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  • Slam 2007 (4)

    Team LSD ist im Halbfinale und nach der Auslosung steht fest, dass ich heute Abend als Einzelslammer gegen unser Team antreten muss. Vielleicht werden wir ja auch noch so ausgelost, dass ich gleich für zwei Beiträge auf der Bühne bleiben kann.

    Gleich kommt Micha, um mit mir zu üben und dann muss ich mich noch ein halbes Stündchen zurückziehen und 100 mal in Schönschrift „Ich bin ein Idiot“ aufschreiben, damit ich als Einzelteilnehmer was passendes zum Vorlesen habe.

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (3) – Die erste Hürde

    Ich bin im Halbfinale! Dabei bin ich mit 47 von 50 möglichen Punkten in meiner Vorrunde gerade mal Dritter geworden. Harry Kienzle hat phantastische 50 Punkte abgeräumt. Nur einer der 7 Juroren hat es gewagt, bei ihm eine 9 statt einer 10 hochzuhalten – aber die höchste und die niedrigste Note werden sowieso gestrichen. Auf Platz zwei mit 48 Punkten landete Bumillo. Beide kannte ich bisher nicht richtig – da ist mir im vergangenen Jahr wohl so einiges an Neuem in der Slamily entgangen. Als vierter aus unserer Vorrunde zieht Mirco Buchwitz ins Halbfinale ein.

    Ich bin sehr stolz auf einen tollen Special Effect am Ende meiner Geschichte, obwohl der reines Glück war: Nach Balauf der 5-Minuten-Frist, die jedem zur Verfügung steht, ertönt ein elektrischer Türgong. Am Ende meines Textes breche ich mitten im Satz ab, als sich der Protagonist wünscht, „dass diese Geschichte endlich zu Ende …“ Und genau auf dem Wort „Ende“ ertönte das Ding-Dong. Ich hatte das Timing zwar einigermaßen im Griff, aber dass es so perfekt klappen würde, konnte ich nicht vorraussehen. Bei Bumillo sowie (in einer anderen Vorrunde) Grohacke hatte der Türgong sowie die 15 Sekunden später einsetzende Rede vom Band ähnliche Effekte. Vielleicht wird das zum neuen Sport während des Nationals: Wer schafft es am besten, diese Retriktionsmaßnahmen zu Wohle seines Textes einzusetzen …

    Micha ist auch weiter, hurra! Und heute 18.00 Uhr sind wir dann als Team wieder in der Vorrunde.

    Sehr gefreut hat mich, dass meine Befürchtungen bezüglich der Stimmung und der Besucherzahl bei den Vorrunden unnötig waren. Zumindest im Kato und im Ballhaus Naunynstraße gab es viel Publikum, viel Applaus, viel Slam-Atmosphäre. (Im Kato leider auch viel Rauch.) Die Qualität war (trotz Ausrutschern) sehr hoch, hoffen wir, dass nicht das meiste Pulver schon verschossen wurde, um die Vorrunden zu überstehen. Was ich von dem gemischten Team- und Einzelwettbewerb halten soll, weiß ich noch immer nicht.

    Leider gehören zum National auch immer Enttäuschungen und Tränen. Gestern sind viele Leute, denen ich das Weiterkommen sehr gewünscht habe, ausgeschieden. Es geht freilich nicht anders. Man kommt in eine merkwürdige schizophrene Situation. Viele andere Slammer hat man im Laufe der Zeit auch persönlich kennen und schätzen und mögen gelernt, Freundschaften sind entstanden. Und dann wünscht man ihnen allen ganz ehrlich und reinen Herzens viel Erfolg, obwohl man doch weiß, dass sie sich gegenseitig rausschmeißen werden und dass man selber versuchen wird, sie rauszuschmeißen …

    Bei einem normalen Slam spielt das keine große Rolle, aber beim National, zu dem die Leute für vier oder fünf Tage nach Berlin gereist sind und sich natürlich hoffen, möglichst lange auch als Akteure dabei zu sein, ist es verdammt hart, in der Vorrunde, vielleicht sogar gleich am ersten Abend, alle Hoffnungen begraben zu müssen.

    Für viel Verwunderung und Ärger haben wieder einmal einige Entscheidungen der Publikumsjury gesorgt. Aber das gehört natürlich dazu, die Jury kann es dem Publikum nie recht machen. Das größte Problem ist, dass sich die Jury insbesondere bei der ersten Veranstaltung des Tages erst „warm punkten“ muss. In der allerersten Vorrunde kamen zum Beispiel die vier zuletzt Angetretenen weiter – vollkommen zu recht übrigens, aber (Vorsicht, Schizophrenie!) einige andere flogen völlig zu Unrecht raus. Wäre die Reihenfolge der Auftritte anderes ausgelost worden, hätte das Resultat auh etwas anders ausfallen können.

    Aber das ist eines der am häufigsten diskutierten Themen und letztlich bringen diese Diskussionen wenig, weil es keine Lösung gibt. Alle anderen Verfahren haben genauso ihre Macken und Ungerechtigkeiten.

    Die Aftershowparty habe ich nicht mehr besucht. Dafür bin ich jetzt halbwegs fit und kann mich gleich mit Micha treffen, damit wir uns auf unseren Teamauftritt vorbereiten können.

    Ausführlich und lesenswert:

    http://www.poetry.claudio.de/2007/10/04/slam-2007-der-erste-tag/ 

    Von dort aus kann man prima über den Trackback im ersten Kommentar durch die SLAM2007-Blogs surfen.

    (Volker Strübing)

  • Kid Wars

    Gerade habe ich im Radio ein Interview mit einer Soziologin zum Thema „Kinderboom im Prenzlauer Berg“ gehört. Seitdem grübele ich darüber nach, ob es mit dem „Boom“ etwas anderes auf sich hat, als ich bisher dachte. Schließlich habe ich dieses Wort zuallererst in Comics gelesen, wo es üblicherweise das Geräusch einer Explosion beschrieb. Und nun sprach diese Frau im Radio von Leuten, die als Studenten nach Ostberlin gezogen, mittlerweile mit dem Studium fertig und „in der Kinderkriegphase“ seien.

    Stimmt irgendwie mit meiner Beobachtung überein, dass die Kinderwagen immer monströser werden. Inzwischen schieben einige Mütter ja halbe Humvees über die Gehwege. Und man stellt sich ihnen besser nicht in den Weg.

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (2) – Das Programm

    Übrigens sollte sich niemand von der verwirrenden Gesamtprogrammübersicht entmutigen lassen. Mit sehr viel Geduld und gutem Willen kann man ihm durchaus entnehmen, wann wo welche Veranstaltung stattfinden wird 😉

    Micha und ich treten als Team übrigens nicht wie im Flyer verkündet in Vorrunde 6, sondern in Vorrunde 5 auf. Vorrunde 5 findet am Donnerstag und damit nach Vorrunde 6 statt, die schon am Mittwoch ist, obwohl es auf dem Flyer so aussieht, als gehöre sie auch zum Donnerstag

    (Volker Strübing) 

    PS: Sorry und Danke an die Organisatoren – ich bin sehr froh, dass ich weder das Programm ausknobeln, noch es grafisch umsetzen musste.

  • SLAM 2007 (1) – Ein paar (hundert) Worte zu den Regeln

    Heute beginnen die 10. Meisterschaften im deutschsprachigen Poetry Slam, und das wird wohl der Grund dafür sein, dass ich bereits kurz vor 7 Uhr wach wurde und aufgestanden bin – nach nur 5 Stunden Schlaf, was ziemlich genau 20% der von mir empfohlenen Tagesdosis entspricht.

    Die diesjährigen Meisterschaften finden in Berlin statt, was einerseits praktisch für mich ist, andererseits erinnere ich mich an die lustigen Nächte im Foyer unseres Slammer-Hotels letztes Jahr in München, die auch nicht schlecht waren. Naja, das Partymachen wird schon nicht zu kurz kommen.

    Es gibt einige Regeln, die diesen „National“ (sprich „Näschnl“) von den vorigen unterscheiden. (mehr …)

  • Schnipsel vom 2.10.2007

    • Die Buchpremiere war – soweit ich das trotz meinern Aufregung mitbekommen habe – sehr schön. Vielen Dank noch einmal an Dan, Jochen, Micha, Spider und Yvonne, an das Team vom Sonntagsclub und an alle, die da waren! Und natürlich an den Verlag Voland und Quist für das wirklich schöne Buch. Lieber Leif, lieber Sebastian, schön, dass wir in Leipzig nochmal zusammen feiern!
    • Hm. Jetzt wo das Buch draußen ist, fällt mir ein, was wir hätten besser machen können: Wir hätten auf die Tielseite unter den Namen des Buches das Wort „Roman“ setzen können. Es handelt sich zwar um eine Sammlung von (teilweise zusammengehörenden) Kurzgeschichten, aber das ist ja noch lange kein Grund, nicht „Roman“ drauf zu schreiben. Bastei Lübbe hatte auch keine Hemmungen, der Kurzgeschichtensammlung „Andere Himmel“ von China Miéville dieses Etikett zu verpassen. Das mag ein versehentlicher Fehler sein, aber daran habe ich doch leise Zweifel. Alle Kurzgeschichtenautoren kennen das Mantra von Verlegern und Literaturagenten: „Schreib doch mal einen Roman, Kurzgeschichten verkaufen sich nicht.“ Dem Absatz des Buches hat der Fehler sicher nicht geschadet.
    • Sehr hilfreich sind natürlich auch tolle Zitate auf der Rückseite. Auf allen Büchern von Dan Simmons zum Beispile steht folgender Satz von Stephen King: „Dan Simmons schreibt wie ein Gott. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich ihn beneide.“ Klingt erstmal gut, allerdings komme ich doch ins Grübeln, wenn ich dieses Zitat auch auf den Büchern „Illium“ und „Olympos“ finde, in denen Götter als ziemlich grobschlächtige Analphabeten dargestellt werden .
    • Ich glaub’s einfach nicht … scheiße … ich glaub’s doch …


    (Volker Strübing)

  • Martha sucht einen platten Reifen

    Zwei barbarische Barockbrocken schmälerten meinen zukünftigen Erbanateil in Form von Sonnemilch und Krampfadern.

    (Besser nicht drüber nachdenken!)

     ziegelstein.jpg

    Keine zehn Minuten nachdem ich das gestrige Posting abgeschickt habe, hat der Paketbote an der Tür geklingelt …

    Mittlerweile wohne ich in einem richtigen Bücherlager. Neben dem neuen Buch und dem Paradies am Rande der Stadt habe ich zur Zeit auch noch die Verwaltung und interne Verteilung der Chaussee– und LSD-Bücher inne. Manchmal denke ich voller Mitleid an Günther Grass und andere Schriftsteller, deren Werk umfangreicher ist als meins – die können bestümpt schon gar nicht mehr treten in der Wohnung. Und dann die Schlepperei, wenn man eine Lesung hat und die Bücher dahin mitnehmen muss …

     Einen schönen Tag, viel Spaß heute Abend bei Jochen Schmidts Buchpremiere im roten Salon oder Spiders Soloprogramm im Zebranotheater oder – wenn man entschuldigt ist, weil man zum Beispiel in München oder Tokio wohnt – bei irgendwas anderem.  Ach so: Essener können ja ins Grend zum Grendslam kommen, da performen oder lesen oder singen heute Abend Grohacke, Lasse Samstroem, Julius Fischer, Frank Kloetgen und ich.

    (Volker Strübing)

  • Zwiegespräche mit Schwangerschaftsstreifen

    Der Taucher blickt traurig zu Boden und sagt: „Schlüpper zählen nicht.“ Die Rehapatientin stellt einen Teller mit einer ulkigen Wurst in einer Grabkammer voller Gold und Lapislazuli ab.

    Das klingt jetzt natürlich erst mal merkwürdig, aber das soll so. Aufklärung gibt es – tut mir leid, wenn ich schon wieder davon anfange – am Sonntag bei meiner Buchpremierenfeier.

    Ich hoffe sehr, dass es dann auch das Buch zu Bestaunen gibt, denn bis jetzt ist das große Paket nicht ankommen und ich bin etwas ängstlich. Gestern konnte ich in Leipzig schon mal ein Exemplar in den Händen halten. Die Freude war kurz, weil es gleich darauf verkauft wurde 😉 MichaEbeling, Julius Fischer, Ahne und ich waren zu einer Lesung anlässlich der Jugend Medien Tage ins wunderschöne UT Connewitz eingeladen und Sebastian vom Verlag Voland und Quist hatte den Büchertisch betreut die ersten druckfrischen Belegexemplare mitgebracht. Apropos: Ich ärgere mich ein bisschen über mein gestriges Posting, weil ich den Abdruck meiner Geschichten in der Jungle World im selben Aufwasch wie die merkwürdigen Einladungspraktiken einiger Veranstalter kommentiert habe. Ich hab das zwar voneinander getrennt, aber vorsichtshalber möchte ich doch noch mal schreiben, dass ich mich über das Dossier in der Jungle World sehr gefreut habe.

    (Volker Strübing)

  • Jungle World und Bravo

    Zu meiner Überraschung fand ich dank in der aktuellen Jungle World (Nr.38/07) drei lange Geschichten aus meinem neuen Buch abgedruckt. Das lief wohl über den Verlag. Komisch, dass mir niemand Bescheid gesagt hat. Hm … wegen eines Honorares brauche ich wahrscheinlich nicht nachfragen, das läuft bestümpt unter „sei froh über die Werbung“. Bin ich in diesem Falle auch, denn die Jungle World mag ich sehr gerne und kaufe sie gelegentlich; sogar wenn keine Geschichten von mir drin stehen 😉

    Im Grunde ist es aber schon ein Problem, dass manche Leute denken, als Autor sei man so glücklich über jede Gelegenheit, vorzulesen oder zu veröffentlichen, dass man am liebsten draufzahlt. Vor kurzem hat ein Kollege so eine Einladung bekommen zu einer Lesung in einer anderen Stadt – die Zahlung von Fahrt- und Übernachtungskosten oder gar einer Gage wurde gleich von vornherein ausgeschlossen. Andere Kollgen haben, nachdem sie auf eine recht unkonkrete Einladung mit der Frage nach der Gage antworteten, einen bösen Brief bekommen, in dem sich der Veranstalter über ihre Undankbarkeit beschwerte, schließlich biete er ihnen ein Podium und überhaupt: Dass sie solche Kommerzschweine geworden seien, sei sehr enttäuschend …

    Aber zurück um Thema Zeitungen: Gestern hat mir eine Bekannte erzählt, dass ich in der Bravo erwähnt wurde! Nicht in einem Artikel oder so, nee, das wäre ja langweilig und doof, Artikel sollen sie ruhig weiter über Britney Spears und Tokio Hotel schreiben. Nee, ich wurde im Erotikteil erwähnt. Da sind immer so Bilder von nackten Jungs und Mädchen, die über ihren ersten Sex erzählen und über ihre Lieblingsband und so. Und einer hat „Das Paradies am Rande der Stadt“ als Lieblingsbuch genannt. Das fand ich toll.

    Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch mal auf meine Buchpremiere am Sonntag im Sonntagsclub in der Greifenhagener Str. 28 hinweisen und alle Schnipselleser herzlich einladen. Und am Freitag und Sonnabend kann man Spider im Zebranotheater einen ganzen Abend lang zuhöre. Jeweils um 20.30 Uhr.

    (Volker Strübing)

  • Poeten Sex

    (Volker Strübing)