, Tavor gegen die Angst und Morphiumkapseln gegen den Schmerz. Wenn das nicht ausreicht, noch eine Spritze zusätzlich.

    „Das er nicht loslassen kann, liegt an Ihnen“, sagt die Schwester am Morgen zu seiner Freundin. „Das macht es ihm schwer.“ (…)

    Und wer Michael Stein nicht kannte, der sollte unbedingt Bovs Bjergs Nachruf lesen. Wer ihn kannte natürlich auch:

    (…)Ich glaube, er war bei den Kollegen beliebter als im Publikum.
    Wenn etwas beim Publikum zu gut ankam, hörte er damit auf. Der Erfolg war ihm verdächtig, jedenfalls wenn er selbst ihn hatte.
    Er verprellte mit steilen Thesen, rassistisch, sexistisch, antisemitisch. Speaker’s Corner.

    Der Schoko-Laden verhängte ein Hausverbot gegen ihn. Wir verlängerten das Mikrofonkabel und reichten das Mikro zum Fenster hinaus. Draußen auf dem Gehweg stand Stein, die Nase am Fenster, und predigte. (…)

    Von Falko Hennig erschien ein kurzer Nachruf in der Berliner Zeitung:

    Jahrelang kämpfte er in einer Art S-Bahn-Kabarett mit den Kontrolleuren der BVB, wurde er um den Fahrausweis gebeten, sagte er: „Ich bin Buddhist und Sie sind eine Illusion!“, um erst nach dem langen Gespräch seinen Fahrkarte zu zeigen. Er war ein besonderer, einmaliger Grenzgänger, umgänglich und leutselig, kompromisslos bis zum Starr- und Wahnsinn.

    Und Heiko Werning schreibt:

    Und schon wieder praktische Probleme, das hört ja mit dem Tod nicht auf. Stein liegt irgendwo da unten im Saarland. Das ist für viele Saarländer sicher ein guter Ort, aber Stein gehört, zumindest nach dem Wunsch der ihm Nächststehenden, nach Berlin. Das scheint ein finanzielles Problem zu sein, ein erhebliches wohl, und Stein hat offenbar wenig Sorgfalt darauf verwendet, für eine gesicherte Rückführungsfinanzierung zu sorgen. Die Reformbühne am kommenden Sonntag wird, wenn ich das gerade richtig einschätze, alle Einnahmen an Steins Nächste weiterleiten. Und wer möchte, kann auch noch auf das Salbader-Konto unter dem Stichwort “Stein” spenden, Andreas Scheffler leitet das Geld dann ebenfalls getreulich weiter.

    Sonderkonto Scheffler und Winter
    Stichwort: “Stein”
    Postbank Berlin, Kto.-Nr.  451948-101, BLZ 10010010

  • Lieber Michael,

    natürlich ist es jetzt zu spät Dir zu schreiben. Gestern in aller Frühe bist Du gestorben. Unser Hoffen und Dein Kampf waren vergebens – nicht einmal nach Berlin hast Du es mehr geschafft. Nur Deine Leiche wird heimkehren.

    Leiche. Was für ein merkwürdiges Wort. Leichen gibt’s nur in Krimis oder schlimmstenfalls in Nachrichtensendungen, aber doch nicht in meinem Bekanntenkreis. (Nebenbei: Warum heißt es eigentlich immer „deine“ oder „seine Leiche“, als sei sie der letzte Besitz und die letzte Verantwortung des Gestorbenen. „Is doch seine Leiche, soll er sich gefälligst selbst drum kümmern, ist schließlich nicht meine Leiche ….“ )

    Vielleicht sollte ich keine Witze machen in dieser Situation. Aber bestimmt wäre es Dir recht, oder? Ich hab Dich eigentlich immer nur mit einem Lachen oder mindestens einem verschmitzten oder ironischen Lächeln auf dem Gesicht gesehen. Bestimmt wünschst Du Dir, dass Deine Beerdigung eine große Party wird, bei der wir uns die schönsten und wildesten Episonden aus Deinem Leben erzählen uns fürchterlich betrinken und dann Gebete gegen die Arbeit skandierend durch die Straßen ziehen. Das würde viel besser zu Dir passen als eine stumme Feier, als salbungsvolle Reden und Gesichter, die versteinert sind vor Trauer bzw. weil es auf einer Beerdigung nun einmal so erwartet wird. Hab ich Dir mal erzählt, dass ich auf dem Begräbnis meines Opas einem der gekauften Sargträger, die vor gespielter Trauer und Würde kaum von der Stelle kamen, in die Hacken gelascht bin? Ich konnte einfach nicht so langsam laufen wie die; wahrscheinlich hatten sie das auf der Sargträgerschule gelernt. Mir ist nicht klar, warum man diesen letzten Gang so ausdehnen muss. Ich meine, okay, wenn man zum offenen Grab joggen würden, sähe das so aus, als könne man es nicht erwarten, den Dahingeschiedenen unter die Erde zu bringen, aber da muss es doch einen Mittelweg geben.
    Auf ebendieser Beerdigung … ach nee, das schreib ich jetzt nicht hierhin. Schräge Sache jedenfalls, aber ich denke, meinem Opa wäre es Recht gewesen. Für absurde Geschichten war er immer zu haben.
    Ich glaube, dass Du Dir eine fröhliche Beerdigung wünschen würdest.. Oder ist das bloß so ein Klischee? Vielleicht wäre es Dir lieber, wir würden alle weinen. Ich fürchte, das kriege ich nicht hin.
    Ich kenne Dich seit 12 Jahren. Seit Monaten wusste ich von Deiner Krankheit. Seit einigen Tagen wusste ich, dass es unwiderruflich zu spät war für Dicht. Es waren eine anstrengende Tage für mich. Ich hatte eine Menge Auftritte, musste allen möglichen Krempel erledigen und … und überhaupt. Da blieb nicht viel Zeit, an Dich zu denken. Oder, um ehrlich zu sein, da fiel es mir leicht, alle Gedanken an Dich, an den Tod, an Deinen Tod beiseite zu schieben.
    Es ging wohl einigen von uns so. Einmal saß ich mit ein paar anderen beisammen, als das Gespräch auf Dich kam und wir erfuhren, wie schlimm es steht. Wir schüttelten die Köpfe, seufzten, zogen die Luft zwischen den Zähnen ein, murmelten „Oh Mann“ und schwiegen dann. Schließlich sagte einer verschämt: „Entschuldigung, es tut mir sehr leid … ich weiß, dass das jetzt ein doofer Zeitpunkt ist, wir müssen noch was Organisatorisches bereden“. Und wir nickten verstehend, seufzten nocheinmal und dann wandten wir uns wieder anderen Themen zu, wobei wir uns große Mühe gaben, unsere Erleichterung zu verbergen.
    Hättest Du das begreifen können, wenn Du uns zugesehen hättest? Aus Deiner Sicht steht immerhin der Untergang, die komplette Auslöschung des Universums unmittelbar bevor und die Menschen tuen so, als gäbe es ein Morgen …
    Jochen Schmidt meinte einmal, er könne sich nicht vorstellen, dass das Universum auch nach seinem Tod weiterexistiert und daher wird es das auch nicht tun. Bei mir ist es anders. Ich bin sicher, dass das Universum mich überdauern wird – und ich nehme ihm das verdammt übel!

    Eines Tages werde ich auch tot sein und Leute werden auf Partys so Sachen sagen wie: „Was echt? Volker Strübing tot…. schlimm … hm … aber, ich denke er hätte gewollt, dass wir uns heute Abend amüsieren und auf ihn anstoßen, Prost!“

    Hätt ich gar nicht gewollt! Die ganze Welt soll weinen, das ist ja wohl das mindeste … Aber was soll ich machen, dann bin ich ja tot und habe nichts mehr zu sagen, das einzige was ich dann noch habe, ist meine Leiche und um die kümmern sich professionelle Leichenkümmerer.

    Wir waren uns nie besonders nahe, obwohl wir uns immer gefreut haben, einander zu sehen … und obwohl Du einmal sehr wichtig für mich gewesen bist – wenn auch mehr als … Institution, denn als Mensch … (hm, sorry, wenn das blöd klingt). Wir waren nie zu zweit ein Bier trinken. Komisch eigentlich. Nein, Freunde waren wir nicht. Kollegen. Ich weiß nicht, ob ich das bedauern oder froh darüber sein soll. Wärst Du mein Freund gewesen, hätte ich am Sterbebett Deine Hand halten müssen, dann hätte ich vor dem Gedanken an den Tod nicht einfach in den Alltag flüchten können. Aber es ist ja ohnehin nur eine Flucht auf Zeit. Bisher hat man sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehr löblich zurückgehalten, was das Sterben angeht.

    Erinnerst du Dich an unser letztes Treffen? Ist vielleicht zwei Monate her, es war vor meinem Haus. Du warst unterwegs zu Deinem besten Freund; zu dem Mann, der die letzten Tage bei Dir am Sterbebett sitzen, Deine Hand halten und fast genauso leiden würde wie Du.
    Ich war auf dem Weg zu LIDL. Wir haben uns gegrüßt, angelächelt und – weil wir in unterschiedliche Richtungen unterwegs waren – bedauernd mit den Schultern gezuckt und „Bis dann!“ gesagt. Ich war erleichtert. Was hätte ich Dir sagen sollen, was hätte ich fragen sollen, was hätte ich Dir wünschen sollen?
    Vielleicht einfach: Schön, dass ich Dich kenne. Und viel Spaß wo immer Dich der letzte Weg hinführt – hey, Mann, von so ein bisschen Gesterbe lässt Du Dich doch nicht unterkriegen, oder?! Ich glaube, Du hättest gegrinst.

    Gestern um 3.00 Uhr morgens starb Michael Stein, Mitbegründer der Reformbühne Heim & Welt und der Surfpoeten.

  • Omas sind auch nicht mehr, was sie mal waren

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    Selige Kindheitserinnerungen: Wenn Oma uns zur Flimmerstunde vor den Fernseher rief und hinzufügte: „Ich habe euch auch Fingerfood und einen Schoko Lattecino Grande mit Milchschaum zum Hiertrinken gemacht. Und heute Abend gibt’s Omas leckeres selbstgemachtes Heringshäckerle Sushi!“

  • Southpark für Berlin …

    zitty.jpg … unter diesem Titel berichtet die zitty in der aktuellen Ausgabe über Kloß und Spinne und stellt die Protagonisten vor. Toll :))
    Das Bild sieht übrigens etwas anders aus, als gewohnt, weil ich unterwegs war, als mich die Anfrage erreichte und ich am Laptop unter Verwendung eines Youtube-Screenshots in Corel Draw eine druckfähige Version zusammenbasteln musste. Das Hintergrundbild hat dann die Fotoredaktion der zitty ausgesucht, weil ich das auch nicht mithatte.

    Die 8.Folge, in der Kloßens Liebesabentuer aus Folge 6 weitererzählt werden, kann man sich übrigens am Donnerstag bei der Chausssee der Enthusiasten oder ein paar Tage später auf YouTube angucken. Für die Show Royal nehme ich auch bald neue auf – dort sind inzwischen schon 9 (Hör-)Folgen gelaufen.

  • Zettelwirtschaft

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=PlPyungtNqI]

  • Ganz eindeutig: Es ist Herbst!

    herbst.jpg

    Von manchen Leuten sagt man ja, dass sie einen grünen Daumen hätten. Ich hätte dann wohl einen braunen …
    aber das klingt mir irgendwie  zu eklig.

  • Schnipsel vom 19.10.07 – Köln

    • Ach, das ist ärgerlich. In ganz Köln hängen Plakate, die ich sehr gerne fotografiert hätte. Aber da sie in ganz Köln hingen, dachte ich mir: Och, nö, jetze bin ich zu faul den Fotoapparat rauszukramen, dis kann ich och später noch machen. Und dann bin ich vor der Abfahrt meines Rückfahrzuges zwanzig Minuten lang mit meinem schönen neuen Rollkoffer um den Kölner Hauptbahnhof gewetzt und habe natürlich keins gefunden. Blöd.
      Das Plakat stammte von der Firma Rheinenergie, welche gerade ihr 150jähriges Bestehen oder so feiert, und die in Köln für die Versorgung mit Strom und Warmwasser und dussligen Plakaten zuständig ist. Es zeigte einen Kindernachttopf. Darunter stand (Gedächtniszitat): „Wir sind nicht die einzigen die Warmwasser herstellen. Aber die Ältesten.“
      Wahrscheinlich hat sich der Werbetexter etwas dabei gedacht. Ich habe aber keine Idee, was. War er von der Konkurrenz eingeschleust? Mir war beim Duschen jedenfalls überhaupt nicht wohl zumute.
    • Apropos „Was hat der sich dabei gedacht“: Das frage ich mich auch beim Architekten dieser komischen schwarzen Kirche:

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      Die passt doch so überhaupt nicht zu den umliegenden Gebäuden und stört den harmonischen Gesamteindruck der Bahnhofsgegend.

    • Beim Frühstück im Hotel schaute ich aus den verglasten Türen und dachte für einen Moment, ich sei am Strand der Ostsee. Dabei war ich mitten in der Kölner Innenstadt! Was so ein paar Dekoelemente doch an Atmosphäre zaubern können!

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    • Am Hotelfahrstuhl war folgendes Schild angebracht:

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      Ist das korrektes Englisch? Normalerweise steht da doch „In case of fire …“ Event klingt in diesem Zusammenhang doch etwas … ulkig. Oder handelt es sich um eine subtile Kritik an der modernen Mediengesellschaft, die Katastrophen, Attentate und Kriege beim Abendbrot vor dem Fernseher zur Unterhaltung komsumiert? Soll damit darauf hingewiesen werden, wie schnell man selbst zum Komparsen in einem unterhaltsamen Event werden kann, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort (bzw. zur richtigen Zeit am richtigen Ort) ist?Vor vielen Jahren haben Uwe Beneke und ich mal einen Gedichtzyklus mit dem Titel „Das Opfer“ geschrieben. Darin ging es um ein Opfer und drei Steuerberater („… der eine klein, der andre klein, der dritte würd‘ gern größer sein …“) die von der U-Bahn überfahren werden. Lange Geschichte. Egal. Ein Gedicht des Zyklus beschäftigt sich mit dem Ansturm der Reporter, die von dem Unglück berichten wollen. Einer von ihnen schnappt sich einen zeugen und fragt ihn aus, doch dieser hat nur Langweiliges zu berichten, keine blutigen Details. Schließlich beginnt er, dem Reporter von seiner Frau und allerlei privaten Problemen zu berichten. Der Reporter ist sehr erleichtert, als sein Handy klingelt und sagt zu dem Mann:

      Jaja, vielen Dank, das war’s auch schon
      Grad klingelt mein Taschentelefon
      Wir müssen weiter zum nächsten Event
      wo, wie ich grad höre, das Waisenhaus brennt …

     

    • Gestern Abend war ich dann schon wieder im RAW bei der Chaussee der Enthusiasten und habe auch dem Herrenklo folgendes Symbol entdeckt. Keine Ahnung, was es bedeuten soll, aber irgendwie fand ich’s niedlich:

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    (Volker Strübing)