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  • 4 Stunden für 15 Sekunden

    Puh. Hoffentlich macht der Barmann im Sonntagsclub Überstunden. Jetzt habe ich mir ein Feierabendbier verdient.

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=fshDLUvGe_Q]

    Den fertigen Film gibts morgen bei LSD, Donnerstag bei der Chaussee der Enthusiasten … und dann natürlich auch irgendwann hier via YouTube …

    (Volker Strübing, 1.30 Uhr)

  • Wenigstens kann ich nachweisen, dass ich ein Trottel bin

    Gerade sind mir beim Entrümpeln lauter alte Zeugnisse und Beurteilungen und Arbeitsverträge und pipapo in die Finger geraten. Unter anderem diese, anlässlich meiner Entlassung vom Rundfunk der DDR:

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    Gut, dass ich damals gar nicht erst versucht habe, mich damit woanders zu bewerben. Klingt wie: „Totaler Vollidiot, macht alles falsch, aber nur aus Versehen. Nur für niederste Fließbandtätigkeiten geeignet!“

    Ganz unberechtigt war dies nicht: Bis zum 1. Juli 1990 waren derartige Kündigungen in der DDR unmöglich. Erst ab dem Tag der Währungsunion konnte man gefeuert werden – und Arbeitslosengeld beziehen. Und (es ist mir inzwischen etwas  peinlich das einzugestehen) ich wollte das unbedingt ausprobieren! Geld für nix -geil, her damit! Ich habe mir alle Mühe gegeben, gleich mit der ersten Rationalisierungswelle rauszufliegen. Den Vorsatz habe ich locker erfüllt.

    Zum Rundfunk war ich übrigens direkt nach Abschluss der Lehre im „VEB DVZ Statistik“ gekommen. Und zwar mit einer Begründung, die es so heute wohl auch nicht mehr gibt:

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    (Volker Strübing) 

  • Sternstunden der Menschheit: Pizza Backbord

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    Endlich! Die Sensation ist perfekt! Die erste Pizza mit Fischstäbchen! Mit echten Fischstäbchen – nicht diesen gefälschten chinesischen Fischstäbchen aus Hundefleisch, die ja in letzter Zeit vermehrt auf Pizzen aufgetaucht sind.

    Das ist mal ein guter Grund Enkel zu bekommen: Damit man ihnen dereinst erzählen kann: „Ich war dabei als die erste Pizza mit echten Fischstäbchen bei Call a Pizza angeboten wurde.“ Und wenn die Enkel dann fragen: „Omi, Opi, was habt ihr gemacht, als die Revolution kam?“, dann schmunzelt man altersweise und antwortet: „Sicher spielt ihr auf die Geschmacksrevolution von 2007 an … nun, ich erinnere mich noch, als sei es gestern gewesen …“

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    Von 1998 bis 2000 habe ich als Werbetexter gearbeitet und mir selbst sowas ausgedacht. Und Geld dafür bekommen. Bizarr.

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    Aber ausprobieren muss ich die Fischstäbchen-Pizza wohl trotzdem mal …

    (Volker Strübing)

  • Ärgernis: Fahriger Journalismus

    Ein guter Rat an alle Schreibenden besagt, man solle nicht öffentlich auf Kritik reagieren, da man sonst schnell als eingeschnappte Leberwurst dasteht und den Eindruck vermittelt, von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt zu sein. (Leider ist guter Rat an mich meist verschwendet. )
    Auch las ich erst neulich, dass es ganz unnütz, ja sogar schädlich sei, Dinge, die man widerlegen wolle, zu wiederholen und der Wahrheit – bzw. der eigenen Meinung – gegenüberzustellen, da man damit nur zur Verbreitung dessen beitrage, was man doch am liebsten aus der Welt hätte.
    Und schließlich sagte schon Lichtenberg:

    Unempfindlichkeit gegen den Neid und die Bösartigkeit von anderen ist eines der sichersten Anzeichen für einen bedeutenden Geist, und weil sie so gut gerechtfertigt werden kann, ist sie auch einer der massivsten Racheakte, die sich denken lassen.

    (zitiert nach Marcus Hammerschmitt: „Bewunderer, Besserwisser und Feinde“)

    Andrerseits möchte ich mich in Bescheidenheit üben und deshalb durch Missachtung dieses Aphorismus den Eindruck vermitteln, kein bedeutender Geist zu sein. Um mal einen alten Schnipselfriedhofsschnipsel zu zitieren:

    Wie sagte doch der Kellner, als er mir gestern in der Kneipe eine neue Kerze brachte? “Hier hast du noch ein kleines Licht.” Hab ich mir “das kleine Licht” angeguckt und gedacht: Na super. Gleich und gleich gesellt sich gern …

    Jedenfalls: Jemand hat was Doofes über mich und LSD geschrieben und ich werde mich jetzt ein bisschen darüber aufregen. (mehr …)

  • Preview: Ein Ziegelstein für Dörte

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    Heute in einem Monat erscheint mein zweites Buch: „Ein Ziegelstein für Dörte“ im Verlag Voland & Quist. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten. Dem Band ist (wie immer bei Voland & Quist) eine CD beigelegt. Die Texte stammen aus den 11 Jahren, die ich nun schon bei Lesebühnen aktiv bin, das Buch stellt also eine Art Retrospektive dar. Die Titelgeschichte zum Beispiel war die zweite oder dritte Geschichte, die ich überhaupt je geschrieben habe. Und ich mag sie immer noch 🙂 (Damit dürfte sich auch die Frage erübrigt haben, ob das jetzt schon wieder irgendwas mit Rainald Grebe zu tun hat.

    Am 7.Oktober gibt es auch eine Buchreleaseparty. Mehr dazu und natürlich zum Buch und der CD demnächst hier.

    (Volker Strübing)

  • Für einen Tortenbestellservice könnte man mit „Back in time“ werben

    Für Freude im Alltag sorgen immer wieder Geschäfte mit lustigen deutsch-englischen Namen. „Back World“ habe ich neulich irgendwo gesehen. Dabei handelte es sich nicht um ein Reisebüro, das sich auf Reisen nach Australien oder an den Arsch der Welt spezialisierte hat, sondern einen dieser grässlichen Discountbäcker, was auch schon wieder eine sehr unschöne Zusammensetzung ist und eine Beleidigung für alle richtigen Bäcker obendrein.

    Vor Jahren habe ich in Dresden mal ein Sanitärgeschäft mit dem wenig vertrauenerweckenden Namen „Bad Shop“ gesehen. Ich glaube, das gibt es inzwischen nicht mehr, was immerhin für die Intelligenz und die Englischkenntnisse der Dresdener spricht.

    Wenn man von Berlin nach Dresden fährt und das Aussteigen vergisst, landet man schwuppdiwupp in Prag, was als Überleitung zur nächsten Anekdote jetzt mal ausreichen muss. In einem Prager Restaurant hielt ich einst eine dreisprachige Speisekarte in der Hand, die als Spezialität des Hauses „Stinkenden Käse aus Olmütz“ anpries.
    Noch hübscher fand ich die englische Bezeichnung: „Schmell Cheese >> Surprise <<“

    Zu uns Deutschen waren sie wenigstens ehrlich …

    Und wo wir gerade bei Speisekarten sind: Meinen allerliebsten Lieblingskommafehler entdeckte Uwe Beneke Anfang der 90er Jahre in der Speisekarte des Restaurants im SEZ: „Würzfleisch, vom Schwein überbacken“

    (Volker Strübing)

  • Mein Zombiewochenende

    Gestern habe ich mir „28 weeks later“ angesehen. Toller Film voller interessanter moralischer Dilemmen (bin gerade zu faul nach dem korrekten Plural zu suchen – Entschuldigung). Der Kameramann hätte nicht ganz so viel rumwackeln müssen und der Drehbuchauotr soll mir bitte mal erklären, was das für komische chemische Waffen sind, gegen die man sich mit einem Taschentuch vor dem Mund schützen kann, aber das war’s eigentlich schon an Kritik.

    Die „28“-Filme sind keine klassischen Zombiefilme, denn richtige Zombies bewegen sich langsam und staksig, während die 28er recht flink und munter daherkommen. Vielleicht guck ich mir ja auch noch Planet Terror an, dort staksen die Zombies wie es sich gehört. Da fällt mir ein, dass ich am Sonnabend, als ich mich mit meinem Hexenschuss in die alte Kantine gequält  habe, wahrscheinlich wie ein Promotionaktion für einen Zombiefilm gewirkt habe.

    Nach dem Kino waren wir noch ein Bier trinken und an uns lief ein einbeiniger Mann vorbei und wir mussten kichern, weil er seine Maschinengewehrprothese vergessen hatte. Dann hatten wir ein schlechtes Gewissen, weil wir über einen Einbeinigen gekichert hatten. Dann haben wir uns daran erinnert, dass man auf einem Bein nicht stehen kann, und haben noch ein Bier bestellt. So war das.

    Und weil es gerade so gut passt und auch den grauesten, verregnetesten, montäglichsten Montag in einen Tag der Freude verwandeln kann, möchte ich noch einmal auf folgendes Video aufmerksam machen:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=IoXgRtDysLY]

    (Gefunden bei Nerdcore)

    (Volker Strübing) 

  • Immer dasselbe!

    So ein Ärger. Dieses Wochenende wollte ich nun endlich mein Bad tapezieren, die Berlin-Marathon-Strecke ablaufen (am eigentlich Termin rennen da zu viele andere Leute rum und stehen im Weg), einen zweiten Roman schreiben, abwaschen, ein Universalserum gegen Krebs und Aids und schlechte Laune zusammenrühren, die Telekom vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zerren, die DVDs mit der kompletten „Firefly“-Serie angucken und es mir gut gehen lassen. Und dann: Hexenschuss. Es ist doch zum Mäusemelken!

    (Volker Strübing) 

  • Nachruf auf den August

    Also ich fand das Wetter ja gut. Vor allem in den letzten Woche. Endlich macht das Fahrradfahren wieder Spaß, weil man nicht sofort aus allen Poren ausläuft. Und seit Donnerstag vor einer Woche ist mein altes, wackeres Batavus-Rad auch wieder richtig auf dem Damm und schnurrt vor Freude, wenn man in die Pedale tritt. Für das Geld, dass ich da in diesem Jahr schon reingesteckt habe, hätte ich mir wahrscheinlich auch ein brauchbares neues kaufen können, aber man muss doch wenigstens einen Gegenstand besitzen, an dem das Herz ein bisschen hängt, und den man nicht sofort wegschmeißt, wenn mal was kaputt geht!

    Der August war der Monat der großen Feiern. Ich war auf einer Einschulung, einer Hochzeit, einem 60. Geburtstag, einem 30. Geburtstag, einer Hauseinweihung (praktischerweise mit dem 30. Geburtstag gekoppelt), einem Doppelgeburtstag und einer Studienabschlussparty. Zu einer Buchreleaseparty konnte ich nicht hingehen, weil ich an dem Tag schon zwei Partytermine hatte und sie zudem in Köln stattfand, das war mir zu weit weg; gehört das überhaupt noch zu Berlin?

    Besonders denkwürdig und folgenreich war die Einschulung. Sie liegt mittlerweile eine Woche zurück und ich habe noch immer den Ohrwurm: „Hoppelhase Hans – Uuo-o-o! – macht heut einen Tanz – Uuo-o-o!“ Und manchmal, in sentimentalen Momenten weine ich ein bisschen, wenn ich an jenes arme Mädchen denke, das nun zusammen mit meinem neffen zur Schule geht und von seinen Eltern bereits jetzt jeglicher Karriereaussichten beraubt wurde, indem sie es „Chantal Schulze“ nannten. Ein Name wie aus einer nicht besonders feinsinnigen Comedy-Sendung. Eigentlich können sie dem Mädel doch jetzt schon den Hartz-IV-Antrag ausfüllen, oder? Es spielt doch keine Rolle mehr, was in einer Bewerbung drin steht, wenn so ein Name drauf steht …

    Leider betraf keine der Feiern mich direkt. Ich hatte keinen Geburtstag, habe kein Studium abgeschlossen und kein Haus gebaut. Ich feiere erst am 7. Oktober. Das klingt jetzt komisch – „Wie jetze, Republikgeburtstag oder wat?“ – und tatsächlich hängt es indirekt auch damit zusammen, aber das ist eine lange Geschichte, die ich ein andermal erzähle. Naja. Eigentlich eine kurze Geschichte, die ich trotzdem ein andermal erzähle.

    (Volker Strübing)

  • Das Lexikon der bösen Menschen – Heute: D wie Dielenabschleifer

    Wer Dielen abschleift oder abschleifen lässt, handelt bewusst unsozial. Zuerst natürlich durch das Dielenabschleifen selber, eine stundenlange Tortur für alle Nachbarn. Der böse Mensch nimmt dies bewusst und achselzuckend als Kollateralschaden in Kauf. Dies ist umso verwerflicher, als sich Dielenabschleifer häufig ausgerechnet in Nachbarschaften niederlassen, in denen es einen großen Anteil an Heimarbeitern, lernenden Studenten und auschlafenmüssenden Künstlern gibt. Um den Effekt zu verstärken, wird stets bei offenen Fenstern abgeschliffen. Dabei wäre es ein leichtes für den Abschleifer, alle Fenster und Türen beim Abschleifen geschlossen zu halten und alsbald am Staub zu ersticken, womit allen gedient wäre.

    Für den Menschen, der eine Etage unter den nun abgeschliffenen Dielen wohnt, beginnt das Martyrium erst, wenn es für alle anderen überstanden ist. Wenn nicht eine Trittschalldämmung eingebaut wurde (und wo wird sie das schon?), wird ihn in in den folegenden Jahren täglich, allabendlich, oft genug auch mitten in der Nacht das Getrampel des über ihm wohnenden bösen Menschen (in Zukunft kurz Überbös genannt) quälen. Gern rennt der Überbös in Schuhen durch die Wohnung, weil doch das Parkett so kalt ist, dass er nicht barfuss gehen kann und so rutschig, dass Socken nicht in Frage kommen. Und am meisten Spaß macht es natürlich, immer und immer wieder über die eine knarzende Diele zu latschen!

    Es mag übrigens durchaus unböse Menschen unter den Dielenabschleifern geben – abgeschliffene Dielen sind nur ein Indiz, kein Beweis für Bosheit und man muss im Einzelfall sicher auch mildernde Umstände (wie etwa eine behütete, großbürgerliche Kindheit) prüfen.

    Was soll man von Menschen halten, die statt kuschelig-weicher Auslegware kalte, menschenverachtende Holzdielen bevorzugen? Geht es ihnen nur darum, dass sie sich darin zumindest ansatzweise spiegeln können? Das klingt nach einer guten Arbeitshypothese, denn dass es sich bei Dielenabschleifern um Menschen handelt, die vor allem oder ausschließlich sich selbst lieben, habe ich wohl hinreichend belegt.

    Gut, abgeschliffene Dielen sehen schön aus, das gebe ich zu, die Farbe fetzt, das Muster fetzt, das wäre mal ein schönes Motiv für kuschlig-weiche Auslegware und wer unbedingt echte Dielen braucht, kann sie doch auch hochkant an die Wand nageln, dann braucht er nicht einmal den Blick senken, um sie zu bewundern. Und abschleifen soll er sie irgendwo außerhalb der Wohnung. Kann man nicht auf irgendeinem Flughafen oder Truppenübungsplatz ein Eckcken für Abschleifer freiräumen? Eine bessere Welt ist möglich.

    (Volker Strübing)

    PS: Jaja. Ich hab auch abgeschliffene Dielen. Von meiner Vormieterin übernommen, die mir noch ganz andere schlimme Dinge angetan hat – egal, anderes Thema.